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elvira*, KDL, Rüdiger Schäfer

ACD-Adventskalender 2013 - Türchen 11

Startbeitrag von Rüdiger Schäfer am 11.12.2013 08:09

ACD-Adventskalender 2013 - Türchen 11

Schauen wir uns heute an, wie bei einigen weiteren europäischen Nachbarn Weihnachten gefeiert wird:
Am 24. Dezember, dem Štědrý den, werden in Tschechien abends Geschenke verteilt. Sie sollen von Ježíšek, dem Jesuskind, kommen. Vor dem Weihnachtsmahl und dem anschließenden Geschenkeauspacken soll man nichts essen. Die Eltern sagen den Kindern, dass sie Zlaté prasátko, das goldene Ferkelchen, sehen können, wenn sie den ganzen Tag fasten.
Andere tschechische Weihnachtstraditionen beinhalten Zukunftsdeutungen. Äpfel werden kreuzweise geschnitten: Wenn ein Stern im Kern erscheint, steht ein gutes Jahr bevor, erscheint ein Kreuz, wird es ein schlechtes Jahr geben. Mädchen werfen Schuhe über ihre Schultern, um zu schauen, ob eine baldige Heirat bevorsteht. Diese soll eintreten, wenn die Schuhspitze zur Türe zeigt.
In der Slowakei wird am 4. Dezember der Barbaratag gefeiert. An diesem Tag stellen junge Mädchen Kirschzweige ins Wasser. Blühen sie an Heiligabend, bedeutet das für sie Liebesglück im nächsten Jahr. Am 12. Dezember gehen Frauengruppen von Haus zu Haus um Männer zu erschrecken. An Heiligabend bringt Ježiško (Christkind) die Geschenke. Das Weihnachtsessen beginnt bei Einbruch der Dunkelheit. Es gibt meist Pilzsuppe, Fisch, Sauerkraut und verschiedenes Gebäck. Anschließend besucht man die Mitternachtsmesse. Am 25. Dezember wird im Familienkreis und am 26. Dezember im Freundes- und Bekanntenkreis gefeiert.
In der ungarischen Vorweihnachtszeit hat der 13. Dezember als Luca-Tag (Luca napja) eine besondere Bedeutung. An diesem Tag begann man früher in ländlichen Regionen mit dem Bauen eines Luca-Stuhles (Luca széke). Jeden Tag wurde nur ein kleiner Teil der Arbeit verrichtet, so dass der Stuhl gerade am Heiligabend fertig wurde. Mit dem Stuhl musste man in die Christmette gehen und sich auf ihn stellen. Es hieß, man könne von oben die Hexen sehen und sie vertreiben. Auch war es am 13. Dezember üblich, in einen kleinen Topf Weizen zu säen. Ein Aberglaube besagte, dass man an diesem Tag mit verschiedenen Methoden den zukünftigen Gatten eines heranwachsenden Mädchens vorhersagen könne.
In Russland und den anderen slawischen Ländern Osteuropas kennt man die Tradition des Ded Moros (Дед Мороз, Väterchen Frost), der von seiner Enkelin Snegurotschka (Schneemädchen, Schneeflöckchen) begleitet wird. Nach der Legende reitet er in einer Troika, einem Schlitten, der von drei Pferden gezogen wird und bringt den Kindern Geschenke.
Weihnachten wird in Russland am 7. Januar (entspricht im Julianischen Kalender dem 25. Dezember) gefeiert. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung durch die Kommunisten wird das russische Weihnachten seit 1992 wieder belebt. Es dreht sich um das Heilige Mahl am Heiligen Abend, das aus zwölf Gerichten besteht, für jeden Apostel Jesu eines. Viele russische Weihnachtsbräuche, wie etwa der Weihnachtsbaum (ёлка – jolka) gehen auf die Reisen Peters des Großen im späten 17. Jahrhundert zurück.
In Bulgarien wird am Heiligen Abend eine ungerade Zahl an Gerichten vorbereitet, in der Regel 7, 9 oder 13. Die Gerichte sollen keine tierischen Erzeugnisse enthalten (wie Fleisch, Milch, Eier usw.), da der 24.12. der letzte Tag der Fastenzeit ist. Typische Gerichte sind mit Bohnen gefüllte Paprika, Reis gewickelt in Weinblätter, Bohnensuppe und mit Kürbis gefüllte Teigblätter (Tikvenik). Am Anfang des Festmahls wird ein spezielles rundes Brot, in dem eine Münze versteckt ist, zwischen allen Familienmitgliedern aufgeteilt (auch je ein Stück für Gott, die Heilige Maria, das Haus oder auch für das Haustier). Wer die Münze bekommt, wird im nächsten Jahr immer gesund sein und viel Glück haben. Das älteste Familienmitglied geht mit Weihrauch durch alle Zimmer, damit das Böse vom Haus fern bleibt.
Und in einer Woche schauen wir uns Weihnachtsbräuche in der übrigen Welt an!

Antworten:

Es ist schon erstaunlich (oder auch nicht :D ), welche wichtige Rolle die Nahrung bei den Weihnachtsbräuchen einnimmt. Der Mensch ist, was er isst :spos:

von KDL - am 11.12.2013 18:23
ja, so muss ein weihnachtstürchen aussehen.

von elvira* - am 12.12.2013 17:17
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