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Radioforum Schweiz
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13
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
dxbruelhart, audion, Rolf, der Frequenzenfänger, Funker, Heinz Lindenmann, Bengelbenny, Maxtech, Habakukk

Radio Central sendet seit heute 4.7. auf 88,7 von Mollis-Wälschbüel

Startbeitrag von dxbruelhart am 04.07.2007 20:44

Parallel zu Rado Zürisee hat auch Radio Central den Sendebetrieb vom neuen Senderstandort Mollis-Wälschbüel aufgenommen:

88,7 Radio Central Mollis-Wälschbüel 47N 06 37 / 9E 05 23 841 m Seehöhe, 24m Antennehöhe, 448m HAAT, 500 W vertikal, dir. 310°
Die Frequenzwahl der 88,7 ist eine volle Breitseite gegen BR2 Grünten, das bislang auch im unteren und mittleren Glarnerland ganz gut (mit O = 4-5), also in Stereo und mit RDS, zu hören war. Jetzt dominiert auch hier in Uster auf 88,7 Radio Central, und BR2 konnte ich bislang nicht mehr einfangen auf 88,7...

Antworten:

> Die Frequenzwahl der 88,7 ist eine volle Breitseite gegen BR2 Grünten

:sneg: :sneg: Heute scheint ein schwarzer Tag zu sein.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 04.07.2007 21:33
Die Störung von BR2 ist (noch) schlimmer, als ich zuerst dachte. Selbst in Wetzikon, mit freiem Blick nach Osten und zum Alpstein, ist auf 88,7 nur noch Radio Central zu hören, in Ortssenderqualtät, Bayern 2 ist auch in Wetzikon jetzt tot , der Sender Mollis-Wälschbüel ist jetzt in Wetzikon (zumindest in der Morgenstrasse) der bestempfangbare Sender von Radio Central, der ist sogar besser als der Etzel in Wetzikon zu hören. Dabei soll dieser Sender doch nur die Autobahnstrecke in der Linthebene besser versorgen... Daher sollte man die Leistung dieses neuen Senders massiv verringern, um die Auslöschung von Bayern 2 im Zürcher Oberland (und anderswo) rückgängig machen zu können, wo der Sender Mollis-Wälschbüel eigentlich gar nicht in solch guter Qualität zu hören sein sollte.

von dxbruelhart - am 06.07.2007 07:30
Bayern 3 Grünten 95,8 ist ebenfalls stark betroffen durch R. Zürisee auf 95,9.
Auf Geräten mit breiten Filtern ist nur noch der Molliser Sender zu empfangen.

von Maxtech - am 06.07.2007 08:58
Ich finde diese Entwicklung bedenklich, da ich auch denke, dass die deutschen Programme wie Bayern 3 (und mit Abstrichen auch Bayern 2) und vor allem der SWR in der Schweiz doch beliebt sind.
Es gibt immer wieder Anrufer aus der Schweiz im Programm vom SWR.

Aber in Deutschland ist man mit den Frequenzen ja auch nicht viel besser. Das beste Beispiel steht in ca. 10km Entfernung...

von Bengelbenny - am 06.07.2007 09:43
Die gezielte Zufunzelung von Bayern 2 finde ich besonders bedenklich. Schliesslich ist es eines der wenigen Programme, die das Prädikat "richtiges Radio" noch verdienen.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 06.07.2007 10:12
Das wird ja immer schlimmer. Ich weiß ja nicht, wie gut der Grünten in der Gegend bisher ging, aber mir kommt das so vor, als wäre das vergleichbar, wie wenn man in München oder Rosenheim in 100kHz-Abstand zum Gaisberg einen Füllsender für Bayern 3 in Betrieb nehmen würde. Furchtbar! Wobei man das bei Antenne Salzburg ja schon erfolgreich gemacht hat mit 101,7 München und 101,8 Wallberg.

Habt ihr eigentlich Chancen auf das bayerische DAB-Paket? Das wäre u.U. eine Alternative. Hier dürfte mittelfristig (wenn es bei 12D bleibt) allerhöchstens das Graubündener Paket evtl. in die Quere kommen, sonst wohl nichts.

von Habakukk - am 06.07.2007 12:08
Der Grünten ging bislang in nach Osten offenen Lagen in Ortssenderqualität; in anderen Lagen, die mehr nach Westen offen sind, wie z.B. mene Wohnung, halt mehr in DX-Qualität, also ein mehr oder weniger verzerrtes, etwas rauschendes Mono-Signal. Das wäre sogar so, wenn man in München einen Sender auf eine Gaisberg-Frequenz setzen würde, das hat man jetzt schon mehrfach so gemacht hier (88,7 - 89,6 - 95,7 - 95,8 - 95,9 - 104,4 - gegen Grünten, Pfänder und Mulhouse) gegen die primären Versorger von Nachbar-Länder-Programmen.
Bayern 2 ist IMHO das beste auf UKW aus Bayern zu empfangende Programm, weil es eben ein vollumfängliches, ganzes Radioprogramm mit allem Drum und Dran ist, wie es heute noch sehr wenige Programme gibt. Gerade deshalb finde ich diese Frequenzwahl so stossend.
Das bayrische DAB-Paket auf 12D kann man leider nur auf exponierten Lagen empfangen; die Signalstärke wäre zwar schon vorhanden, aber da schlägt die Nachbarkanalproblematik zu: Alle Signale, die mehr als 30-35 dB schwächer sind als das Deutschschweizer Ensemble auf 12C haben keine Chance!

von dxbruelhart - am 06.07.2007 12:56
Ich hatte im Juli einen Mailaustausch mit Alfons Spirig (wegen dem Sender Mollis), dem Chef von Radio Central, der ist auch intimer Kenner der Innerschweizer Radioszene. Ich habe bislang keine Antwort mehr bekommen, deshalb setzte ich diese Mail-Wechsel hier ins Forum.

Sehr geehrter Herr Spirig

Nun habe ich aber auch eine Frage zum Sendernetz von Radio Central:
Radio Central hat ja am 4. Juli den Sender Mollis-Wälschbüel auf 88,7 eingeschaltet. Die 88,7 ist aber die Frequenz des hierzulande sehr beliebten Programms Bayern 2, das gerade in der Region des Zürcher Oberlands und in der Stadt Zürich sehr gerne gehört wurde. Die 88,7 kommt vom Grünten, dies ist (bzw. war) der bestempfangbare Standort des BR in der Schweiz. Jetzt ist aber in der Region Zürcher Oberland und in Zürich auf 88,7 der Sender Mollis-Wälschbüel mit dem Programm Radio Central zu hören. Bayern 2 ist jetzt in dieser Region überhaupt nicht mehr zu empfangen. Weshalb hat man hier diese sehr kritische Frequenz für diesen weitreichenden Sender gewählt? Ich schätze das Programm von Radio Central sehr, die Programmvielfalt von Radio Central ist etwas wunderbares.
Die Störung von Bayern 2 ist aber gerade auch in Wetzikon ZH, von wo aus man freie Sicht zum Alpstein hat, und wo der Grünten bislang sehr gut in Ortssenderqualität kam, katastrophal, dort ist jetzt Radio Central in einwandfreier Ortssenderqualität auf 88,7 zu empfangen, und kein bisschen mehr ist von Bayern 2 zu hören.
Ich kann jetzt mit meiner ausgeklügelten Empfangsausrüstung in Uster kein Bayern 2 mehr empfangen.
Radio Central kann im Zürcher Oberland sehr gut auf 101,8 vom Etzel empfangen werden.
Der Sender Mollis-Wäschbüel versorgt wirklich die ganze Linthebene mit hervorragend gutem Signal; deshalb habe ich folgenden Vorschlag:

Sender 89,4 Tuggen-Buechberg abschalten, da dieser jetzt nicht mehr nötig ist (sehr gute Versorgung über Mollis und Etzel)
Sender 88,7 Mollis-Wälschbüel Frequenzwechsel auf neu 89,4 (gute, unkritische Frequenz)

Damit wäre allen gedient, und Radio Central könnte so weitere Hörer dazugewinnen. Die Blockierung der 88,7 ist keine gute Werbeaktion für die Sache von Radio Central; das Programm von Radio Central ist viel zu gut, um es damit "in den Dreck zu ziehen".
Ich würde mit Ihnen auch sehr gerne zur Frequenzwahl von Sendern von Radio Central diskutieren; ich bin mittlerweile in diesen Fragen wirklich sehr erfahren, da ich mich seit 29 Jahren intensiv mit der Materie befasse.

Besten Dank und viele Grüsse

Christian Brülhart


Seine Antwort:

Sehr geehrter Herr Brülhart,

Zu Ihrer Frage betr. Frequenz Mollis. Da haben wir keinen Einfluss. Dies ist allein die Entscheidung des Bakoms. Aber selbstverständlich hat BR2, wie wir in Deutschland, kein Ueberreichweitenrecht. Dies muss auch von schweizerischen Privatradios schmerzlich auch mitgetragen werden.

Zu 89,4. Diese Frequenz ist für Radio Central weiterhin nicht wegzudenken. Der Buchberg versorgt auch das Wäggital. Dies könnte mit Mollis und auch mit dem Sender Etzel nicht versorgt werden. Zudem füllt uns 89,4 einige Löcher, welche weder vom Etzel noch vom Sender Mollis gelöst wird.

Und jetzt das Wichtigste: Für die Zukunft wird der Sender Buchberg mit 89,4 und Mollis für das Zürcher Oberland, vorwiegend für Rapperswil, Linthgebiet und Wegstrecken nach Rüti und Wetzikon enorm wichtig werden. Das Bakom will hier das Diagramm von Vertikal auf horziontal ändern, was die Reichweite zumindest halbieren wird. Deshalb können wir weder auf den Buchberg noch Mollis verzichten. Und – auf die Frequenzen haben wir leider keinen Einfluss…

Ich hoffe hiermit Ihnen einige Hinweise betr. dem Central-Sendernetz gegeben zu haben, welche für ihre hervorragenden Kenntnisse im Radiofunk behilflich sein werden. Zudem freut es uns, dass Sie unser Programm schätzen…

Danke und freundliche Grüsse

Alfons Spirig


Meine Antwort darauf:

Sehr geehrter Herr Spirig

In der Schweiz haben wir ein im Bundesgesetz verbrieftes Recht der Informationsfreiheit. Deshalb ist es verboten, die Verbreitung von ausländischen Medien zu verunmöglichen. Daher ist die Belegung der 88,7 letztlich ein sehr subtiler Verstoss gegen unsere Bundesverfassung. Die ausländischen Sender, die primär oder sekundär zur Verorgung der Schweiz aufgebaut wurden (der Grünten ist solch ein Sender) dürfen keinesfalls durch Gleichkanalbelegung gestört werden!
Der Grünten und der Pfänder versorg(t)en im Normalfall - also nicht durch Ueberreichweiten - die grössten Teile der Deutschschweiz. In den letzten Jahren wurden aber durch das Bakom immer mehr Frequenzen auf Grünten-Frequenzen koordiniert und Sender in Betrieb genommen. Also: auf 95,8 Radio Pilatus (Bürgenstock-Hammentschwand), DRS1 (Steg) und RSI-Rete Uno (vom Valzeina-Mittagsplatte), auf 104,4 Radio Pilatus (mehrere Standorte), auf 88,7 jetzt Central von Mollis und auf 106,9 soll auch noch eine Frequenz (für R. 24, Energy oder Grischa) kommen von Mollis-Wälschbüel; die 90,7 soll dann noch von Netstal-Butzi abgestrahlt werden.
Die ORF-Frequenzen vom Pfänder wurden auch gestört bzw. blockiert: 89,6 R. Central Menzingen und DRS1 Euthal (beide erst seit kurzem in Betrieb), 98,2 DRS2 Euthal, 102,1 R. Energy Zürich aus Geltwil). Aber auch die Sender von Radio France kommen unter die Räder: 91,6 R. Argovia Widen, 95,7 R. Pilatus Menzingen.
Wenn diese Frequenzpolitik so weitergeht, können wir bald nur noch Schweizer Sender empfangen! Das wäre ein absoluter Horror! Nur Abwechslung mit Radios aus verschiederen Provenienzen machen den Reiz des Radiohörens wirklich aus. Ich höre jeden Tag etwa 4 - 10 verschiedene Radioprogramme; natürlich auch regelmässig Radio Central, aber eben auch regemässig Programme aus den Nachbarländern. Ich habe mir jetzt Ende letzen Jahres einen Internet-Radioempfänger gekauft, einen Terratec Noxon http://www.k55.ch/oxid.php/sid/c1d4db6c919b44ca7c14308dce822343/cl/details/cnid/d0441192376367c56.12165012/anid/58a4496588bbabee6.09116517/Terratec/ - so kann ich dem UKW-Frequenzchaos entfliehen, aber wir haben noch längst nicht überall freien Wlan-Internet-Zugang, somit kann man solche Geräte derzeit nur zuhause nutzen.
Es fällt auch auf, dass R.Central immer wieder schlechte Frequenzen abbekommt!
Da müssen wir etwas unternemen dagegen! Sie dürfen sich nicht mehr solch schlechte Frequenzen "andrehen" lassen!

Wenn es schon Haslen, Weesen, Mollis und Tuggen-Buechberg braucht, schlage ich folgenden Frequenzwechsel vor:

- Mollis-Wäschbüel neu 100,1 (statt 88,7) - Ein Frequenzwechsel von Mollis-Wälschbüel sollte erste Priorität haben!
- Menzingen Ochsengutsch neu 97,7 (statt OE3-Blockierfrequenz 89,6).

Damit werden bereits anderswo benutzte Central-Frequenzen wieder gebraucht, ohne irgendwo Störungen hervorzurufen.

Vielen Dank und viele Grüsse
Christian Brülhart


Und auf die Antwort dieses Mails warte ich noch heute....

von dxbruelhart - am 16.12.2007 15:22
Zitat

...Das Bakom will hier das Diagramm von Vertikal auf horziontal ändern, was die Reichweite zumindest halbieren wird. ...


Das ist etwas, das ich noch nicht durchschaue :eek: ;)
Ich könnte mir Störungsausblendung durch Gleichkanalbelegung vorstellen, wenn die Empfangsantennen jeweils genau senkrecht oder genau waagrecht gestellt wären, was besonders bei Portabel/Mobil-Betrieb selten der Fall ist.

Ich gehe schon davon aus, dass hier nur das BAKOM was zu sagen hat. Und der gute Herr Spirig hat momentan andere "Hausaufgaben" zu lösen (DAB+ und evtl. IBOC).

Die "Weltoffenheit" predigenden Staatsbürokraten betreiben im Radio-Sektor genau das Gegenteil, da kann auch Alfons Spirig nichts machen.
So dürfte die Situation sein - leider. :(

von audion - am 16.12.2007 18:41
In der Schweiz haben wir ein im Bundesgesetz verbrieftes Recht der Informationsfreiheit


Die Schweiz hat durch Gerichtsentscheid selbst vor noch nicht allzulanger Zeit (2006) entschieden, dass Recht auf Informationsfreiheit sei nicht absolut ! So verbietet die Rechtsprechung z.B. die Installation von Radio-Sende- und Empfangs-Antennen in historisch und kulturell wertvollen geschützten Ortsteilen ! Und die Gemeinden freuts, haben ihre Einschränkungen der persönlichen Rechte in ihren Bauvorschriften (Antennenverbot in gewissen Ortsteilen) doch nun den gerichtlichen Segen. Also kann der (freie) Bürger nicht überall und immer seine Informationsfreiheit ausnützen, trotzdem dies im Gesetz steht. Aber Gesetze sind eben teils nur Richtlinien, die Rechtsprechung ist massgebend.

Einer gerichtlichen Klage, als Schweizer könne man wegen seines Schweizer UKW-Senders den deutschen UKW-Sender namens X hier in der Schweiz nicht empfangen, das verstosse gegen die Informationsfreiheit, würde kein Richter schützen.

Also nix mit der gewünschten grösstmöglichen Informations-Freiheit. Die Schwüre der drei Eidgenossen auf dem Rütli bezüglich Freiheit sind zum Teil nur Wunschdenken !

von Funker - am 16.12.2007 20:58
Zitat

Die Schwüre der drei Eidgenossen auf dem Rütli bezüglich Freiheit sind zum Teil nur Wunschdenken !


Hätten die drei Besagten schon 1291 gewusst, was sich da dereinst für eine Juristenzunft aufbläht und die Volksrechte beschneidet, hätten sie wahrscheinlich nicht nur gegen fremde Richter, sondern auch gegen eigene die Hände zum Schur erhoben. ;)

von audion - am 17.12.2007 11:02
Neujahreswunsch, Rücktritt der Bakom-Zensurbehörde, diese verhindern die Empfangsfreiheit, (Lokalfernsehen )verursachen ein Chaos auf UKW, behindern und verhindern, Rundfunk -veranstalter. Diese Bakom... müssen endlich abtreten.


von Heinz Lindenmann - am 17.12.2007 11:17
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