Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ACD-Forum
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rüdiger Schäfer, Darklord, Andy Schmid, KDL

ACD-Adventskalender 2013 - Türchen 1

Startbeitrag von Rüdiger Schäfer am 01.12.2013 05:16

ACD-Adventskalender 2013 - Türchen 1

Einige der teuersten Düfte der Erde kommen ursprünglich aus den Gedärmen von Pottwalen!
Okay, das ist eine Schlagzeile im Stil der BILD-Zeitung, aber ganz falsch ist die Behauptung nicht. Die Rede ist von Ambra oder Amber, einem Stoff, dessen Herkunft lange Zeit im Dunkel lag. Man fand die graue, wachsartige Substanz mit ihrer angenehmen Duftnote (holzig, trocken, balsamisch, etwas tabakartig bis bouquethaft mit aphrodisierendem Einschlag) in großen Brocken von bis zu 10 Kilogramm auf dem Meer treibend, aber auch angeschwemmt an Stränden und Küsten. Jahrhunderte lang herrschte die Meinung vor, Ambra wachse wie ein Pilz auf dem Grund des Ozeans, bis es von Stürmen aufgewirbelt würde. Erst im 19. Jahrhundert stießen Walfänger im Darm von Pottwalen auf ähnliche Brocken, die allerdings geradezu ekelerregend rochen.
Inzwischen vermutet man, dass Ambra bei der Nahrungsaufnahme von Pottwalen entsteht. Die unverdaulichen Teile wie Schnäbel oder Hornkiefer von Tintenfischen und Kraken werden im Ambra eingebettet. Über die genaue Ursache der Entstehung besteht Unklarheit. Möglicherweise liegt eine Stoffwechselkrankheit des Pottwals vor, wenn er Ambra bildet. Einer anderen Theorie zufolge dient der Stoff dem Wundverschluss bei Verletzungen der Darmwand.
Fakt ist: Frisch aus dem Pottwalgedärm ist das Material wertlos. Erst nach seiner Ausscheidung und einer langen Reise durch den Ozean unter dem Einfluss von Salzwasser, Luft und Sonnenlicht verändert sich der Stoff chemisch so, dass er für die Parfümindustrie interessant wird. Sie nutzt Ambra als Bindemittel für pflanzliche Essenzen, die sonst schnell verdampfen würden. Die Aufbereitung ist jedoch schwierig und langwierig, weshalb sich nur noch wenige Edelmarken diese Mühe machen. Dennoch lohnt sich der Aufwand: Ambra macht Düfte rund, bezaubernd und verführerisch.
Wie teuer Ambra einst war, zeigt ein Preisvergleich aus dem 15. Jahrhundert. Ein Pfund Ambra kostete damals 60 Dukaten, ein Sklave 20, ein Eunuch 40 und ein Kamel 50 Dukaten.

Antworten:

Sehr bizarr das ganze - klingt ja fast nach Kopi Luwak. Wobei letzterer wohl dennoch billiger ist, als Ambra. Wie, ihr kennt einen der teuersten Kaffees der Welt nicht? Kopi Luwak wird durch die Verdauung von Katzen veredelt - siehe auch [de.wikipedia.org] :cheers: Und jetzt erstmal einen heißen Kaffee :grins:

von Andy Schmid - am 01.12.2013 09:04
manchmal möchte man einfach nicht wissen, wo irgendwas tolles herkommt ... :D

von KDL - am 01.12.2013 09:52
Schon Adenauer sagte einst: Gesetze sind wie Würste - es ist besser, man weiß nicht, wie sie gemacht werden ...

von Rüdiger Schäfer - am 01.12.2013 10:38
Wenn es danach geht, ist Honig nichts anderes als Bienenkotze...

von Darklord - am 01.12.2013 12:10
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.