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Radioforum Schweiz
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Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 6 Monaten
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delfi, Rolf, der Frequenzenfänger, RADIO354, drahtlos, PeterA, Westwind, dxbruelhart, radiohead, akai, Phil75

Wie DAB-Freundlich ist die Schweiz?

Startbeitrag von delfi am 22.01.2009 08:58

Mich würde von Euch interessieren, wie in der Schweiz die allgemeine Stimmung zu DAB/DAB+ ist. Aus den Forumsmeldungen meine ich herauszulesen, dass wohl im Gegensatz zu Deutschland in der Schweiz grundsätzlich eine positive Stimmung zu dem System herrscht. Lässt sich das wirklich so sagen?
Danke schon mal für Eure Einschätzungen.

Antworten:

Die DAB-Stimmung ist zur Zeit so positiv, dass es in manchen Geschäften zur Zeit schwierig ist an ein DAB-Radio zu kommen, da z.T. alles restlos ausverkauft ist...

von radiohead - am 22.01.2009 09:56
Die sind aber auch nur ausverkauft, weil die MW abgeschalten worden ist. Ohne Zwang oder dass die Tuner genau so billig sind und/oder in jedem Handy verbaut werden. Wird Analog Radio weiterhin DAS Medium bleiben. Nicht falsch verstehen, persoenlich bin ich voll fuer digital.

von akai - am 22.01.2009 10:55
Aber das DAB-Gezerre und -Gezettere wie in Deutschland ist Euch Schweizern aber eher fremd. Kann man das so sagen?

von delfi - am 22.01.2009 10:56
Na ja... auf das berühmte zweite Ensemble warten wir nun auch schon seit Jahren. Der relative Erfolg des SRG-Pakets ist sicherlich dem Umstand zu verdanken, dass dort einige durchaus interessante Programme zu hören sind, die es über UKW nicht gibt. Auch die Beromünster-Abschaltung hat zweifellos einen Verkaufsschub gebracht.

Wie sich DAB in der Schweiz langfristig entwickeln wird, wage ich aber trotzdem nicht vorherzusagen. Was in den umliegenden Staaten floppt, überlebt normalerweise auch in der Schweiz nicht lange. Wenn nicht bald mal das zweite Paket mit attraktiven Inhalten startet, wird DAB wohl ein Nischenprodukt bleiben

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 22.01.2009 11:27
Bis gegen Ende 2008 foutierte sich der weitaus grösste Teil der Bevölkerung in der Schweiz um DAB; DAB war ein reines Nischending. Durch die Abschaltung von Beromünster kann sich das vielleicht nun wirklich geändert haben, wir müssen schauen, ob der grosse aktuelle Ansturm auf DAB-Geräte auch mittel- und langfristig anhält.

von dxbruelhart - am 22.01.2009 11:58
Ich sehe das wie Rolf. Einen gewissen Nischenmarkt gibt es. Vor allem Musigwälle und Swiss Pop/Jazz/Classic oder DRS4 Hörer. Aber das 2. Ensemble wird wenn überhaupt nur unter Führung der SRG kommen.
In D ist DAB ja wirklich fast tot (ausser vielleicht Bayern). In den meisten Ländern wollen die Behörden DAB ja gar nicht.
In der Schweiz wird DAB halt von der SRG stark beworben. Aber ohne Erfolg in den Nachbarländern wird das System UKW nicht ablösen können.
Ich persönlich finde DAB eigentlich ein gutes System, vor allem im Auto bei anständigen Sendeleistungen ist es gerade in unserer bergigen Topografie ideal.
Für vollig unnötig halte ich das Vorhaben das 2te Paket in DAB+ zu bringen. Frequenzen sind ja genug vorhanden um das auch im alten System lancieren zu können. Wenn man jetzt diesen Nischenmarkt noch weiter aufsplittet ist das sicher nicht förderlich.

von Phil75 - am 22.01.2009 12:18
In der Bevölkerung nimmt die Akzeptanz von DAB erfreulicherweise zu.

Die Schweizer Kabelnetzbetreiber flüchten sich aber vor DAB wie der Teufel vor dem Weihwasser - auch die Auroradiohersteller stehen (noch) weitgehend abseits.

von Westwind - am 22.01.2009 12:34
Will auch noch meinen "Senf" dazu geben.

Seit dem letzten Herbst ist DAB auch bei den "Normalsterblichen" ein Thema geworden. Damit meine ich auch solche welche keine DAB-Spezialisten sind. Die SRG macht aber auch ziemlich viel Wind um DAB, auf jeden Fall mehr als bei HDTV...

Seit langer Zeit wurde von der SRG auf die Abstellung des MW-Senders Beromünster hingewiesen, zusätzlich wird aber bei keiner Gelegenheit ausgelassen, dass DAB das Nachfolge-Produkt ist und nicht etwa der Kabelanschluss. Ferner kommen ziemlich oft noch Werbe-Spots im Fernsehen - auch jetzt noch, obwohl der MW-Sender bereits abgeschaltet ist.

Es gibt eine relativ gute Website über Digital-Radio mit ziemlich guten techn. Informationen über die Ausbreitung (Postleitzahl/Ortsangabe mit Ausbreitungskarte) und die wohl beste Geräteliste mit zusätzlicher Feature-Auswertung. Viel wichtiger ist aber: Man hat mit viel Energie und Geld das Sendernetz praktisch vollständig ausgebaut, mit nur wenigen Ausnahmen, welche aber auch noch fertiggestellt werden.

Wenn die Empfänger noch etwas billiger würden, wäre der Erfolg sicher noch grösser. 200 Euro für einen einfachen Empfänger, oftmals nicht mal mit Stereo - ist schon noch etwas happig. Klar, wir haben auch günstige Angebote mit DAB+ für 45 Euro. Ueber die ganze Bandbreite gesehen, ist aber das Angebot immer noch etwas zu teuer.

Auf das 2. Ensemble muss ich nicht unbedingt warten, soviel kann es mir persönlich nicht bringen, da ich nicht mehr unter 30 Jahre alt bin. Wenn es kommt, auch gut. Meine vielen DAB (ohne +) Empfänger möchte ich nicht so schnell entsorgen ;-).

Das derzeit erfolgreichste DAB-Land in Europa, ist aber Dänemark, dort soll schon jeder 4. Einwohner DAB hören. Das schafft nicht mal England, dort sind es etwa 10%. Die Dänen haben jetzt schon 2 Ensembles und somit ist die Programmvielfalt noch etwas grösser. Die haben in den letzten 3 Jahren jedes Jahr über 100% zugelegt und inzwischen sollen es dort 1'400'000 DAB-Hörer sein. Ebenso hat es in Dänemark viele Spartenprogramme wie in der Schweiz - einfach ein paar mehr!

Ich hoffe für mich, dass in der Schweiz nicht der Radikalschnitt zu DAB+ kommt. Wäre dann erstmals ein wenig frustriert. Im übrigen ist Indoor-Empfang schon relativ oft möglich, wie es eigentlich auch sein sollte, um Erfolg zu haben, dadurch gibt es einige Reserven für den Outdoor-Empfang.

Im übrigen vergessen wir hier immer wieder den/das Südtirol. Die hatten eigentlich genau das, was wir uns in der Schweiz in Sachen DAB lange Zeit gerne gehabt hätten, die sind uns sogar mit der Tunnelversorgung voraus und haben teilweise auch mehr Programme. Die Schweiz hat dafür inzwischen 3x mehr Sendestandorte als Bayern, von den anderen Bundesländern in D gar nicht zu sprechen. Und - wer hat schon, weltweit gesehen, 28 DAB+ Sendestandorte.

Mir fehlt eigentlich zum Glück nur ein S-DAB Satelliten, welcher im L-Band ganz Europa versorgen würde ;-). Kann ja mal noch auf Frankreich hoffen - ....

Was ich von unseren Kabelbetreibern längerfristig wünsche:
Freigabe des Kanals 12 um dort 12A/B/C/D zu verbreiten. Bei D natürlich Bayern und nicht Graubünden!

So - das war's!

von drahtlos - am 22.01.2009 22:43
Zitat

Was ich von unseren Kabelbetreibern längerfristig wünsche:
Freigabe des Kanals 12 um dort 12A/B/C/D zu verbreiten. Bei D natürlich Bayern und nicht Graubünden!


DAB ist eigentlich nicht für Kabelverbreitung vorgesehen, genauso wie DVB-T. Dafür gibts DVB-C, das Dank QAM256 mehr Programme übertragen kann auf gleicher Frequenz.
Auch sind viele DAB-Programme auch via Kabel-UKW empfangbar.

Das Problem bei DVB-C Radio ist eben dass es keine vernünftigen DVB-C Receiver für Radio-Emfang gibt, die sich auch ohne eingeschalteten TV bedienen lassen. Immerhin sind ja bei Cablecom die Radio-Sender unverschlüsselt, ausser die Music-Choise Programme.

Das Problem mit Kabelempfang ist eben dass viele Wohnungen meist nur eine TV-Steckdose im Wohnzimmer haben, nicht aber in Esszimmer, Arbeitszimmer, Kinderzimmer.

Mit einen DAB-Radio lassen sich auch Sender wie Swiss-Pop, DRS 4, SRG-Musikwelle etc unabhängig vom Kabelanschluss empfangen.

Lange Zeit wahren DAB-Empfänger zu teuer, schwer erhältlich und waren ohne DAB+ auch nicht zukunfsicher.
Da hat sich nun aber geändert, mit DAB+ Empfängern wie Pure One Classic für unter CHF 100.

Seit Ende 2008 habe ich nun auch einen Pure One Classic. Ich brauche den primär im Schlafzimmer. Dabei schätze die Weckfunktion mit programmierbarem Sender und Wecklautstärke sowie der Spleeptimer.


von PeterA - am 23.01.2009 21:53
Ganz abwägig ist die Idee ja mit DAB via Kabel nicht. Soweit ich weiß, wurde DAB in grauer Vorzeit sogar mal als Versuch ins Kabel-TV Nürnberg (bin mir nicht ganz sicher) eingespeist.

von delfi - am 24.01.2009 12:28
Mache ich bei mir daheim schon lange. 12B/C/D liegen an jeder Dose im Haus an. 12A aus dem Jura wäre natürlich noch das Sahnehäubchen, aber der geht hier leider nicht mal in den Höhenlagen.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 24.01.2009 12:35
Ich geh mal davon aus, dass Du eine Einfamilien-Hausverteilung hast. Darf ich fragen, wie Du sie realisiert hast? Mein ursprünglicher Gedanke wäre das nämlich auch gewesen, zumal bei mir im Haus kein brauchbarer UKW-Empfang möglich ist. Allerdings kommen bei mir die beiden DAB-Pakete aus Südtirol so schwach, dass ich nicht mal eine Antennensteckdose, geschweige denn eine Hausverteilung an den Antennen anschließen könnte.

von delfi - am 24.01.2009 14:37
Seit im VHF-Band vielerorts keine TV-Sender mehr empfangbar sind, ist es prinzipiell sehr einfach geworden: DAB-Antenne an den VHF-Eingang des Antennenverstärkers und fertig.
Da bei mir aus Nostalgiegründen noch eine analoge SAT-Aufbereitung im VHF- und Sonderkanalbereich läuft, treibe ich etwas mehr Aufwand. Den Kanal 12 filtere ich vor der Zusammenführung mit den TV-Signalen über einen Polytron-Dreikreiser, damit die Kanäle unter- und oberhalb nicht gestört werden. Das klappt sehr gut. Da DAB relativ wenig Pegel benötigt, kann ich sogar die Nachbarkanäle E11 und S11 belegen, ohne dass es zu Störungen kommt. Kanal 12 selber kann natürlich nicht für TV genutzt werden.
Das gleiche Prinzip kann auch angewendet werden, falls in der jeweiligen Gegend noch terrestrischer TV-Empfang im VHF-Band benötigt wird (ob analog oder DVB-T spielt dabei keine Rolle).
Und wenn bei uns irgendwann mal das zweite Paket auf 7D in Betrieb gehen sollte (man soll die Hoffnung ja nie aufgeben), werde ich halt den E7 auf der Aufbereitung nicht mehr nutzen und ihn stattdessen mit DAB belegen. Bis das zweite Ensemble kommt, gibt es vielleicht sowieso kein analoges Satellitenfernsehen mehr. Dann hat sich das Thema von selbst erledigt. ;)

Was leider nicht geht, ist das Einschleusen eines DAB-Signals in eine Hausverteilanlage für Kabelfernsehen, da Kanal 12 ja in aller Regel belegt ist. Ich habe hier im Haus zwar auch Kabel, nutze es aber nur für Internet und Telefon. Über die Hausverteilanlage läuft kein Kabelsignal.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 24.01.2009 16:01
Zitat
Westwind
......
Die Schweizer Kabelnetzbetreiber flüchten sich aber vor DAB wie der Teufel vor dem Weihwasser - auch die Auroradiohersteller stehen (noch) weitgehend abseits.


Guten Morgen,

Ich hätte es gerne Andersherum gehabt, Gewissermassen DAB als Drahtlose Verlängerung
des Kabels, Kabelradio für Unterwegs. Denn bereits auf Kabel UKW gibt es ein Reichhaltiges
Angebot von Radiosendern die ansonsten nicht oder nur schlecht terrestrisch zu hören sind.
Wenn nun mal rein Theoretisch ein Kabelnetzbetreiber einen DAB Mux betreiben würde ?
und dort ein Attraktives Angebot aufschalten würde. Bei den Radioprogrammen dürfte sich das
Rechteinhaberproblem ja nicht negativ auswirken weil Die ja sowieso alle Europaweit unverschlüsselt
via Sat daherkommen. Wenn der Kabelnetzbetreiber den Mux auch mit Ausländischen,
benachbarten Sendern belegen dürfte wär der Mehrwert perfekt. Bliebe natürlich die Frage der
Finanzierung denn Drahtlos senden dürfte Teurer sein als Auskabeln ? Jedenfalls wären die
Kabelnetzbetreiber in einem weiterem Segment präsent und könnten von dort aus besser auf
das Kabelangebot aufmerksam machen. Aber Wahrscheinlich hätte Ich Heute lieber länger
schlafen sollen ? * duckundweg *
Detlef.

von RADIO354 - am 25.01.2009 08:02
Vieles spricht dagegen, aber vor allem die Refinanzierung dürfte das grösste Problem sein. Ein solches Paket müsste als Pay-Radio angeboten werden, denn aus reiner Menschenfreundlichkeit werden die Netzbetreiber sowas sicherlich nicht machen. Ich bezweifle aber, dass ein solches Pay-Modell erfolgreich wäre. Mal ganz davon abgesehen, dass die passende Hardware erstmal (teuer) entwickelt werden müsste.

Zitat
RADIO354
Bei den Radioprogrammen dürfte sich das Rechteinhaberproblem ja nicht negativ auswirken weil Die ja sowieso alle Europaweit unverschlüsselt via Sat daherkommen.

Das heisst noch gar nichts. 3sat gibt's auch europaweit unverschlüsselt via Satellit, wird aber trotzdem im österreichischen DVB-T zeitweise zensiert wegen fehlender terrestrischer Rechte.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 25.01.2009 09:32
DAB Graubünden Kanal 12 D im Regelbetrieb

Hallo Zusammen laut der Karte : http://www.dab-digitalradio.ch/?lang=de&c=standort
Ist der Regelbetrieb aufgenommen und die seit Anfang Oktober laufende Testphase vorüber.
Es sind noch einige Wenige Txer rot eingetragen. Wer trotzdem Empfangsprobleme hat sollte
sich unter http://www.broadcast.ch melden damit die Verantwortlichen Kenntnis davon bekommen
um die Nächste Ausbaustufe, den Lückenschluss zu beginnen.
MFG Detlef.

von RADIO354 - am 29.01.2009 14:52
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