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Italien-DX in Kärnten - Mögliche Ursachen (Reflexionen, Mittelmeer..)

Startbeitrag von RTL 102.5 Fan am 27.07.2012 09:24

Kärnten liegt topografisch für Empfänge aus dem Süden sehr bevorteilt, da das Land bereits südlich der Alpen liegt. Durch die durchschnittliche Höhenlage von etwa 400 bis 700 Meter kann man an zahlreichen Orten sehr gut DXen, insbesondere aus Italien und Slowenien können zahlreiche Programme empfangen werden. Insbesondere der Empfang aus Italien weist einige Besonderheiten auf.

Auf meiner Homepage gibts noch Karten zu dem Thema: http://alpe-mare.de/index.php/dx-in-kaernten/italien-dx


Italien DX - eine spannende Angelegenheit

In Kärnten gibt es an vielen Stellen sehr interessante Empfänge aus weiten Teilen Nord- und Mittelitaliens zu beobachten. Dies ist einerseits durch die alpine Topografie begründet, andererseits durch klimatische und meteorolgischen Aspekten.

Kärnten liegt zwar noch im inneralpinen Bereich der Ostalpen, ist jedoch insbesondere in Mittel- und Unterkärnten von zahlreichen, weiten Becken und Tälern gekennzeichnet, die nur durch nicht besonders hohe Hügelketten durchbrochen werden. Im Norden schließen die Hohen Tauern sowie die Nockberge und die Niederen Tauern an, die den Alpenhauptkamm zu Rest-Österreich bilden.

Im Süden ist Kärnten durch eine kleine Gebirgsgruppe, den Karawanken sowie den Karnischen Alpen begrenzt. Südlich dieser Berggruppen befinden sich die Julischen Alpen in Slowenien und Italien, ein felsiges, in Gipfelregion kaum bewaldetes Gebirge mit einer Höhe um 2500 Meter.

Diese Bergkette ist jedoch nur etwa 40 - 60 km lang, ehe das Land in die norditalienische Tiefebene und zur Adria, die zum Mittelmeer, gehört abbricht. Richtung Südost sind die Karawanken die letzte wirkliche Erhebung, in Slowenien setzt sich ein flaches Hügelland fort.

Alpen-Reflexionen

Bedingt durch diese Topografie überwinden die Signale aus Italien die Julischen Alpen. Wie dies genau geschiet, kann man nicht genau sagen. Eine mögliche Theorie ist, dass die Signale an den steilen Bergwänden der Julischen Alpen reflektiert werden und danach weitergeleitet auf andere Berge in Kärnten werden. Die Reflexionen machen sicherlich einen Großteil der spannenden Empfänge in Kärnten aus, wie es auch sonst in den Alpen üblich ist.

Gegen diese Theorie spricht aber, dass die empfangenen Programme sehr stark und stabil empfangbar sind. Die Signale sind sehr klar und selten verzerrt. Die typischen "Alpenreflektionen" sind aber auf jeden Fall ein Faktor für die typischen Italien-Empfänge aus Italien.

Als mögliche "Reflektionsgebiete" könnten, wie bereits beschrieben, die Kalkfelsen der Julischen Alpen wirken, die sowohl aus Kärnten als auch in Italien sichtbar sind.

Eine andere Theorie könnte sein, dass das Verbindungstal zwischen Kärnten und Friaul die starken Signale aufnimmt.



Desweiteren spielt das nahe Mittelmeer eine zentrale Rolle. Sieht man sich die Tropokarten an so kann man erkennen, dass im südlichen Mittelmeer ständig enorme Überreichweiten herrschen. Die Adria als Seitenmeer ist zwar bei weitem nicht so heftig betroffen, jedoch ist fast immer ein bestimmtes "Meer-Tropo" bemerkbar. Durch die Nähe zur Adria (von Villach sind es etwa nur 80 km Luftlinie) wirken auch diese Faktoren positiv auf die Empfänge.

Die Signale unterliegen starken Schwankungen in Stärke und Qualität, einen Tag kann ein Sender mit RDS empfangen werden, am nächsten Tag schwach oder gar nicht.
Interessant ist auch, dass es sich meistens um die gleichen Senderstandorte handelt. Selten können neue Senderstandorte empfangen werden (für die Regionen siehe unten).

Sehr interessant ist auch, dass bestimmte Programme wie etwa Radio 105 auf 90,10 vom Standort Modigliana/Monte Trebbio ständig mit RDS empfangbar sind, während andere enorme Schwankungen aufweisen.

Außerdem hat auch das aktuelle Wetter einen Einfluss auf die Empfänge: Kärnten weist immer ein anderes Wetter als Rest-Österreich auf. Während im Norden und Osten der Atlantik das Wetter bestimmt, gibt es im Süden Österreich bereits einen starken Einfluss des Mittelmeeres mit seinen typischen Schönwetter und auch den äußerst intensiven Niederschlägen der Tiefdruckgebiete.

So herrscht in Kärnten fast immer Südströmung, d.h. die bestimmende Wetterrichtung kommt aus dem Süden - immer dann gibt es auch die besten Logs aus Italien. Wenn aber eine Kaltfront aus dem Norden durchzieht sind die Empfänge meistens schwächer - aber auch das ist nicht immer der Fall.

Man kann diese Faktoren zwar als mögliche Mitverursacher sehen, wirklich wissen wieso die Empfänge so stark schwanken kann man jedoch nicht. Eventuell spielen auch Meeres oder Luftströmungen eine Rolle.

Spektakulär sind auch regelmäßige Empfänge von Kleinsendern von der Nordküste der Adria: Der Standort Jesolo, etwa 170 km entfernt, kommt mit nur 300 Watt und einer Sendeantenne, die sich auf den Sprungturms des Aqualandia befindet meist 0=3-4 im Stadtzentrum von Villach herein. Auch Lignano Sabbiadoro (140 km) ist meist empfangbar - gesendet wird von einem Hoteldach.

Wie ist es möglich, dass diese Kleinstsender die Berge überwinden und in Kärnten für ungewöhnlich starke Signale sorgen?

Generell sind Sender, die in der Ebene stehen meist stark empfangbar - auch hier spielen die Reflexionen wohl eine Rolle.

Abschließend bleibt zu sagen, DX in Kärnten ist und bleibt spannend und unberechenbar. Es gibt keine klare "Richtlinie" an die man sich halten kann, immer wieder gibt es abweichende Empfänge, die nicht zu den oben beschriebenen möglichen Ursachen passen. Wieso oder weshalb an bestimmten Tagen genau ein Sender stark empfangbar ist, der 20 km weiter entfernte jedoch überhaupt nicht, wird wohl ein Rätsel bleiben.

Welche Ideen habt ihr da so? Würde mich über mögliche Theorien sehr freuen! :)

Antworten:

Durch die Alpen bedingte Troposcatter (ganz vereinfacht gesagt) dürften der Hauptgrund dafür sein. Es gibt aber Leute, die sich damit definitiv besser (bzw. überhaupt ;-)) auskennen im Gegensatz zu mir.

von WiehengeBIERge - am 27.07.2012 11:03
Die Spezialisten findet man jetzt aktuell in Kärnten/Döbriach (Roten Falken Camp) beim Millstättersee.
DX-Camp Döbriach:

http://www.dxcamp.org/

LG
Franz aus Wien :)

von Franz Brazda priv. - am 28.07.2012 10:15
Bin zwar nicht in Döbriach, sondern in Sibirien, aber ich darf hoffentlich trotzdem antworten;-)

Das Thema finde ich sehr spannend und ich würde das Eingangsposting (zusammen mit den daraus resultierenden Diskussionen) gerne in der kommenden REFLEXION veröffentlichen!

Hier zunächst einmal einige grundlegende Überlegungen. Für troposphärischen Fernempfang im Einflußbereich von komplexem Terrain sind folgende Größen von Belang:

1. Brechung an großräumigen Inversionsschichten ("Tropo-DX")
Da kräftige Inversionen in relativ niedrigen Höhen unterhalb 1500 m auftreten, ist dieser Ausbreitungsmodus inneralpin und für transalpine Pfade nicht interessant, wohl aber in Alpenrandnähe. Das gilt sowohl für den Nordrand wie für den Südrand und somit auch für Kärnten, wobei hier die Nähe der Adria begünstigend ist. Im Sommerhalbjahr kann sich über der Wasseroberfläche ein Verdunstungswellenleiter ausbilden (wenngleich wohl nicht so intensiv wie über dem östlichen Mittelmeer). Dieser ermöglicht die Weiterleitung von Signalen aus dem mittleren oder gar südlichen Italien in Richtung Alpensüdrand. Die hohe elektrische Leitfähigkeit von Salzwasser und das Fehlen jeglicher Hindernisse über der Wasseroberfläche wirken zusätzlich begünstigend.

2. Streuung an räumlich und zeitlich begrenzten Brechungsindexdiskontinuitäten ("Troposcatter")
Die Streustrahlung kann zwar grundsätzlich überall auftreten, begünstigend sind hier aber turbulente Strömungen, wie sie bei Konvektion über den Alpen auftreten. Wichtig ist, daß die Turbulenzkörper einen anderen Brechungsindex aufweisen als die umgebende Atmosphäre. Der Radiowellenbrechungsindex wird kontrolliert durch die Luftdichte (also das Verhältnis von Luftdruck und Lufttemperatur modulo eines konstanten Faktors, nämlich der Gaskonstante) und durch die Luftfeuchtigkeit (sofern wir unterhalb ca. 10 GHz - der sog. Relaxationsfrequenz - bleiben). Bei Troposcatter sind die Empfangsfeldstärken im allgemeinen deutlich schwächer als bei "normalem" Tropo und auch schwächer als bei Flugzeugreflexionen.

3. Beugung an Hindernissen (Diffraktion)
Beugung spielt natürlich eine große Rolle in der alpinen Wellenausbreitung, aber selbst der einfache Horizont stellt bereits ein Hindernis dar, das zur Diffraktion führt. Mit zunehmender Wellenlänge wird die Beugung stärker (daher kann man "um die Ecke" hören, aber nicht "um die Ecke" sehen), was innerhalb des Radiofrequenzspektrums aber noch keinen nennenswerten Unterschied ausmacht. Jedenfalls führt die Beugung zu einer Abweichung von der geradlinigen Wellenausbreitung, und das ganz ohne irgendwelche atmosphärischen Effekte. Wenn man letztere vernachlässigt, sind die Empfangsfeldstärken von auf diese Weise empfangenen DX-Signalen stabil, da sich das Hindernis (also der Berg) ja nicht verändert.

4. Reflexion an Hindernissen
Ist naturgemäß in den Alpen besonders wichtig, wobei hier etliche Faktoren reinspielen. So ist vertikale Polarisation anfälliger für Reflexion als horizontale Polarisation, an rauhen Oberflächen ist die Reflexion zudem für verschiedene Frequenzen unterschiedlich stark (hängt auch vom Einfallswinkel ab). So kann man u.U. von ein- und demselben Sender eine Frequenz viel besser empfangen als die andere, obwohl die Sendeleistungen gleich sind. Das hat damit zu tun, daß Mehrwegeempfang mit konstruktiver (verstärkender) oder destruktiver (auslöschender) Interferenz verbunden sein kann. Richtig kompliziert wird es, wenn mehrfache Reflexionen ins Spiel kommen. Wichtig ist auch die elektrische Leitfähigkeit der reflektierenden Oberfläche: Je höher die Leitfähigkeit, umso günstiger für die Reflexion. Schneebedeckte Oberflächen weisen eine höhere Leitfähigkeit auf als etwa der blanke Fels, daher findet man im Winter die günstigeren Reflexionsverhältnisse in den Alpen vor.


Man kann sich vorstellen, daß eine Kombination all dieser Hauptfaktoren (artifizielle Einflüsse wie Flugzeugreflexionen lasse ich jetzt mal weg) zu sehr komplizierten Ausbreitungswegen führen kann. Die Folge ist, daß relativ leistungsschwache und niedriggelegene Sender aus Norditalien sogar im bayerischen Alpenraum empfangen werden können, erst recht natürlich im viel näher gelegenen Kärnten. Die Orientierung von Tälern kann zudem nahegelegene und störende Sendern abschatten und den Fernempfang ermöglichen, der oben auf den Bergkämmen aufgrund der fehlenden Abschirmung gar nicht machbar wäre.

Interessanterweise lassen sich in Teilen des oberbayerischen Alpenraums ähnlich viele Sender aus Italien und dem Balkan empfangen wie in Kärnten, allerdings nur via Troposcatter. Richtiges Tropo-DX aus Italien ist in Bayern (im Gegensatz zu Kärnten) nicht möglich, da der Alpenhauptkamm im Weg steht. Nur in extrem seltenen Situationen war in Bayern mehrstündiger Empfang aus den Regionen südlich der Alpen lang möglich.

Um die tatsächlichen Ausbreitungswege bestimmen zu können, die in Kärnten zu den auffallenden DX-Empfängen führen, bräuchte man ein Ausbreitungsmodell, das Mehrwegeempfang berücksichtigen kann. Radio Mobile ist dafür nicht geeignet, da der zugrundeliegende Rechenkern "ITM" (Irregular Terrain Model, auch bekannt als Longley-Rice-Modell, veröffentlicht im Jahr 1967) keine Reflexionen rechnen kann. Das bedeutet, daß es in den Tallagen, die von Reflexionen begünstigt werden, deutlich höhere Feldstärken gibt, als Radio Mobile es vorhersagt. Es existieren Modelle, die die Oberfläche als eine Ansammlung von Sekundärstrahlern simulieren (z.B. das Mountain Scattering Model des Bayerischen Rundfunks) und somit realistischere Resultate bei Mehrwegeempfang liefern können. Nur liegen diese Modelle in einer Preisklasse, die für den Hobbybereich uninteressant ist.

Für die Ausbreitung in der Atmosphäre ist ein Modell wie AREPS hilfreich. Dieses Modell bekam ich vor einigen Jahren vom amerikanischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellt, inzwischen scheint der Bezug für nicht-amerikanische Staatsbürger nicht mehr möglich. In diesem Modell kann man realistische oder idealisierte Atmosphären- und somit Brechungsindexprofile vorgeben und den daraus resultierenden Wellenausbreitungsweg rechnen und darstellen (schaut besonders eindrucksvoll bei Ducting aus). Eine zeitlich wie räumlich hochaufgelöste Erfassung des Brechungsindexprofils der Troposphäre wäre nur mit einem dichten Radiosondennetz möglich, wobei freilich die hochaufgelösten Rohdaten heranzuziehen wären und nicht nur die allgemein zugänglichen Daten auf Standarddruckflächen und Flächen mit signifikanten Änderungen bestimmter meteorologischer Parameter. Die Bestimmung des Brechungsindexprofils aus Satellitendaten wäre zwar auf den ersten Blick eleganter und zudem lückenlos, nur sind Satellitendaten im Vergleich zu Radiosondendaten viel zu ungenau und daran wird sich in den nächsten Jahrzehnten garantiert nichts ändern.

Soweit meine Anmerkungen zum DX-Empfang in Kärnten. Einen Artikel zum Thema transalpiner DX-Empfang habe ich übrigens für die Jubiläumsausgabe REFLEXION 250 vorgesehen, die im Spätwinter 2013 erscheinen wird.

von MHM - am 30.07.2012 10:39
was macxhst du denn in Siberien?? reist du etwa auf der Transsib ? bitte Bandscan mitbringen :D

von - - am 30.07.2012 13:12
zum Thema: ein interessante abr breit gefaecherter Komplex-


beobachtet habe ich Alpinscatter bislang nur in D und AT. scheint es anderswo nicht zu geben.

dabei werden in erster Linie weite Distanzen wie 250 bis 450 k ueberbrueckt.

1. ist es unerheblich ob das Band voll (Bergtesgaden) oder menschenleer (Zöll am See) ist
2. ist es egal ob man hoch exponiert (Burghauser Burg) oder tief unten im Tal (Krimmel) scannt

sie gehen immer


,meist sind es TX aus oder um Mailand sowie aus dem Großraum Venedig / Verona / Bologna


Nähe zum Meer derTX ist zwar teilweise gegeben, aber nicht immer. keine Regel erkennbar.

Signale faden von O=2 bis O=4 mehrfach in der Stunde


Reflectionen aus Kroatien , Serbien, Boisnien, Slowenien usw. scheint es nicht zu geben. hatte noch nie welche

von - - am 30.07.2012 13:15
@ParadiseFM
Aber ich wohne doch teilweise hier in Novosibirsk!:-)
Mit der Transsib bin ich noch nie gefahren, das dauert mir zu lange. Ich weiß, es ist eine DXer-Sünde, aber ich hab hier grad kein Radio zur Verfügung. In ein paar Monaten nehme ich aber einen meiner AOR AR-5000 mit und dann will ich neben dem CCIR-Band auch das OIRT-Band sowie die TV-Kanäle inclusive Offsets (hier ist löblicherweise alles analog!) überprüfen. Dann wird es auch wieder einen aktuellen Bandscan von hier geben:-). In Novosibirsk gibt es ungefähr 19 UKW- und 19 TV-Programme plus einige OIRT-Frequenzen.

von MHM - am 30.07.2012 13:21
warum wohnt man da ??? :eek::spos:

intresssante Erfahrung ist diese Zugfahrt ganz sicher. ist nur sehr schwer weil man ja bei der Visabeschaffung genau angeben muss wann man sich wo und bei wem aufhält.

ich hoffe dass ich wenigstens mein Visum fuer Russlandreise Ende August bekomme.. ist mit sovielen serbischen Stempeln im Pass sicher nicht einfacher gewroden..


und das Ausfüllen der Visa-Anträge ist immer wie ein Studium

von - - am 30.07.2012 13:49
Zitat
ParadiseFM
ist mit sovielen serbischen Stempeln im Pass sicher nicht einfacher gewroden


Kompliziert wird es erst, wenn Du einen israelischen Stempel hast:
Dann können sich einige diesem Land nicht ganz so wohlgesonnene Länder auf die Hinterbeine stellen. Ein Bekannter von mir, der dienstlich viel und u.a. im nahen Osten unterwegs ist, hat deswegen einen zweiten Pass, den es nur in äußersten Ausnahmesituationen gibt.

von Mathias Volta - am 30.07.2012 14:30
...oder wenn du den ersten als verloren gegangen meldest ;)


stimmt schon, ISR macht u.a. in LBY, TUN, ALG, LBN, MRC usw. Probleme



Zypern soll aber auch so ein Fall sein. habe mal gelesen, dass man mit nem Stempel der türkischen Seite Probleme bekommt, gesetzt den Fall man zeigt bei der Griechenlandeinreise statt des durchaus ausreichenden Perso den Reisepass

von - - am 30.07.2012 14:40
@ MHM: Danke für diese interessanten Zeilen! Bin überzeugt, dass diese ganzen Faktoren hier mitwirken!

Zitat
ParadiseFM
Signale faden von O=2 bis O=4 mehrfach in der Stunde


Bei mir ist das nur mehr bei schwacheren Stationen so, einige sind stabil über Stunden, andere sogar über Tage - bei der 90.10 von Radio 105 ist der einzige Einbruch so alle paar Stunden - und da ist es nur von 0=5 auf 0=4.

Zitat
ParadiseFm
Reflectionen aus Kroatien , Serbien, Boisnien, Slowenien usw. scheint es nicht zu geben. hatte noch nie welche


Das ist hier auch spannend - ich habe Scatter in ihrer klassichen Form nur aus Deutschland und Tschechien sprich nördlich des Alpenhauptkamms. Ich habe keinen einzigen Scatter aus Italien oder vom Balkan in meinen Bandscan - entweder es geht oder es geht nicht. Viel mehr gibt's da nicht.

Die italienischen Stationen faden maximal, aber auch das konstant, einen Unterschied merkt man meist wenn überhaupt nur in einer Stunde.

von RTL 102.5 Fan - am 30.07.2012 18:08
Ich bin der Meinung, dass das Kanaltal da die Diffraktion nach Villach bewirkt.
In meiner Region habe ich auch ein ähnliches Phänomen, wo der 102,5 vom Monte Forno zwischen Gleinstätten und Heimschuh mit O3 bis O5 zu empfangen ist.
Dieses Tal hat auch steilere Hänge mit viel Gestein und eine Raumwelle ist da definitiv auszuschliessen, da konstant den ganzen Tag.
So ähnlich vermute ich es auch mit dem Kanaltal, da auch dort genug Wände für eine Diffraktion vorhanden sind und der Aus/Einmüdkanal eine Vorzugsrichtung hat...
Wäre spannend dies mal nachzumessen. Wird wohl eine Aufgabe für die nächste Reise werden :)

von RobertK - am 30.07.2012 19:36
@ParadiseFM
Warum es mich nach Sibirien verschlagen hat, erzähle ich Dir mal bei einem Glas Bier (alternativ Limo oder Wodka) ;-)

Für Troposcatter ist es eigentlich schon von Vorteil, wenn das Band leer ist. Die Signale sind im allgemeinen nur schwach und auch mäßig stark einfallende Normalsender können den DX-Empfang zunichte machen.

Früher dachte ich auch, daß in Mittenwald keine Scatter vom Balkan möglich sind. Doch weit gefehlt, von dort geht eine ganze Menge, wenn man genau reinhört (z.B. mit Audacity-Aufzeichnungen). Meistens sind es Sender aus Slowenien und Kroatien, gelegentlich geht auch Ungarn (bislang auf 104,7 und 106,8) und ein einziges Mal gelang mit ganz schwachem Signal Bosnien-Herzegovina (95,7). Mit den neuen 19-Element-Antennen hoffe ich natürlich, weitaus mehr aus dem Äther rausholen zu können.

Was ich bestätigen kann, sind die auffallend häufigen Empfänge aus der Region Verona/Bologna/Milano. Die Nähe zum Meer spielt hier freilich keine Rolle.

@RTL 102.5 Fan
Bei entsprechender Wetterlage (großes Hochdruckgebiet entlang des gesamten nördlichen Mittelmeeres) müßte es möglich sein, in Kärnten Sender aus dem Nordosten Spaniens empfangen zu können (am ehesten aus dem Raum Barcelona). Das sind dann zwar über 1000 km, aber der Ausbreitungsweg würde zu einem beträchtlichen Teil über Land verlaufen. Zwar habe ich noch nie gehört, daß Spanien via Tropo in Österreich empfangen wurde, aber ich halte es für nicht ausgeschlossen.

von MHM - am 31.07.2012 07:02
ich habe zb auch schon bereits sehr starke Troposcatter erlebt, bis O=4 zb die 106.8 von Radio 24 und die 87.6 mit Malvisi

@ MHM wenn dann zünftig boarisch bei a Glaserl spezi oder weissbier :D

von - - am 31.07.2012 07:23
@ParadiseFM
So machen wir das. Spezi mag ich übrigens am liebsten, Weißbier dagegen gar nicht (mehr). Aber ich hoffe, bei Euch gibt´s Spezi?

Die 106,8 von Radio 24 ist quasi der Überall-Dauernd-Scatter in Oberbayern. Es mag wohl an der Senderleistung liegen (wobei Hofrat Franz Prull neulich meinte, daß es höchstens 25 kW statt 100 kW sind, aber auch das wäre noch viel).

Die 87,6 von Malvisi Network ist auch sehr häufig zu hören, habe ich mir sagen lassen. In Mittenwald tue ich mir immer schwer, wegen 87,6 Dillberg. Mittlerweile ist mir der Empfang aber doch zweimal geglückt. Künftig wird es aber nicht einfacher, da auf dem Herzogstand bald die 87,6 eingeschaltet wird. Dafür wird die 106,7 etwas freier für DX-Empfang.

von MHM - am 31.07.2012 11:30
Ist Malvisi nicht auf 87,5?

An den Italienern beisse ich mi bisher hier auch die Zähne aus, alle Nachbarländer ausser Dänemark (Schleswig-Holstein geht) bekomme ich hier in ungünstiger Lage.

von DX-Matze - am 31.07.2012 13:41
Zitat
DX-Matze
Ist Malvisi nicht auf 87,5?

An den Italienern beisse ich mi bisher hier auch die Zähne aus, alle Nachbarländer ausser Dänemark (Schleswig-Holstein geht) bekomme ich hier in ungünstiger Lage.


Das tut mir leid. Dänemark erreiche ich auch nie, weder über Tropo noch via Sporadic-E.

Es gibt in der Tat Rete Malvisi auf der 87,5 MHz (wobei auf der Frequenz gerne zeitgleich auch Radio Capital reinfadet). Diese Frequenz ist in Bayern ebenfalls sehr häufig zu hören (kein Wunder, bei dieser Frequenz). Aber die 87,6 ist hierzulande auch ein häufiger Gast von jenseits der Alpen. Zumindest dort, wo Dillberg nicht mehr reinstört.

von MHM - am 31.07.2012 13:48
Zitat
MHM
@ParadiseFM
Warum es mich nach Sibirien verschlagen hat, erzähle ich Dir mal bei einem Glas Bier (alternativ Limo oder Wodka) ;-)


Dann kannst Du ihm auch gleich ein Bild von ihr zeigen. ;)

von DX-Fritz - am 02.08.2012 18:56
aha... "IHR" ?!?!

welche SIE isses denn??? eine Triax oder eine Hirschmann??

hätte es mir doch gleich denken koennen dass es um eine Yagi antenne geht :D

von - - am 03.08.2012 08:35
Natürlich geht es hier um eine Yagi-Antenne! Oder dachte hier jemand, ich DXe mit simplen Teleskopantennen? :D

von MHM - am 03.08.2012 14:00
ich sags immer wieder: deutsche Frauen sind die besten - solange bis eine Ukrainerin oder Russin den Raum betritt :D

von - - am 03.08.2012 16:31
Danke, ich werde das gerne ausrichten :D

von MHM - am 03.08.2012 17:57
wie kommst du denn immer dahin wenn du ned mit der Transsib fahrst??

mit dem Omnibus?? oder mit dem KRÜMELBUS :D

von - - am 04.08.2012 07:38
@ DX MATZE:

Malvisi sendet von mehreren Standorten auf beiden QRGs.

die 87.5 wird u.a. in COMO, PARMA , PAVIA, LODI , CREMONA und BERGAMO verwendet
davon sind die meisten TX low Power und UNLISTED in FMSCAN, aber der Tx. "Campo dei fiori / Blumenfeld" im gleichnamigen Nationalpark bei Varese hat ~ 60 kW und schafft es trotz geringer Höhe oftmals über die Alpen :eek::spos:

auch die 87.6 wird in Gleichwelle abgestrahlt aus Bologna-Stadt, Modena-Stadt und vom hochgelegenen Tx. Serramazzioni:

http://www.youtube.com/watch?v=Z5wqUUAq6FY
http://www.youtube.com/watch?v=vttGY2AXK4g

von - - am 04.08.2012 07:47
@ParadiseFM
Krümelbusse habe ich noch nie in Sibirien gesehen (ich weiß auch gar nicht, was das ist; ich kenne nur Krümelmonster:D). Angeblich soll es eine Busverbindung von Novosibirsk nach Hannover und umgekehrt geben, aber niemand weiß näheres dazu. Ich fliege immer, das ist am einfachsten. Von Moskau fliegt man in gut vier Stunden nach Novosibirsk. Die Stadt hat noch einen zweiten Lufthafen, von wo aus Regionalflüge nach Nordsibirien gehen.

Kannst Du mal bitte alle 87,5- und 87,6-Standorte von Malvisi Network auflisten? Dann können wir die in die FMLIST eintragen.
Kann es sein, daß auch Radio Radicale viel häufiger die 105,5 in Norditalien einsetzt als allgemein bekannt ist? Ich hab vor einiger Zeit mal das Programm gleichzeitig dreimal auf der 105,5 hören können. Vermutlich aufgrund unterschiedlicher Signalzuführungen gab es Verzögerungen von jeweils 200 ms (oder 400 ms, weiß ich nicht mehr genau). Beim fade-in und fade-out war es nur ein Signal, aber dazwischen war es dreimal zu hören. Zum Glück habe ich dieses Phänomen mit einer Audacity-Aufnahme verewigen können.

von MHM - am 04.08.2012 13:44
Die warmen Temperaturen machen sich auch am UKW-Band bemerkbar.

Ich habe nun wieder mein "Sommer-Band", das heißt seit die Werte tagsüber deutlich über 15,20 Grad liegen sind auch wieder andere Programme/Senderstandorte aus Italien anzutreffen als in den Wintermonaten.

Bestes Beispiel ist da 99.40 von Play Studio (Montescudo/Monte Godio, Provinz Rimini, Emilia-Romagna, 322 km) :
Während dem Winter bis auf 1-2 Ausnahmen nicht empfangbar, nun fast jeden Tag empfangbar, insbesondere seitdem die Temperaturen bei 20,25 Grad liegen.

Es ist jedes Jahr komplett gleich: Kaum übersteigen die Temperaturen mal 10 Grad und es ist schönes Wetter strömen viele andere Sender in Kärnten ein, die im Winter nicht empfangbar sind.

Wie ich durch Beobachtungen festgestellt hab, ist es in etwa so:

Winter: Standardmäßig ist hier die Emilia/Romagna und zwar eher landeinwärts stark empfangbar, das heißt der Raum Bologna, Modena (mit den Standorten Monte Grande bei Castel San Pietro und den Monte Cimone sowie Serramazzoni bei Modena).

Ich denke, dass das die "Tropolose" Phase ist, d.h. Normalbedingungen.

Restliche Zeit des Jahres: Nun ist alles anders - sobald Sonne und wärmere Temperaturen hier sind ändern sich auch die Empfangsbedingungen.
Dieses Jahr konnte ich es sehr schön beobachten, als Anfang März kurz eine Warmphase hier war, hatte ich wieder ordentlich viel aus den Regionen, die nahe der Adria liegen: Die Romagna (der Teil der EmiliaRomagna, die direkt am Mittelmeer liegt) plus Marche (Ancona, Fabriano..)

Auch heute war es wieder so, nach langer Zeit mit relativ wenig Aktivität hat sich nun das "Sommerband" eingestellt, was bedeutet, dass alles unruhiger ist, die Signale stärker schwanken und eben diese Region stärker empfangbar ist.

Bestes Beispiel 95.50:

Im Winter ging hier meistens R101 aus Serramazzoni/Monfestino bei Modena (340 km). Nun ist es warm und Studio Più hat den Platz wieder erobert - Standort ist hier Monte Carpegna bei Rimini (330 km).
Oder eben wie beschrieben die 99,40 von Play Studio - im Winter nicht mal ansatzweise warhnehmbar - nun fast RDS-Quali (0=4) - das zieht sich fast in einem Durch nun bis in den Herbst.

Das "Sommerband" ist auf jeden Fall interessanter als das "Winterband", weil es mehr Dynamik, bessere Sender und größere Reichweiten aufweist (93,50 Subasio geht fast jeden Tag auf 405 km).

Ich vermute stark die Adria hinter diesen Bedingungen, das hier irgendwelche Strömungen oder die Erwärmung durch die Sonne eine Rolle spielen.

Hat jemand sonst noch Ideen/Therorien?

von RTL 102.5 Fan - am 15.04.2013 18:26
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