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Radioforum Schweiz
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Moderation Schwyzerdütsch

Startbeitrag von Wiesbadener am 24.06.2009 10:40

Ich habe mich gestern morgen mal per Webradio durch die Schweiz geklickt. Was mir dabei aufgefallen ist sind die Sprachunterschiede: während ich die Morning Shows aus Zürich und Basel noch ohne Probleme verstand, kam mir die Moderation bei den Berner Radios wie eine Fremdsprache vor (dass es dort Unterschiede gibt wusste ich schon). Kann das also sein, dass ein Moderator, der aus Zürich stammt nie in Bern moderieren kann/darf? Und wie schaut es bei den nationalen Programmen wie Eviva aus: gibt es da eine Festlegung auf ein "Hoch-Schwyzerdütsch" oder ähnliches?

Antworten:

Bei den lokalen Privatradios bemüht man sich doch meist sehr um Moderatoren, die einigermaßen aus dem regionalen Sprachgebiet kommen. Berner Dialekt z.B. bei Energy Zürich ist fast unvorstellbar.
Die deutschschweizweiten SRG-Programme bieten hingegen Moderatoren aus allen Sprachregionen. Ein allgemeines "Hoch-Schweizerdeutsch" gibt es nicht.

von Wrzlbrnft - am 24.06.2009 10:54
Wäre das also vergleichbar als ob er hr die Berichterstattung aus Frankfurt in Hessisch und der SWR die aus Stuttgart in Schwäbisch vornimmt?

von Wiesbadener - am 24.06.2009 11:08
Bei Energy Zürich moderiert mit Luk von Bergen ein original Berner, und auch in den News gibt es berndeutsche Stimmen zu hören :-)

von oliversum - am 24.06.2009 11:14
Zitat

Wäre das also vergleichbar als ob er hr die Berichterstattung aus Frankfurt in Hessisch und der SWR die aus Stuttgart in Schwäbisch vornimmt?


genau so ist es :-)

das gleiche währe wenn ein Bayer mit seinem Dialekt z.b beim NDR oder R.SH moderieren würde.

von swissmann01 - am 24.06.2009 11:33
Naja, ganz so nicht. Schliesslich gehört die Deutschschweiz (mit Ausnahme des Wallis) zum hochallemanischen Sprachgebiet. Aber sagen wir, ungefähr so, wie wenn ein Oberfranke in Frankfurt oder ein Koblenzer in Düsseldorf mit seinem ausgeprägten Dialekt moderieren würde.
By the way: In Großbritannien hört man vor allem in Nordengland und Schottland auch starke Regionalfärbungen der Moderatoren heraus.

von Peter Schwarz - am 24.06.2009 13:00
Ich denke wie moderat oder stark schwyzerdütsch man reden kann hängt weniger vom Sendegebiet ab, als vom Programmformat.

Gerade in Städten wie Zürich, wo auch viele Deutsche (neben Ungarn, Italenern, Albanern, ...) leben und arbeiten wäre es problematisch in der Moderation so extremes schwyzerdütsch zu reden, das diese es dann nicht mehr verstehen und man sie als Hörer verliert.

Anders ist es bei Seniorenprogrammen, da extremes schwyzerdütsch vermutlich sogar von Vorteil, um eine stärkere Identifikation der Hörer mit dem Sender zu erreichen.

von Martyn136 - am 24.06.2009 21:03
Nun ist etwa Berndeutsch doch einer der etwas heftigeren Dialekte, dieses wird aber auch dem "ausländischen" Hörer auf den Berner Sendern um die Ohren geworfen. "Extremes" und "weniger extremes Schweizerdeutsch" gibt es weiderum keines (sehr wohl aber z.B. das Walliserdeutsch, welches auch von den Restschweizern / Üsserschwyzern nicht immer verstanden wird - das ist aber wieder ein anderes Thema) Grundsätzlich wird im Radio der Dialekt so gesprochen, wie es der Durchschnittsschweizer eben auch sonst in seinem Alltagsleben tut. Klingt letztlich auch unverkrampfter und authentischer, als wenn er sich mit "Standardsprache" verbiegen muss.

Ich selber spreche auch kein Schweizerdeutsch (es klingt einfach zu peinlich), verstehe es in all seinen Facetten und Färbungen aber doch fast zu 100% und meinen Schweizerdeutschen Gesprächspartnern gegenüber erwähne ich auch jedes Mal, sie sollen doch ruhig Mundart mit mir sprechen, was eine Diskussion auch gleich viel lebendiger und leidenschaftlicher macht.

@oliversum: Okay, das wusste ich nicht. Dazu höre ich wohl zuwenig Energy. Ist aber grundsätzlich auch schon "mutig". Ob sie auch einen Basler ans Zürcher Mikro ließen? ;)

von Wrzlbrnft - am 24.06.2009 22:22
Zitat
Martyn136
Gerade in Städten wie Zürich, wo auch viele Deutsche (neben Ungarn, Italenern, Albanern, ...) leben und arbeiten wäre es problematisch in der Moderation so extremes schwyzerdütsch zu reden, das diese es dann nicht mehr verstehen und man sie als Hörer verliert.

Wer die üblicherweise an seinem Aufenthaltsort gesprochene Sprache nicht ausreichend versteht, sollte zusehen, dass er sie lernt! Das Gequassel der Dudelradios ist dafür sehr gut geeignet. Die Moderation in Mundart darf nicht aufgegeben werden, sonst werden die Lokalradios noch austauschbarer als sie es eh' schon sind. Dann kann man ja gleich einen deutschen Sender hören...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 25.06.2009 04:01
Zitat
Wrzlbrnft
@oliversum: Okay, das wusste ich nicht. Dazu höre ich wohl zuwenig Energy. Ist aber grundsätzlich auch schon "mutig". Ob sie auch einen Basler ans Zürcher Mikro ließen? ;)

Ja, Eva Camenzind ist Baslerin :-)

von oliversum - am 25.06.2009 07:21
Was die anderen Dialekte am Radio betrifft gibt es ziemliche Unterschiede zwischen den Regionen. In Zürich sind oft auch andere Dialekte am Lokalradio zu hören. In Basel hingegen (vor allem bei Basilisk) war und ist heute eigentlich niemand zu hören, der nicht Baseldeutsch redet. Neu haben sie eine Moderatorin (wohl aus dem Fricktal) wo der Dialekt schon sehr richtung Zürich tendiert. Das ist wohl die Grenze des Möglichen :-) Bei Basel 1 gab's eine Bernerin und einen Aargauer. Radio X ist da offen. Da gibt's alles von Hochdeutsch bis Züritüütsch...

von Phil75 - am 25.06.2009 14:38
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Zitat
Martyn136
Gerade in Städten wie Zürich, wo auch viele Deutsche (neben Ungarn, Italenern, Albanern, ...) leben und arbeiten wäre es problematisch in der Moderation so extremes schwyzerdütsch zu reden, das diese es dann nicht mehr verstehen und man sie als Hörer verliert.

Wer die üblicherweise an seinem Aufenthaltsort gesprochene Sprache nicht ausreichend versteht, sollte zusehen, dass er sie lernt! Das Gequassel der Dudelradios ist dafür sehr gut geeignet. Die Moderation in Mundart darf nicht aufgegeben werden, sonst werden die Lokalradios noch austauschbarer als sie es eh' schon sind. Dann kann man ja gleich einen deutschen Sender hören...
Für Sender wie die DRS Musikwelle, Eviva, ... ist die Mundart natürlich unverzichtbarer Bestandteil.

Aber ich denke bei Sendern wie Energy Züri könnte man schon eher Hochdeutsch reden. Schliesslich wird ja auf Energy Nürnberg auch nicht mittelfränkisch moderiert, bei Energy Sachsen nicht sächsisch und bei Energy Berlin nicht berlinerisch.

Mit dem am Aufenthaltsort gesprochene Sprache lernen ist es eben so, das es davon abhängt wielange man dort bleiben will. Wenn man länger bleiben will muss man sie natürlich lernen. Aber Leute die jetzt nur befristet einige Monate dort arbeiten und ohnehin am Wochenende nachhause fahren/fliegen ... da rentiert es sich irgendwie nich so wirklich.

von Martyn136 - am 26.06.2009 17:50
Zitat
Martyn136
Aber ich denke bei Sendern wie Energy Züri könnte man schon eher Hochdeutsch reden. Schliesslich wird ja auf Energy Nürnberg auch nicht mittelfränkisch moderiert, bei Energy Sachsen nicht sächsisch und bei Energy Berlin nicht berlinerisch.

Es bringt auch weiterhin nichts, deutsche Gepflogenheiten immer wieder mit schweizerischen Gewohnheiten zu vergleichen. Wie schon hier im Thread erwähnt, ist der Dialekt in der Deutschschweiz einfach viel weiter verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert als in Deutschland. Persönlich hätte ich nichts gegen hochdeutsche Moderation bei Schweizer Sendern, aber ich hab da auch einen völlig anderen Zugang dazu...

von Wrzlbrnft - am 26.06.2009 18:38
Zitat
Martyn136
Aber ich denke bei Sendern wie Energy Züri könnte man schon eher Hochdeutsch reden.

Du kennst die Schweizer Alltags-Realität offenbar überhaupt nicht. Der Hörer würde das als Affront empfinden und den Sender meiden. Mundart ist, wie Wrzlbrnft schon schrieb, in der Schweiz in allen gesellschaftlichen Schichten üblich und gibt keinerlei Hinweis auf Bildungsstand oder soziale Stellung. Ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo Dialekt-Sprecher gerne belächelt werden, was ich sehr schade finde, da auf diese Weise die regionalen Mundarten immer mehr aussterben.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 29.06.2009 04:29
"Ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo Dialekt-Sprecher gerne belächelt werden,"
zumindest ungefähr nördlich der Mainlinie. Im Süden wird schon noch relativ viel Dialekt auch im Alltag gesprochen. Etwa vom Saarland bis Sachsen, wenn man eine Linie ziehen würde.


von Peter Schwarz - am 29.06.2009 07:14
Auch in Süddeutschland nimmt die Abwertung der Dialekte leider zu. Selbst in den unmittelbaren Grenzregionen zur Schweiz leben mittlerweile viele Leute, die keinen allemannischen Dialekt mehr sprechen und somit auch Mühe haben, das sprachlich eng verwandte Schwyzerdütsch zu verstehen. Hochdeutsch nimmt immer mehr Überhand. In den Medien sowieso, aber leider auch im Alltag. Schade.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 29.06.2009 10:22
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Zitat
Martyn136
Aber ich denke bei Sendern wie Energy Züri könnte man schon eher Hochdeutsch reden.

Du kennst die Schweizer Alltags-Realität offenbar überhaupt nicht. Der Hörer würde das als Affront empfinden und den Sender meiden.

Das kann man aber vermutlich erst sagen wenn es einer ausprobiert.

Aber ich denke eigentlich nicht das den Hörern von Energy und Basel 1 jetzt der Dialekt im Radio so wichtig ist.

von Martyn136 - am 29.06.2009 10:47
Man HAT es ausprobiert bei Energy Zürich. Die dortige deutsche Moderatorin erhielt letzten Endes gar Morddrohungen von aufgebrachten Hörern und musste in eine Nervenklinik eingewiesen werden. Soviel dazu. Just zum Thread-Thema gab's in der aktuellen Ausgabe des SR2-Medienmagazins einen recht eindrücklichen Beitrag: http://pcast.sr-online.de/play/medienwelt/2009-06-29_medienwelt_27062009.mp3 (ab Minute 18:02)

Und um es einfach nochmal ein hundertstes Mal zu erwähnen: Die Schweiz TICKT NICHT wie Deutschland! Man kann es gut finden oder nicht, aber es ist nun einmal ein Fakt, den es zu akzeptieren gilt. Nervig finde ich nur, wenn man als Auswärtiger ohne jegliches Hintergrundwissen dem anderen um jeden Preis seine eigene Meinung und Mentalität aufdrücken will. Und das sage ich wohlgemerkt als zugezogener Nicht-Schweizer! Danke sehr.

von Wrzlbrnft - am 29.06.2009 14:09
Also bei DRS werden Nachrichten, Wetter und Verkehr ja grundsätzlich in hochdeutsch gesprochen, während das restliche Programm meist in Schwezerdeutsch (von allen möglichen Ecken der Deutschschweiz) gesprochen wird.

Ich hörte zwar in der letzen Zeit sehr sehr selten Privat-Radio's aber bei uns konnte ich folgendes beobachten:

Radio neo1:
Auf Radio neo1 wird grundsätzlich berndeutsch gesprochen, auch alle Nachrichten (ausser vielleicht eingekaufte Blöcke von Auslandreporter). Auch Wetter und Verkehr sind in berndeutsch.

Hier muss ich aber anfügen, dass es verschiedene berndeutsch-Versionen gibt.
Bei neo1 fehlt aber eigentlich, trotz Sende-Standort in mitten des Oberemmentals (Langnau i.E.), der typische Emmental-Dialekt. Es wird sogar eher ein Stadt-Berndeutsch gesprochen. Wieso, weiss ich auch nicht.

Radio BeO: Nachrichten national sind in hochdeutsch, Regionale Nachrichten werden grundsätzlich in Berndeutsch oder je nach Moderator Oberländer-Berndeutsch gebracht.
Dann ist noch Mike Parkin zu erwähnen, der hat einen englischen Akzent, moderiert am Wochenende die Sendung "Info-Tourist" komplett in english, moderiert aber auch manchmal Sendungen auf deutsch.
Eine englischsprachige Sendung auf einem schweizer Privatsender find ich irgendwie cool. Das bereichert das Programm und kann für die Touristen unter Umständen noch parkisch sein.


Bei den restlichen Station mag ich mich jetzt nicht mehr genau erinnern, was da genau in welcher Sprache kommt. Ich glaube, Radio 32 hat die Nachrichten auch in Hochdeutsch, BE1 und Capital FM glaub ich auch.

Als ich einmal Radio 24 hörte, hörte ich eine berndeutsche Stimme moderieren. Ich war erstaunt, dass dies bei einem zürcher Lokalradio so locker genommen wird.

von MagicMax - am 29.06.2009 17:15
Zitat

Und um es einfach nochmal ein hundertstes Mal zu erwähnen: Die Schweiz TICKT NICHT wie Deutschland!

Wahnsinn. Er kapiert's einfach nicht. :mad:

von Manager. - am 29.06.2009 17:53
Zitat
Wrzlbrnft
Man HAT es ausprobiert bei Energy Zürich. Die dortige deutsche Moderatorin erhielt letzten Endes gar Morddrohungen von aufgebrachten Hörern und musste in eine Nervenklinik eingewiesen werden. Soviel dazu.

Es ist schon ein Unterschied ob man man die Hörer erst an schwyzerdütsch gewöhnt und dann auf einmal mit deutschen Moderatoren kommt, oder ob man gleich von anfang an in hochdeutsch sendet.

Zitat
Wrzlbrnft
Man kann es gut finden oder nicht, aber es ist nun einmal ein Fakt, den es zu akzeptieren gilt. Nervig finde ich nur, wenn man als Auswärtiger ohne jegliches Hintergrundwissen dem anderen um jeden Preis seine eigene Meinung und Mentalität aufdrücken will. Und das sage ich wohlgemerkt als zugezogener Nicht-Schweizer!
Es will ja niemand schwyzerdütsch im schweizer Radio abschaffen, ein zusätzlicher Sender in hochdeutsch würde aber deswegen trotzdem nicht schaden.

von Martyn136 - am 29.06.2009 23:07
Zitat
Martyn136
Es will ja niemand schwyzerdütsch im schweizer Radio abschaffen, ein zusätzlicher Sender in hochdeutsch würde aber deswegen trotzdem nicht schaden.

Akzeptiere es doch einfach: der Deutschschweizer braucht kein rein hochdeutschsprachiges Radioprogramm aus dem eigenen Land! Aber versuch' ruhig, deine Geschäftsidee in die Realität umzusetzen. Viel Spass!

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 30.06.2009 04:04
@Martyn136, sorry, aber DU bist eine Nervensäge.

Ich schreibe hier, wenn ich zum Verständnis etwas beitragen kann,
du schreibst immer irgend etwas, nur damit etwas geschrieben ist ...



von LogPer - am 30.06.2009 05:36
Zitat
Manager.
Zitat

Und um es einfach nochmal ein hundertstes Mal zu erwähnen: Die Schweiz TICKT NICHT wie Deutschland!

Wahnsinn. Er kapiert's einfach nicht. :mad:

Jetzt geht das hier auch schon los :mad: Unglaublich, kaum klickt man seit langem mal wieder hier herein und muss diese aufgezwungenen Wahrheiten eines völlig Auswärtigen auch noch hier lesen, aber ist OK du bist ja auch für Mecklenburg-V. und weiß der Geier zuständig... Ist dir irgendwie langweilig?

Sorry für dieses doch sehr zum Thread-Inhalt beitragende Post, weiter on topic bitte!

von Rosti 2.0 - am 30.06.2009 07:16
Komisch das man über ein solches thema disutieren muss. Mir ist es egal Hochdeutsch oder nicht,
am besten algäuisch oder kölnisch oder Französisch deutscher wäre top.


von odeon333 - am 30.06.2009 07:42
"Aber versuch' ruhig, deine Geschäftsidee in die Realität umzusetzen."
Jau! Ich freue mich schon auf ZWOBOT FM. Vom Säntis mit 100kW!

von Peter Schwarz - am 30.06.2009 10:48
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Akzeptiere es doch einfach: der Deutschschweizer braucht kein rein hochdeutschsprachiges Radioprogramm aus dem eigenen Land! Aber versuch' ruhig, deine Geschäftsidee in die Realität umzusetzen. Viel Spass!
Es gibt ja nicht nur Deutschschweizer in Zürich und anderen Städten.

So ein eigenes Programm in Zürich wäre natürlich schon genial, aber da fehlt es mir an Startkapital, Radiobetriebserfahrung und vorallem an guten FM Frequenzen.

Vom Programmformat würde ich mich ansonsten an Kiss Proton und Evropa 2 orientieren.

von Martyn136 - am 30.06.2009 11:28
Als Startkapital schenke ich dir das hier:



Und damit ist für mich Ende der Diskussion. Das führt hier zu nichts mehr... :rolleyes:

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 30.06.2009 12:20
@Wrzlbrnft, andere:
Es gibt zwar kein Hoch-Schwyzerdüütsch, aber durch die Masse der landesweiten Hörfunk- und Fernsehprogramme beginnt der Zürcher Dialekt den Rest der Deutsch-Schweiz zu dominieren, so wie in Österreich das Wienerische immer weiter nach Westen wandert.


von Stefan Z. - am 30.06.2009 13:24
@Wrzlbrnft:
Zitat: "Und um es einfach nochmal ein hundertstes Mal zu erwähnen: Die Schweiz TICKT NICHT wie Deutschland! Man kann es gut finden oder nicht, aber es ist nun einmal ein Fakt, den es zu akzeptieren gilt. Nervig finde ich nur, wenn man als Auswärtiger ohne jegliches Hintergrundwissen dem anderen um jeden Preis seine eigene Meinung und Mentalität aufdrücken will. Und das sage ich wohlgemerkt als zugezogener Nicht-Schweizer! Danke sehr."
-> Ich habe als Auswärtiger niemandem meine Meinung aufgedrückt, verstehe die Schweizer Mundart und verhalte mich immer zurückhaltend. Trotzdem kam ich mit der Mehrzahl der Schweizer nicht klar und bin froh, die Region wieder verlassen zu können. (Ich wohne auf der deutschen Seite in der Nähe von Basel) Und die Geschichte mit der Saarländerin ist schon heftig. Armes Mädel, hat es ja nicht böse gemeint !

von Stefan Z. - am 30.06.2009 13:29
@Stefan Z.: Hmm... Sagen wir's so, ich wohne seit nunmehr 16 Jahren in der Schweiz. Ich hatte - zugezogen aus Österreich - in den ersten Jahren meine liebe Mühe hier, was ich aber der "anderen" Mentalität hier nur bedingt zuschreibe. Da spielten noch andere Dinge wie die aufziehende Pubertät und der generelle Unwille, mich in irgendwelche gesellschaftlichen Normen pressen zu lassen eine gewichtigere Rolle.

Irgendwann legte sich dies dann zunehmend und ich fühle mich heute "voll integriert", gerade in Basel mehr denn je. Dies obwohl, ich meinen Gegenübern nach wie vor nicht auf Schweizerdeutsch antworte. Umgekehrt bekomme ich aber den Eindruck, dass grade außerhalb der Grenzregionen wie Basel, Schaffhausen oder Kreuzlingen den deutschen Zuzügern ein immer rauherer Wind ins Gesicht geblasen wird. Nicht zuletzt auch wegen der völlig überrissenen Hetzjagd der Boulevardmedien. Ich finde dies traurig, zumal gerade in der Schweiz sonst größerer Wert auf respektvollen Umgang miteinander gelegt wird, als in Deutschland. :(

von Wrzlbrnft - am 30.06.2009 15:19
"der generelle Unwille, mich in irgendwelche gesellschaftlichen Normen pressen zu lassen"

Wieso kommt mir das so bekannt vor? :xcool: Manche haben das mit 33 Jahren noch nicht hinter sich gelassen und auch die nächsten 66 Jahre keine Lust drauf.

Zuzügler und Integration ist immer so ein Problem. Hier in Berchtesgaden ist das keinen Deut anders. Mich schert es nicht, ich bin noch vier Wochen da und dann tschüs, Du verregnetes Loch im Berg.
Aber andere, die sich hier längerfristig oder dauerhaft niedergelassen haben und deren Herkunft nördlich des Weißwurstäquators ist, berichten mir von ähnlichen Problemen. Wenn Du Glück hast, werden Deine Kinder mal als Einheimische betrachtet. Dazu lernen sie am besten den örtlichen Dialekt. Sollte durch Schule und örtliche Kontakte eigentlich funktionieren.
Wie gesagt, gerade in ländlichen Regionen dürfte das fast überall so sein. In Süddeutschland hast Du es als hochdeutsch sprechender schwer, im Norden als Süddeutscher, der seine Dialektfärbung nicht aufgibt (aufgeben kann oder will). Die Mentalität spielt auch noch eine Rolle. Ich glaube, da würde mir die Schweiz (wie ja auch vom Dialekt) näher liegen als Aachen oder Berchtesgaden.





von Peter Schwarz - am 30.06.2009 16:32
Um mal wieder etwas leicht on-topic ergänzen zu können. Hier bei den bayerischen Lokalsendern (z.B. bei Bayernwelle) wird im Prinzip hochdeutsch moderiert, fast immer aber mit hörbarer Dialektfärbung. Es werden also auch einzelne Dialektbegriffe oder dialektale Aussprachen bewusst (manchmal sicher auch unbewusst) verwendet. Das stört hier keinen, es ist eher sogar erwünscht. In Österreich ist es ähnlich, nur noch etwas extremer mit dem Akzent der Sprecher. Dort hat man allerdings mittlerweile eine Art "österreichisches Deutsch" entwickelt, das aufgrund der langjährigen ORF-Dominanz weitgehend auf eine ostösterreichisch bzw. wienerisch gefärbte Sprache hinausläuft. Echte Dialektmoderation ist in Österreich dagegen auch eher die Ausnahme und auf die Volksmusik- und Volkskultur-Sendungen beschränkt. Das ist für mich ein Status, mit dem ich leben kann. Für einen Norddeutschen (oder generell ausserhalb des allemannischen Sprachraums Aufgewachsener) kann die sprachliche Handhabung in der Schweiz dagegen eine fast unüberwindbare Hürde darstellen. Er müsste den Ortsdialekt dann erst mal erlernen, was sehr schwierig ist, da er wohl nirgendwo gelehrt wird. Und zügelt dieser Mensch dann innert der Schweiz wieder, dann war es für die Katz, weil er im Thurgau, in Graubünden oder gar im Wallis mit seinen Brocken Baslerdeutsch oder Zürideutsch auch nicht weit kommt.

von Peter Schwarz - am 30.06.2009 16:37
@Wrzlbrnft:
Das mit Basel und den Grenzregionen stimmt insgesamt. Aber oben wurde bereits aufgeführt, daß gerade in einer Metropole wie Zürich gegenüber dieser Moderatorin mit sehr harten Bandagen gekämpft wurde. Für so eine Metropole wie Zürich ist das heftig !
Bezüglich des respektvollen Umgangs muß ich Dir widersprechen. In Deutschland ist man sicherlich rauher und direkter im Umgang und kann mit den diplomatischen Formen der Schweiz nicht mithalten. Aber gerade die Diplomatie zeigt uns eine eher unterschwellige Ablehnung. So ist somindest meine Erfahrung. Die Kunst der Diplomatie zeugt nach meiner Auffassung noch lange nicht von Respekt.
Mit den Leuten, mit denen ich engeren Kontakt habe, habe ich merkwürdigerweise immer die Erfahrung gemacht, daß sie mir eines Tages erzählten, daß entweder der Vater oder die Mutter in Wahrheit aus Deutschland oder Österreich eingewandert waren.

von Stefan Z. - am 30.06.2009 16:41
Übrigens... DRS 2 ist vorwiegend auf HOCHdeutsch moderiert... :)

von world-in-union - am 01.07.2009 11:26
Stimmt! Auf DRS2 hört man nur selten Dialekt. Oft hört man sogar Beiträge mit Sprechern offensichtlich bundesdeutscher Herkunft. Sind das Austauschbeiträge deutscher Stationen oder beschäftigt DRS2 auch Deutsche?


von Peter Schwarz - am 01.07.2009 12:27
Wir sollten unser dialekt nicht so als wichtig nehmen. Viele vergessen das wir noch 4 andere landessprachen haben. Viele müssten mal richtiges hochdeutsch sprechen lernen.

von odeon333 - am 01.07.2009 14:30
Zitat

Viele vergessen das wir noch 4 andere landessprachen haben

:eek: Man lernt immer wieder dazu. Ich dachte, dass es insgesamt nur deren vier wären: Deutsch, Französisch, Italenisch und Rätoromanisch. Welche fünfte Sprache ist denn noch in der Schweiz angesagt? (okay, Walliserdeutsch könnte man fast als eigene werten)
:D

von Peter Schwarz - am 01.07.2009 19:25
Er meint wohl Mundart plus die vier offiziellen Sprachen.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 01.07.2009 19:28
Die fünfte könnte türkisch-schweizerdeutsch sein. ...........nein spass

von odeon333 - am 01.07.2009 20:51
Mich wundert es ohnehin, dass sich die SVP noch nicht auf den Fakt eingeschossen hat, dass hierzulande deutlich mehr Serbisch sprechende als Rätoromanisch sprechende Menschen leben. ;)

Zu DRS 2: Überwiegend handelt es sich um aus Deutschland übernommene Beiträge. Jedoch gibt es auch einige wenige live moderierende Deutsche bei DRS 2. Der Kulturfreund scheint hier toleranter als der Dudelfunkhörer zu sein.

von Wrzlbrnft - am 02.07.2009 08:18
Welche Sprache wurde eigentlich damals beim echten Beromünsterprogramm vor den Zeiten der Musikwelle benutzt? Vorallem zu Zeiten des Krieges wurde das Programm ja von vielen Deutschen und Exildeutschen gehört.

von Martyn136 - am 03.07.2009 16:48
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