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UKW / TV-DX-Forum
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vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
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Valkosipuli, Habakukk, UKW-Fan Sachsen-Anhalt, _Christoph, MHM, Terranus, PeterSchwarz, Natrium, Mathias Volta, DX-Fritz

Hepburn Tropo Index

Startbeitrag von Valkosipuli am 19.12.2006 16:48

Hallo!

Da ich mich erst seit ein paar Wochen genauer mit Tropo-DX (UKW) beschäftige, wollte ich mal nachfragen wie hoch denn der Hepburn-Tropo-Index in Österreich bzw. Mitteleuropa werden kann. Täusche ich mich oder kann es sein dass in Norddeutschland und Umgebung öfter bessere Tropo Bedingungen als hier in AUT sind (die Berge mal außer Betracht gelassen)?
Interessant wäre auch zu wissen, wie gut die Vorhersagen tatsächlich sind - zumindest auf kürzere Zeiträume. Und ob jeder von guten Bedingungen - unabhängig von seiner Lage bzw. Seehöhe - profitieren kann. Könnte mir vorstellen, dass es auch damit zusammenhängt in welcher Höhe sich die Reflexionsschicht befindet.

In den nächsten Tagen sollte laut Hepburn wieder Tropo-DX möglich sein :)

Antworten:

Die Hepburn-Karten wären praktikabler, wenn die zeitlichen Abstände kürzer als 24h wären. Aus den Tagessprüngen kann man oft keine Zwischenwerte interpolieren und die dargestellten Ausbreitungsbedingungen springen im wahrsten Sinne des Wortes.

Unabhängig davon stelle ich fest, dass Tropo anscheinend in meiner Gegend (07e07/49n31, hügeliges Gelände) merkbar seltener vorkommt als in der Nähe von Nord- und Ostsee. Dies lassen z. B. die hier veröffentlichten Logs der letzten Jahre vermuten.

von Natrium - am 19.12.2006 21:41
Bei mir gibt's Tropo nur aus Nordwest bis Nordost, also nur aus den Richtungen, in denen das Gelände weitgehend flach ist. Aus den Alpen raus gibt es bei Föhn manchmal etwas bessere Signale, aber sowas wie Tropo kenne ich aus südlichen Richtungen nicht.

von Habakukk - am 20.12.2006 08:21
Ich bin hier von Hügeln und auch einigen mittelhochen Bergen umgeben. Soviel ich bis jetzt weiß geht Tropo hier nur aus Richtungen, aus denen sowieso schon besserer Empfang möglich ist (im Vergleich zu von Bergen abgeschirmten Richtungen). Z.B. in den letzten Wochen aus südl. und östl. Richtungen. Aber ich werd das noch genauer beobachten - auch was bei mir "ständig" reinkommt. Hab ja erst seit kurzem meinen DE1103 und damit schon einige Erstempfänge gemacht :xcool:
So könnte es auch sein das auf dem Degen ein paar der starken Tropostationen ständig schwach reinkommen.

Wißt ihr eigentlich was mit der FMLIST los ist? Kann leider auf die Listen nicht zugreifen...
Muß man sich jetzt etwa registrieren?

@ Habakukk: zu Alpen und Tropo: ich glaub die Berge dürfen für Tropo nicht zu hoch sein


von Valkosipuli - am 20.12.2006 14:09
"zu Alpen und Tropo: ich glaub die Berge dürfen für Tropo nicht zu hoch sein "

Gut, man kann sich das ja eigentlich bildlich ganz gut überlegen, wenn man sich so eine typische Inversionswetterlage vorstellt, wo dann unten in den Tälern Nebel ist, aber die Bergspitzen rausschauen. Setzt man die Obergrenze des Nebels als Reflexionssicht, dann sieht man es ja optisch schon sehr gut, wo dann die Signale reflektiert werden und aus welchen Richtungen dann verbesserter Empfang möglich sein kann.

Entsprechend hatten wir mal bei relativ massiven Tropo-Überreichweiten ganz oben auf der Zugspitze quasi kaum bessere Bedingungen als unten, denn die Reflexionen der Signale fanden natürlich viel weiter unten statt (1000m?), wir waren sozusagen zu weit über dem Geschehen. Was unten über Reflexionen empfangbar war, ging halt oben dank quasi optischer Verbindung auch, aber es war eben nicht "mehr" drin als unten.

Vorstellbar ist dann eigentlich auch, dass evtl. zu hohe Senderstandorte von Tropo-Überreichweiten evtl. auch gar nicht so profitieren, da sie ja sozusagen von oben auf die Nebelsuppe einstrahlen und das Signal da erst mal reinmuss, um danach dann nochmal reflektiert zu werden. Sender, die eh schon unten stehen, haben da vielleicht dann größere Vorteile, könnte ich mir vorstellen.

Gerade bei Nebelbildung unter der Reflexionsschicht sieht man es auch ganz gut, wie die Höhe der Schicht schwanken kann. Das kann dann auch zu unterschiedlich ausgeprägten Bedingungen kommen: Überreichweiten mit starken Signalen aus dem näheren Bereich (300km), aber kaum was aus dem näheren Bereich (

von Habakukk - am 20.12.2006 14:32
Zitat
Valkosipuli
...wollte ich mal nachfragen wie hoch denn der Hepburn-Tropo-Index in Österreich bzw. Mitteleuropa werden kann.


Habe es mir zwar erst nahezu in letzter Zeit angewöhnt, den Index täglich zu checken.
Kann mich aber an einen Spätsommertag erinnern, als im Emsland im Radio auf 88,5 BRF_1___ mit RDS und Sender aus dem südlichen NRW z.B. Bonn-Venusberg u.a. die Ortssender regelrecht weggedrückt haben.
Mit dem Casio EV 570P war verhältnismäßig einfach SWR-RP aus Koblenz [E ?] in recht guter S3-4 Qualität zu empfangen.
In einem kleineren Bereich über dem Rheinland zeigte Hepburn an diesem Morgen Tropo-Stufe 5 oder sogar 6 an.
Bei Interesse einfach mal nach diesen Einträgen suchen... :-)

Nicht uninteressant zu diesem Thema ist auch dieser Thread im Hauptforum:
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,451140,page=1

Kenne diesen Index ungefähr seit 2000. Habe aber in Deutschland oder nördlich davon noch nie mehr als Tropo-Stufe 5 oder 6 beobachtet...

Grüße,
Matze

von Mathias Volta - am 20.12.2006 14:45
Ahja, eines noch: mir ist allerdings unklar, warum ich bei mir aus Süden so gar keinen Unterschied bemerke, wenn Tropo-Bedingungen sind. Die Inversion findet ja schließlich auch in bergigem Gebiet statt. Natürlich kann ein Signal auch dann, wenn es an einer Inversionsschicht in 1000m Höhe reflektiert wird, keine 1800m hohen Berge überwinden, aber zumindest entlang eines Bergtals sollten doch genauso Überreichweiten möglich sein wie draußen im flachen Land. Warum kann ich dann z.B. bei Tropo nicht mal etwas weiter entfernte Stationen aus dem Inntal empfangen? In andere Richtungen kommen tlw. aus 150km Entfernung noch 100W bis 1kW-Sender daher, entsprechend könnte doch auch mal das Inntal entlang ein Signal aus dieser Entfernung bei mir ankommen bei Tropo, das sonst nicht geht. In der anderen Richtung (Signale vom flachen Land in die Bergtäler rein) funktioniert es ja auch...

von Habakukk - am 20.12.2006 14:48
Habakukk: Das hängt wohl mit dem Winkel zusammen. Eigentlich müsste ich das jetzt bildlich aufzeichnen. Der Sender muß weit genug vom Gebirge weg sein, dann liegt die reflektierende Schicht auch noch ein Stück vom Gebirge weg und das Signal überquert den Berg in flachem Winkel. Die Station im Gebirge selbst kommt natürlich nicht aus dem Tal raus, der Sender auf dem Berg wird schon über der Reflexionsschicht liegen. So erklär ich mir das zumindest als Quasi-Laie.
Über den Alpen kann sich vermutlich keine Inversionsschicht ausbilden, die betrifft dann nur die Täler. Sender aus Italien müssen ja aber die Berge selbst erst mal überqueren, dort oben gibt es dann aber nix mehr, was reflektiert, daher wohl kein transalpines Tropo.

von PeterSchwarz - am 20.12.2006 15:12
Zitat
Mathias Volta
Nicht uninteressant zu diesem Thema ist auch dieser Thread im Hauptforum:
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,451140,page=1


Sehr interessanter Beitrag über Finnland DX! Meine Mutter ist so nebenbei auch aus Finnland ;)

Zitat
Mathias Volta
Kenne diesen Index ungefähr seit 2000. Habe aber in Deutschland oder nördlich davon noch nie mehr als Tropo-Stufe 5 oder 6 beobachtet...


Danke, das wollte ich wissen!



von Valkosipuli - am 20.12.2006 15:19
@Peter:
Naja, ich meinte ja nicht transalpines Tropo, das ist klar, dass das nicht hinhaut. Aber das Inntal ist ja nun doch ein Tal, das größtenteils auf 500-800m liegt und entsprechend gibt es genug Sender da drin, die dann auch nicht unbedingt auf hohen Bergen stehen und eigentlich an einer Inversionsschicht in diesem Tal (die ja definitiv vorhanden sein muss, sonst gäb's ja die Hochnebelerscheinung nicht) reflektiert werden müssten, und zwar in jede Richtung, in die dieses Tal geht, also z.B. auch von Innsbruck nach Nordosten über Kufstein raus zu mir. Aber mir wäre noch nie aufgefallen, dass es eine Tropo-Erscheinung bei Sendern aus dem Inntal gäbe... Gut, vielleicht liegt es wirklich daran, dass es zu wenig halbwegs leistungsstarke Sender unter sagen wir 1500m gibt.

von Habakukk - am 20.12.2006 15:40
Zitat
PeterSchwarz
Habakukk: Das hängt wohl mit dem Winkel zusammen. Eigentlich müsste ich das jetzt bildlich aufzeichnen. Der Sender muß weit genug vom Gebirge weg sein, dann liegt die reflektierende Schicht auch noch ein Stück vom Gebirge weg und das Signal überquert den Berg in flachem Winkel./quote]

Der Winkel ist vielleicht wirklich das Wichtigste bei Tropo. Die reflektierende Schicht kann aber vermutlich auch im Gebirge liegen, sofern das Gebirge eben nicht zu hoch ist. Hier bei mir sind Richtung S die Berge bis zu 1500m hoch. Stationen aus SVN sind bei Tropo kaum oder gar nicht stärker, aus HRV tauchen jedoch sogar neue auf oder ständig ganz schwache sind mit O4-5 oder O=5 da! --> SVN Winkel zu steil

Das Phänomen (wie teilweise im Norden beobachtet), dass Ortssender oder Quasi-Ortssender von Tropostationen weggedrückt werden, gibts hier nicht. Ortssender 20kW hier nur ~5 Frequenzen (kommt der Sender Mugel/Bruck an der Mur - 87,6 - 93,2 - 98,7 - 102,1 - 105,7 eigentlich bis Bayern durch? Brotjacklriegel krieg ich hier rein) mir freier Sicht auf Stadt - Fernempfang beeinträchtigt durch Hügel und Berge.
Mit Es könnte ich mir das allerdings im Auto wenn es paßt :spos: schon vorstellen!


von Valkosipuli - am 20.12.2006 15:41
Aus dem Bereich südlich des Alpenhauptkamms kommen bei mir nur der Schöckl bei Graz (292 km) und der Dobratsch bei Villach (205 km) an, allerdings nur als Tropo-Scatter.

von DX-Fritz - am 20.12.2006 18:46
bei mir ist das ähnlich, aus nördlicher bzw. östlicher Richtung kommt Tropo wesentlich seltener vor als aus West und Südwest. Dorthin ist es einfach flacher. Während zB Raichberg, Grünten etc bereits bei leichtem Tropo hier sofort zu kriegen sind, braucht es schon starkes Tropo, dass auch mal der Brocken oder sächsische/tschechische Sender durchkommen.

von Terranus - am 20.12.2006 20:22
Die Karten von diesem "Hepburn-Index" halte ich persönlich für praktisch untauglich...

das hier bringt mir wesentlich mehr und basiert auf aktuellen "Events"....
====> http://www.mountainlake.k12.mn.us/ham/aprs/path.cgi?map=eu

von UKW-Fan Sachsen-Anhalt - am 26.12.2006 22:43
Ja, die Karten sind sehr schön und aufschlußreich, man muß halt nur bedenken, daß es sich hierbei um Amateurfunkverbindungen handelt. Im schmalbandigen Sprechfunk sind natürlich größere Reichweiten möglich als im Rundfunkbereich. So gab es z.B. im September im Raum München/Erding/Freising Tropo-Überreichweiten aus Finnland (!), allerdings auf 2m und nicht auf 3m.

Beim Hepburn-Index würde mich mal der Algorithmus interessieren. Leider mag Herr Hepburn sein Geheimnis nicht verraten. Ich habe ihn schon zwei- oder dreimal angemailt und bekam jedesmal nur schwammige Antworten, die keinerlei Rückschlüsse auf seine Methode zuließen.

von MHM - am 26.12.2006 22:56
Wenn ich mir rückwirkend die heutigen Hepburn-Karten ansehe, so hätten bei mir heute praktisch überhaupt keine, oder nur sehr leichte Überreichweiten herrschen dürfen. In Wirklichkeit aber war es für mich einer der besten Tropo-Tage dieses Jahres.

Hepburn ist hier leider wirklich nicht sehr hilfreich. Ein Blick heute früh aus dem Fenster auf den strahlend blauen Himmel und das Thermometer bei kalten -1° ist ein wesentlich besserer und zuverlässiger Indikator.

von _Christoph - am 27.12.2006 23:51
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