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UKW / TV-DX-Forum
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
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UlliBG, Mathias Volta, Rheinländer, senderjaeger, DH0GHU, Christian_66, DX-Matze

Sporadic-E nach/to Grönland/Greenland - möglich/possible?

Startbeitrag von Christian_66 am 28.11.2013 21:41

Irgendwie habe ich mir heute Gedanken über Grönland gemacht. Für Sporadic-E benutze ich diese Großkreiskarte, um einen schnellen Überblick über Entfernungen und Richtungen zu bekommen.
Dabei fiel mir auf, dass im Nordwesten ein Teil von Grönland zu sehen ist.
Mir war zwar bekannt, dass im Westteil der Insel einige Siedlungen gibt, aber offenbar sind auch im Südosten ein paar Basen.
Wofür auch immer, Militär, Forschung, Präsenz des Staates Dänemark, viel interessanter ist, dass dort ein paar UKW-Sender existieren.
Die Entfernungen liegen zwischen 2.600 km und 3.000 km.
Bekanntere Orte, wie z.B. Thule an der Westküste, liegen etwa 4.000 km entfernt.
Zumindest zu den Orten im Südosten Grönlands sollte also theoretisch ein Doppel-Hop oder ein einfacher Hop mit Tropo-Unterstützung möglich sein.
Die geographische Höhe für einige der Orte ist nicht nördlicher als Island.

Leider gibt es nur sehr wenige Sender in Grönland.
Eine Sporadic-E-Wolke müsste schon sehr genau positioniert sein, dass überhaupt Aussicht auf Erfolg besteht.
Zudem gäbe es auch keine Vorwarnung, da es keine benachbarten Regionen mit Sendern gibt.
Eine Wolke, die nur ein paar Kilometer falsch liegt, würde zu einem verlorenen Empfangsweg ins Meer oder auf das Inlandseis führen.

Was meint Ihr? Gibt es Empfangsberichte aus Europa über UKW aus Grönland? Was denkt Ihr von meinen Überlegungen.



In Order to get a quick overview of distances for sporadic-E, I am using this great-circle-map around my location.
It shows the area in a circle of 3.000 km.
In the north-west you can see a little bit of south-eastern-Greenland.
I always thought, this part of the world would be inhabited, but it seems there exist a few basis.
Whether military, weather observation, more interesting is, there are FM-transmitters on air.
Distances to Eastern-coast locations vary between 2.600 km and 3.000 km.
The more known Western locations like Thule are around 4.000 km away.
Therefore a double-hop or a single-hop with some tropospheric help might be possible to the East of Greenland.
Latitude of some locations is not further north than Iceland.

Unfortunately, there are so few stations existing.
Therefore an e-cloud has to be present at a very precise position to make any reception possible at all.
Moreover, no neighboring stations exist, so there would be no warning of a possible path.
Even a cloud just a few kilometers away might result in a path ending in the sea or on the ice.

Has anyone in Europe ever received Greenland on FM? What do you think about my thoughts?

[attachment 2504 Grosskreis.PNG]

Antworten:

English discussion welcome, too:

Zitat
Christian_66
Bekanntere Orte, wie z.B. Thule an der Westküste, liegen etwa 4.000 km entfernt.
Zumindest zu den Orten im Südosten Grönlands sollte also theoretisch ein Doppel-Hop oder ein einfacher Hop mit Tropo-Unterstützung möglich sein.


Sicher.

Zitat
Christian_66
Die geographische Höhe für einige der Orte ist nicht nördlicher als Island.


Dieser Aspekt könnte in der Tat interessant sein, da die ES-Wahrschenlichkeit gen Norden mehr und mehr abnimmt.
Wegen der nördlichen Lage sind Logs aus Island bereits ein besonderes Highlight, obwohl die Entfernung zumindest hier in NW-Deustchland die selbe ist wie zu unseren "Dauerbrennern" aus Spanien oder Süd-Italien.

Zitat
Christian_66
Eine Sporadic-E-Wolke müsste schon sehr genau positioniert sein, dass überhaupt Aussicht auf Erfolg besteht.


Das ist letzten Endes das Spannende an der gesammten Geschichte, warum wir uns besonders freuen, wenn wir dann alle Jahre wieder mal seltene Orte wie Mallorca oder Malta loggen, die geographisch gesehen auf eine ähnlich kleine Fläche einzugrenzen sind.

Zitat
Christian_66
Zudem gäbe es auch keine Vorwarnung, da es keine benachbarten Regionen mit Sendern gibt.
Eine Wolke, die nur ein paar Kilometer falsch liegt, würde zu einem verlorenen Empfangsweg ins Meer oder auf das Inlandseis führen.


Das ist eine Tatsache, warum ich hier gerne mit dem sogenannten "6er im Lotto" vergleiche.

Zitat
Christian_66
Was meint Ihr? Gibt es Empfangsberichte aus Europa über UKW aus Grönland?


Mir sind keine bekannt.
Allerdings gibt es bei Youtube einen MW-DXer aus Grönland, der wie wir in Europa von Grönland aus gezielt US-Sender loggt.
Umgekehrter Weise sollte er größere Chancen haben, bei sich in Grönland in der Sporadic-e - Saison UKW-Sender aus Europa zu loggen.

Zitat
Christian_66
Was denkt Ihr von meinen Überlegungen.


Völlig ausschließen würde ich es theoretisch (!) nicht.
Allerdings dürfte die Wahrscheinlichkeit sicher ein Ideechen höher sein, Mitte Juni zur Lotto-Annahmestelle zu gehen, einen Lottoschein auszufüllen, um am Sonnabend darauf erfolgreich dank 6er und Superzahl den "6 aus 49" Jackpott abzuräumen.
Was zumindest entfernungstechnisch wirklich mögich ist, hat uns Hobbyfreund Mike Fallon eindrucksvoll im derzeitigen UKW-Entfernungsweltrekord über 6.924 km in der Grafschaft Sussex bewiesen.

Zitat
Christian_66
Leider gibt es nur sehr wenige Sender in Grönland.


Und das sorgt letzten Endes dafür, warum man überhaupt erst die "Superzahl" bekommen muß, um den "Jackpott" dann komplett abzuräumen: Ein ähnliches System gibt es sicher bei euch in Schweden und generell in vielen EU-Ländern.
Ganz schwiering, aber nicht unmöglich !

Fazit:
Neber say Never !! ;-)

von Mathias Volta - am 29.11.2013 02:42
Ich habe gerade mal im meinem Logbuch geschaut und kann dir sagen, dass ich in 2002 eine Verbindung mit OX, sprich Grönland zumindest auf 50Mhz = 6m hatte. Ob es jetzt 2x ES oder F2 war kann ich nicht sagen!

von UlliBG - am 29.11.2013 23:00
Ulli, wann war das denn auf 6m? Sommer, oder Herbst/Frühjahr?

Herbst/Frühjahr, oder gar Winter, wäre ein relativ sicheres Indiz für F2, zumal in 2002 noch das Maximum des Sonnenfleckenzyklus 23 (Hawaii mit S9+ auf 10m...) wirkte.

Was auch noch eine Frage wäre: Wie sehr ist Sporadic-E auch von der Lage bei magnetisch Nord abhängig? Der magnetische Nordpol befindet sich relativ nahe bei Grönland. Zumindest für phänomene wie Aurora ist er ja maßgeblich. Inwiefern er sich auf die einzelnen Ionosphärenschichten auswirkt, ist mir im Moment nicht ganz klar, wäre aber ein Ansatz zur Beurteilung der Chancen.
Vom reinen Sonnenstand, dem wohl wichtigsten Sporadic-E-Kriterium, her betrachtet, stimmen die Ansichten zur Nordlage natürlich.
Andererseits: Schon Sporadic-E-Öffnungen auf 2m nach Mittel- und Nord-Schweden sind in Süd-D extrem selten, auch Finnland ist nicht gerade ein häufiger Gast. Grönlands Südspitze liegt auf der Höhe von Südfinnland. YLE geht ja ab und an mal über ES.

Ein Knackpunkt ist aber die Entfernung: Nach Finnland haben wir Single Hop Bedingungen, Grönland ist immer Doppelhop, wobei das im äußersten Südosten Ds auch schon knapp wird.
Nach Nuuk sinds von hier z.B. ca. 4100 km.

Zum Vergleich: wie oft gehen die Kanaren in Norddeutschland?
Wie viel mehr Sender >1 kW gibts auf den Kanaren als in Grönland? Wie viel höher ist die ES-Wahrscheinlichkeit nach Süden als nach Norden? Ich fürchte, Matthias' Einschätzung mit dem Lottovergleich paßt ganz gut, selbst wenn "magnetisch Nord" keine Rolex spielt.

von DH0GHU - am 30.11.2013 11:12
@DH0GHU
Es war am 18.01.2002 um 1342UTC. Ich denke mal, dass es eher eine Verbindung via F2 war.

von UlliBG - am 30.11.2013 12:54
Mir lags wie meinem Namensvetter schon auf der Zunge, nix ist unmöglich! :)

von DX-Matze - am 30.11.2013 13:22
Zitat
Mathias Volta
Allerdings gibt es bei Youtube einen MW-DXer aus Grönland, der wie wir in Europa von Grönland aus gezielt US-Sender loggt.


Mikhail nennt sich zwar "greenland1967", lebt aber nicht in Grönland, sondern in Lettland. ;)

Zitat
Christian_66
Irgendwie habe ich mir heute Gedanken über Grönland gemacht. Für Sporadic-E benutze ich diese Großkreiskarte, um einen schnellen Überblick über Entfernungen und Richtungen zu bekommen. Dabei fiel mir auf, dass im Nordwesten ein Teil von Grönland zu sehen ist.


Die gleichen Gedanken kamen mir vor wenigen Tagen, als ich die Titelstory im aktuellen "Radio-Kurier" überflog, die sich der Geschichte des grönländischen Rundfunks widmet.

Was die Wahrscheinlichkeit eines Grönland-Empfangs per Sporadic-E-Doppelhop angeht, schließe ich mich den Vorrednern an. Theoretisch möglich, aber praktisch so wahrscheinlich wie ein 6er im Lotto. Neben dem Glück, passende Ausbreitungsbedingungen zu erwischen, muss man auch andere Faktoren berücksichtigen, etwa ob die entsprechenden Frequenzen nicht lokal belegt sind.

Da die meisten UKW-Sender in Grönland Leistungen von lediglich 50 Watt oder weniger haben, dürften zudem an Empfänger und Antenne erhöhte Anforderungen zu stellen sein. Mit einer exakt ausgerichteten Yagi hat man vermutlich noch die größten Chancen. Mit einem SDR als Empfänger hätte man immerhin die Möglichkeit, das komplette Band über mehrere Stunden hinweg aufzuzeichnen und das Spektrum im Nachhinein nach verdächtigen Signalen zu durchforsten. Die optische Darstellung der Signale im Wasserfalldiagramm ist dabei ausgesprochen hilfreich. Manche DXer jagen auf diese Weise äußerst erfolgreich nach Meteorscattern, Sporadic-E und anderen nur kurzzeitig empfangbaren Signalen.

Die wahrscheinlichste Möglichkeit, heutzutage etwas aus Grönland terrestrisch zu empfangen, dürfte wohl der Amateurfunk auf Kurzwelle sein. Bis vor einigen Jahren gab es ja noch die abendliche Übertragung von KNR auf 3815 kHz, die im Februar 2011 leider ebenso eingestellt wurde wie die Mittelwelle.

von senderjaeger - am 30.11.2013 19:23
Jetzt im Winterhalbjahr dürfte es eigentlich garned gehen, weil oft Nordlichter zu sehen sind, und das fördert solche Empfänge sicher net, dort auf Grönland dürfte es aktuell nicht mehr hell werden, die Wahrscheinlichkeit an Nordlichtern oder Polarlichtern ist im winter besonders groß

von Rheinländer - am 01.12.2013 18:53
Zitat
Weltempfängermatze
Mikhail nennt sich zwar "greenland1967", lebt aber nicht in Grönland, sondern in Lettland. ;)


Danke. :-) Ein befreuneter DXer hat mich per PM bereits darüber informiert. Da habe ich blöder Hund in der tiefen Nacht etwas arg schlampig recheriert. ;-)

Zitat
Rheinländer
weil oft Nordlichter zu sehen sind, und das fördert solche Empfänge sicher net


Doch:
Es gibt noch "Aurora-DX", wo das UKW-Radio- bzw. (früher auch) TV-Band-I Signal an den ionisierten Polarlichtern reflektiert wird, welches entfernungstechnisch für uns jedoch nicht relavant ist, da sich die maximal überbrückbaren Entfernungen auf rund 1.200 km beschränken.

Zitat
Rheinländer
dort auf Grönland dürfte es aktuell nicht mehr hell werden, die Wahrscheinlichkeit an Nordlichtern oder Polarlichtern ist im winter besonders groß


In bestimmten Regionen Grönlands wird es durchaus noch hell:

http://torsten-ernst.de/modules.php?name=GreyLineMap

Und bedenke auch, daß selbst bei völliger Dunkelheit je nach niedriger Gradzahl der Sonne unter dem Mittagshorizont zeitweise noch Rest-Dämmerlicht möglich ist:

http://de.wikipedia.org/wiki/Polarnacht

von Mathias Volta - am 02.12.2013 00:07
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