ACD-Adventskalender 2013 - Türchen 13

Startbeitrag von Rüdiger Schäfer am 13.12.2013 14:01

ACD-Adventskalender 2013 - Türchen 13

Sollte man eigentlich beim Niesen die Hand vor den Mund halten? Die meisten würden diese Frage wohl spontan mit Ja beantworten, doch damit lägen sie falsch. Beim Niesen werden Erreger freigesetzt, die in der Hand, die oft feucht und warm ist, einen idealen Nährboden finden. Der nächste Händedruck oder der Griff an die Türklinke sorgen dann für eine muntere Verbreitung der Keime, denn die kleinen Biester überleben außerhalb des Körpers bis zu drei Stunden.
Natürlich soll man seinem Gegenüber aber auch nicht ins Gesicht niesen, denn das ist ebenso unhygienisch wie respektlos. Was also tun? Der moderne Knigge empfiehlt im Idealfall ein Papiertaschentuch zu benutzen und dieses dann direkt zu entsorgen. Ist keines zur Hand, dann soll man den Unterarm benutzen und vor die Nase halten oder sich zumindest zur Seite drehen und in eine Richtung niesen, in der sich keine Menschen aufhalten.
Und wie ist es mit dem "Gesundheit" wünschen? Interessanterweise weiß man bis heute nicht genau, woher dieser Brauch genau stammt. Historiker vermuten, dass man früher glaubte, ein Niesen sei der Vorbote für die Pest, und deshalb für den Niesenden schnell mit einer entsprechenden Formel eine gute Gesundheit erbat. Andere Forscher sind der Ansicht, dass das Ritual aus dem indogermanischen Glauben stammt. Dort besitzt der Mensch eine sogenannte Luft- oder Atemseele, die beim Niesen entweichen kann und mit einem entsprechenden Zauberspruch aufgehalten werden muss.
Vor einigen Jahren forderten Benimm-Experten, dass man das allgemeine Kommentieren menschlicher Geräuschentwicklung abseits von Sprache grundsätzlich unterlassen solle. Schließlich, so die Argumentation, tue man das ja auch beim Furzen und Rülpsen nicht; warum also ausgerechnet beim Niesen? Diese Ansicht hat sich jedoch nicht durchgesetzt und so ist es auch im aktuellen Knigge wieder üblich, einem Niesenden "Gesundheit!" zu wünschen, wofür dieser sich mit einem "Danke!" revanchiert.

Antworten:

Letzterer Aussage stimme ich nicht zu. Zumindest im geschäftlichen Umfeld nicht. In Meettings wird das Niesen eines Kollegen grundsätzlich überhört. Wäre auch völlig bescheuert, den Redner oder eine Diskussion durch 20* "Gesundheit!" zu unterbrechen.

Jugendliche hören das "Gesundheit" überhaupt nicht gerne - und zwar aus den weiter oben von Dir beschriebenen Gründen. Durch meine Arbeit im CVJM habe ich immer noch mit jungen Leuten zu tun - daher diese Beobachtung. Sie finden es am Besten, wenn es ignoriert wird.

Ältere Mitbürger hingegen halten es für eine Unhöflichkeit, wenn der Nicht-Niesende nicht "Geusndheit!" sagt. Meines Erachtens kommt es bei diesem Grußwort also auf die Zielgruppe an.

Und was mache ich in gemischten Umgebungen? Die Flucht ergreifen.....

von GeroG - am 13.12.2013 15:40
... nee, "Schönheit" wünschen :D

von KDL - am 13.12.2013 19:07
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