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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 4 Monaten
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vor 4 Jahren, 4 Monaten
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Rüdiger Schäfer, redaxa, KDL

ACD-Adventskalender 2013 - Türchen 19

Startbeitrag von Rüdiger Schäfer am 19.12.2013 10:46

ACD-Adventskalender 2013 - Türchen 19

Wer mich kennt weiß, dass die Physik mit großem Abstand meine Lieblingswissenschaft ist. Wäre ich nicht so abgrundtief schlecht in Mathematik, wäre ich vielleicht Physiker (oder Sachbuchautor) geworden. Stattdessen schreibe ich heute mal wieder einen Adventskalenderbeitrag zum Thema.
Wenn man sich mit den großen Fragen der Physik beschäftigt, kommt man früher oder später auf den Urknall zu sprechen. Wie ist all das, was wir um uns herum sehen, was wir wahrnehmen können, überhaupt entstanden? Das große Problem, das sich dabei auftut, ist der Umstand, dass wir uns besagtem Urknall wissenschaftlich nur annähern, ihn aber niemals erreichen können. Warum? Das ist nicht einfach zu erklären, aber ich versuche es trotzdem:
Mit dem Big Bang begann nicht nur der Raum, sondern – wie wir seit Albert Einstein wissen – auch die Zeit. Raum und Zeit lassen sich nicht trennen; sie bilden eine unauflösbare Einheit. Ohne den einen, kann die andere nicht existieren und umgekehrt.
Um den Urknall mathematisch zu erfassen, müssten wir ihn uns zum Zeitpunkt Null betrachten, also in jenem exakten Augenblick, in dem aus der Nicht-Raum-Zeit die uns heute bekannte Raum-Zeit wurde. Das geht aber nicht, weil die Zeit nicht – wie die meisten fälschlicherweise glauben – unbegrenzt teilbar ist. Sind Größen wie Minuten oder Sekunden noch von Menschen künstlich geschaffene Maßeinheiten, gibt es eine Zeitspanne, die uns die Naturgesetze vorgeben, und die man nicht mehr verkürzen kann: Die sogenannte Planck-Zeit. Sie beschreibt das kleinstmögliche Zeitintervall, für das die bekannten Gesetze der Physik noch gültig sind, und ergibt sich aus der Zeit, die das Licht benötigt, um eine Planck-Länge zurückzulegen.
Eine Planck-Länge beträgt 1,616199 x 10-35 Meter, also 0,00000000000000000000000000000000001616199 Meter. Das Licht braucht für diese Strecke 0,0000000000000000000000000000000001 Sekunden. Die kleinste derzeit von Menschen messbare Zeiteinheit ist eine Attosekunde (1 x 10-18 Sekunden), und die ist immer noch das 100.000.000.000.000.000.000.000.000-fache der Planck-Zeit!
Wir werden uns dem Urknall niemals näher als eine Planck-Zeit nähern können, denn würden wir diese Spanne unterschreiten, verlören sämtliche Naturgesetze ihre Gültigkeit. Nichts ließe sich mehr berechnen oder voraussagen; unser gesamtes physikalisches Wissen wäre auf einen Schlag nutzlos. Und unser Universum entstand nun einmal eben nicht eine Planck-Zeit nach dem Big Bang, sondern exakt zum Zeitpunkt des Urknalls.
An dieser Stelle muss ich übrigens jedesmal an Perry Rhodan und den Berg der Schöpfung denken. Der Terraner sollte damals die Antwort auf die dritte Ultimate Frage erhalten, weigerte sich jedoch im letzten Moment, weil er begriff, dass die Erkenntnis seinen Verstand zerstören würde. Vielleicht hatte diese Antwort mit dem Unterschreiten der Planck-Länge zu tun – und vielleicht ist der Mensch nicht dazu geschaffen, der Natur ihr letztes und größtes Geheimnis zu entreißen …

Antworten:

Da fragt man sich doch unwillkürlich, wie der gute Planck (zugegebenermaßen wohl schlauer als ich) darauf gekommen ist :confused: Ist doch echt schräg - da es wohl keine Möglichkeiten gibt, da irgendwas experimentell zu überprüfen - dieses theoretische Konstrukt :duell:

von KDL - am 19.12.2013 22:04
Physik und Neurowissenschaft - die letzten großen Blackboxes.

von redaxa - am 20.12.2013 05:06
Ganz einfach: Per Mathematik. Die meisten Erkenntnisse der theoretischen Physik basieren auf mathematischen Formelwerken und deren möglichen Lösungen.

von Rüdiger Schäfer - am 20.12.2013 12:52
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