Die Welt steht an einem Wendepunkt

Startbeitrag von jan2003 am 07.09.2003 15:32

Insgesamt rund 1000 Mitglieder und Unterstützer der LaRouche-Bewegung nahmen an der durch Videoschaltung verbundenen Simultankonferenz des Schiller-Instituts teil, die am 30. und 31. August gleichzeitig in Kalifornien und in Virginia stattfand. Bonnie James berichtet.

Das gesamte System bricht derzeit zusammen. Das bedeutet, daß sich die Nationen entscheiden müssen,... den Finanzinteressen klar zu machen, daß sie für ihre Verluste aufkommen müssen, denn die Sorge für die Bevölkerung und die Nation haben Vorrang... Wir orientieren uns am Gemeinwohl und der Verantwortung für die nachfolgenden Generationen. Wir setzen unsere Souveränität so ein, daß keine äußere Macht, auch keine Bankiers, unsere Souveränität untergraben und dem Gemeinwohl unseres Volkes und dem Wohlergehen späterer Generationen von außen schaden kann", mit diesen Worten warf Lyndon LaRouche in seiner Hauptrede auf der "Labor Day"-Konferenz des Schiller-Instituts und des ICLC vom 30.-31. August den synarchistischen Finanzinteressen den Fehdehandschuh hin, die die Welt in die derzeitige existentielle Krisensituation gebracht haben. (Den vollständigen Redetext sowie weitere Konferenzbeiträge kann man im Internet unter der Adresse www.larouchein2004.net in englischer Sprache nachlesen oder als Video verfolgen.)

Mehr als 1000 Menschen, ein Drittel davon im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, nahmen an dieser Konferenz teil, die dem Thema "Die Welt am Wendepunkt" gewidmet war. Erstmals wurde die Konferenz gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten abgehalten: im kalifornischen Burbank mit etwa 400 Teilnehmern und in Reston im Bundesstaat Virginia, wo sich mehr als 600 Menschen versammelt hatten. Beide Konferenzorte standen durch Videoschaltungen in ständiger Verbindung; zugleich wurde die Veranstaltung auch live im Internet übertragen.



Innerlich wachsen
Weitere Höhepunkte der Veranstaltung bildeten die Rede von Helga Zepp-LaRouche, die ihre Zuhörer aufforderte, ihre Ängste zu überwinden, in dem sie ihre geistigen und moralischen Fähigkeiten verstärkten - Riemann prägte dafür den treffenden Ausdruck "Geistesmassen" - sowie ein besonderer Thementeil der Konferenz unter Leitung von Chandrajit Yadav, dem Chef des indischen Zentrums für soziale Gerechtigkeit, der sich der besonderen Aufgabe der Jugend beim Aufbau einer gerechten Zukunft widmete. Nancy Spannaus erinnerte an Leben und Werk des kürzlich verstorbenen Historikers Graham Lowry. Seine Suche nach der Wahrheit müsse zur Grundlage für die Fortsetzung seiner historischen Arbeiten gemacht werden. In einem eigenen Themenbereich wurde über musikalische Fragen diskutiert und Mitglieder der LaRouche-Jugendbewegung von der West- und Ostküste stellten "pädagogische Übungen" vor.

Nach der Eröffnung der Konferenz durch Nancy Spannaus kam Harley Schlanger gleich auf ein zentrales Thema der Konferenz zu sprechen: die Verhinderung der Abwahl des demokratischen Gouverneurs von Kalifornien, Gray Davis. Schlanger forderte die Jugendbewegung auf, zum entscheidenden Schlag gegen den Versuch auszuholen, mit Arnold Schwarzenegger, hinter dem einflußreiche Kreise der Finanzelite stünden, genau die Kreise wieder an die Macht zu bringen, die über die Deregulierung des Energiemarktes Kalifornien in seine desolate Lage gebracht hätten. Als Verbündeten in dieser Auseinandersetzung stellte Schlanger den kalifornischen Landtagsabgeordneten Mervyn Dymally vor (siehe Artikel in dieser Ausgabe).

Die große alte Dame der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, Amelia Boynton Robinson, hieß dann LaRouche herzlich willkommen und stellte ihn den Konferenzteilnehmern vor. In seiner Rede "Eine Geschichte zweier Städte - Washington und Sacramento: Was zum Teufel ist eigentlich los?" ging er auf die verhängnisvollen Folgen der Deregulierung ein, die vor sieben Jahren im großen Stil begonnen wurde und im Kern auf die Zerstörung der staatlich regulierten Energiewirtschaft abzielte, die noch von Franklin Roosevelt eingerichtet worden war. Die Deregulierung habe dem Staat Kalifornien massive finanzielle Verluste gebracht. Arnold Schwarzenegger sei von Kreisen um Rothschild und anderer ausgewählt worden, um die Deregulierung zu vollenden.

In einem geschichtlichen Rückblick ging LaRouche ausführlich auf die Bedeutung der "synarchistischen Internationale" unter besonderer Berücksichtigung der amerikanischen jüngeren Geschichte ein. Nach dem Tode Roosevelts 1945 hatte sein Nachfolger Truman gegen den Rat Eisenhowers und MacArthurs die beiden Atombombenabwürfe über Japan angeordnet. Zusammen mit den verheerenden Brandbombenangriffen auf Städte wie Tokio und Dresden setzte sich damit die synarchistische Ideologie durch, den Rest der Welt durch die Drohung mit nuklearer Vernichtung zur Aufgabe wesentlicher Teile ihrer Souveränität zu bringen.

Als dann Nixon die sogenannte "Südstaaten-Strategie" übernahm, hätten die USA, so LaRouche, den Weg in Richtung Faschismus eingeschlagen. Auch in der demokratischen Partei hätten sich mit der Gründung des "Demokratischen Führungsrates" ähnliche Tendenzen durchgesetzt. Dieser Politik sei letztlich das Gemeinwohlprinzip geopfert worden. Deindustrialisierung und die Zerstörung zentraler Bereiche staatlicher Tätigkeit wie Gesundheits- und Bildungswesen waren die Folge. Parallel zum Zusammenbruch der Industrie sank auch der reale Lebensstandard weiter Teile der Bevölkerung.

"In unserem Land findet eine Transformation von einer Gesellschaft, die auf dem Gemeinwohlprinzip entsprechend unserer Verfassung beruht, zu einer Gesellschaft, die durch das Lockesche Konzept des Shareholder Value gekennzeichnet ist," fuhr LaRouche fort.



Die synarchistische Internationale
Um diese Entwicklung wirklich zu verstehen und die Bevölkerung gegen die Hintermänner dieser Ideologie zu mobilisieren, müsse man die Bedeutung der "synarchistischen Internationale" verstehen. Diese Bewegung entstand in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts in Europa, um die weitere Verbreitung der Ideen der Amerikanischen Revolution zu verhindern.

Einer der wesentlichen Drahtzieher und direkter Gegenspieler Benjamin Franklins war dabei Lord Shelburne, der unter anderem das Bankhaus Barings und die Ostindiengesellschaft leitete. Über seine Agenten in der Schweiz und Frankreich gründeten Shelburne und seine Kreise u.a. den freimaurerischen Kult der "Martinisten", der maßgeblich dafür verantwortlich war, daß die Französische Revolution sich eben nicht am Vorbild der Amerikanischen Revolution orientierte, sondern in den jakobinischen Terror abglitt. In den USA selbst gelang es erst Abraham Lincoln mit dem Sieg über die Südstaaten, wieder an die Ideale der Gründerväter anzuknüpfen.

Heute befinde sich das weltweite Finanz- und Währungssystem im Endstadium seines Zusammenbruchs. Die Nationen der Welt müßten sich jetzt auf ihre Verantwortung für das Gemeinwohl ihrer Völker besinnen, das absoluten Vorrang vor den Forderungen der Finanzinteressen habe. "Daher ist die Zeit gekommen, in der das Überleben der Vereinigten Staaten davon abhängt, daß die Menschen ihr Verhalten und ihre Denkweise ändern. Dies gilt vor allem für den Bereich der Politik. Sie müssen rechtzeitig zur Vernunft kommen, um das Ruder noch herumreißen zu können," sagte er.

Ein wichtiger Aspekt sei die Erkenntnis, daß man besonders in Zeiten der Krise aufeinander angewiesen sei. Im Westfälischen Frieden von 1648, der mehr als ein Jahrhundert religiöser Kriege beendete, habe man erkannt, daß das Wohlergehen des jeweils anderen im eigenen Interesse liege. Es gebe nur eine Menschheit, und das Zusammenleben verschiedener Kulturen müsse daher auf Menschenliebe und gegenseitigem Verständnis beruhen.



Testfall Kalifornien
Hauptschauplatz der derzeitigen politischen Auseinandersetzung sei Kalifornien, hier stehe man dem Gegner unmittelbar gegenüber. "Jeder amerikanische Bürger muß sich in den kommenden Wochen bis zum 7. Oktober mit der Lage in Kalifornien auseinandersetzen. Ich kann nicht garantieren, daß wir uns durchsetzen werden, aber ich kann versichern, daß wir nur eine Chance haben, wenn wir eine politische Auseinandersetzung führen, die die Nation moralisch aufrüttelt," sagte LaRouche weiter.

Es gehe nicht um Kalifornien an sich, aber dieser Bundesstaat könne zum Präzedenzfall dafür werden, daß die Kreise in Washington um Vizepräsident Dick Cheney bei einer entsprechenden Mobilisierung der Bevölkerung politisch entmachtet werden können. Bei seiner Kandidatur gehe es ihm nicht um die Wahlen an sich, fuhr er fort, "eine ernsthafte Kandidatur beschränkt sich nicht darauf, bei Meinungsumfragen bis zum kommenden November gute Ergebnisse zu erzielen. Sich um das Präsidentenamt zu bewerben, bedeutet, schon jetzt so zu handeln, als sei man Präsident und die politische Führungsstärke zu beweisen, die diese Nation braucht."

Viele Teilnehmer der Konferenz waren vor allem von der LaRouche-Jugendbewegung begeistert und sehen in ihr die Hoffnung für eine Zukunft verkörpert. "Er war besser als ein Popstar", meinte ein Landessenator nach einem Vortrag eines Vertreters der LaRouche-Jugend über den Krebsnebel, "ich bin von der geistigen Dynamik beeindruckt, denn wir müssen die Menschen über die Vernunft verändern. Anders wird es nicht gehen, und das ist eine immense Herausforderung."



Bonnie James

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