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(historische) Frage zu SAT1-Grundnetzsender Essen

Startbeitrag von alzarius am 26.02.2013 19:55

Hallo,

Ich habe vor kurzem mal die alten analogen TV-Frequenzlisten von NRW überflogen und entdeckt, dass es für SAT1 damals einen Grundnetzsender aus Essen mit 1kW (K7 im VHF-Bereich) gab.
Diese Tatsache ist für mich interessant, da ich in den (frühen) 90ern - damals lebte ich noch im Ruhrgebiet (nördlicher Ennepe-Ruhr Kreis) - verzweifelt versucht habe, SAT1 irgendwie halbwegs vernünftig analog terrestrisch reinzubekommen.
Weiß irgendjemand, wie die Reichweite des Essener Senders war (1kW im VHF ist ja wahrscheinlich wesentlich stärker als die anderen Funzeln, die es damals in NRW sonst noch gab)? War der Sender gerichtet? Wenn ja, wohin?

Die 50 interessantesten Antworten:

Sat.1 kam vom Sender Essen-Stadtwald, wo heute Radio Essen auf 102,2 funkt. Gesendet wurde gerichtet nach 295°, also grob Richtung Mülheim/Ruhr und Oberhausen - Essen bekam nur die Nebenkeule. Du wohntest mit "nördlicher EN" komplett in der anderen Richtung, da ging logischerweise nichts.

In der Praxis dürfte es auch in Hauptstrahlrichtung schwierig gewesen sein, diesen Sender zu empfangen, weil auf dem gleichen Kanal Nederland 1 aus Markelo kam, der im Ruhrgebiet je nach Position recht stark hereinfällt.

von RheinMain701 - am 26.02.2013 20:18
Auf Kanal 12 war die Reichweite sehr groß, weitaus größer als die Bundespost es damals erwartet hatte. Im südlichen Kreis Kleve (im Norden kann ich es nicht beurteilen) hatten fast alle über ihre Langenberg-Antenne (Kanal 9) auch ein befriedigendes Bild von Sat.1, so dass viele ihre Antennen entsprechend anpassen ließen, um so ein nahezu perfektes Bild zu bekommen. Zu Zeiten des Kanalwechsels war die Antenne schon nicht mehr interessant, da hatten die meisten schon Satellit oder Kabelfernsehen. Auf Kanal 7 konnte man hier (ich habe damals in Geldern - Walbeck gewohnt) mit einigem Antennenaufwand (oder bei leichtem Tropo wegen der erwähnten Gleichkanalbelegung aus Markelo) RTL Plus direkt aus Luxemburg empfangen. Das war aber auch nur so lange interessant, bis 1986 die RTL-Sender in NRW den Betrieb aufgenommen hatten. Das war wegen der Frequenzteilung mit Tele 5 (Videoclips die ganze Nacht) sogar wesentlich interessanter als RTL über Kanal 7.

von Bolivar diGriz - am 27.02.2013 06:50
Danke für die sehr informativen Antworten!
Eine Frage an RheinMain701: Woher hast Du die genaue Richtstrahlung? Ich habe solche Informationen (für andere Sender) auch auf Wikipedia gesucht aber nur sehr vereinzelt gefunden.
Mich würden auch die Reichweiten+Richtstrahlung der damals "konkurrierenden" Sender interessieren. Das waren Recklinghausen-Quellberg (K39), Schwerte-Sommerberg (K47) und Hamm-FMT (K57).

von alzarius - am 27.02.2013 15:26
Leider alles im Laufe der Jahre verschütt' gegangen. Ich hatte damals eine Stapel von Heften der LfR (so hieß die LfM damals), ich war damals Mitglied in einem Föderverein für Bürgerfunk (noch vor Start des Lokalfunks), da hatte ich die mir alle eingesackt. Dort standen jedenfalls ausführliche Daten und Grafiken. Vielleicht hat die LfM noch diese Infozeitschriften, eventuell sogar als PDF?

von Bolivar diGriz - am 27.02.2013 16:23
Zitat
alzarius
Eine Frage an RheinMain701: Woher hast Du die genaue Richtstrahlung? Ich habe solche Informationen (für andere Sender) auch auf Wikipedia gesucht aber nur sehr vereinzelt gefunden.
Mich würden auch die Reichweiten+Richtstrahlung der damals "konkurrierenden" Sender interessieren. Das waren Recklinghausen-Quellberg (K39), Schwerte-Sommerberg (K47) und Hamm-FMT (K57).

Die habe ich aus einer Sendertabelle, die durch das Forum herumgeistert.

Recklinghausen K39 sendete mit 100 Watt gen 300°... also eher Richtung Marl denn Recklinghausen. Schwerte K47 hatte 400 Watt und war mit 330° ziemlich genau auf Dortmund gerichtet. Hamm K57 mit 400 Watt war rundstrahlend.

Besonders K39 Recklinghausen stelle ich mir wegen K39 Düsseldorf sehr schwierig vor. Die anderen waren solala, dürften zumindest in ihrem Zielgebiet gut gegangen sein.

von RheinMain701 - am 27.02.2013 16:49
Nochmals Danke für die zusätzlichen Angaben.
Nach diesen Angaben wundert es mich, dass bei uns damals überhaupt etwas angekommen ist.
Bei Schwerte hätte ich idealerweise eine Strahlung von ca. 240° benötigt.
Topographisch gesehen war jedoch meine Empfangslage recht gut (wir wohnten auf einem Berg - auf UKW bekam man auch NDR, SWF und HR rein).
Unsere Hausantenne war im UHF-Bereich auf Wesel (RTL K52 & VOX K59 in Ortssenderqualität) bzw. Do-Florianturm ausgerichtet, von daher hatte ich mit einem "Nudelsieb" von Zehnder herumexperimentiert.
Im 2. Stock ging an einer Stelle ein stabiler Empfang von Schwerte -- allerdings mit noch einigem Schnee. Im 3. Stock ging Schwerte wesentlich schlechter bzw. gar nicht, dafür ging Hamm.
Das fand ich nicht wirklich genießbar, da es extreme Jalousieeffekte gab.

von alzarius - am 27.02.2013 19:57
Ich hatte das deswegen gesagt, weil du meintest, dass im 2. Stock Schwerte noch empfangbar war, im 3. Stock hingegen nicht mehr. Nederland 2 aus Smilde sendete auch auf K47, ja.

Die Störungen bei K57 waren ganz sicher wegen WDR-Fernsehen aus Herbede mit sieben Watt.

von RheinMain701 - am 27.02.2013 20:51
Die Theorie mit dem 2. und 3. Stock scheint recht plausibel zu sein.
Im 2. Stock war die Sicht nach Schwerte nicht durch Nachbargebäude versperrt. Auf der anderen Hausseite waren aber Häuser, die die Sicht blockierten. Vermutlich haben die Nachbargebäude Störsignale abgeschirmt, die in der dritten (obersten) Etage wieder reinkamen.

K57 war ein WDR-Sender. Kann mich noch erinnern, dass man einmal deutlich die Umrisse des damaligen West3-Logos (bunte Bauklötze) sehen konnte.

Nach Euren Informationen war bei uns wirklich keine gute Versorgungslage. Ich vermute in den größeren Nachbarstädten Bochum und Hagen wird es nicht viel besser gewesen sein.

von alzarius - am 28.02.2013 18:32
Also ich kann mich noch daran erinnern, dass der Empfang von Sat 1 in Essen-Überruhr-Holthausen sehr gut war. Das ging im Erdgeschoss mit Zimmerantenne. RTL war da durchaus schlechter zu empfangen. Ich will mal behaupten, dass Essen durchaus versorgt war, wohl auch noch Hattingen dürfte es funktioniert haben. An den Wechsel kann ich mich auch noch erinnern. Es war bei dem tragbaren Fernseher damals recht schwierig, Sat 1 von Langenberg (Kanal 9) zu trennen. Man merkte, dass Langenberg viel stärker zu empfangen war.

von pfennigfuchser - am 01.03.2013 05:49
In Bochum-Wiemelhausen bekamen wir Sat.1 genauso wie RTL und VOX vom Sender Schwerte (400W), was sich auch anbot, da Wesel bei uns abgeschattet war und wir somit UHF (2./3.) eh vom Dortmunder Florian bezogen haben. War ja fast Sichtverbindung. Was ein Bild bei 500kW :D Die Privaten aus Schwerte hatten nur leichten Griesel.

von Japhi - am 01.03.2013 10:26
OK. Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn Wiemelhausen Schwerte nutzte, die östlichen Stadtteile (Werne, Laer, Harpen, Langendreer etc.) wahrscheinlich dies auch taten.

Es gab ja doch auch noch einen 100W-Sender in Bochum für RTL.
Ich frage mich, wieso gab es den, wenn man eigentlich durch Wesel und Schwerte versorgt wurde.

von alzarius - am 01.03.2013 20:13
Zitat
alzarius

Es gab ja doch auch noch einen 100W-Sender in Bochum für RTL.
Ich frage mich, wieso gab es den, wenn man eigentlich durch Wesel und Schwerte versorgt wurde.


Aus politischen Gründen: Die starken Frequenzen gingen an das als SPD nahe geltende RTL, die Zweitfrequenzen an das CDU nahe SAT.1 und die wiederum stärkeren Frequenzen für den dritten Sender hatte man für den "inhaltlich genau definierten Westschienenkanal" reserviert, aus dem dann ja Vox geworden ist. (Welches nach kurzer Zeit wirtschaftlich gescheitert ist und verkauft wurde.)
Jedenfalls hätte Bochum dann ja an SAT.1 gehen müssen. Die starke Reichweite von SAT.1 aus Essen war so nie geplant.

von Bolivar diGriz - am 02.03.2013 05:59
Ich bilde mir ein, dass wir zuerst auch über Hausantenne in ganz schlechter Qualität SAT1 empfangen haben (wegen Dacharbeiten musste die Antenne verstellt werden, wodurch das schwache Signal endgültig verschwand). Ich frage mich bis heute, von wo das Signal gekommen ist. Es können nicht Schwerte und auch nicht Hamm gewesen sein. Essen auch nicht, da es ein UHF-Kanal war, der damals reinkam.

Mich interessiert natürlich sehr, wie der terrestrische SAT1-Empfang in dieser Zeit in der Umgebung (Bochum, Hagen, EN) war. Wie war die Lage eigentlich im Münsterland? Deckte der Sender aus Münster mit 1kW die Gegend gut ab -- ist bei der flachen Gegend ja nicht unwahrscheinlich.

von alzarius - am 03.03.2013 17:13
Sat.1 hatte in Münster zwar den stärksten Kanal, aber auch den stärksten Gleichkanalstörer (Nederland 3 Markelo), der Empfang war dementsprechend vor allem Richtung Nordwest ziemlich miserabel bis unmöglich. Auch VOX hatte in Münster nie wirklich Freude, vor allem wegen dem Füllsender von Nederland 3 in Losser (gleich hinter der Grenze), aber auch bei bestimmten Wetterlagen DDR2 vom Brocken (deswegen gab es da einen extra Sender in Rheine). Nur RTL ging einigermaßen, da der Kanal 38 weitgehend frei war.

von RheinMain701 - am 03.03.2013 17:50
Generell hat Sat.1 damals Schrottfrequenzen bekommen:

Krefeld Kanal 33 wurde vor allem gestört vom ZDF Ahrweiler, Düsseldorf E 44 von Genk (und umgekehrt), Kanal 53 aus Leverkusen war sehr schwach und hatte daher gegen Dortmund keine Chance. Der Essener Sender war somit ein "Unfall". In Virsen ging der unweit von hier an einer nach Osten hin offenen Anhöhe in Ortssenderqualität. Die Langenberg-Antenne wurde so augerichtet, dass sie optimal für Werden stand und Langenberg immer noch perfekt einfing. Der Winkel war ja nicht so groß.

BRT/BRTN TV 1 war nach der Aufschaltung von Sat.1 auf der Lausward im Kabel nur mit Jalousie zu empfangen. Das Signal wurde in Wllich-Schiefbahn eingefangen, von dort hatte man praktisch Sichtverbindung nach D'dorf.

von Alqaszar - am 04.03.2013 01:54
Interessant, dass im TV-Bereich offenbar eine größere Liberalität an den Tag gelegt wurde, als im Rundfunksektor.
Immerhin ließen sich vier private TV-Programme empfangen: RTL/Tele5 (im Timesharing-Verfahren), Sat.1 und später dann VOX.
Im Radio hingegen gibt es bis heute lediglich den NRW-Lokalfunk.

Hat jemand eine Erklärung dafür?

von DABplus+ - am 15.03.2013 13:37
Anfang der 90er habe ich bei meiner Großmutter in Heiligenhaus, wo der Kanal 12 aus Essen natürlich in Ortssenderstärke hereinkam, einmal einen Senderausfall erlebt. Zu sehen war als Störungsdia eine Videotext-Grafik mit einem stilisierten Fernmeldeturm und dem Hinweis, dass der Sender ausgefallen war. Ich habe damals sogar ein Foto davon gemacht, doch kürzlich habe ich alle Fotoalben durchgeblättert und es nicht mehr gefunden, sonst hätte ich es natürlich hier eingestellt.

von Lahnwelle - am 15.03.2013 16:10
Zitat
DABplus+
Interessant, dass im TV-Bereich offenbar eine größere Liberalität an den Tag gelegt wurde, als im Rundfunksektor.
Immerhin ließen sich vier private TV-Programme empfangen: RTL/Tele5 (im Timesharing-Verfahren), Sat.1 und später dann VOX.
Im Radio hingegen gibt es bis heute lediglich den NRW-Lokalfunk.

Hat jemand eine Erklärung dafür?


De facto konnten doch nur sehr wenig all diese Privatsender in normaler Qualität empfangen.
Von daher täuscht doch wahrscheinlich ein Blick ausschließlich auf die Frequenzlisten.
Wir haben topographisch gesehen recht günstig gewohnt. Deswegen konnten in unserer Nachbarschaft zumindest alle RTL und VOX schauen.
Selbst im gleichen Stadteil sah es aber im Ruhrtal wesentlich schlechter aus. Hier gingen nur ARD-ZDF-WDR.
Zu VOX: in den 90ern wurde der Kanal nicht wirklich wahrgenommen. Das war auch eher ein Pseudo-Angebot. Man hätte zumindest den K59 aus Wesel an SAT1 geben sollen. Vielleicht im Ausgleich dafür den Essener VHF-Kanale an VOX. War das eigentlich jemals eine Option?

von alzarius - am 16.03.2013 19:25
Nein, Vox war als kulturorientiertes Programm politisch gewollt. Erst als dieses Projekt mit Pauken und Trompeten unterging, konnte aus Vox ein kommerzielles Programm werden. Mit hatte das alte Vox (war hier aus Wesel Ortssender) sehr gut gefallen, schon wegen dem Medienmagazin! Ich finde es sehr schade, dass alle anspruchsvollen Privatsender, wie später XXP oder Terra Nova nach kurzer Zeit untergegangen sind. Mal sehen wieviele Monate Ebru durchhalten wird...

von Bolivar diGriz - am 17.03.2013 08:30
Zitat
Exidor
Nein, Vox war als kulturorientiertes Programm politisch gewollt. Erst als dieses Projekt mit Pauken und Trompeten unterging, konnte aus Vox ein kommerzielles Programm werden. Mit hatte das alte Vox (war hier aus Wesel Ortssender) sehr gut gefallen, schon wegen dem Medienmagazin! Ich finde es sehr schade, dass alle anspruchsvollen Privatsender, wie später XXP oder Terra Nova nach kurzer Zeit untergegangen sind. Mal sehen wieviele Monate Ebru durchhalten wird...


Das ist wirklich ein schwieriges Thema! Auch ich habe häufig und gerne Canale Grande geschaut. Die Qualität von Dokus und Polit-Magazinen der Öffentlich-Rechlichen konnten aber nach meinem Empfinden nicht erreicht werden. Man hätte doch besser von Anfang an auch auf ein zweites Standbein setzen sollen (z.B. gute Serien), dann hätte es vielleicht geklappt. Wir hätten also eine Art ITV-Deutschland gebraucht.
Ein rein kommerzieller Sender mit kaum Unterhaltungsangebot ist eigentlich nicht massenkompatibel.

von alzarius - am 17.03.2013 17:10
Zitat
alzarius
Ich bilde mir ein, dass wir zuerst auch über Hausantenne in ganz schlechter Qualität SAT1 empfangen haben (wegen Dacharbeiten musste die Antenne verstellt werden, wodurch das schwache Signal endgültig verschwand). Ich frage mich bis heute, von wo das Signal gekommen ist. Es können nicht Schwerte und auch nicht Hamm gewesen sein. Essen auch nicht, da es ein UHF-Kanal war, der damals reinkam.
.

Kann es sein, dass es die sat1 funzel von bottrop war. die haben wir im essener süden mit freier sicht nach norden/nordwesten empfangen, bevor k7 auf sendung ging.

von ahnungsloser - am 18.03.2013 12:28
Von der Himmelsrichtung her könnte es passen. Bottrop und Wesel (unsere UHF-Yagi war auf Wesel ausgerichtet) liegen so ziemlich in derselben Richtung. Bottrop war doch bestimmt auch gerichtet? Wenn ja, was war die Hauptstrahlrichtung? Stimmt es, dass die Leistung nur bei 80W war? Die Entfernung (Luftlinie) von unserem Standort nach Bottrop sind ungefähr 25-30km. Das SAT1-Signal, das ich in Erinnerung hatte, hatte auch Gleichkanalstörungen; das könnte N3 aus Osnabrück gewesen sein. Wie gut war denn das Signal in Essen zu empfangen?

von alzarius - am 18.03.2013 19:55
ja das passt. unsere uhf-yagi war in essen-bredeney mit freier sicht nach norden/nordwesten auf wesel gerichtet und brachte neben der funzel in mittlerer qualität absolut störungsfrei ned2/3 von markelo. bei tropo kamen auch ganz gerne bbc und tv2 dänemark sowie eiderstedt auf k44 vorbei.

von ahnungsloser - am 19.03.2013 11:01
Es scheint so gewesen zu sein, dass der Empfang entlang des Hellwegs zumindest vom Niederrhein bis Dortmund eigentlich möglich war, vor allem, wenn man nördlich der Ruhr wohnte.
Wie sah es in angrenzenden Gegenden aus, z.B. Wuppertal? Auch wäre interessant zu wissen, ob es im Sauerland in günstigen höheren Lagen irgendwie möglich war, an ein SAT1-Signal terrestrisch zu gelangen.

von alzarius - am 20.03.2013 20:07
In günstigen Lagen im Osten könnte womöglich der Empfang aus Kassel möglich gewesen sein - ansonsten sah es recht mau aus.

Wuppertal war bei den Privaten immer so eine Lücke. Da waren wohl zwar Frequenzen geplant (Kanal 8 für VOX geistert hier herum), aber sie gingen nie in Betrieb.

von RheinMain701 - am 20.03.2013 22:06
Was mir bei Sauerland einfällt: In einer alten Karte, ich meine von 1988(?), war ein Sender für ProSieben in Winterberg eingetragen. Gab es den wirklich und wenn ja, von wo strahlte er aus und warum ProSieben (die damals noch nicht mal auf Sendung waren).

von Japhi - am 21.03.2013 13:17
Genau, Kanal 56 war das. Bleibt nur die Frage: Warum? Und dann noch in NRW.

Edit: MOOOOOMENT! Kann es sein, dass sich da jemand stark vertan hat (auch damals in der Karte?). Es gab ProSieben (im Timesharing mit 1Plus?!) in Saarbrücken auf K56...vom Sender SB-Winterberg! Ich vermute, das ist des Rätsels Lösung.

von Japhi - am 21.03.2013 16:23
Ab wann wurden eigentlich die Privaten in NRW aufgeschaltet? Mich interessieren vor allem Wesel, Schwerte, Hamm und Essen. VOX wird wahrscheinlich gleichzeitig an allen Standorten im Januar 1993 on-air gegangen sein. Bei RTL und SAT1 war es wahrscheinlich aber anders. Gab es über die Jahre irgendwo Änderungen in der Sendeleistung (in Norddeutschland hatte man ja bei einigen Sendern sukzessiv die Leistung erhöht).

von alzarius - am 23.03.2013 19:38
Die Lizenzen wurden im Februar 1988 ausgeschrieben. Ab Mai sah man das Testbild, zuerst auf Kanal 36 vom Sender Burscheid, etwas später auch aus Wesel. Irgendwann in den Sommerferien wurde dann RTL aufgeschaltet. Sat.1 folgte dann erst ich glaube im März 1989.

von Bolivar diGriz - am 24.03.2013 08:06
Wesel sendete zunächst nach Osten gerichtet, so dass bei uns im westlichsten Kreis Kleve der Empfang über Burscheid deutlich besser war. Erst nach einigen Monaten hatte man auf Rundstrahlung umgerüstet, dann war RTL genausogut wie ZDF und WDR Fernsehen vom gleichen Standort zu empfangen. Das lag daran, dass der Sender wohl ursprünglich für ein Fensterprogramm des WDR für Westfalen vorgesehen war.

von Bolivar diGriz - am 24.03.2013 11:24
Zitat
Japhi
Oha, danke. Dann wars wirklich so :cheers:

Nein, das kann nicht sein, Pro 7 wurde in NRW nie ausgestrahlt. Was für eine Karte hast denn da eigentlich? Außerdem, so ganz nebenbei: Winterberg im Sauerland mit K56 und 1kW und auf demselben Kanal Habichtswald mit der ARD. Da bin ich mir ziemlich sicher, dass der Sender (Pro 7) nie "on air" war, außerdem taucht er auch nie irgendwo auf.

Zitat
plueschkater
Hamm: Sat.1 K57 400W 11.09.1989 - RTL K35 400W vor10/1992
Schwerte: ???


Hamm: Sat.1 K57 400W 11.09.1989 - RTL K35 400W 1988 - VOX K49 400W (Nach Abschaltung SSVC Dortmund)
Schwerte: Sat 1 K47 400W, 13.3.1989 - RTL K58 400W 1988 - VOX/Lokalfernsehen K43 400W 1983?
Unna: VOX K51 vertikal 200W(?) im Laufe von 1993, nicht zu Beginn

Also Sat 1 aus Hamm war eher auf Sendung als aus Schwerte, deswegen wurde vielfach in QTH2 versucht Hamm empfangen zu können, was leider recht schwierig war. Schwerte ging mit Sat 1 am 13.3.1989 im K47 mit 400W auf Sendung. RTL war schon seit 1988 über Schwerte K58 zu empfangen, er war einer der ersten Sender. Ebenfalls eine Leistung von 400W. RTL aus Hamm übrigens auch, der war schon 1989 oder 1988 zu empfangen. Der K35 war übrigens sehr stark durch das ZDF aus Wesel gestört. VOX übernahm in Schwerte den zuvor vom Lokalfernsehen Dortmund (Kabelpilotprojekt) benutzen K43. Zusätzlich ging 1993 ein Sender in Unna auf K51 mit vertikaler Polarisation in Betrieb, allerdings war er irgendwie sinnlos, da nicht besser zu empfangen als der topographisch äußerst gut gelegene Standort der Senders Schwerte. Aus Hamm wurde meines Wissens nach K49 für VOX später genutzt, als SSVC aus Dortmund dort nicht mehr sendete. SSVC K49 hatte allerdings eine sehr gute Reichweite. Puuh, denke jetzt dürften zumindest diese Fragen abgedeckt sein :-) War aber übrigens eine schöne Zeit, machte auch noch irgendwie Spaß die Antennen direkt danach auszurichten. Daneben liesen sich übriegens auch RTBF auf K59 sowie BRT 1 auf K47 aus Werl je nach Lage mittelmäßig empfangen, obwohl der Sender dort nur 10(!)W hatte ... Das BRT Testbild mit Donna als Radio habe ich gerne geguckt :-)

von Jens1978 - am 26.03.2013 18:33
Zitat
Jens1978
Zitat
Japhi
Oha, danke. Dann wars wirklich so :cheers:

Nein, das kann nicht sein, Pro 7 wurde in NRW nie ausgestrahlt. Was für eine Karte hast denn da eigentlich? Außerdem, so ganz nebenbei: Winterberg im Sauerland mit K56 und 1kW und auf demselben Kanal Habichtswald mit der ARD. Da bin ich mir ziemlich sicher, dass der Sender (Pro 7) nie "on air" war, außerdem taucht er auch nie irgendwo auf.

Zitat
plueschkater
Hamm: Sat.1 K57 400W 11.09.1989 - RTL K35 400W vor10/1992
Schwerte: ???


Hamm: Sat.1 K57 400W 11.09.1989 - RTL K35 400W 1988 - VOX K49 400W (Nach Abschaltung SSVC Dortmund)
Schwerte: Sat 1 K47 400W, 13.3.1989 - RTL K58 400W 1988 - VOX/Lokalfernsehen K43 400W 1983?
Unna: VOX K51 vertikal 200W(?) im Laufe von 1993, nicht zu Beginn

Also Sat 1 aus Hamm war eher auf Sendung als aus Schwerte, deswegen wurde vielfach in QTH2 versucht Hamm empfangen zu können, was leider recht schwierig war. Schwerte ging mit Sat 1 am 13.3.1989 im K47 mit 400W auf Sendung. RTL war schon seit 1988 über Schwerte K58 zu empfangen, er war einer der ersten Sender. Ebenfalls eine Leistung von 400W. RTL aus Hamm übrigens auch, der war schon 1989 oder 1988 zu empfangen. Der K35 war übrigens sehr stark durch das ZDF aus Wesel gestört. VOX übernahm in Schwerte den zuvor vom Lokalfernsehen Dortmund (Kabelpilotprojekt) benutzen K43. Zusätzlich ging 1993 ein Sender in Unna auf K51 mit vertikaler Polarisation in Betrieb, allerdings war er irgendwie sinnlos, da nicht besser zu empfangen als der topographisch äußerst gut gelegene Standort der Senders Schwerte. Aus Hamm wurde meines Wissens nach K49 für VOX später genutzt, als SSVC aus Dortmund dort nicht mehr sendete. SSVC K49 hatte allerdings eine sehr gute Reichweite. Puuh, denke jetzt dürften zumindest diese Fragen abgedeckt sein :-) War aber übrigens eine schöne Zeit, machte auch noch irgendwie Spaß die Antennen direkt danach auszurichten. Daneben liesen sich übriegens auch RTBF auf K59 sowie BRT 1 auf K47 aus Werl je nach Lage mittelmäßig empfangen, obwohl der Sender dort nur 10(!)W hatte ... Das BRT Testbild mit Donna als Radio habe ich gerne geguckt :-)


Vielen Dank für den sehr ausführlichen und informativen Bericht.
Wir hatten vor RTL-Wesel auch SAT1-Hamm (allerdings ja sehr schlecht). An RTL aus Hamm war nicht zu denken, da ZDF-Wesel bei uns noch mehr störte.
Wo gab es eigentlich sonst noch SSVC-Sender in NRW?

von alzarius - am 26.03.2013 19:02
Zitat
alzarius
Wo gab es eigentlich sonst noch SSVC-Sender in NRW?


Bielefeld K41 100 Watt
Detmold K55 30 Watt
Dülmen K49 40 Watt
Düsseldorf K57 120 Watt
DU-Buchholz K51 4 Watt
Enger K42 100 Watt
Geilenkirchen K40 400 Watt
Gütersloh K44 400 Watt
Herford K52 100 Watt
Köln K23 2 Watt
Krefeld K27 40 Watt
Minden K41 400 Watt
Mönchengladbach K23 500 Watt
MG-Hehn K59 400 Watt
MH-Holthausen K41 100 Watt
Münster K23 800 Watt
Niederkrüchten-Elmpt K53 1000 Watt
Paderborn K49 200 Watt
Viersen K23 1 Watt
Weeze K33 60 Watt
Wulfen K28 16 Watt

von RheinMain701 - am 26.03.2013 19:51
Zitat
plueschkater
Zitat
Jens1978
Zitat
Japhi
Oha, danke. Dann wars wirklich so :cheers:

Nein, das kann nicht sein, Pro 7 wurde in NRW nie ausgestrahlt. Was für eine Karte hast denn da eigentlich? Außerdem, so ganz nebenbei: Winterberg im Sauerland mit K56 und 1kW und auf demselben Kanal Habichtswald mit der ARD. Da bin ich mir ziemlich sicher, dass der Sender (Pro 7) nie "on air" war, außerdem taucht er auch nie irgendwo auf.

Der Standort ist in dem Verzeichnis der Fernseh- und Hörfunksender von 1994 / Wittsmoor gelistet - mit dem Gleichkanalstörer Habichtswald hast Du natürlich Recht.

Unna: VOX K51 vertikal 200W(?) Die Leistung ist korrekt ;) im Laufe von 1993, nicht zu Beginn

VOX übernahm in Schwerte den zuvor vom Lokalfernsehen Dortmund (Kabelpilotprojekt) benutzen K43. Interessant, in München gab es vor dem Start der terrestrischen Verbreitung der großen Privatsender ein ähnliches Projekt verschiedener Anbieter, genannt "Kanal 4" auf K59

Hmm, okay ich hab die Wittsmoorliste nur bis 1993 "durchgearbeitet". Dabei habe ich wieder gesehen, dass die Liste bzgl. der Privatsender alles andere als aktuell war und meines Wissens nach tlw. auch falsch war. Selbst in der 1990er Liste war nur 'ne handvoll Sender enthalten obwohl deutlich mehr in Betrieb waren. Also die Privatsender wurden nur beiläufig behandelt, das ist leider eine Tatsache. Und sollte Winterberg tatsächlich in Betrieb gewesen sein, so garantiert mit Zielgebiet Hessen, denn dort gab es Pro7 Sender.

In den 80er Jahren gab es meines Wissens nach 3 Kabelpilotprojekte: Dortmund, Ludwigshafen und München. In Dortmund wurde auch ein Programm mit dem Namen Kanal 4 zu bestimmten Zeiten an Sonntagen(?) ausgestrahlt. Manchmal auf K58 von RTL, manchmal auf K43 vom Lokalfernsehen. Leider weiß ich das nicht mehr so genau. Habe mich damals nur manchmal geärgert, dass so ein "Laber"programm da lief, heute wäre es wahrscheinlich sogar interessant.

von Jens1978 - am 26.03.2013 20:46
Zitat
RheinMain701
Zitat
alzarius
Wo gab es eigentlich sonst noch SSVC-Sender in NRW?

Bielefeld K41 100 Watt
Detmold K55 30 Watt
Dülmen K49 40 Watt
Düsseldorf K57 120 Watt
DU-Buchholz K51 4 Watt
Enger K42 100 Watt
Geilenkirchen K40 400 Watt
Gütersloh K44 400 Watt
Herford K52 100 Watt
Köln K23 2 Watt
Krefeld K27 40 Watt
Minden K41 400 Watt
Mönchengladbach K23 500 Watt
MG-Hehn K59 400 Watt
MH-Holthausen K41 100 Watt
Münster K23 800 Watt
Niederkrüchten-Elmpt K53 1000 Watt
Paderborn K49 200 Watt
Viersen K23 1 Watt
Weeze K33 60 Watt
Wulfen K28 16 Watt


Dazu kann ich noch ergänzen:

Dortmund K49 V / 80 W
Iserlohn K44 V / 15 W
Lemgo K37 V / 150 W
Lippstadt K23 H / 30 W
Lübbecke K49 H / 40 W
Menden K49 V / 40 W
Soest K29 V / 30 W
Werl K28 H / 30 W



Zitat
Jens1978
In den 80er Jahren gab es meines Wissens nach 3 Kabelpilotprojekte: Dortmund, Ludwigshafen und München.

Es gab noch ein viertes in Berlin.

von Manager. - am 28.03.2013 16:08
Zitat
Japhi
VOX gab es aus Wetter? Ich weiß es zwar nicht, aber kann evtl. von diesem Standort gekommen sein? https://maps.google.com/maps?ll=51.363400,7.401656&z=12&t=m

Volltreffer, der dürfte es gewesen sein.

Bei Unna bin allerdings auch ich überfragt.

von RheinMain701 - am 02.07.2013 18:58
Zitat
Japhi
VOX gab es aus Wetter? Ich weiß es zwar nicht, aber kann evtl. von diesem Standort gekommen sein? https://maps.google.com/maps?ll=51.363400,7.401656&z=12&t=m


Ich habe auf dem Berg ca. 5km nordwestlich gewohnt und das Signal konnte noch mit meiner Zimmerantenne empfangen werden (natürlich wegen der geringen Leistung sehr schlecht).
Hagen auf K26 ging mit derselben Antenne fast in Ortsenderqualität (natürlich bei optimaler Ausrichtung). Problematisch war die nähe zu K25 ZDF (Dortmund-Florianturm).

Die Versorgung von VOX in diesem Teil des Ruhrgebiets war schon recht erstaunlich; besser als RTL (und SAT1 sowieso). Bei uns kamen Signale aus Wesel, Hagen, Schwerte und Wetter an.
Mittlerweile weiß ich ja, dass es politische Gründe für diese gute Frequenzlage gab.

Falls sonst noch jemand in der Gegend wohnt(e), würde mich wirklich sehr interessieren, wie bei Euch der Empfang war.

von alzarius - am 03.07.2013 18:43
Hier mal eine Übersicht über die "terrestrische Verbreitung von VOX in NRW, Stand März 1993" (Quelle: VOX-Postwurf-Flyer, 1993)

Bergisch-Gladbach: 27
Bielefeld: 36
Bonn: 34
Dortmund-Schwerte (sic): 43
Düren: 22
Düsseldorf-Burscheid: 39
Hagen: 26
Iserlohn: 38
Lippstadt: 24
Minden: 23
Münster: 34
Paderborn: 22
Rheine: 57
Siegen: 31
Unna. 51
Wesel: 59
Wetter: 27
Wuppertal: 8 (erst ab Mitte 1993)
Wuppertal-Barmen: 28 (erst ab Mitte 1993)

Meines Wissens waren die Privatsender vom FMT Schwerte - mit den allerorts eifrig installierten (Dach-) Zusatzantennen - in den allermeisten Teilen des Dortmunder Stadtgebiets in guter (nie ganz rauschfrei) bis ausreichender Qualität zu empfangen. Ich erinnere mich noch, dass meine damalige Freundin in der Nordstadt ihr RTL per Stricknadel empfing :rolleyes:...hab ihr dann 'ne klapprige Schwaiger-Zimmerantenne geschenkt - womit das Bild nicht unbedingt besser wurde^^

Wenn man so an den Sendestart von VOX zurückdenkt, fühlt man sich fast an eine Art "kommerzielles 3sat" erinnert...


.

von ardey.fm - am 03.07.2013 19:52
Zitat

eines Wissens waren die Privatsender vom FMT Schwerte - mit den allerorts eifrig installierten (Dach-) Zusatzantennen - in den allermeisten Teilen des Dortmunder Stadtgebiets in guter (nie ganz rauschfrei) bis ausreichender Qualität zu empfangen.


Bei uns wurde in Bochum-Wiemelhausen über die vorhandene Florian- (Dortmund)-Antenne Schwerte mitempfangen, auch nie ganz rauschfrei. Praktischerweise gab es so ja auch RTL und Sat1 aus Schwerte.

von Japhi - am 04.07.2013 07:08
Zitat
Japhi
Zitat

eines Wissens waren die Privatsender vom FMT Schwerte - mit den allerorts eifrig installierten (Dach-) Zusatzantennen - in den allermeisten Teilen des Dortmunder Stadtgebiets in guter (nie ganz rauschfrei) bis ausreichender Qualität zu empfangen.


Bei uns wurde in Bochum-Wiemelhausen über die vorhandene Florian- (Dortmund)-Antenne Schwerte mitempfangen, auch nie ganz rauschfrei. Praktischerweise gab es so ja auch RTL und Sat1 aus Schwerte.


So was, und ich dachte immer, dass zumindest der Empfang in DO überall optimal gewesen sei.
Wenn der Empfang aber nun nicht völlig rauschfrei war, gab es dann nicht erst recht bei Tropo deutliche Störungen? Auf allen Schwerte-Kanälen gab es ja auch ein entsprechendes niederländisches Programm.

Danke übrigens für den schönen und sehr interessanten Flyer. Hast Du noch von anderen TV-Programmen so etwas?

von alzarius - am 04.07.2013 17:46
Zitat
alzarius
Zitat
Japhi
Zitat

eines Wissens waren die Privatsender vom FMT Schwerte - mit den allerorts eifrig installierten (Dach-) Zusatzantennen - in den allermeisten Teilen des Dortmunder Stadtgebiets in guter (nie ganz rauschfrei) bis ausreichender Qualität zu empfangen.


Bei uns wurde in Bochum-Wiemelhausen über die vorhandene Florian- (Dortmund)-Antenne Schwerte mitempfangen, auch nie ganz rauschfrei. Praktischerweise gab es so ja auch RTL und Sat1 aus Schwerte.


So was, und ich dachte immer, dass zumindest der Empfang in DO überall optimal gewesen sei.
Wenn der Empfang aber nun nicht völlig rauschfrei war, gab es dann nicht erst recht bei Tropo deutliche Störungen? Auf allen Schwerte-Kanälen gab es ja auch ein entsprechendes niederländisches Programm.


An Störungen der Schwerter Kanäle bei Überreichweiten (oder Berichte davon) in DO kann ich mich eigentlich nicht erinnern, habe selbst aber quasi 'unterm Relais' gewohnt. Nach damaligen Maßstäben war die Empfangssituation eigentlich gar nicht so "suboptimal" - viele in meiner Altersklasse waren froh, wenn der Empfang (wohl nicht zuletzt auch wegen Russ Meyer & Co.^^) in ungünstigen Lagen mit teils vorsintflutlichen Gerätschaften (erster Fernseher) überhaupt möglich war... Evtl. war das leichte Bildrauschen der Privaten (bei RTL(plus) mehr als bei VOX, Sat1) auch bereits zuführungsbedingt? Völlig rauschfrei gingen zumindest nur die Florian-Programme ZDF K25 und WDR3/West3 K53 (sowie rund um die Napier Barracks SSVC K49), wobei das ZDF immer gern zum Geisterbild neigte. Selbst Kanal 9 Langenberg war (auch mit Dachantenne) oft nicht ganz rauschfrei, in einigen Stadtteilen wurde der Münsteraner K32 fürs Erste vorgezogen. An meinem Standort hatte ich das Glück, mit Zimmerantenne noch leidlich gut NED3 (Markelo K51), schlechter NED2 (Markelo 54) sowie N3 (OS K56) empfangen zu können. Bei angehobenen Bedingungen kamen noch NED1 (Markelo K7) und RTBF K8 Lüttich hinzu.

Zitat
alzarius
Danke übrigens für den schönen und sehr interessanten Flyer. Hast Du noch von anderen TV-Programmen so etwas?


Sind meist Zufallsfunde, und mein Ortungs- bzw. Ordnungssystem diesbezüglich ist miserabel :D Habe auch mehr Radiokram aus der Zeit, aber ich schau mal...

von ardey.fm - am 04.07.2013 20:50
Zitat
Japhi
Naja, leichtes Bildrauschen hatten die Privaten, aber nie Störungen durch andere Sender.


Ich hatte nur gedacht, dass wenn die Signalstärke schwächer war, es auch eher eine Anfälligkeit für Störungen von Gleichkanalsender geben könnte.
Immerhin habe ich in den 90ern mal in den Sommerferien in St. Peter-Ording bemerkt, dass einer der (terrestrisch empfangenen) Privaten (ich glaube SAT1) laufend Probleme bei Tropo machte. Es gab Streifen im Bild, und im Ton fing es leicht an, zu zischen. Das ist schon recht erstaunlich, da die Privaten dort wie Ortssender empfangen wurden (10km Entfernung vom Sender Garding + 4kW Sendeleistung).
Vielleicht wirkt sich im Flachland Norddeutschlands Tropo auch stärker aus als in NRW.

von alzarius - am 10.07.2013 18:20
Zitat
alzarius
Immerhin habe ich in den 90ern mal in den Sommerferien in St. Peter-Ording bemerkt, dass einer der (terrestrisch empfangenen) Privaten (ich glaube SAT1) laufend Probleme bei Tropo machte. Es gab Streifen im Bild, und im Ton fing es leicht an, zu zischen. Das ist schon recht erstaunlich, da die Privaten dort wie Ortssender empfangen wurden (10km Entfernung vom Sender Garding + 4kW Sendeleistung).
Vielleicht wirkt sich im Flachland Norddeutschlands Tropo auch stärker aus als in NRW.

Vor allem auf dem Meer breiten sich Signale viel besser aus, sodass sich dort Überreichweiten stärker bemerkbar machen. Deswegen ist es auch in den Niederlanden so einfach, britische Signale einzufangen.

Aber gerade bei Sat.1 wäre es merkwürdig, denn eigentlich ist der Kanal meilenweit frei. Ich wüsste nicht, wer da gestört haben soll.

von RheinMain701 - am 10.07.2013 18:57
Zitat
Manager.
Zitat
RheinMain701
Zitat
alzarius
Wo gab es eigentlich sonst noch SSVC-Sender in NRW?

Bielefeld K41 100 Watt
Detmold K55 30 Watt
Dülmen K49 40 Watt
Düsseldorf K57 120 Watt
DU-Buchholz K51 4 Watt
Enger K42 100 Watt
Geilenkirchen K40 400 Watt
Gütersloh K44 400 Watt
Herford K52 100 Watt
Köln K23 2 Watt
Krefeld K27 40 Watt
Minden K41 400 Watt
Mönchengladbach K23 500 Watt
MG-Hehn K59 400 Watt
MH-Holthausen K41 100 Watt
Münster K23 800 Watt
Niederkrüchten-Elmpt K53 1000 Watt
Paderborn K49 200 Watt
Viersen K23 1 Watt
Weeze K33 60 Watt
Wulfen K28 16 Watt


Dazu kann ich noch ergänzen:

Dortmund K49 V / 80 W
Iserlohn K44 V / 15 W
Lemgo K37 V / 150 W
Lippstadt K23 H / 30 W
Lübbecke K49 H / 40 W
Menden K49 V / 40 W
Soest K29 V / 30 W
Werl K28 H / 30 W



Zitat
Jens1978
In den 80er Jahren gab es meines Wissens nach 3 Kabelpilotprojekte: Dortmund, Ludwigshafen und München.

Es gab noch ein viertes in Berlin.


In der SSVC Liste füge ich einfach mal noch den hier ein:
Hamm K55 V/ ?20?W

Die Porgramme aus Dortmund wurden bei uns bei Überreichweiten schon etwas gestört, da wir die Antennen nach Südwesten ausgerichtet hatten, allerdings konnten die Programme meist noch geguckt werden. K58: West 3 aus Monschau, K43: NED3? Arnheim, K47: BRT2 Genk Auf dem K43 war auch ein Füllsender mit West 3 aus Richtung Südosten drauf, könnte Arnsberg oder sowas gewesen sein.

von Jens1978 - am 10.07.2013 21:21
Sat.1 konnte man hier in LOhmar fast vergessen, der ging NUR mit Querstreifen, die mal mehr mal weniger da waren, aber nie ganz weg waren, offenbar ging von Bonn auch nur paar watt raus :mad:

RTL konnte man zumindest hier völlig vergessen, der kam nur bei Tropo einigermaßen durch

von Rheinländer - am 11.07.2013 17:06
In Gevelsberg war auf K47 angeblich ein kleiner Füllsender (30W) für den WDR.
Es sind ja einige Hügel bis nach Schwerte; wahrscheinlich ging das Signal nicht weit nach Nordosten?
Aber wenn Genk schon bis ins östliche Ruhrgebiet durchkam, dann könnte auch das Signal aus Gevelsberg durchkommen?

von alzarius - am 11.07.2013 18:24
In Lohmar hätte ich allenfalls versucht, den Leverkusener Kanal 53 anzupeilen. Der hatte zwar nur 50 W, war aber auf einer der besseren Frequenzen in der Rheinschiene: Kanal 33: Krefeld vs. Ahrweiler; Kanal 44 Düsseldorf/Lausward vs. Genk. Leverkusen hatten viele auch im südlichen Kreis Neuss angepeilt.

von Alqaszar - am 11.07.2013 20:05
Zitat
alzarius
In Gevelsberg war auf K47 angeblich ein kleiner Füllsender (30W) für den WDR.
Es sind ja einige Hügel bis nach Schwerte; wahrscheinlich ging das Signal nicht weit nach Nordosten?
Aber wenn Genk schon bis ins östliche Ruhrgebiet durchkam, dann könnte auch das Signal aus Gevelsberg durchkommen?

Nee, von Gevelsberg war nix da, höchstens 'ne gaaanz schwache Dauerjalousie, ansonsten nix. Genk kam nur bei Tropo ;-)

von Jens1978 - am 11.07.2013 20:06
K33 Krefeld vs Ahrweiler ging in der Praxis sehr gut, weil Krefeld vertikal polarisiert (wohl aus genau diesem Grund) gesendet hatte. Obwohl ich damals nordwestlich, später in Duisburg nordöstlich von Krefeld gewohnt hatte, war Krefeld mit der Zehnder, wo man mal eben den Dipol drehen konnte, überhaupt kein Problem. Dennoch war Essen auf K12 die erste Wahl, erst nach dem Kanalwechsel ging Krefeld meistens (außer bei starkem Tropo aus Südwest) etwas besser.

von Bolivar diGriz - am 12.07.2013 07:50
Zu den VOX Standorten > die genauen Standorte:
Bonn-Ölberg
Berg.Gladbach-Bensberg
Düren-Hürtgenwald
Leverkusen-Wiesdorf

Und zum Sendestandort Leverkusen-Witzhelden:
RTL K36 sendete Anfangs mit geringer Leistung, erst einige Zeit später wurde mit 20KW gesendet. Die Zeitung hatte damals viel wegen den Videorekorder Kanal 36 geschreiben, als der Sender Witzhelden on Air ging.

von DJ Taifun - am 12.07.2013 21:01
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