Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum Schweiz
Beiträge im Thema:
16
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
dxbruelhart, audion, Heinz Lindenmann, Rolf, der Frequenzenfänger, drahtlos, MagicMax, radiohead, rogi0776§

30 Bewerber für TV- und Radio ohne Konzession

Startbeitrag von dxbruelhart am 30.01.2008 08:04

Mit dem neuen Radio- und TV-Gesetz gibt es ja jetzt die Möglichkeit, Radio und TV - solange es nicht über UKW läuft, auch ohne Konzession, nur mit einer einfachen Anmeldung beim Bakom, zu senden. Diese Möglichkeit wird nun auch genutzt werden.

Persoenlich.com schreibt http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=73280


30 Bewerber für TV- und Radio ohne Konzession
Cablecom und REGA mit Anmeldungen.


Beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) sind seit dem 1. April 2007 30 Meldungen für den Betrieb von Radio- und Fernsehkanälen eingegangen. Radio- und Fernsehkänale, die keine Konzession wollen, müssen sich neu beim BAKOM anmelden.

Unter den Meldungen befinden sich drei TV-Infokanäle: Es sind der Infokanal des Kabelnetzbetreibers Cablecom, jener der Rettungsflugwacht REGA sowie jener der Waadtländer Gemeinde Bussigny, wie BAKOM-Sprecherin Caroline Sauser am Dienstag auf Anfrage sagte.

Weiter haben sich die Radiostationen Radio LuNE (Neuenburg) und Radio 105 (Zürich) angemeldet. Die restlichen Meldungen seien grösstenteils von Internetradios gekommen, sagte Sauser weiter. Auch diese sind seit dem Inkrafttreten des neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) verpflichtet, sich beim BAKOM zu melden.

Das neue RTVG ist seit 1. April 2007 in Kraft. Es besagt, dass Radio- und Fernsehveranstalter keine Konzession mehr brauchen, sich aber beim BAKOM melden müssen. Konzessionen gibt es künftig noch für 54 lokale Radio- und TV-Stationen. Wer eine bekommt, wird im Frühling bekannt gegeben. Konzessionierte Stationen erhalten unter anderem einen Teil der Gebührengelder. (sda)


Ich versuche, eine komplette Liste derjenigen Stationen, die sich jetzt beim Bakom für diese Art des Sendens angemeldet haben, zu bekommen
Ach ja, mir ist da bei der persoenlich.com Meldung noch folgendes aufgefallen:
Auch diese (die Internetradios) sind seit dem Inkrafttreten des neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) verpflichtet, sich beim BAKOM zu melden.
Was soll das denn?

Antworten:

@dxbruelhart
Das ist typisch Schweiz. Vermutlich haben die Parlamentarier gar nicht gewusst, was Internetradio überhaupt ist.
Aber anyway: Meldepflichtig sind erst Stationen ab 1000 Streams. Das grössere Problem für die Internetstationen sind ohnehin die ganzen Musikrechteabgaben.

von rogi0776§ - am 30.01.2008 08:31
Zitat

Das ist typisch Schweiz. Vermutlich haben die Parlamentarier gar nicht gewusst, was Internetradio überhaupt ist.


Genau! So läuft die Politik: Überall wird Kleingedrucktes in Mogelpackungen eingeschmuggelt, bis der Staat sämtliche Einwohner an Marionetten-Fäden hat [im Schulwesen ist das schon sehr weit fortgeschritten]. Enkelkinder müssen sich wohl in Zukunft hüten müssen, ihrem Omi ohne Meldung ans BAKOM am Telefon ein Lied vorzusingen.

von audion - am 30.01.2008 10:50
Die Bevormundung durch das Bakom geht weiter, mit unseren Steuergeldern.


von Heinz Lindenmann - am 30.01.2008 11:18
Die Liste mit den Radios und den TV-Stationen, die sich angemeldet haben, ist derzeit beim Bakom nicht verfügbar. Sie wird aber in Bälde auf der Webseite des Bakoms publiziert.

@ Heinz Lindenmann: Die Möglichkeit, dass man jetzt senden kann ohne Lizenz (z.B. auch auf DAB, Mittelwelle, Kurzwelle oder DVB-T) finde ich schon ganz toll, und da ist die Anmeldepflicht für Webradios mit ¨ber 1000 Hörer-Slots doch kein Problem im Vergleich damit.

von dxbruelhart - am 30.01.2008 15:01
Zitat

Die Möglichkeit, dass man jetzt senden kann ohne Lizenz (z.B. auch auf DAB,


Echt? Wie teuer ist das pro Monat um z.B. auf dem 2. DAB-Ensemble zu senden mit 40kbps in AAC+?

Mir kommt da grad eine Idee auf... ;-)

von radiohead - am 30.01.2008 15:11
Echt? Wie teuer ist das pro Monat um z.B. auf dem 2. DAB-Ensemble zu senden mit 40kbps in AAC+?
Wende Dich da mal an Swissmediacast info ät swissmediacast punkt ch
Da ist u.a. Egon Blatter im Verwaltungsrat, er kann Dir da zu Preisen sicher auch Auskunft geben.

von dxbruelhart - am 30.01.2008 15:14
Zitat

da ist die Anmeldepflicht für Webradios mit ¨ber 1000 Hörer-Slots doch kein Problem im Vergleich damit.


Ich kann diese Sendemöglichkeiten ohne Konzession nicht so positiv sehen:

1. Sie sind nur auf Druck von ausserhalb der Schweiz eingeführt worden.

2. Auf den heutigen und wohl auch morgigen Radiomarkt der Schweiz dürfte die Wirkung verschwindend sein, dafür sorgt die "Behörde" schon.

Die Internet-Radio-Anmeldung allein ist wohl nicht gravierend, aber letztlich wird doch nach der berühmten Salamitechnik schleichend das Internet in die juristisch/bürokratischen Klauen genommen. Letzlich wird alles bis zum Exzess reguliert um letztlich ja die totale staatliche Kontrolle zu sichern.

Zitat

auf DAB, Mittelwelle, Kurzwelle oder DVB-T


DAB: bringt es vielleicht langfristig, bis dann hat die SRG jede Sparte belegt --> Keine Konkurrenz zu befürchten.

Mittelwelle, Kurzwelle: Ein Sender kann in der Schweiz gar nicht mehr aufgestellt werden und wenn, die Bau- und Energiekosten beenden ein solches Projekt recht schnell -->Keine Konkurrenz zu befürchten.

DVB-T: Im Auto, Küchenbrüller etc. nicht empfangbar --> keine Konkurrenz zu befürchten

Wenn leere UKW-Frequenzen verteilt würden (z. B. im Wallis an Iischers-Radio, dessen Frequenzen und Sender 11 von 12 Monate pro Jahr nur rauschen dürfen), dann wäre das was anderes...




von audion - am 30.01.2008 15:37
Was ist denn, wenn ein Internetradio seinen Stream ab einem im Ausland stehenden Server verbreitet?

Das "Studio" kann wohl in der Schweiz sein, ein Upstream z.B. nach Holland und von dort aus die Verbreitung mit mehr als 1000 Streams...

von MagicMax - am 30.01.2008 19:58
Zitat

Echt? Wie teuer ist das pro Monat um z.B. auf dem 2. DAB-Ensemble zu senden mit 40kbps in AAC+?

Ungefähr einen Monatslohn, pro Sendestandort bei DAB+ mit etwa 12-18 Programmen.
Vor 1-2 Jahren hatte ich mal vom Bakom solche Zahlen gesehen.

von drahtlos - am 30.01.2008 20:57
Zitat
drahtlos
Ungefähr einen Monatslohn

Der Monatslohn eines Bankdirektors oder der einer Raumpflegerin mit Migrationshintergrund? :D

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 30.01.2008 21:43
Die bislang gemeldeten Radio- und TV-Programme, die ohne Konzession senden bzw. senden wollen, sind jetzt beim Bakom ersichtlich: Radioprogramme http://www.bakom.ch/themen/radio_tv/marktuebersicht/gemeldete_radioprogramme/index.html?lang=de und TV-Programme http://www.bakom.ch/themen/radio_tv/marktuebersicht/gemeldete_tvprogramme/index.html?lang=de

Wer übrigens im DAB+ Ensemble von Swissmediacast senden will, muss für die Verbreitung etc. (also Kosten, die an die Swissmediacast zu zahlen sind) Fr. 250'000.-- / Jahr kalkulieren.

von dxbruelhart - am 29.03.2008 09:54
Stimmt das wirklich Fr. 250'000.--, Wahnsinn???

von Heinz Lindenmann - am 29.03.2008 10:25
Ja, die 250'000 Franken, die jeder der "jungen" Veranstalter (die SRG zahlt dann unverhältnismässig mehr, die alteingessesenen Lokalradios wohl auch etwas mehr) in dieses Projekt jährlich bezahlen soll, bremst die Veranstalter in ihrem Elan. Die Swissmediacast braucht pro Jahr insgesamt Fr. 6'500'000.--, damit sie die Sendernetze aufbauen und unterhalten kann, sowie sich selbst finanzieren kann. Diese 6 1/2 Millionen müssen von den 18 Programmveranstaltern, die auf dieses Ensemble kommen, jährlich aufgebracht werden. Ich glaube jetzt nicht mehr, dass das DAB+ Ensemble noch 2008 auf Sendung gehen wird.

von dxbruelhart - am 29.03.2008 11:02
Und mit jedem, der bei diesen Preisen vom Zug abspringen muss, verteuert sich die Sache für die Übrigbleibenden. Es ist dies genau die Methode, wie die Schweizer Bürokratie die von ausserhalb der Landesgrenzen (EU) geforderte "Radiofreiheit" aushebelt. Man lässt den Zug vorschriftsgemäss fahren, aber in ein Abstellgeleise mit Prellbock und verzapft ohne rot zu werden dem unwissenden Bürger und Politiker (sind eh meist Juristen :( ), man würde ja gerne UKW-Frequenzen geben, aber es habe leider keine mehr. Vorsorglich hat man ja 20 Jahre lang verfunzelt.

Im Weitern: Eine Radiotechnik (DAB), die derartig exzessive Betriebskosten erfordert, müsste schleunigst vom Erdboden verschwinden.

Und: Wenn man sich den BAKOM-Fragebogen für meldepflichtige Sender anschaut, fühlt man sich in's Zeitalter der Inquisition zurückversetzt.

von audion - am 29.03.2008 19:12
Die Bakom-Diktatur muss beendet werden, diese vom Steuerzahler ausgehaltenen Bürokraten gehören auf ein Abstell-Geleise. Diese Machenschaften gehören in die Medien.


von Heinz Lindenmann - am 29.03.2008 19:29
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.