Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ACD-Forum
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
JoJa, Orbanaschol, Gero, Rüdiger Schäfer

Bierbauch als Airbag?

Startbeitrag von Rüdiger Schäfer am 06.03.2006 10:40

Der Bierbauch ist kein Airbag!
Starkes Übergewicht erhöht deutlich das Risiko einen Verkehrsunfall nicht zu überleben.

WISCONSIN - Dass Speck auf den Rippen schädlich für Gefäße, Herz und den Bewegungsapparat ist, weiß schon fast jeder. Ein Forschungsteam am Medical College of Wisconsin in Milwaukee fand jetzt allerdings heraus, dass schwergewichtige Männer auch bei Autounfällen schlechter weg kommen. In ihrer Untersuchung, die jetzt in der Online-Ausgabe des American Journal of Public Health erscheint, analysierten die Forscher die Daten von über 22.000 Autofahrern. Das Ergebnis erschreckte, denn die Männer mit dem höchsten Body Mass Index (BMI) hatten auch die höchste Todes-Rate. Der BMI ist ein Wert, mit dessen Hilfe man Über- und Untergewicht mathematisch darstellen kann. Vereinfacht gesagt steht ein Zahlenwert von über 25 für Übergewicht, ein Wert ab etwa 30 für Adipositas. Der Leiter der Studie, Shankuan Zhu gab weiter an, dass das Todes-Risiko mit einem BMI von 25 bei etwa einem Prozent lag. Ein BMI von 44 steigere das Risiko auf das Siebenfache. Hingegen spiele der BMI von Frauen bei Verkehrsunfällen keinerlei Rolle.

Wieder um eine Illusion ärmer ...

Antworten:

Interessant. Wie haben die das getestet? Welche Idioten mit Übergewicht lassen sich denn in einen Crash-Test verwickeln? Im Amiland scheint alles möglich.....

von Gero - am 06.03.2006 15:45
@Gero: Die haben Unfallstatistiken ausgewertet.

Daß Übergewichtige bei Unfällen ein größeres Verletzungsrisiko tragen wundert mich ehrlich gesagt nicht.
Bei einem Frontalaufprall muß der Gurt den Trägheitsimpuls aufnehmen. Bei einer Person, die 130 kg oder gar mehr auf die Waage bringt, ist das bei 50 km/h schon genau so viel, wie bei einem normal gebauten Menschen bei 90-100 km/h. Da hat der Gurt ganz schön was auszuhalten ... besonders bei noch höheren Geschwindigkeiten.
Der Airbag soll den nach vorne fliegenden Kopf abfangen und mit einer für das Gehirn ungefährlichen Beschleunigung abbremsen. Wenn aber der dicke Bauch vor das Lenkrad rutscht, wird nicht nur der Airbag abgelenkt; der Kopf kann gar nicht den Wirkungsbereich des Airbags erreichen und wird ungebremst nach vorne geworfen. Schwere Halsverletzungen und Gehirntraumata sind die (zuweilen tödliche) Folge.

von Orbanaschol - am 06.03.2006 16:04
Orbanaschol schrieb:

Zitat

@Gero: Die haben Unfallstatistiken ausgewertet.

Daß Übergewichtige bei Unfällen ein größeres
Verletzungsrisiko tragen wundert mich ehrlich gesagt nicht.
Bei einem Frontalaufprall muß der Gurt den Trägheitsimpuls
aufnehmen.


Haben die den in Amiland überhaupt Gurte? Ich dachte bislang immer, die verlassen sich auf Riesen-Airbags ihrer Autos, während wir in Europa ja auf den kleineren Euro-Bag und den Gurt mit Gurtstraffern als Kombi-System setzen. Kann aber sein, daß meine Info veraltet ist.

Was mich wundert: wenn die Auswirkungen von Fett bei Frauen geringer sind, dann liegt das wohl dran, wie das Fett verteilt ist: Frauen Birnenform, Männer Apfelform. Das hieße dann, daß wenn runder Bauch (Mann) auf runden Bag prallt, dies vermutlich ungünstig ist - quasi ein Frontalaufprall, wenn dagegen ringförmiger Hüftspeckgürtel /Frau) auf Bag prallt, die Energie der Vorwärtsbewegung doch irgendwie vom Bag aufgenommen werden kann... Oder so.

von JoJa - am 09.03.2006 08:51
"Haben die den in Amiland überhaupt Gurte?"
Ich meine, daß die in Amiland sogar länger Gurte haben, als wir hier. Allerdings sind dort die Vorschriften bezüglich der Qualität der Gurte nicht so streng wie hier. (Die haben ja auch keinen deutschen TÜV ;-) )

Zum Airbag:
Der Airbag ist kein geschlossener Luftballon. Er enthält eine wohldefinierte Auslassöffnung, durch die nach dem Aufprall des Kopfes das Treibgas mit einem bestimmten Volumenstrom entweichen kann. Dadurch wird der Kopf sanft abgebremst. Wäre der Airbag ein geschlossener Luftballon, würde der Kopf da wie auf eine Gummiwand draufknallen und zurückgefedert werden - Wirkung: doppelt so schlimm. Außerdem bestünde die Gefahr, daß der Bag beim Aufprall platzen könnte und das wäre noch schlimmer. Tatsächlich ist der Bag schon Millisekunden nach dem Auslösen wieder schlaff, d.h. wenn man den Airbag wahrnimmt, ist schon alles vorbei. Auslösezeitpunkt, Aufblaszeit, Gasmenge und Auslaßöffnung sind genau so bestimmt, daß der Kopf den Airbag bei seiner größten Ausdehnung trifft, und dann mit einer wohldefinierten Bewegung abgebremst wird.
Bei dicken Menschen trifft der Bauch aber nicht den Airbag, sondern das Lenkrad; die korpulente Statur verhindert, daß der Kopf dem Airbag entgegenkommen kann; außerdem wird der Airbag unter Umständen nach oben abgelenkt. Der Kopf prallt also, wenn überhaupt, falsch auf den Airbag, was zu den Verletzungen im Halswirbelbereich beitragen kann.
Die häufigsten Verletzungen, die auf den Einsatz des Airbags zurückgeführt werden können, sind übrigens Ohrenschäden. Da das Aufblasen des Airbags in wenigen Mikrosekunden erfolgt, macht sich die verdrängte Luft als starke Druckwelle Raum, die die Trommelfelle verletzen oder gar platzen lassen können.

von Orbanaschol - am 09.03.2006 15:35
Dabke für die Infos. Dann ist wohl das System der "Gurtstraffer" das Besondere, warum es bei uns keine so riesigen Bags gibt....

Naja, ich darf mir eh keinen Unfall leisten, weil ich eine uralte, aber sehr geliebte Kiste fahre (Escort Bj. 1995, Ghia, großer Motor) und gar nicht daran denke, mir was neues mit Seitenairbags etc. zuzulegen...

von JoJa - am 09.03.2006 18:15
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.