Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ACD-Forum
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Orbanaschol

NASA verschiebt nächsten Shuttle-Start auf Anfang Juli

Startbeitrag von Orbanaschol am 15.03.2006 16:24

Wie der Space-Shuttle-Programmdirektor der NASA Wayne Hale gestern der Presse mitteilte, hat die Programmleitung den ursprünglich für Mitte Mai geplanten Start der Raumfähre DISCOVERY zur Mission STS-121 jetzt auf frühestens 1. Juli verschoben.
Grund dafür sei, daß man an dem für den Start vorgesehenen Außentank ET-119 die Niedrigfüllstands-Abschaltsensoren (ECO-Sensoren) des Flüssigwasserstofftanks austauschen will. Bei einem Test in der letzten Woche hatte einer der vier ECO-Sensoren von den anderen leicht abweichende Meßwerte geliefert. Obwohl die Abweichungen noch im Toleranzbereich lagen, habe man sich dennoch für einen Austausch entschieden. Der Austausch der Sensoren wird voraussichtlich drei Wochen dauern, da man unter anderem Isolierung entfernen und ein Mannloch im Tank öffnen müsse. Damit bleibt nicht mehr genügend Zeit, um den Tank für einen Start der DISCOVERY im bisher angepeilten Startfenster 10.-22. Mai vorzubereiten. Hale erklärte, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Einer Studie zufolge können Schäden an der Verkabelung der Sensoren zu falschen Anzeigen führen. Die im ET-119 verbauten Sensoren sind bereits 10 Jahre alt.
ECO-Sensoren stellen fest, ob noch genügend Treibstoff im Tank ist, um die Haupttriebwerke der Raumfähre zu betreiben. Melden während des Aufstiegs mindestens zwei der Sensoren "trocken", schaltet der Computer die Haupttriebwerke ab, damit die Turbopumpen nicht leer laufen. Normalerweise ist mehr Treibstoff im Tank, als für den Aufstieg in die Umlaufbahn benötigt wird, so daß die Sensoren nicht anschlagen sollten, bevor der Navigationsrechner die Haupttriebwerke plangemäß abschaltet. Ein vorzeitiges Abschalten der Haupttriebwerke bedeutet im günstigsten Fall, daß die Raumfähre die geplante Umlaufbahn nicht erreicht. Bei zwei Missionen ist dies in der Vergangenheit bereits passiert, die Missionen konnten aber dennoch erfolgreich durchgeführt werden, da der erreichte Orbit nur geringfügig unter dem geplanten lag.
Die NASA-Vorschriften sehen vor, daß jeweils alle vier ECO-Sensoren sowohl des Sauerstoff- wie auch des Wasserstofftanks bei den Tests vor dem Start korrekt anzeigen müssen, damit der Start durchgeführt werden kann. Im Juli des vergangenen Jahres hatte ein fehlerhaft anzeigender ECO-Sensor zu einem Startabbruch der DISCOVERY und einer zweiwöchigen Startverschiebung geführt.

Die Startverschiebung gibt der NASA auch die Möglichkeit den Robotarm der DISCOVERY zu reparieren, der leicht beschädigt worden war, als am 4. März Arbeiter mit einer Hebebühne an den Arm angeschlagen waren, als sie damit beschäftigt waren, Glassplitter von einer zerplatzen Heizlampe aus der Ladebucht zu entfernen. Der Robotarm enthält eine spezielle Instrumentierung, mit der sein Leistungsverhalten während des Betriebs im Weltraum analysiert werden soll. Ohne die Verschiebung hätte er gegen einen anderen Robotarm ohne diese Instrumentierung ausgetauscht werden müssen.
Der geplante Starttermin der ATLANTIS zur Mission STS-115 Ende August bleibt bislang von der Entscheidung der NASA unberührt. Inwieweit das auf den geplanten Start der DISCOVERY zur Mission STS-116 (Ende November, Anfang Dezember) Auswirkungen hat, bleibt noch offen. Der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter, der mit STS-121 zu einem Langzeitaufenthalt zur Internationalen Raumstation startet, soll mit STS-116 zur Erde zurückkehren.

Quelle: NASA/KSC, Space Science Journal

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.