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UKW / TV-DX-Forum
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vor 4 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
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-, Habakukk, Jassy, HeibelA, DX-Matze

Leitfaden zu Gleichkanalbelegungen

Startbeitrag von - am 07.05.2013 17:18

Da hier neulich in einem Thread die Frage an mich herangetragen wurde, wie man bei mehrfacher Belegung einer Frequenz mit dem selben Programm den Standort identifizieren kann, hier ein paar nützliche Tipps!

1. Identifikation über das Regionalprogramm

Auf der Burghauser Burg fallen auf der 90.7 gleich zwei Programme mit gleicher Feldstärke (o=4) ein:


90.7 Bayern 1 (Schwaben) Grünten (Allgäu) 100 kW 200km 251° 31f dB
90.7 Bayern 1 (Franken) Ochsenkopf 100 kW 220km 341° 23f dB


Diese lassen sich anhand der Antennenausrichtung nicht immer unterscheiden, da an einigen Plätzen nur einer von beiden Standorten einfällt oder zeitweise ein leichtes Fading auf der Frequenz liegt. Bayern 1 strahlt mehrmals am Tage auf beiden Frequenzen abweichende Regionalprogramme für Franken und Schwaben auf, die man leicht identifizieren kann, wenn man das Programm kennt:

http://www.br.de/radio/bayern1/service/sendeschema/bayern1_sendeschema100~attachment.pdf

Vor allem mittags wird eine ausführliche Regionalschiene mit allerdings den selben Musiktiteln gefahren, ansonsten gibt es tagsüber stündlich um halb Regionalnachrichten oder Veranstaltungshinweise.

2. Identifikation über das RDS

Nicht immer ist es möglich, ein Programm anhand der Inhalte zweifelsfrei einem Standort zuzuordnen. Bei landesweiten Netzwerken, die nicht regionalisieren, hilft einem in einigen Fällen das RDS-Signal weiter. So wird dieses zum Teil bewusst verändert, um es bei Störungen schneller einem Masten zuordnen zu können. Früher war der Radiotext ein sicherer Indikator. Leider wurde dieser mittlerweile in vielen Fällen auf einen Standardtext, der auf allen Frequenzen einer Kette zu lesen ist, abgeändert. Es gibt aber nach wie vor Stationen wie Radio Gong, Charivari oder die Ostseewelle, die ihren Coderstandort im Radiotext vermerken. Bei Ballempfang hilft das freilich nicht weiter.

Auf der 95.9 strahlt "Onda Cero Sevilla" in Sevilla sein Programm mit dem üblichen PS "ONDACERO" aus.
Auf der 95.9 strahlt "Onda Cero Marina Baixa" in Dénia sein Programm abweichend mit dem PS "OND-CERO" aus.


Auf der 98.3 strahlt "Onda Cero León" sein Programm mit dem üblichen PS "ONDACERO" aus.
Auf der 98.3 strahlt "Onda Cero Segovia" sein Programm abweichend mit dem PS "OND-CERO" aus.


Auf der 90.1 hat Planet Radio in Südhessen sein Programm über den reichweitenstarken Sender Dieburg mit dem üblichen PS "_PLANET_" ausgestrahlt.
Auf der 90.1 hat Planet Radio im Stadtbereich von Wiesbaden sein Programm jahrelang zusätzlich über einen reichweitenschwachen Stadtsender mit dem PS "_PLANET." ausgestrahlt.


Auf der 89.8 sendet auf der Nordseeinsel Sylt Klassik Radio mit RDS.
Auf der 89.8 sendet auf der Hochseeinsel Helgoland Klassik Radio ohne RDS.


3. Identifikation über die Richtung

Mit dem Schwenken der Teleskopantenne und einem Kompass lässt sich zumeist die Herkunft des Signals grob einschränken, wenn die Möglichkeit einer Identifikation anhand des Programminhalts oder des RDS nicht möglich ist. Ansonsten bietet eine Yagi hier weitaus bessere Möglichkeiten, Gleichkanalsender wirkungsvoll auszublenden und deren Herkunft festzustellen. Entsprechendes Kartenmaterial kann helfen, Berge, die eventuell unvermutete Signale reflektieren, zu entlarven.

4. Identifikation über andere Programme

Gerade bei den britischen Frequenzen der BBC oder des Schwedischen Rundfunks, die nach einem landesweiten Muster durchorganisiert sind, fällt selbst langjährigen Profis die Zuordnung zu einem Standort schwer. Hier gibt oft die Sendeleistung den entscheidenden Hinweis. Auf der sicheren Seite ist man natürlich, wenn man andere Frequenzen (z.B. die BBC-Lokalsender, SR Metropol oder Din gata) der vermuteten Standorte empfängt, die aus dem Raster fallen.

Für die Burghauser Burg habe ich dazu zwei besonders fiese Beispiele herausgesucht.


92.5 Österreich 1 Schärding / Schardenberg 3 kW 62km 51° 48 dB
92.5 Österreich 1 Innsbruck / Patscherkofel 45 kW 148km 224° 47 dB


Wie soll man diese beiden Standorte, die an einigen Stellen der Burg mit Vollausschlag und RDS einfallen, überhaupt auseinanderhalten? Ein deutliches Zischeln beweist: Im Hintergrund ist noch ein zweiter Standort mit dem selben Programm empfangbar! Also habe ich zunächst alle Frequenzen aus Schärding abgegrast: Sie kamen an diesem Punkt mit o=4 und RDS. Innsbruck kam an der selben Stelle nur mit o=4 und ohne RDS. Es gibt auch Stellen, da kommt Innsbruck stärker als Schärding und erreicht selbst auf der 96.4 neben dem Ortssender Bayern 2 vom Brotjacklriegel o=5 mit RDS. Also steht fest: Das Programm zu Beginn (ohne RDS) stammt vom Patscherkofel, der Sender am Ende des Films (mit RDS) kommt aus Schärding!

http://www.youtube.com/watch?v=Xu-jArnAk0E

Ähnlich gemein ist ein exakt identischer Fall hier in der Gegend, bei dem die Sendestandorte allerdings noch dichter zueinander liegen:


97.5 Österreich 1 Linz an der Donau / Lichtenberg 100 kW 108km 76° 54 dB
97.5 Österreich 1 Kufstein / Kitzbüheler Horn 4.5 kW 82km 202° 53 dB


Für einen Laien, der die Gegend nicht kennt, mag es aussichtslos erscheinen, herauszufinden, welchen dieser beiden starken Sender er empfangen hat. Wer allerdings auf das Zischeln achtet und mit beiden Ausrichtungen die anderen Frequenzen beider Standorte durchforstet, wird feststellen, dass mit der Ausrichtung wo Radio Tirol mit RDS kommt, von Linz nichts zu hören ist. Mit der selben Ausrichtung ist auch auf der 97.5 das RDS-Signal zu bekommen (gleich zu Beginn des Videos). Dreht man die Antenne weiter über den Auslöschungsbereich beider Signale, hört man zwar wieder Ö1 mit o=4 wie zuvor, RDS kommt aber nun keines mehr an, da Linz an diesem DX-Punkt etwas abgeschattet liegt. Es gibt allerdings Orte auf der Burg, wo beide mit o=5 und RDS ankommen. Entsprechend groß ist dann das Gezischel.

http://www.youtube.com/watch?v=j7QkvjC8Ijs

5. Identifikation über andere Standorte

Gerade bei Sporadic-E sind die Öffnungen stark regional beschränkt. Die Logs konzentrieren sich in einem gewissen Zeitabschnitt immer auf eine Region bzw. ein Land. So hatte DX-Matze neulich Radio Azzurra aus Reggio Calabria (1365 km) zweifelsfrei identifiziert. Für die landesweiten Programme von Radio Maria, Virgin Radio und R101 vermutete er die Standorte Lenola (948 km), Monte Castagnareto (1154 km) und Monte Cresia (1145 km) - eigentlich viel zu nah für Sporadic-E, aber auch das gab es ja schon. Aufgrund seines Logs von Radio Azzurra konnte ich aber zweifelsfrei herausfinden, dass die tatsächlich empfangenen Standorte Augusta bei Siracusa (1483 km), Monte Bonifato bei Palermo (1349 km) und Monte Cammarata bei Agrigento (1400 km) waren! Warum ich mir da so sicher bin? Reggio Calabria liegt an der Straße von Messina, auf Festlandseite. Die anderen drei vermuteten Standorte liegen quer über den italienischen Stiefel verteilt. Tatsächlich wurden aber drei Masten empfangen, die sich alle auf Sizilien befinden! Das zu wissen ist hilfreich, um eventuelle Unids Ländern wie Tunesien oder Malta zuordnen zu können. Entsprechendes Kartenmaterial gibt Aufschluss über Sendestandorte bei unbekannten Regionen.



Ihr seht also: Es gibt viele Indikatoren, die eine zunächst ärgerlich erscheinende Gleichkanalbelegung doch noch zu einer erfolgreichen Lösung bringen können! Im Zweifelsfall kann sicher auch jemand hier im Forum weiterhelfen.

Antworten:

Danke, das ist sehr hilfreich. Das 90,7-Problem hab ich hier auch. ;)

von DX-Matze - am 07.05.2013 20:03
Super Zusammenfassung.

Zwei Ergänzungen hätte ich noch (die aber nur funktionieren, wenn man Glück hat oder eine Gegend länger beobachten kann):

Bei der 97,5 Ö1 konnte ich mal die Standorte wirklich eindeutig zuordnen, weil das Signal des einen Standorts dem anderen vorübergehend deutlich hinterher hinkte. Man hört dann beim Schwenken der Antenne einen "Sprung", sobald man zwischen den beiden Sendern wechselt.

In meinem Fall damals waren alle Standorte aus Tirol zeitlich verzögert, das konnte ich bei einem Vergleich mit z.B. 91,8 Hohe Salve (die ja eindeutig zuzuordnen ist) feststellen. Damit war dann klar, dass das verzögerte Signal auf 97,5 vom Kitzbühler Horn stammen musste und das andere aus Linz.


Bei der 104,2 Charivari Rosenheim (kommt aus Prien bzw. Oberaudorf) kann ich für gewöhnlich gerade beim Mobilempfang im Auto im Übergangsbereich nie sagen, welches Signal da gerade ankommt. Es zischelt halt ein wenig. Gelegentlich fällt aber bei einem der beiden Standorte mal die Zuführung aus (konnte ich schon paar mal beobachten), dann wechselt sich plötzlich Charivari ständig mit einem Leerträger ab.
Dadurch kann man beim Mobilempfang schön beobachten, welches Signal dann wo stärker ist. Gerade rund um Rosenheim kommen tatsächlich beide ziemlich gleich stark an und wechseln sich ständig ab.

von Habakukk - am 08.05.2013 05:33
@ Habakkuk:

Zitat
1
In meinem Fall damals waren alle Standorte aus Tirol zeitlich verzögert,


Dann kann man wohl davon ausgehen, dass die Zuführung zeitweise über Satellit kam! Normalerweise hängen ja die starken Grundnetzsender (sowohl Lichtenberg als auch Kitzbüheler Horn) alle am ORS-Richtfunk. Im Österreichforum gab es in den letzten 3 Jahren mehrfach ähnliche Beobachtungen über Zeitverzögerung, wenn Standorte zeitweise auf den Satelliten Astra als Ersatzzuführung geschaltet wurden.

Zitat
2
Es zischelt halt ein wenig.


Das ist das kleinere Übel. Zumindest sind bei diesen Gleichkanalbelegungen die Programme durchgehend ohne Verzerrungen hörbar. Weshalb dies nicht bei Ö3 angewendet wird, ist mir schleiferhaft! So stören sich die Sender 88.1 Bad Ischl/Katrin und 88.2 Schärding/Schardenberg sowie auch 88.5 Innsbruck/Patscherkofel und 88.6 Hallein / Zinkenkogel im Überlappungsgebiet wie hier in Südostoberbayern oder im Innviertel sowie im Raum Salzburg ganz erheblich! Dazu kommt noch ein hässliches Echo, da die Sender nicht 100% synchron laufen.

Zitat
3
104,2 Charivari Rosenheim


Diese Gleichkanalbelegung ist wirklich lästig, zumal die Frequenz früher ja auch von Antenne Bayern benutzt worden sein soll. Meines Erachtens wäre der Standort Prien a. Ch. völlig ausreichend. Den Sinn der Inntal-Funzel habe ich ja bereits mehrfach in Frage gestellt. Hier in Burghausen kommt von dort nichts mehr an, so dass ich mir sicher sein kann, auf 104.2 immer Prien zu hören. Anhand der Topographie hätte ich erwartet, dass dort, wo Prien geht, vom Inntalsender nichts mehr ankommt und unten im Tal, wo Ebbs kommt, kein Prien mehr empfangbar ist.

Zitat
4
Gelegentlich fällt aber bei einem der beiden Standorte mal die Zuführung aus


Interessant! Kannst du feststellen, welcher Sender betroffen war?
Ich habe auf der 104.2 auch schon öfters (vor allem an Wochenenden außerhalb der moderierten Zeiten) einen Leerträger vorgefunden, meist nach den Nachrichten. Irgendetwas klappt da mit der Umschaltung auf den BLR-Mantel nicht.

@ Hartmut:

Die niederländischen Gleichwellennetze sind wieder ein spezielles Phänomen, da dort viel mit starker Richtstrahlung gearbeitet wird. So kommt mitunter ein starker Grundnetzsender nicht über die Grenze und man empfängt tatsächlich eine kleinere leistungsschwache Funzel. Im Zweifelsfall kann aber Jassy sicher weiterhelfen. Er konnte bei (zunächst scheinbar zweifelsfreier) Zuordnung ortsfremder User in Bandscans anhand der Antennenhöhe oder des Richtdiagramms schon öfter den "wahren" Standort entlarven, weil er eben genaue Ortskenntnisse hat.

Zitat
5
Skyradio 101,2 - Hilversum Mediapark und Hengelo


Eindeutig ersterer! Laut Richtdiagramm gegen bei ähnlicher Entfernung (Hilversum: 145 km, Hengelo: 139 km) von Hengelo nur noch 150 Watt in deine Richtung raus. Hilversum verbrät von seinen 200 kW immerhin noch rund drei Viertel der Leistung zu dir (130 kW). Hengelo dürfte nur im Raum Enschede / Gronau / Steinfurt / Nordhorn / Bentheim aufgrund der Lage nah zur Grenze eine Rolle spielen. Bei Tropo müsste dort recht bald Gezischel auftreten, vor allem weil die Antennen am Sender Hilversum fast doppelt so hoch hängen wie an der Funzel Hengelo.

Zitat
6
Skyradio 101,5 - Den Bosh und Arnhem


Auch hier liefert FMSCAN ein eindeutiges Ergebnis: 's Hertogenbosch liegt in allen Disziplien vorn!
Entfernung wäre 86 km gegen 103 km, Sendeleistung in deine Richtung wären 3 kW gegen 250 Watt.

Zitat
7
Radio Veronica 103,1 - Megen und Markelo


Das ist echt schwerig! Bekommst du andere Programme aus Megen, z.B. Omroep Brabant oder Radio Gelderland? Hier würde ich entgegen den Angaben aus FMSCAN eher Markelo mit 5 kW aus 132 km Distanz den gerichteten 700 Watt aus 89 km Distanz vorziehen. Dann wäre da auch noch De Lutte mit 3 kW aus 152 km Enfertnung, den wir wohl vernachlässigen können.

Bin mal gespannt wie Jassy, der die Region besser kennt, das einschätzt.

@ DX-Matze:

Zitat
8
Danke, das ist sehr hilfreich. Das 90,7-Problem hab ich hier auch.


Ja, davon wollte ich eigentlich noch eine Aufnahme machen. Es gab mal eine auf meinem Youtube-Kanal, aber die habe ich wohl versehentlich gelöscht. Zumindest kann ich sie nicht mehr wiederfinden?! Hier auf der Burg zu Burghausen knallen beide Signale noch gut rein und durch einen einfachen Schwenk während der Regionalnachrichten lassen sie sich sehr gut voneinander trennen. Dabei ist der Grünten meist minimal stärker. Aber gestern war zuviel Schwund drauf auf der Frequenz.

von - - am 08.05.2013 08:25
Leicht OT:
Zitat
ParadiseFM
Zitat
3
104,2 Charivari Rosenheim

Diese Gleichkanalbelegung ist wirklich lästig, zumal die Frequenz früher ja auch von Antenne Bayern benutzt worden sein soll.

Och, im Ueberschneidungsgebiet geht ja ueberall die 96,7 perfekt, von da her finde ich es eigentlich ganz gut. So versaut mir die Oberaudorf-Funzel nicht noch eine weitere freie Frequenz. Antenne Bayern auf 94,6 belegt da eine sonst fuer DX freie Frequenz. Das aergert mich mehr!

Zitat
ParadiseFM
Meines Erachtens wäre der Standort Prien a. Ch. völlig ausreichend. Den Sinn der Inntal-Funzel habe ich ja bereits mehrfach in Frage gestellt.

Den Sender im Inntal braucht es fuer die grenznahen Orte im Inntal auf deutscher Seite, Oberaudorf, Kiefersfelden usw...
Dandlberg 96,7 geht genau bis zum Knick bei Oberaudorf, dann wird der Empfang dramatisch schlechter.

Zitat
ParadiseFM
Zitat
4
Gelegentlich fällt aber bei einem der beiden Standorte mal die Zuführung aus

Interessant! Kannst du feststellen, welcher Sender betroffen war?

War glaube ich immer Prien.

Zitat
ParadiseFM
Ich habe auf der 104.2 auch schon öfters (vor allem an Wochenenden außerhalb der moderierten Zeiten) einen Leerträger vorgefunden, meist nach den Nachrichten. Irgendetwas klappt da mit der Umschaltung auf den BLR-Mantel nicht.

Das duerfte dann aber auf allen Frequenzen gleich sein.

von Habakukk - am 08.05.2013 10:00
Zitat
1
Den Sender im Inntal braucht es fuer die grenznahen Orte im Inntal auf deutscher Seite, Oberaudorf, Kiefersfelden usw...


Ist der Wendelstein dort wirklich derart stark abgeschattet, dass er nur noch verzerrt ankommt?
Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Zur Not könnten ja auch Reit i. Winkl, Herzogstand oder der Hochberg aushelfen. Auch Ismaning könnte noch einen passablen Pegel bringen, wäre aber vermutlich stark verzerrt. Wie sieht es dort mit dem Untersberg aus? Generell dürften dort aber schon die österreichischen Sender besser gehen. Und genau die haben vermutlich auch eine große Anhängerschaft im Inntal!

Zitat
2
Das duerfte dann aber auf allen Frequenzen gleich sein.


Kommt drauf an. Was, wenn im Inntalsender ein Silence Detector mit Notband drangeklemmt ist, in Prien aber nicht? Inntal-Ebbs ist ja Standort des Mädchen-Brotkastens. Wie sieht es mit Prien a. Ch. aus?

von - - am 08.05.2013 10:11
Zitat
_Hartmut_

Bei Radio Veronica bin ich mir da auch nicht sicher, ist glaube ich eine BBQ Anlage und die sind nie nach Maßangabe gearbeitet. Hmmm, Megen und Markelo klappen beide hier sehr gut...


Nee, Veronica ist auch KPN, der sendet nichts über ein BBQ Anlage ;-)

Bei deine 103,1 wurde ich Megen vermuten, da dort die Antennen an der Mastspitze hängen und keine sehr grosse Richtwirkung ausweisen. Der 103,1 in Markelo hat seine Antennen nur am unteren Ende vom Rohrmast hängen. Ausserdem wäre der 103,1 in Markelo lange Zeit abgeschaltet > Wenn dieser Fernempfang also erst seit kurzem auftret kann es tatsächlich Markelo sein. Wenn dieser Fernempfang schon sehr lange auftritt muss es Megen sein.

Im fall von 101,2 Skyradio wurde ich auch Hilversum vorziehen. Die sendet auch in deine Richtung mit ordentlich Leistung (Es sind übrigens 100kW Sendeleistung, die 200kW gibt es nicht mehr). Der 101,2 in Hengelo sendet mit nur etwa 7kW und geht nicht sonderlich weit raus. Bei Tropo wird er auch recht schnell von Hilversum gestört: Als es mal Tropo gab und Hengelo nur ein Leerträger sendete kam immer wieder Skyradio durch >> Hilversum.

von Jassy - am 08.05.2013 10:18
Zitat
Jassy
Es sind übrigens 100kW Sendeleistung, die 200kW gibt es nicht mehr


Das habe ich eben bei FMMAP auch festgestellt, dass da wohl was nicht stimmen kann.
Allerdings werden in FMSCAN noch die vollen 200 kW gelistet (wohl vom ehem. Senderbetreiber?).

von - - am 08.05.2013 10:24
Der Wendelstein zerrt in Oberaudorf und Kiefersfelden mächtig. Deshalb macht der Inntal-Sender Sinn.
Der Untersberg kann da nicht aushelfen. Da liegen ja fast die ganzen Chiemgauer Berge dazwischen.

von HeibelA - am 08.05.2013 10:49
Zitat
ParadiseFM
Das habe ich eben bei FMMAP auch festgestellt, dass da wohl was nicht stimmen kann.
Allerdings werden in FMSCAN noch die vollen 200 kW gelistet (wohl vom ehem. Senderbetreiber?).


Es ist eigentlich so:

Die Frequenz ist mit 100kW H und 100kW V koordiniert. In 2002 hat man dazu in Hilversum auch eine 10 Ebene Kathrein Anlage gebaut die auch Mix-Pol beherrscht. In 2003, zum start vom neuen 101,2, wurde zuerst mit 100kW V gesendet und erst später mit 100kW V und 100kW H getestet. Da dies aber nicht zufriedenstellend bzw nicht die mühe war hat man wieder auf 100kW V umgeschaltet. Als danach auch SLAM!FM und 100% NL auf die gleiche Anlage gesendet hat, war es aus mit 200kW V. Seitdem wird in Hilversum nur noch Vertikal gesendet und ist die Horizontaler Komponent unbenutzt. Genau das gleiche ist in Rotterdam passiert. Nachdem City FM zu Broadcast Partners gewandert ist, sendet die 8 Ebene Mix-Pol Anlage nur noch Vertikal.

Der Horizontale komponent in Hilversum hat man allerdings nicht für Ewig unbenutzt gelassen: Als Lopik wegen des Feuers abgeschaltet werden musste hat man, nach Filterumbau, die 98,9 von Radio 1 mit 100kW H aus Hilversum ausgestrahlt über den Ersatzsender von Radio 538. Jetzt ist sie freilich wieder Off-Air.

von Jassy - am 08.05.2013 11:08
OT:
Zitat
ParadiseFM
Zitat
1
Den Sender im Inntal braucht es fuer die grenznahen Orte im Inntal auf deutscher Seite, Oberaudorf, Kiefersfelden usw...

Ist der Wendelstein dort wirklich derart stark abgeschattet, dass er nur noch verzerrt ankommt?

Jepp! Nahezu die gesamte Inntal-Autobahn entlang ist der Wendelstein gut zu sehen und auch sehr nahe. Aber in dem genannten Bereich verschwindet er komplett hinter 1-2 aehnlich hohen Bergen. Das reicht fuer massive Verzerrungen! Erst irgendwo suedlich von Kufstein oder oestlich von Ebbs ist er wieder zu sehen.

Bei Antenne Bayern ist das aehnlich, du faehrst zwar im Inntal recht nahe an der Hochries vorbei, aber der Sender ist vom Tal aus gesehen einfach hinter den Bergen die man dort sieht (Heuberg, Spitzstein, ...).

Und bei Charivari wie gesagt verschwindet einfach der Samerberg (Dandlberg) beim Knick im Inntal hinter den Bergen.

Schau dir das mal in Google Maps mit eingeblendetem Terrain an, dann wird dir das schnell klar.

Zitat
ParadiseFM
Zur Not könnten ja auch Reit i. Winkl, Herzogstand oder der Hochberg aushelfen. Auch Ismaning könnte noch einen passablen Pegel bringen, wäre aber vermutlich stark verzerrt. Wie sieht es dort mit dem Untersberg aus? Generell dürften dort aber schon die österreichischen Sender besser gehen. Und genau die haben vermutlich auch eine große Anhängerschaft im Inntal!

Reit im Winkl/Walmberg ist dort noch hinter diversen Bergen und sowieso viel zu schwach. Der wird fruehestens ab Walchsee ostwaerts relevant.
Richtung Herzogstand und Untersberg sind soviele Berge dazwischen, da kommt kein Fitzelchen durch.
Hochberg/Ismaning/Brotjacklriegel noch am ehesten, aber halt auch nur sehr verzerrt, wie alles was aus Norden in die Alpen reinstrahlt.

Ein Tal weiter zwischen Aschau und Sachrang ist die Situation aehnlich. Dort hat sich der BR (und in Folge dann auch die Antenne) einen Fuellsender bisher gespart. Das RDS mueht sich dort sehr ab mit meist verzerrten Signalen von Wendelstein, Brotjacklriegel, Ismaning und Hochberg. Ein Genuss ist das nicht.

von Habakukk - am 08.05.2013 11:10
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