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UKW / TV-DX-Forum
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11
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
MichaausH, iro, Weltempfängermatze, db3, PowerAM

Scatter auf 88,10

Startbeitrag von MichaausH am 25.06.2016 12:32

Hallo zusammen,

ich hatte heute vormittag immer mal wieder einen starken Scatter mit einem Wortprogramm teils in französisch teils in einer mir nicht bekannten Sprache. Dauerte leider immer nur maximal eine Minute, so dass der Panasonic kein RDS auslesen konnte.
Beim Durchschauen von FMScan kam mir die Idee mit Algerien und Batna FM.
Sendet der evt mehsprachig?
Was für eine Art der Ausbreitung könnte das gewesen sein? Für Sporadic-E gab es jetzt nicht unbedingt eine passende Wolke.

Gruß
Micha

Antworten:

Radio Batna sendet zumindest in Arabisch und in Shawiya (Chaouïa; Tacawit) - einer Berbersprache der Chaoui people.
Ich habe allerdings keinen Hinweis gefunden, daß auch in Französisch gesendet wird, auch die Webseite von Radio Batna wird nur in Arabisch angeboten. Da Batna nicht küstennah liegt, ist auch anzunehmen, daß wirklich nicht auf Französisch gesendet wird.

Möglicherweise hast Du auch mehrere Sender empfangen.

von iro - am 25.06.2016 16:42
@iro

kann durchaus möglich sein. Da die Scatter ja immer nur recht kurz waren, war der Vergleich schwer. Die kamen aus dem Nichts hoch in Ortssenderquali und verschwanden auch schnell wieder im Nichts.

Gruß
Micha

von MichaausH - am 25.06.2016 18:30
Französische Sprachfetzen können erfahrungsgemäß durchaus in den arabisch- oder andersprachigen Sendungen algerischer Sender vorkommen. Meist handelt es sich um Lehnworte. Daher halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass du Radio Batna empfangen hast.

Als Ausbreitungsart dürfte Sporadic-E am wahrscheinlichsten sein. Dass die MUF-Karte keine passende Wolke anzeigt, heißt nicht zwangsläufig, dass keine solche vorhanden ist. Vielmehr zeigen die einschlägigen Karten nur die Werte an, die aus den von Funkamateuren und FMLIST-Teilnehmern gemeldeten Verbindungen bzw. Empfängen errechnet werden.

von Weltempfängermatze - am 25.06.2016 19:00
Samir Elahcene schrieb mir vor 10 Jahren mal auf die Frage nach den Sprachen folgendes:

"Most arab Algerians are bilingual and speak a mixture of french and arabic
in everyday conversation - you could easily hear a sentence that is half
arabic and half french. Some Algerians speak only french, and some only
speak arabic - but most speak both. As time goes on, arabic is becoming more
and more dominant. About 20% of the population is berber, and they speak
languages such as Kabyle, Chaoui and Tuareg - these are all very similar
languages but are completely unrelated to arabic and cannot be understood by
arabs. The berber languages, such as Kabyle, can actually sound quite
similar to arabic to someone not familiar with the languages, which can be
confusing. 88.8 from M'cid is Radio Annaba during the day and you can hear
arabic, french, or a mixture of the two being spoken. When Radio Annaba
closes in the evening, Chaine 2 is on the frequency and is in the Kabyle
language which may include some french, but no arabic. I don't know which
you received on 88.8, Radio Annaba, or Chaine 2."

"It's not typically Algerian - Moroccans and Tunisians also speak a mixture
of arabic and french, although they may use slightly less french than in
Algeria (for historical reasons). This mixture is not an official language
in any of the three countries, and as a result most of the radio stations
are either purely arabic or french."

Zitat

Dass die MUF-Karte keine passende Wolke anzeigt, heißt nicht zwangsläufig, dass keine solche vorhanden ist.

Zu berücksichtigen ist dabei auch noch, daß die Karte dem aktuellen Zustand IMMER hinterherhinkt. Die Leute müssen ihre Logs schließlich erst dorthin vermelden, und dort wird dann aus Entfernung und Frequenz die MUF errechnet. Der angezeigte "Wolken"-MHz-Wert ist also immer nur ein theoretischer Wert. Würde jemand ein eigentliches Tropo-Log über 800km-Entfernung versehentlich als ES eingeben, würde daraus ein sehr hoher MHz-Wert für die Wolke errechnet.

von iro - am 25.06.2016 20:05
Erklaert das zwischen durchaus glaubwuerdigen Reflexionsspots mit 80 oder 90 MHz einzelne mit gut und gern mal ueber 300 MHz?

von PowerAM - am 25.06.2016 20:13
Wenn das wirklich Batna war, dann war das mein erster Nordafrikaner und mit ca. 1960km neuer Rekord. Wird aber Theorie bleiben, da keinerlei ID.

Gruß
Micha

von MichaausH - am 25.06.2016 20:40
Zitat
iro
Zu berücksichtigen ist dabei auch noch, daß die Karte dem aktuellen Zustand IMMER hinterherhinkt. Die Leute müssen ihre Logs schließlich erst dorthin vermelden, und dort wird dann aus Entfernung und Frequenz die MUF errechnet. Der angezeigte "Wolken"-MHz-Wert ist also immer nur ein theoretischer Wert. Würde jemand ein eigentliches Tropo-Log über 800km-Entfernung versehentlich als ES eingeben, würde daraus ein sehr hoher MHz-Wert für die Wolke errechnet.


Das konnte man auch sehr gut beobachten bei der heftigen Nordseetropo vor einiger Zeit. Viele 2m-QSOs im Bereich von 700 bis 1000 km wurden als ES eingetragen und plötzlich tauchten über dem Wasser vereinzelte rote und lila Felder mit entsprechend astronomisch hohen MHz-Angaben auf.

von db3 - am 25.06.2016 21:25
Zitat
PowerAM
Erklaert das zwischen durchaus glaubwuerdigen Reflexionsspots mit 80 oder 90 MHz einzelne mit gut und gern mal ueber 300 MHz?


Möglicherweise. Errechnet werden die MUF-Werte, wie iro korrekt angemerkt hat, aus der Frequenz der gemeldeten Verbindung und der Entfernung. Natürlich können auch Sporadic-E-Verbindungen über vergleichsweise kurze Entfernungen zustande kommen, aber eine fälschlich als Es gemeldete Übertragung (sei es Tropo, Flugzeugscatter oder was auch immer) kann die Angabe auf den einschlägigen Seiten verfälschen. Letztlich stellen die MUF-Karten immer nur eine verzögerte Momentaufnahme der gemeldeten Verbindugen bzw. Empfänge dar. Eine Garantie für Sporadic-E-Empfang sind die Angaben nicht, wohl aber ein nützlicher Indikator, dass etwas gehen könnte.

Zitat
MichaausH
Wenn das wirklich Batna war, dann war das mein erster Nordafrikaner und mit ca. 1960km neuer Rekord. Wird aber Theorie bleiben, da keinerlei ID.


In solchen Fällen empfiehlt es sich immer, eine Aufnahme anzufertigen und ggf. online bereitzustellen, egal ob auf YouTube oder wo auch immer. Viele Ohren hören bekanntlich mehr als zwei. ;) Nicht selten lassen sich auch Sender ohne gehörte ID identifizieren bzw. lokalisieren, sei es durch den Klang der Sprache, die Erwähnung von Orten, Telefonnummern, in Werbespots genannte Unternehmen oder Internetadressen, Erkennungsmelodien usw. usf.

von Weltempfängermatze - am 25.06.2016 21:45
Zitat
PowerAM
Erklaert das zwischen durchaus glaubwuerdigen Reflexionsspots mit 80 oder 90 MHz einzelne mit gut und gern mal ueber 300 MHz?

Ja.
Bei der Berechnung wird zugrundegelegt, daß eine ES-Verbindung über eine sehr kurze Distanz von 700 km einer viel höheren Ionisation der Wolke bedarf als eine Verbindung über 2000 km. Wenn diese dann über 700km einen tatsächlichen gemeldeten Empfang auf 88 MHz ermöglicht, kann sie wohl auch mehr MUF auf zB angenommenen 1500 km Distanz, was dann als großer Faktor mit einfließt. Und bei gemeldeten 1500-2000km Empfängen nähert sich das der gemeldeten Frequenz an. Je mehr Meldungen aus verschiedenen Richtungen, um so genauer wird das ganze. Es wird nur nie alles genau abbilden können.

von iro - am 25.06.2016 22:56
Werde jetzt künftig immer das Handy in der Nähe haben :)

von MichaausH - am 26.06.2016 08:27
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