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Radioforum Schweiz
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Schweizer Privatsender wollen DABplus nicht einführen

Startbeitrag von Wiesbadener am 26.06.2009 06:11

Eine gaaaaanz schwarze Woche für DAB, der VSP hat sich dem VPRT in Deutschland angeschlossen:

http://www.kleinreport.ch/meld.phtml?id=52271

und präferiert auch HD Radio und Internetradio. Damit wird wohl DABplus auch in der Schweiz für die Privaten nicht kommen.

Antworten:

Ich kenne einige Privatradios, die setzen sicher dennoch auf DAB+ und wollen kein HD-Radio IBOC, so z.B. Radio Eviva / R. Central, Radio Top, Life Radio, Open Broadcast (sofern die wirklich starten, was ich sehr hoffe), Swiss Mountain Holiday Radio.
Bei anderen Programmen, z.B. Energy Zürich könnte dies nun zu einer Blockierung der DAB-Avancen führen; es bleibt zu hoffen, dass doch noch genug Programme bis zum Herbst zu Ihrem Entschluss stehen, auf dem DAB+ Ensemble zu starten.

von dxbruelhart - am 26.06.2009 07:09
Zwar sind die meisten der bei SwissMediaCast engagierten Privatradios auch Mitglied beim VSP, doch repraesentiert der VSP in keiner Weise die Aktivitaeten der SwissMediaCast. Auch bei einem Verband wie dem VSP werden wohl nicht immer alle Mitglieder der gleichen Meinung sein.

Anyway: Wuerde mich mal interessieren, wie sich das die Verfasser dieser Meldung genau vorstellen. Soll also der ERF mit allen Lokalradios der Deutschschweiz einen Vertrag abschliessen, damit dessen Programm "Life Channel" ueberregional auch terrestrisch empfangen werden kann? Und Top Two oder Radio Eviva beschraenken sich dann bei der Verbreitung ihres Spartenprogramms auf das angestammte lokale Gebiet?


von digiradio.ch - am 26.06.2009 07:26
Lang lebe UKW! Und unterdessen gibts in meiner Region auch wieder mehr vielfalt auf UKW als über DAB. Und wenn dann noch endlich die Zürcher Privatsender in Winterthur über Brüelberg starten können, dann ist das Angebot nochmals grösser.

Ehrlich gesagt glaube ich schon lange nicht mehr an den geplanten DAB+ Sendestart am 15. September. Und wenn ich mir die Programmanbieter angucke, die darüber (noch) senden wollen, dann haut mich das sowieso nicht vom Hocker. Also ist es mir schlussendlich egal ob nun das 2. Ensemble startet oder nicht, weil mich es vom Senderinhalt her nicht anspricht.

Auch nervt bei DAB, dass man ein viel stärkeres Signal braucht, damit man überhaupt störungsfrei DAB hören kann. Also unterwegs im Zug DAB hören, das ist eine wahre Katastrophe. Wenns bei UKW rauscht, dann kann man notfalls immernoch auf Mono umschalten und gut ist... auf alle Fälle ist der UKW-Empfang einfacher und weniger störanfällig als DAB-Empfang.

von radiohead - am 26.06.2009 10:27
Na ja, Papier ist geduldig. Es wird viel Stuss geschrieben.

Zitat

Damit wird wohl DABplus auch in der Schweiz für die Privaten nicht kommen.


Dann werden wohl die Antennenmonteure für die DAB+ Antennen von den Sendetürmen heruntergerufen :D .

Nein! Da sind doch längst Verträge abgeschlossen/unterzeichnet und man kann nirgends in einer Aufbauphase aussteigen. Wenn ich ein Haus baue und es ist im Bau, kann ich auch nicht eines Tages kommen und sagen, ich hätte es mir nun anders überlegt und gedenke auszusteigen. Es wird doch kein Grossprojekt begonnen, ohne unterzeichnete Werksverträge.

Irgend etwas geht da nicht auf.

von audion - am 26.06.2009 12:55
wenn die einen Sender so und die anderen wieder so senden, wird das nicht ein garantierter Mißerfolg?
Da weiß der Verbraucher bald nicht mehr, was er kaufen soll.... DAB, DAB+, HD Radio,Webradio,...

Die einzig vernünftige Lösung, entweder einigen sich alle Privatradios und Öffis, oder die Hersteller bauen grundsätzlich Geräte, die alle Formate beherrschen. Das normale DAB hat sich in der Schweiz so gut durchgesetzt (im gegensatz zu Teilen Deutschalnds und andere europäische Länder.) Wäre schade, wenn man alles durcheinnanderbringt auf dem Markt und den Verbraucher verunsichert. Oder?


von Radiopirat - am 26.06.2009 14:50
Sender die bislang nur Funzeln haben möchten natürlicht DAB und DAB+ weil sie sich davon eine Verbesserung der Reichweite erhoffen, Sender die reichweitenstarke Frequenzen haben wehren sich gegen DAB und DAB+ weil sie ihren Vorteil nicht aufgeben wollen. Eigentlich sind beides ganz verständliche Positionen.

Ansonten finde ich das man nicht sagen kann das sich in der Schweiz DAB durchgesetzt hätte. Es ist zwar weiter verbreitet als in Deutschland, aber von durchgesetzt kann man noch lange nicht reden. Von durchgesetzt finde ich kann man frühestens reden, wenn mindestens 1/3 aller Schweizer über geeignete Empfangsgeräte verfügt. Bei 7,7 Millionen Einwohner wären dafür, wenn man bedenkt das einige Freaks vermutlich mehrere Empfangsgeräte haben, so circa 3 Millionen Geräte notwendig. Ob das jemals erreicht wird ist äussert zweifelhaft.

von Martyn136 - am 26.06.2009 17:29
Zitat

Eigentlich sind beides ganz verständliche Positionen.


Es gibt noch eine dritte Gruppe: Diejenigen, die sonst überhaupt keine Frequenz bekommen, z. B. derjenige, der 18 Jahre lang verarscht wurde, EVIVA - und nie eine UKW-Frequenz bekam, damit der Mainstream und die SRG ungestört dudeln konnten. Diese dritte Gruppe wird kaum warten, bis IBOC sendebereit ist und dann noch sprachregionale Verhandlungen aufnehmen.

Im Übrigen betrachte ich den "kleinreport" mindestens in dieser Sache schlicht als unglaubwürdig, weil da, wie bereits angedeutet, die Rechnung nicht aufgeht. Das Thema wurde unvollständig und oberflächlich/reisserisch behandelt.

Der Threadtitel müsste genauer so heissen:

"Schweizer UKW-Platzhirsche wollen DAB+ nicht einführen" (nun ja, wer etwas anderes erwartet hat, trete vor ... :cool: )

von audion - am 26.06.2009 18:05
"Business as usual" bei SwissMediaCast. Unabhaengig vom Statement des VSP wird demnach die SwissMediaCast AG den Betrieb des neuen DAB+ Ensembles im September 2009 aufnehmen.

Zum Artikel geht's hier:
Klein Report


von digiradio.ch - am 27.06.2009 07:26

Zitat

Der für September vorgesehene Start von acht Privatsendern unter der Leitung von Swiss Media Cast AG (SMC) werde «wie geplant den Sendebetrieb aufnehmen», teilte der an diesem Vorhaben beteiligte Ringier-Konzern («Radio for Youngsters») am Freitag auf Anfrage des Klein Reports mit. Auch bei SMC-Präsident Günter Heuberger mochte keine Katastrophenstimmung aufkommen: «Wenn jemand aussteigen will, kann er das tun, aber ich habe bisher nichts Derartiges gehört», sagte er gegenüber dem Klein Report.


Mal eine blöde Frage, warum wollen die 8 Privaten ausgerechnet immer noch in DAB+ senden? Wenn es ja nur noch 8 Sender sind, dann kann man doch gleich in DAB senden... Somit hätten nämlich von diesem geplanten Ensemble alle etwas davon, die auch noch alte DAB-Radios haben.

Also wenn die 8 in DAB+ senden, dann ist ja das halbe Ensemble leer.... :eek:

von radiohead - am 27.06.2009 13:02
Zitat
radiohead
Mal eine blöde Frage, warum wollen die 8 Privaten ausgerechnet immer noch in DAB+ senden?


@radiohead:
Mit 8 Programmen geht das neue Ensemble im September zumindest mal an den Start. Es heisst ja auch in der Mitteilung "Der für September vorgesehene Start von acht Privatsendern".

Die privaten Veranstalter werden wohl ein groesseres Interesse daran haben, dass spaeter noch weitere Programme hinzu kommen. Schliesslich senken sich dadurch die Verbreitungskosten fuer die einzelnen Sender. Allerdings kennt auch dieser Ausbau seine Grenzen, will doch der einzelne Programmveranstalter nicht zuviele Konkurrenten an seiner Seite haben.

Ich denke, die SwissMediaCast ist bestimmt darauf bedacht, dass ein vielfaeltiges und ausgewogenes Programmangebot entstehen wird.


von digiradio.ch - am 27.06.2009 14:24
@Pfänder
DAB hat sich bei uns durchgesetzt? Würde mich interessieren, wo...... die paar Technik-Freaks und
Musikwelle umsteiger?

von woody1 - am 28.06.2009 21:53
Zumindest war das Dual DAB 4 bei Migros wegen großer Nachfrage schon mal ausverkauft!

von Kois - am 29.06.2009 09:08
Radiohead:
Zitat

Mal eine blöde Frage, warum wollen die 8 Privaten ausgerechnet immer noch in DAB+ senden?

Sei doch froh, dann kannst immer noch hoffen, das Couleur3 auf DAB+ kommt;-). Spass beiseite - es könnte ja mal sein, dass ein Ende von UKW doch noch kommt - oder - das eine oder andere DMB Programm kommen wird.

von drahtlos - am 29.06.2009 22:14
Zitat

Radiohead:
Zitat:
Mal eine blöde Frage, warum wollen die 8 Privaten ausgerechnet immer noch in DAB+ senden?

Weil:
1. Der Preis halbiert wird (die Privaten ruhen nicht auf Zwangs-Steuergeldern wie die SRG).
2. Die SRG (richtigerweise) auch auf DAB+ umspuren will.
3. Falls DAB überlebt, dies sicher nur in DAB+ der Fall sein wird, angesichts der - allerdings im Schneckentempo stattfindenden - weltweiten Entwicklungen.

von audion - am 30.06.2009 07:13
Zitat

Weil:
1. Der Preis halbiert wird (die Privaten ruhen nicht auf Zwangs-Steuergeldern wie die SRG).


Der Peis halbiert sich doch nur, wenn 16 Programmveranstalter auf DAB+ senden. Sind es nur 8, dann kommt es doch gleich teuer wie wenn alle normal über DAB senden würden.

Zitat

2. Die SRG (richtigerweise) auch auf DAB+ umspuren will.


Ja, aber dieser Prozess dauert bis 2015 bis die SRG nur noch in DAB+ sendet. Deshalb könnten doch die 8 Privaten zum Sendestart hin auch im normalen DAB senden und dann erst schrittweise auf DAB+ umschalten, wenn das überhaupt nötig ist, denn zuerst muss man ja auch noch zusätzliche Interessenten finden, die auch auf dem 2. Ensemble senden wollen und so lange es nur 8 sind, braucht es momentan kein DAB+.

Ich finde einfach, dass diese ganze Umstellerei von DAB zu DAB+ total verunsichtert... Da sind doch alle Leute verar***t worden, die sich vor 2 - 3 Jahre ein DAB-Radio der Zukunft gekauft haben und jetzt ist es schon bald Elektroschrott... Wer garantiert, dass DAB+ jetzt der zukunftsichere Digitalstandard sein wird? Vorallem verunsicherts noch mehr, wenn einige Private jetzt in HD-Radio senden wollen... Statt dass alle an einem Strang ziehen und damit voneinander alle provitieren könnten, kocht jeder so sein eigenes Süppchen und merkt damit gar nicht, dass der Konsument noch mehr verunsichtert wird. Da bleibt man doch schlussendlich lieber bei UKW. Da weiss man was man hat und kann auch sicher sein, dass dieses System auch noch in 20 Jahren läuft.




von radiohead - am 30.06.2009 10:47
Zitat

Der Peis halbiert sich doch nur, wenn 16 Programmveranstalter auf DAB+ senden.

Das kann sicher stimmen. Ich gehe aber davon aus, dass das Ensemble sich doch rel. schnell füllt, wenn es einmal gestartet ist und diverse dann noch auf den Zug aufspringen wollen. Das ist aber nur eine unbegründete Vermutung.
Anderseits: Die 50'000 Fr pro Platz am Anfang sind aber wahrscheinlich fix. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jetzt noch Veranstalter wieder abspringen können (ohne Schadenersatz), denn da sind doch jede Menge Formulare und Verträge unterschrieben worden, bevor die Medicast den Auftrag für den Aufbau des Sendernetzes vergab. Jedenfalls wäre das in der Privatwirtschaft so ;) .

Zitat

Da sind doch alle Leute verar***t worden, die sich vor 2 - 3 Jahre ein DAB-Radio der Zukunft gekauft haben

Das ist richtig, allerdings nicht absichtlich, wie etwa beim Abschalten von Beromünster oder bei der mafiosen Vergabe der UKW-Frequenzen. Aber lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Das ist überall das Leid der Pioniere, siehe DSR, ADR, TVSAT2 ...

von audion - am 30.06.2009 11:02
Besser jetzt noch umstellen, wenn nur paar 10 000 oder 100 000 Leute DAB haben, als dann, wenn Millionen von Leuten ihre Geräte ersetzen müssten.

von Habakukk - am 01.07.2009 09:50
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