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Radioforum Schweiz
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Monte Ceneri 558 kHz sendet wieder mit Test!

Startbeitrag von dxbruelhart am 28.09.2009 20:11

Auf 558 khZ läuft jetzt ein Test mit einem 800 Hz-Testton!

Antworten:

Ja ein furchtbarer Ton, kommt bei mir ganz stark !

von Rete_Svizzera - am 29.09.2009 11:28
Wer könnte an diesem Sender Interesse haben?
Kommt ja nur ein privater Veranstalter in Frage.

von Maxtech - am 30.09.2009 07:41
Zitat

... es wird ein italienischer Heilandskanal drauf senden.


Oh nein, Mater heisst Mutter, nicht Heiland. :D

(Mich würde allerdings mehr interessieren, ob Radio Maria und Radio Mater etwas miteinander zu tun haben, oder ob es völlig voneinander unabhäbgige "Konkurrenzunternehmen" sind.)

Man mag zu "Heilandkanälen" stehen wie man will, jedenfalls sind sie ein Farbtupfer im scheubeklappten UKW-Einheitsgesülze. :)

von audion - am 30.09.2009 19:27
Zitat
-faro-
Mich würde allerdings mehr interessieren, ob Radio Maria und Radio Mater etwas miteinander zu tun haben, oder ob es völlig voneinander unabhäbgige "Konkurrenzunternehmen" sind.)

Man mag zu "Heilandkanälen" stehen wie man will, jedenfalls sind sie ein Farbtupfer im scheubeklappten UKW-Einheitsgesülze. :)


Die beiden Programme sind bestimmt voneinander unabhaengig. Lediglich den obersten Chef haben sie gemeinsam ;-)

Wuerde mich nicht wundern, wenn im neuen DAB+ Ensemble neben Life Channel noch ein zweites Programm aus dieser Ecke auftauchen wuerde, welches dann allerdings etwas konservativer daher kommt.


von digiradio.ch - am 30.09.2009 19:54
Zitat

digiradio.ch: ...noch ein zweites Programm aus dieser Ecke auftauchen wuerde, ...


Einmal raten: Radio G..... [Anzahl Punkte stimmt] :confused:

von audion - am 30.09.2009 20:10
Zitat
-faro-
Einmal raten: Radio G.....


Genau! Die senden ja fast unter Ausschluss der Oeffentlichkeit. Mal abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, sind die eigentlich fast nirgendwo analog im Kabel. Okay, vielerorts im digitalen Kabel plus die digitale Astra Verbreitung. Denke schon, dass die eine DAB Verbreitung ernsthaft pruefen werden, zumal sie ja de facto bei Life Channel in den Seitenwagen steigen koennten, um die gleiche Zielgruppe zu erreichen.


von digiradio.ch - am 30.09.2009 20:27
Zitat

digiradio.ch: Die senden ja fast unter Ausschluss der Oeffentlichkeit.


Ja, an deren Stelle würde ich mir die Astra-Ausstrahlung sparen und die Finanzen für DAB+ einsetzen. Denn der Sender ist (Irrtum vorbehalten) ausschliesslich ans Zielgebiet Schweiz (deutschsprechend) gerichtet. Da ist Astra doch ein wenig "Giesskannenprinzip". Die wohl wenigen Astra-Hörer können ja auf den ebenfalls stationär empfangbaren Internetstream ausweichen.

Aber Zusammenarbeit ist auch bei den Radioleuten offenbar schwer. Ursprünglich sassen Radio EVIVA und BUURERADIO auch an einem Tisch zwecks Zusammenarbeit auf DAB+. Gehört habe ich nichts mehr davon. Ich lasse mich aber gern ab dem 14 .Okt. überraschen :)

von audion - am 30.09.2009 21:02
Gab es noch keine Infos wer jetzt hinter dem Test auf 558 kHz steckte?

von Martyn136 - am 30.09.2009 22:04
Vieleicht will die Bakom die 558 für interessenten geschmacklich machen und haben den Sender zum Leben erweckt. Wäre für die 531 auch nicht schlecht den Sender mal heimlich aufzudrehen. Mal ob die Gemeinde es merkt :D

von DJ Taifun - am 30.09.2009 22:40
Wie schon in diese Thread zu lesen ist wird Radio Mater der Sender in betrieb nehmen.

von Jassy - am 01.10.2009 06:11
Das alles ist ein Test um die Reichweite für einen potenziellen Neukunden zu testen. Das könnte in der Tat Radio Mater sein.

von Wiesbadener - am 01.10.2009 08:43
Die Reichweite sollte doch eigentlich aus dem jahrzehntelangen Betrieb bekannt sein. Oder sendet man jetzt mit anderen Parametern?

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 01.10.2009 10:18
Zitat

Die Reichweite sollte doch eigentlich aus dem jahrzehntelangen Betrieb bekannt sein.


Im grossen Ganzen sicher schon, aber ich sehe zwei Punkte:

1. Die Auftraggeber wollen wohl die Empfangbarkeit in (Nord-)Italien genau testen. Die Empfangbarkeit seinerzeit ist aber wohl vor allem für das Tessin genau ermittelt worden.

2. Auch Radio EVIVA hat "man" seinerzeit ein wunderschönes Diagramm für die Frequenz 1566 kHz vorgelegt. Als ich jenes Diagramm sah, dachte ich an dazu notwendige 3 Sender (Lenk, Beromünster, St. Gallen). Der Rest ist bekannt. Wer viel Geld in die Hand nimmt, muss/will es wohl selber genau testen.

von audion - am 01.10.2009 14:11
@DJ Taifun

bei 531khz tut sich was. In den letzten Tagen standen immer wieder Lieferwagen mit der Aufschrift: "Swisscom Broadcasting" beim Sender und dem Gebäude zu.
Ich fahre täglich am Sender vorbei!
Den Sender jedoch heimlich aufzewecken ist unmöglich, da die Flugbefeuerung bei Sendebetrieb anfängt zu leuchten.
Aber schön wärs, wenn diese Sender erhalten blieben, auch wenn ich mir dabei ein eher nationaleres, als äh "überirdisches" Programm wünschte.

von Forsti - am 01.10.2009 22:54
Zitat

Forsti: Bei 531kHz tut sich was. In den letzten Tagen standen immer wieder Lieferwagen mit der Aufschrift: "Swisscom Broadcasting" beim Sender und dem Gebäude.


Ja, die demontieren wohl die Senderanlagen um sie nach Afrika zu verkaufen. Das war schon früher beim Senderersatz so. Also nix "überirdisches Programm" sondern eher "rein irdisches Geschäft". ;)

von audion - am 02.10.2009 10:50
Zitat
-faro-
Ja, die demontieren wohl die Senderanlagen um sie nach Afrika zu verkaufen. Das war schon früher beim Senderersatz so. Also nix "überirdisches Programm" sondern eher "rein irdisches Geschäft". ;)

Woher das Du wohl Deine Infos beziehst? Das ist jetzt mehr einfach gedacht, oder weisst du da etwas mehr? Schliesslich soll das ganze doch zu einem Museum umgebaut werden (davon hörte man auch nichts mehr).

von Forsti - am 02.10.2009 12:55
Zitat
-faro-
Ja, die demontieren wohl die Senderanlagen um sie nach Afrika zu verkaufen.
Könnte auch Nordkorea sein.

von kielerförde - am 02.10.2009 13:57
Zitat
-faro-
Ja, die demontieren wohl die Senderanlagen um sie nach Afrika zu verkaufen. Das war schon früher beim Senderersatz so. Also nix "überirdisches Programm" sondern eher "rein irdisches Geschäft". ;)

Denke am begehrtesten dürfte wohl der Nautel Reservesender sein.

von Martyn136 - am 02.10.2009 14:27
Zitat

Forsti: oder weisst du da etwas mehr? Schliesslich soll das ganze doch zu einem Museum umgebaut werden


Ich habe wohlweislich das Wort "wohl" verwendet. Ich spreche nur aus Erfahrung und Abwägung. Die Sendeapparaturen selber haben keinen "musealen Wert", sie sind viel zu neu. Ich stelle mir eher vor, dass eine Art Ausstellung von noch vorhandenen Originalteilen (aber nicht ganzen Sendern) aufgebaut wird (falls das Museum überhaupt kommt!). Aber die SwisscomBroadcast denkt natürlich "wirtschaftlich" (sie muss). Was noch marktfähig ist, wird "verflüssigt". Es kämen aber wohl(!) auch neue Sachen in dieses Museum. Alte Radioapparate, historische Grossfotografien, abhörbare Tondokumente etc. . Aber nochmals: Es scheint mir dies am wahrscheinlichsten.

Historischen Wert hat sicher die respektable Holz-Schallwand auf Rädern mit einem Lautsprecher in der Mitte ;) . Die sieht man schon auf historischen Aufnahmen und sie stand bis zuletzt im Senderaum ;)

von audion - am 02.10.2009 17:17
Zitat
Martyn136
Denke am begehrtesten dürfte wohl der Nautel Reservesender sein.

Hat der Hauptsender nicht bei einem Blitzeinschlag nen Schaden genommen und die ganze Anlage ist dann nur noch auf dem Reservesender gelaufen mit 180kw?
Um jetzt euch noch total vom eigentlichen Thema "Monte Ceneri" abzulenken, beim Sendegebäude in der nähe des Reserveturmes hat es noch eine weitere Sendeanlage. Weis zufällig jemand was es damit auf sich hat, scheint eher für Kurzwellen zu sein?

von Forsti - am 02.10.2009 22:54
Soweit ich weis wurde beim Blitzschlag nur das Zuführungskabel beschädigt, gesendet wurde aber weiterhin mit den ABB Sender.

Aber so gibt es irgendwie verschiedene Gerüchte zu dem Kabel und der Sendeleistung bis zum Betriebsschluss. Ein Gerücht besagt das wegen Protesten das Kabel nicht ausgewechselt werden konnte und deshalb nur mit 160KW ERP weitergesendet wurde. Ein anderes Gerücht besagt das das Kabel doch ausgewechselt wurde und die Sendeleistung deshalb wieder auf die erlaubten 250KW ERP erhöht worden ist.

Von der zusätzlichen Sendeanlage weis ich jetzt nichts, aber soweit ich weis wurde in Beromünster neben der 531 kHz auch noch die 1566 kHz genutzt.

von Martyn136 - am 03.10.2009 02:03
Ueber den Reserveturm wurde auf 1566 kHz eine Zeit lang Radio EVIVA mit 150 kW gesendet.

Das folgende Bild zeigt die einstige Kurzwellen-Sendeantenne für 6165 kHz im 49 m-Band in Beromünster (rechts daneben ein Fuss des MW-Reserveturmes):



Das folgende Bild zeigt das Schema der einstigen Steilstrahl-Antenne in Beromünster für 1566 kHz:



Ich nehme an, Du meinst "Ueberreste" von dieser Antenne, die heute noch sichtbar sein sollen.

von audion - am 03.10.2009 16:18
und faro weiss wieder einmal die Antwort dazu *g*
jepp genau die Anlage meinte ich. Hab gedacht, Eviva wurde über den Reserveturm gesendet. Da hab ich mich wohl geirrt.

von Forsti - am 04.10.2009 21:07
@Forsti

Zitat

Hab gedacht, Eviva wurde über den Reserveturm gesendet. Da hab ich mich wohl geirrt.


Nein, nein, das ist schon richtig, ich hab's doch so geschrieben. Es muss ein Missverständnis sein. EVIVA wurde über den Reserveturm verbreitet. Der Steilstrahler, bzw. seine Ueberreste stammen aus der Vor-EVIVA-Zeit, als 531 kHz nachts abgeschaltet wurde und/oder in den Randzonen abends und nachts zu stark gestört wurde. Da war dann DRS 1 auf 1566 kHz zu hören. Es wurde allerhand ausgetestet, u. a. wurde DRS 1 auch eine Zeit lang von Sarnen aus auf 1566 kHz verbreitet. Das war wie gesagt alles vor der EVIVA-Zeit. Als die Versuche aus diversen Gründen abgebrochen wurden, stand die 1566kHz leer und da wurde sie an EVIVA vergeben [nachdem sie sich für die SRG als unbrauchbar erwiesen hat ;) ]

[Deutlich OT] EVIVA wurde so über den Tisch gezogen und für eine Weile ruhig gestellt. Radio Mater will das selbe bei Monte Ceneri nicht auch erleben und testet die Frequenz 558 kHz in diesen Tagen seriös :D :cool: [/OT]

von audion - am 04.10.2009 22:22
@faro
danke, hab da wohl was überlesen. Mein Fehler, möchte mal wissen, woher das du diese Grafik beziehst? ;-)
Es wundert mich, wesshalb nicht Eviva die Lücke jetzt genutzt hat und auf 531kHz sendet, da zumindest jetzt noch die Empfangsgeräte in vielen Wohnungen noch bereit stehen.

Für was war dann die Kurzwellen-Sendeantenne für 6165 kHz im 49 m-Band ?

von Forsti - am 05.10.2009 18:55
Zitat
Forsti
Für was war dann die Kurzwellen-Sendeantenne für 6165 kHz im 49 m-Band?
Schweizer Radio International. Schnüff. :(

von kielerförde - am 05.10.2009 19:53
Zitat

möchte mal wissen, woher du diese Grafik beziehst? ;-)


Ich bin Jäger und Sammler ;) Ich weiss es ehrlich nicht mehr. Aber als altgedienter Antennenbauer und Funkamateur hat man derlei einfach in der Schublade ;)

Zitat

Es wundert mich, weshalb nicht Eviva die Lücke jetzt genutzt hat und auf 531kHz sendet


[Kommentar] Da wurde von "grauen Eminenzen" schon dafür gesorgt, dass der Sender nie mehr in Betrieb geht. Im Zusammenhang mit der Abschaltung (Grenzwerte und so ...) gab es zu viele Ungereimtheiten, die im Forum bereits beschrieben wurden. Man stelle sich einmal vor, der Sender wäre mit mindestens wirklich zulässigen 175 kW von MW 531 unterbruchsfrei an EVIVA übergegangen. Das hätte die SRG niemals zugelassen. Wie du sagst, es standen ja viele MW-Empfänger noch bei den Leuten ... ;) , also sonnte "man" sich in der Grenzwertlüge.[/Kommentar]

Zitat

Für was war dann die Kurzwellen-Sendeantenne für 6165 kHz im 49 m-Band ?


Sie diente der Europaversorgung (neben 31 m und 75 m von Schwarzenburg aus) von Schweizer Radio International (SRI). Schwarzenburg war einfach mit anderen Ausrüstungen überladen. Immerhin gingen 500 kW über diese SRI-Kurzwellenantenne in die Luft, 600 kW vom Blosenbergturm (SRG) und 150 kW von der Reserveantenne (EVIVA) :) .Zum Glück haben das die Hypochonder nicht realisiert ;) Das waren Zeiten, als man in Spanien oder Tunesien am Meeresstrand oder gar auf dem Kreuzfahrtschiff die CH-Mittagsnachrichten hören konnte. Heute wird das Geld statt dessen für überflüssige swissinfo-Webseiten zur politischen Erziehung verbraucht [mit Steuergeldern im Garten der Zeitungen grasen nennt man dies], aber am Strand finde ich keine Internetsteckdose. :(


von audion - am 05.10.2009 19:54
Zitat
-faro-
Man stelle sich einmal vor, der Sender wäre mit mindestens wirklich zulässigen 175 kW von MW 531 unterbruchsfrei an EVIVA übergegangen. Das hätte die SRG niemals zugelassen. Wie du sagst, es standen ja viele MW-Empfänger noch bei den Leuten ... ;) , also sonnte "man" sich in der Grenzwertlüge.[/Kommentar]
Die MW Empfänger stehen allerdings immer noch bereit, den es handelt sich dabei ja wohl meist um UKW/MW oder UKW/MW/LW Empfänger die dann jetzt für UKW weitergenutzt werden. Und falls irgendwo noch reine MW Empfänger in Betrieb waren, dann sind das schon Antiquitäten die man auch nicht verschrotten. Müsste also noch alles da sein. ;)

von Martyn136 - am 05.10.2009 20:24
Das spielt keine Rolle. "Unterbruchsfrei" ist das entscheidende Wort! Dies hätte der Musigwälle höchstwahrscheinlich eine sechsstellige Zahl an Hörern gekostet.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 05.10.2009 22:54
@Rolf
ganz deiner Meinung! Hoffe ein Eviva-Verantwortlicher liest hier mit ;-)
Wäre ein Traum Eviva via Beromünster, Sottens und Monte Ceneri zu empfangen!
Somit könnte man auch wieder im Ausland einen Heimatsender hören. Beromünster auf Mittelwelle war zu meiner Zeit als Carchauffeur meist der einzige Weg irgenwelche Nachrichten aus der Schweiz zu empfangen. Jeder Reisebus verfügt über ein Radio mit Mittelwelle und Abends hab ich den sogar ausserhalb Amsterdams empfangen, oder in Südfrankreich etc.
(ich weiss, träumen darf man ja noch oder?)

von Forsti - am 06.10.2009 18:19
Zitat

Forsti: Hoffe ein Eviva-Verantwortlicher liest hier mit ;-)


Das ist nicht nötig. ;) Die wissen dies ohnehin und kennen das gesamte BAKOM/SRG-Trauerspiel seit 1990 ganz genau :-(

von audion - am 06.10.2009 19:32
Zitat
-faro-
Das ist nicht nötig. ;) Die wissen dies ohnehin und kennen das gesamte BAKOM/SRG-Trauerspiel seit 1990 ganz genau :-(

? was ging ab? (sorry, damals konnte ich nicht mal lesen ;-))

von Forsti - am 06.10.2009 20:07
Zitat

Forsti: ? was ging ab?


Viel ! :mad:

Im Laufe der Jahre wurde hier alles gesagt. Am besten Suchfunktion: Z. B. "eviva", ferner "grenzwert", ferner "beromünster". Dabei nicht vergessen "jeglichen Alters" zu wählen.

von audion - am 06.10.2009 20:26
Mich erstaunt die Aussage, dass die 1566kHz nur ein Versuch gewesen sei. Ich besitze eine Sendertabelle aus dem Jahr 1983 in welcher der Sender Sarnen 1566kHz eingetragen ist. Ich erinnere mich auch auf der Frequenz etwa im Jahr 1990 in Paris Nachrichten auf DRS1 gehört zu haben, ich glaub es ging um die Abstimmungsresultate zum Atomkraftmoratorium. Damals wurde mir gesagt, dass man nachts auf 1566kHz umschalte, weil es auf 531kHz Probleme mit einem Algerischen Sender gebe. In meiner Tabelle von 1983 ist dieser Algerische Sender mit 600kW, Beromünster 500kW und ein DDR-Sender mit 100kW aus Leipzig aufgeführt.

Allerdings war die Tonqualität auf 1566kHz schon schlechter, es gab Schwund und Interferenzen, während Beromünster praktisch die ganze Schweiz mit einer störungsfreien Bodenwelle abdeckte. Ich ging eigentlich davon aus, dass man die 1566 absichtlich für Fernempfang betrieb (Steilstrahler) während der Beromünster 531kHz für die Schweiz und nähere Umgebung sendete. Beromünster konnte ich damals in Paris mit dem Taschenradio nicht empfangen.


Update: Hier habe ich noch einen interessanten Link zu dem Thema gefunden: Abschied von Beromünster - nur warum eigentlich?

von Stefan Heimers - am 06.10.2009 22:20
Zitat

... dass man die 1566 absichtlich für Fernempfang betrieb (Steilstrahler) während der Beromünster 531kHz für die Schweiz und nähere Umgebung sendete.


Es ging nicht um "Fern", sondern um Tag und Nacht. Die Frequenz 1566 kHz war für die Schweiz koordiniert. Der Tag-Empfang von 531 kHz war nie das Problem, aber nachts wurden Störungen im Bereich ab 40 km um den Sender Beromünster immer penetranter. Zunächst wurde der Sender von 150 kW auf 500 kW angehoben. Das tönt mächtig, ist es aber nicht, denn die Empfangsspannung steigt nur in der Wurzel der Leistungserhöhung. Also suchte man "flankierende Massnahmen": Ein Steilstrahler ist nicht für Fernempfang, sondern AM-mässig gesprochen für Nahempfang. Der Steilstrahler ("Springbrunnenantenne") sollte den Rest der Deutschschweiz (ab 40 km) in der Nacht erreichen, wenn 531 kHz gestört ist. Und es kam dicker: 531 kHz wurde schliesslich ab 19 Uhr untertänigst auf "internationalen Befehl" gehorsamst abgeschaltet. Da ging dann nur noch 1566 kHz in der Nacht, mehr schlecht als recht. Parallel merkte es aber auch der letzte Technikmuffel, dass DRS 1 auch auf UKW und dort wesentlich besser zu empfangen war. Also wurde nach etlichen Jahren der Versuche mit verschiedenen Senderstandorten und Antennen für 1566 kHz die Übung schliesslich abgebrochen.
So hatte "man" keine Bedenken (bzw. Konkurrenzangst), diese verunglückte "Abfall"-Frequenz an EVIVA zuzuteilen. Bei EVIVA stritt man sich aber leider lieber um einen Platz am Mikrofon (und auch um Gagen), statt das vorgelegte "prächtige Empfangsgebiets-Diagramm" von 1566 kHz kritisch zu hinterfragen. Dabei musste jeder nur mittelmässige "Radiotechniker" merken, dass das Diagramm Unmögliches zeigte.

Der von Stefan Heimers oben angegebene Link zum Radiokurier ist wirklich sehr lesenswert. Der Text ist eine Wohltat für Freunde von echter unvoreingenommener journalistischer Recherche. Wenn man das so vergleicht mit dem, was die meisten Zeitungen für einen kritiklos nachgeplapperten offiziellen Mist verzapft haben ... :mad:

von audion - am 07.10.2009 10:31
Zitat

Und es kam dicker: 531 kHz wurde schliesslich ab 19 Uhr untertänigst auf "internationalen Befehl" gehorsamst abgeschaltet. Da ging dann nur noch 1566 kHz in der Nacht, mehr schlecht als recht.

Ergänzung:
Am 23.11.78 trat der Wellenplan Genf '75 für den Mittelwellenbereich in Kraft. Ab diesem Tag wechselte Beromünster von 529 kHz auf 531 kHz und durfte nur noch von 6 h bis 19 h senden. Daher wurde dann abends von 18 h bis max. 1 h (normalerweise war um 24 h Sendeschluss) auf 1566 kHz gesendet.
Gleichzeitig wurde von der SRG wegen der verschlechterten Mittelwellenversorgung mit einer landesweiten "UKFee"-Kampagne für den Umstieg auf UKW-Empfang geworben => "Ghörsch meh uf UKW". :D
Ebenso am 23.11.78 starteten auf DRS 1 5 Regionaljournale aus BS, BE, LU, ZH und SG. Wer die nun hören wollte, musste auch auf UKW umschalten (auf MW lief in der Zeit nur Musik). Und die Grundnetzsender der 2. Programme (DRS 2, RSR 2 und RSI 2) wurden alle 1978/79 auf Stereo aufgerüstet.
So begann dann langsam die Entwöhnung der Hörer von der Mittelwelle.

von Manager. - am 07.10.2009 15:52
Lange gab es in der Schweiz ja auch noch den Telefonrundspruch. Wie lange hatte der denn praktischerweise noch eine Bedeutung?


von Peter Schwarz - am 07.10.2009 22:55
Heute / oggi:

Monte Ceneri Cima sendet zurzeit wieder mit dem Pilotton 800 Hz
aber nur mit einer sehr geringer Sendeleistung.
Ich wohne nur etwa 20 km entfernt vom Sender und empfange ihn nur
sehr schwach wahrscheinlich wird zurzeit mit nur wenigen kW
getestet. Wahrscheinlich mit weniger als 10 kW.

von Rete_Svizzera - am 09.10.2009 11:29
Zitat
Stefan Heimers
Update: Hier habe ich noch einen interessanten Link zu dem Thema gefunden: Abschied von Beromünster - nur warum eigentlich?quote]
Absolut gute Berrichterstattung und lesenswert.

Hab von einem meiner Schüler, der die Prüfung bestanden hat und sich immer meiner CB-Antenne aufm Auto mokierte, ein Occasions-DAB-Autoradio bekommen(nachdem er den Hintergrund wusste) (Blaupunkt Woodstock) und freundlicherweise im Pressecommunique der Swisscom erfahren dürfen, dass ich dieses Gerät 2012 schon wieder in den "Eimer" schmeissen kann. Jetzt erst mal ein Jahr alt und dann nur 4 Jahren in Betrieb bis die Technik wieder ändert. Ist das die neue Digitale Radiozukunft?
Für die Mittelwelle genügten da einfach Draht, Papier und Nadel!

Hab leider bis anhin keine Fahrzeuge beim Beromünster mehr gesichtet.... sollten sie wieder mal oben sein, werde ich sicherlich mal vorbeigehn.


von Forsti - am 10.10.2009 00:30
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