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ACD-Forum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
NobbyR, Rüdiger Schäfer, Colin, JoJa, Orbanaschol, KDL

Medikamententests...

Startbeitrag von NobbyR am 16.03.2006 15:12

Na, ich weiß nicht, was ich davon halten soll, lest selbst mal:

[www.bild.t-online.de]

Antworten:

Ging ja gestern abend durch alle Nachrichten. Ist aber garantiert nicht das erste Mal, das sowas schief gelaufen ist, nur halt sehr extrem. Jetzt mag man generell darüber streiten, ob solche Versuche am Menschen ethisch in Ordnung sind. Tatsache ist aber, dass Versuche nur an Zellkulturen oder Tieren das äußerst komplexe biochemische Zusammenwirken im Menschen nicht nachbilden können. Darum wird es auch weiter solche Versuche geben - wie schon seit Anbeginn der Medizin.

von KDL - am 16.03.2006 15:42
Arzneimittelstudien an gesunden Probanden finden grundsätzlich erst dann statt, wenn Tierversuche abgeschlossen sind (diese werden u. a. dazu genutzt, um die therapeutisch wirksame respektive tödliche Dosis eines Wirkstoffs zu ermitteln) und werden zudem streng kontrolliert. Unfälle wie dieser sind selten, aber nicht ausgeschlossen. Jeder Proband wird ausführlich über das Risiko informiert; zudem sind Pharmakonzerne verpflichtet, für jede Testperson eine hohe Versicherung abzuschließen.

von Rüdiger Schäfer - am 17.03.2006 07:03
Schon vor ein paar Jahren hatte es einen Bericht im Fernsehen gegeben (bei "Monitor" oder "Frontal") daß Pharmaunternehmen gerne in Großbritannien solche Arzneimittelversuche an Menschen durchführen, da dort offenbar die betreffenden Vorschriften laxer sind, als z. B. in Deutschland. In dem damaligen Bericht stand, wenn ich mich recht erinnere, gerade Bayer in der Kritik.

von Orbanaschol - am 17.03.2006 07:45
Orbanaschol schrieb:

Zitat

Schon vor ein paar Jahren hatte es einen Bericht im Fernsehen
gegeben (bei "Monitor" oder "Frontal") daß Pharmaunternehmen
gerne in Großbritannien solche Arzneimittelversuche an
Menschen durchführen, da dort offenbar die betreffenden
Vorschriften laxer sind, als z. B. in Deutschland. In dem
damaligen Bericht stand, wenn ich mich recht erinnere, gerade
Bayer in der Kritik.


So wie ich die Sache verstanden habe, wurde der Test parallel in Großbritannien und deutschland angemeldet. Während die Deutschen zahlreiche Änderungen wollten, ging die Prüfung in GB schneller.

Ich denke, man kann dem Unternehmen, das die Tests durchführt, keinen Vorwurf machen, wenn es dann in GB an den Start geht. Zeit ist überall Geld. Jetzt gibt es eben den Präzedenzfall, es heißt, die Briten hätten ja auch so gründlich wie die Deutschen prüfen können. Vielleicht werden sie das ja in Zukunft auch tun.

Für die Herstellerfirma ist es auch ein Vorteil, die sicherlich gründlich durchdachten Expertenkommentare der Deutschen zu lesen, während gleichzeitig der Versuch schon in GB läuft. Man sollte ja eigentlich annehmen, daß man in GB auch nicht gerade nachlässig mit den Genehmigungen umgeht. Ich meine, die Firma wäre bestimmt besser dran gewesen, wenn sie den Versuch in Indien oder sonstwo in Welt gemacht hätte und erst im Erfolgsfall an die Zulassung für Europa herangegangen wäre.

Nun ist halt mal was passiert. Das ist doch aber wohl ein Risiko, das immer besteht, wenn Medikamente in das Immunsystem eingreifen. Man muß sich ja nur mal ansehen, wie schnell und heftig Allergiker Probleme bekommen können, um zu verstehen, wie diffiziell das Immunsytsem ist. Ich hatte auch schon zweimal einen Anaphylaktischen Schock, beim ersten Mal wäre es beinahe zu spät gewesen, bis die Ambulanz kam, beim zweiten Mal war die Gastgeberin der Party zufällig Ärztin und konnte sofort was spritzen - Glück. seitdem habe ich ein Anaphylaxie-Besteck dabei und einen Heidenrespekt vor "verärgertem" Immunsystem.

Die "Allgemeinheit" wünscht sich immer billigere und bessere Medikamente, die Politik macht Druck auf die Unternehmen, billiger anzubieten,. Da ist es doch nur logisch, daß die Pharmaunternehmen so wenig wie möglich für die Entwicklung eines Medikaments ausgeben und so schnell wie möglich auf den Markt wollen. Obwohl, das würden die Unternehmen auch tun, wenn sie beliebig hohe Preise erzielen könnten. Im konkreten Fall aber denke ich, daß die Firma sorgsam und korrekt vorgehen wollte. Hätte man dort irgendwelche Vorahnungen gehabt, daß das Zeug so wirken könnte, dann wäre man vermutlich erstmal ins weitere Ausland zum Menschentest gegangen. Deshalb glaube ich nicht, daß die Firma irgendetwas dafür kann oder daß das bedrückende Ergebnis vorhersehbar war.



von JoJa - am 17.03.2006 10:20
Na, mich wundert nur, daß ein Medikament, das ja HEILEN soll, ja eher ein Horrorszenario bewirkt (siehe die beschriebenen Folgen). Das ist doch seltsam, oder?

von NobbyR - am 17.03.2006 10:36
Keineswegs. Kein Medikament ohne Nebenwirkungen. Ratio für Zulassungen ist die Maßgabe, daß der Nutzen größer sein muß als der potentielle Schaden, den die Substanz anrichtet. Außerdem wirkt jedes Medikament bei jedem Patienten anders. Auch nach der Zulassung steht jedes Arzneimittel unter permanenter Beobachtung und jeder Arzt ist verpflichtet, Nebenwirkungen sofort an die Behörden zu melden.

von Rüdiger Schäfer - am 17.03.2006 11:34
...ich sag nur Chemotherapie. Einmal den Zugang falsch gelegt dafuer und es kann echt finster werden.

von Colin - am 17.03.2006 11:57
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