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vor 14 Jahren, 9 Monaten
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Sentinental

Die Einsamkeit von Noam Chomsky

Startbeitrag von Sentinental am 15.09.2003 20:34

Die Einsamkeit von Noam Chomsky
von Arundhati Roy
ZNet 01.09.2003

"I will never apologise for the United States of America - I don't care what the facts are." -- President George Bush Sr.

Ich sitze in meinem Heim in New Delhi, sehe, wie sich ein amerikanischer Newskanal selber bewirbt ("We report. You decide."), und stelle mir Noam Chomskys amüsiertes Lächeln vor, das seinen abgebrochenen Zahn sehen lässt.
Jeder weiss, dass autoritäre Regimes, unabhängig von ihrer Ideologie, die Massenmedien für Propaganda missbrauchen. Doch was ist mit demokratisch gewählten Regimes in der "freien Welt"?
Dank Noam Chomsky und anderen Medienanalysten seiner Schule ist es heute für tausende, ja Millionen Menschen eine unumstössliche Gewissheit, dass die öffentliche Meinung in einer Demokratie des "freien Marktes" produziert wird wie irgend ein anderes Produkt des Massenmarktes - Seife, Lichtschalter oder Toastbrot. Wir wissen, dass wir zwar das gesetzlich und verfassungsrechtlich garantierte Recht auf freie Meinungsäusserung haben, uns aber der Raum, in dem dieses Recht ausgeübt werden kann, enteignet und an den Höchstbietenden verschachert worden ist. Der neoliberale Kapitalismus beschäftigt sich nicht allein mit der Anhäufung von Kapital; manche beschäftigen sich auch mit der Akkumulation von Macht, und wieder andere mit der Akkumulation von Freiheit. Auf der anderen Seite bedeutet er für die Menschen, die vom Machtzentrum des Neoliberalismus ausgeschlossen sind, ein Verlust von Kapital, Macht und Freiheit. Im "freien" Markt ist die freie Meinungsäusserung [free speech] zu einem Gebrauchsartikel geworden wie alles andere auch - Gerechtigkeit, Menschenreche, Trinkwasser, saubere Luft -, nur noch jenen zugänglich, die es sich leisten können. Und natürlich benützen jene, die sie sich leisten können, die freie Meinungsäusserung dazu, jene Art von Produkt herzustellen, jene Art von öffentlicher Meinung zurechtzuschneidern, die ihren Absichten am besten dient: "News they can use". Wie sie dies genau tun, war der Gegenstand vieler politischer Texte Noam Chomskys.

* * *

Premierminister Silvio Berlusconi hat gegenwärtig einen kontrollierenden Einfluss auf die grössten italienischen Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehkanäle und Verlagshäuser. "Der Premierminister hat in der Tat Einfluss auf gegen 90 Prozent des italienischen Fernsehpublikums", berichtete die "Financial Times". Was kostet freie Meinungsäusserung? Freie Meinungsäusserung für wen? Zugegeben, Berlusconi ist ein Extrembeispiel. In anderen Demokratien - in den USA im Besonderen - sind Medienbarone, mächtige Unternehmenslobbys und Regierungsbeamte auf eine ausgeklügeltere, weniger augenfällige Weise miteinander verbandelt. (George W. Bush Jr.'s Kontakte zur Öllobby, zur Rüstungsindustrie, zu Enron, und Enrons Durchdringung von Instanzen der US-Verwaltung und der Massenmedien - all das ist jetzt öffentliches Wissen.)

Nach dem 11. September 2001 und den Terroranschlägen in New York und Washington wurde das laute Geschrei der Mainstream-Medien als Sprachrohr der US-Regierung - ihr rachsüchtiger Patriotismus, ihre willfährige Bereitschaft, die Pressemeldungen des Pentagons als Newsnachrichten zu verbreiten, ihre explizite Zensur abweichender Meinungen - zur Zielscheibe schwarzen Humors im Rest der Welt.

Dann crashte die New Yorker Börse. Bankrotte Fluggesellschaften appellierten an die Regierung, ihnen finanzielle Bürgschaften zu stellen, und es war davon die Rede, Patentrechte zu umgehen, um generische Medikamente zur Bekämpfung der Anthraxgefahr herzustellen (viel wichtiger und dringlicher natürlich als die Bekämpfung von Aids in Afrika). Plötzlich schien es, als ob die beiden Mythen der freien Meinung und des freien Markts zusammenbrechen könnten wie die beiden Türme des World Trade Centers.

Selbstverständlich geschah das nicht. Mythen leben weiter.

Es gibt jedoch eine andere Sicht auf die zunehmende Menge an Einsatz und Geld, die das Establishment ins Business der "Beeinflussung der öffentlichen Meinung" investierte: Es deutet auf eine reale Furcht vor der öffentlichen Meinung hin. Es legt eine beharrliche und berechtigte Sorge nahe, dass, wenn die Menschen die wahre Natur der Dinge, die da in ihrem Namen geschahen, entdecken (und verstehen) würden, dass sie dann aufgrund dieses Wissens handeln könnten. Mächtige wissen, dass gewöhnliche Leute nicht immer reflexartig rücksichtslos und eigennützig sind. (Wenn gewöhnliche Menschen Kosten und Nutzen abwägen, kann jederzeit so etwas wie ein Unbehagen leicht die Spitzen brechen.) Aus diesem Grund müssen sie vor der Wahrheit beschützt werden, begleitet in einem kontrollierten Kontext, in einer veränderten Realität, wie Masthühner oder Schweine in einem Stall.

Jene von uns, die diesem Schicksal entrinnen konnten und sich nun im Hinterhof sammeln, glauben nicht länger, was sie in den Zeitungen lesen und im TV sehen. Wir legen unser Ohr auf die Erde und suchen nach anderen Wegen, die Welt zu erklären. Wir suchen nach der nicht erzählten Geschichte, dem beiläufig erwähnten Militärputsch, dem verschwiegenen Völkermord, dem Bürgerkrieg in einem afrikanischen Land, berichtet in einer Kurznachricht neben einer ganzseitigen Werbung für Unterwäsche.

Wir sind uns nicht immer bewusst - und manche wissen es nicht einmal -, dass diese Art des Denkens, dieser einfache Scharfsinn, dieses instinktive Misstrauen gegenüber den Massenmedien im besten Fall eine politische Ahnung, im schlechtesten eine lose Anklage wäre, hätte sie nicht einem der grössten Denker der Welt Anlass zu einer unnachgiebigen und unbestechlichen Medienanalyse gegeben. Und das ist nur einer der Wege, auf denen Noam Chomsky unser Verständnis der Gesellschaft, in der wir leben, radikal verändert hat. Oder sollte ich sagen, unser Verständnis der durchdachten Regeln dieses verrückten Asyls, in dem wir alle freiwillige Insassen sind?

* * *

In einer Rede über die Anschläge des 11. Septembers in New York und Washington hat Präsident George W. Bush die Feinde Amerikas als "Feinde der Freiheit" bezeichnet. "Die Amerikaner", sagte er, "fragen, warum sie uns hassen. Sie hassen unsere Freiheiten: unsere Religionsfreiheit, unser Recht auf freie Meinungsäusserung, unser Wahlrecht, unsere Versamlungsfreiheit und unser Recht, anderer Meinung zu sein."

Wenn die Menschen in den Vereinigten Staaten eine ehrliche Antwort auf diese Frage wollen (die im Gegensatz steht zu jenen im "Idiot?s Guide to Anti-Americanism", wie etwa "Weil sie eifersüchtig sind", "Weil sie uns hassen", "Weil sie Verlierer sind", "Weil wir gut sind und sie schlecht"), würde ich ihnen raten: lest Chomsky. Lest Chomskys Texte zu den amerikanischen Militäroperationen in Indochina, Lateinamerika, Irak, Bosnien, im ehemaligen Jugoslawien, in Afghanistan, im Mittleren Osten. Wenn gewöhnliche Menschen in den Vereinigten Staaten Chomsky lesen würden, wären ihre Fragen vielleicht etwas differenzierter. Vielleicht würden sie fragen: "Warum hassen sie uns nicht viel mehr, als sie es tun?", oder "Ist es nicht verwunderlich, dass der 11. September nicht schon früher geschah?"

Unglücklicherweise werden in dieser nationalistischen Zeit Wörter wie "wir" und "die anderen" locker gehandhabt. Die Trennlinie zwischen den Bürgern und dem Staat wird absichtlich und mit Erfolg verwischt, nicht nur von Regierungen, sondern auch von Terroristen. Die zugrunde liegende Logik von Terrorattacken und von "Vergeltungskriegen" gegen Regierungen, die "den Terrorismus unterstützen", ist dieselbe: Beide bestrafen die Bürger für das Handeln ihrer Regierungen.

(Eine Randbemerkung: Ich bin mir bewusst, dass die Kritik Noam Chomskys als US-amerikanischem Bürger an seiner Regierung besser greift als die Kritik meinerseits, von einer indischen Staatsbürgerin. Ich bin keine Patriotin, und ich bin mir dessen bewusst, dass Käuflichkeit, Brutalität und Heuchelei Teil der bleischweren Seele eines jeden Staates sind. Aber wenn ein Staat aufhört, ein gewöhnlicher Staat zu sein, und zu einem Imperium wird, dann ändert sich das Ausmass ihrer Handlungen drastisch: Kann ich also sagen, dass ich als Teil des US-Imperiums spreche? Ich spreche als eine Sklavin, die sich erdreistet, ihren König zu kritisieren.)

* * *

Wenn man mich darum bäte, einen bedeutenden Beitrag Noam Chomskys zur Welt zu nennen, wäre es die Tatsache, dass er das gefährliche, manipulative, unbarmherzige Universum entlarvt hat, das sich hinter dem hübschen Wort "Freiheit" verbirgt. Er hat dies rational und auf empirischer Basis getan. Das Gewicht der Beweise, die er zusammengetragen hat, um seine Sache zu belegen, ist beeindruckend. Oder genauer: erschreckend. Die Prämissen von Chomskys Methode ist nicht ideologisch, aber höchst politisch. Er fährt seinen Kurs des Hinterfragens mit einem anarchistischen, instinktiven Misstrauen gegenüber der Macht. Er nimmt uns mit auf eine Reise durch den Sumpf des US-Establishments und führt uns durch das verwirrende Labyrinth der Korridore, welche die Regierung, das Big Business und die Meinungsbildungsindustrie miteinander verbinden.

Chomsky zeigt uns, dass Ausdrücke wie "Meinungsfreiheit", "freier Markt" und "freie Welt" wenig, wenn überhaupt etwas, mit Freiheit zu tun haben. Er zeigt uns, dass zu den unzähligen Freiheiten, die die US-Regierung für sich beansprucht, die Freiheit gehört, andere Völker zu töten, zu vernichten und zu beherrschen. Die Freiheit, Despoten und Diktatoren in aller Welt zu finanzieren und zu unterstützen. Die Freiheit, Terroristen zu trainieren, auszurüsten und zu schützen. Die Freiheit, demokratisch gewählte Regierungen zu stürzen. Die Freiheit, Massenvernichtungswaffen zu bauen und einzusetzen - chemische, biologische und nukleare. Die Freiheit, gegen jedes Land Krieg zu führen, dessen Regierung ihr nicht passt. Und, was das Schlimmste ist: die Freiheit, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Namen von "Gerechtigkeit", "Rechtschaffenheit" und "Freiheit" zu begehen.

Der Rechtsanwalt und General John Ashcroft hat erklärt, dass die US-amerikanischen Freiheiten nicht "durch irgendeine Regierung oder ein Dokument begründet" seien, "sondern durch eine göttliche Sendung [our endowment from God]". Wir haben es also mit einem Land zu tun, das mit einem himmlischen Auftrag ausgerüstet ist. Vielleicht kann dies erklären, warum die US-Regierung es ablehnt, denselben moralischen Massstab an sich zu legen, mit dem sie über andere richtet. (Jeder Versuch, dies zu tun, wird als "moralische Gleichmacherei" niedergeschrien.) Ihre Methode ist, sich selber als wohlwollenden Riesen darzustellen, dessen gute Absichten in fremden Ländern von berechnenden Einheimischen vereitelt werden, obwohl sie doch nur deren Märkte öffnen, deren Gesellschaft modernisieren, die Frauen befreien und ihre Seelen retten wollen.

Vielleicht erklärt dieser Glaube an die eigene Göttlichkeit auch, warum die US-Regierung sich selber das Recht und die Freiheit übertragen hat, andere Völker "zu deren eigenem Vorteil" zu massakrieren und zu vernichten.

* * *

Als Präsident Bush Jr. die US-Luftschläge gegen Afghanistan ankündigte, sagte er: "Wir sind eine friedfertige Nation." Und er fuhr fort: "Dies ist die Stimme der Vereinigten Staaten von Amerika, der freiesten Nation der Welt, eine Nation, die auf Grundwerten errichtet ist, die Hass, Gewalt, Mord und das Böse ablehnt. Und wir werden nicht ermüden."

Das US-Imperium beruht auf einer grässlichen Grundlage: dem Massaker an Millionen Eingeborener, dem Diebstahl ihres Landes und in der Folge der Gefangennahme und Versklavung von Millionen schwarzer Menschen in Afrika, um dieses Land zu bebauen. Tausende starben auf See, als sie eingepfercht wie Vieh auf den neuen Kontinent verschifft wurden. "Stolen from Africa, brought to America" - Bob Marleys "Buffalo Soldier" umfasst ein ganzes Universum unsäglicher Traurigkeit. Der Song erzählt vom Verlust von Würde, von Wildheit, von Freiheit, vom gebrochenen Stolz eines Volkes. Völkermord und Sklaverei bilden das soziale und wirtschaftliche Grundgerüst der Nation, deren grundlegende Werte Hass, Mord und das Böse ablehnen.

Doch lesen wir, was Chomsky in seinem Essay "The Manufacture of Consent" über die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika geschrieben hat:

"Vor einigen Wochen besuchte ich während Thanksgiving mit einigen Freunden und meiner Familie einen Nationalpark. Wir kamen an einem Grabstein vorbei, der folgende Inschrift hatte: ,Hier liegt eine indianische Frau, eine Wampanoag, deren Familie und Stamm sich selbst und ihr Land aufgegeben hat, damit diese grosse Nation entstehen und wachsen konnte.?

Sicherlich ist es nicht treffend, zu sagen, dass die indigene Bevölkerung sich selbst und ihr Land zu diesem edlen Zweck aufgegeben habe. Vielmehr wurden sie geschlachtet, dezimiert und versprengt im Laufe eines der grössten Völkermorde der Menschheitsgeschichte ... den wir alljährlich im Oktober feiern, wenn wir Columbus - ein bemerkenswerter Massenmörder auch er - am Columbus Day die Ehre erweisen.

Hunderte amerikanischer Bürger, wohlwollende und anständige Leute, passieren diesen Grabstein regelmässig und lesen seine Inschrift, offenbar ohne Reaktion; ausser vielleicht mit einem Gefühl der Befriedigung, dass wir der Opferbereitschaft der Urbevölkerung wenigstens ein bisschen von der schuldigen Anerkennung zollen ... Vermutlich würden sie anders reagieren, wenn sie Auschwitz oder Dachau besuchen und einen Grabstein finden würden, auf dem steht: ,Hier liegt eine Frau, eine Jüdin, deren Familie und Volk sich selbst und ihren Besitz aufgegeben hat, damit diese grosse Nation wachsen und gedeihen konnte.?"

* * *

Wie haben die Vereinigten Staaten ihre schreckliche Vergangenheit bewältigt und ihren süssen Duft hervorgebracht? Nicht, indem sie bekannt haben, nicht durch Wiedergutmachungsleistungen, auch nicht durch Entschuldigung bei den schwarzen Amerikanern oder der Urbevölkerung, und sicherlich auch nicht durch eine Verhaltensänderung (heute exportieren sie ihre Grausamkeit). Wie die meisten anderen Länder auch, haben die Vereinigten Staaten ihre Geschichte neu geschrieben. Was aber die USA von anderen Ländern unterscheidet und ihr einen grossen Vorsprung gibt, ist, dass sie die mächtigste und erfolgreichste Werbemaschinerie der Welt in ihre Dienste eingespannt hat: Hollywood.

In der bestverkauften Version des populären Mythos als Geschichte erreichte die US-amerikanische "Gütigkeit" während des Zweiten Weltkriegs einen Höhepunkt (auch bekannt als "Amerikas Krieg gegen den Faschismus"). Doch im Lärm von Fanfaren und Trompeten geht unter, dass die US-Regierung wegschaute, als der Faschismus Europa überrannte. Als Hitler seinen Pogrom gegen die Juden durchführte, verwehrten US-Beamte aus Deutschland geflohenen jüdischen Flüchtlingen die Einreise. Die Vereinigten Staaten traten erst in den Krieg ein, nachdem Japan Pearl Harbour bombardiert hatte. Übertönt von lautstarkem Hosanna wird die barbarischste aller ihrer Taten, der Abwurf der Atombombe auf die Zivilbevölkerung von Hiroshima und Nagasaki. Der Krieg war schon fast zu Ende. Die hunderttausenden Japaner, die getötet wurden, die ungezählten der folgenden Generationen, die verkrüppelt sind und an Krebs leiden, waren keine Bedrohung für den Weltfrieden. Sie waren Zivilisten. Genauso, wie auch die Opfer der Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon Zivilisten waren. Wie auch die hunderttausenden von Menschen, die im Irak wegen der von den USA diktierten Sanktionen gestorben sind, Zivilisten waren. Die Bombardierung Hiroshimas und Nagasakis war ein kühl berechnetes Experiment, ausgeführt, um Amerikas Macht zu demonstrieren. Präsident Truman nannte es "the greatest thing in history".

Der Zweite Weltkrieg, so wird uns gesagt, war ein "Krieg für den Frieden". Die Atombombe war eine "Waffe des Friedens". Wir werden aufgefordert, zu glauben, dass die nukleare Abschreckung einen dritten Weltkrieg verhindert habe. (Das war bevor Präsident Bush Jr. seine "Preemptivschlag-Doktrin" verkündete.) Gab es aber einen Ausbruch des Frieden nach dem Zweiten Weltkrieg? Sicher, es gab einen (relativen) Frieden in Europa und in Amerika - aber zählt das bereits als Weltfrieden? Nur, wenn die wilden Stellvertreterkriege in Ländern, in denen farbige Rassen leben (Chinks, Niggers, Dinks, Wogs, Gooks) gar nicht als Kriege gezählt werden.

* * *

Seit dem Zweiten Weltkrieg haben die Vereinigten Staaten unter anderem gegen folgende Staaten Krieg geführt oder sie angegriffen: Korea, Guatemala, Kuba, Laos, Vietnam, Kambodscha, Grenada, Libyen, El Salvador, Nicaragua, Panama, Irak, Somalia, Sudan, Jugoslawien und Afghanistan. Diese Liste müsste ergänzt werden durch die verdeckten Operationen der US-Regierung in Afrika, Asien und Lateinamerika, die Staatsstreiche, die sie arrangiert, und die Diktatoren, die sie ausgerüstet und unterstützt hat. Weiter müsste den von den USA gewollten Krieg Israels gegen Libanon enthalten, in dem Tausende getötet wurden, Amerikas Schlüsselrolle im Konflikt im Mittleren Osten, in dem Tausende im Kampf gegen die illegale Besetzung palästinensischen Landes durch Israel umkamen, Amerikas Rolle im afghanischen Bürgerkrieg in den Achtzigerjahren, in dem mehr als eine Million Menschen getötet wurden, und schliesslich die Embargos und die Sanktionen gegen verschiedene Länder, die direkt und indirekt den Tod von hunderttausenden von Menschen verursacht haben, am besten sichtbar in Irak.

Alles in allem sieht es sehr danach aus, als ob es sehr wohl einen dritten Weltkrieg gegeben habe, und dass die US-Regierung einer der Hauptprotagonisten war (oder ist).

* * *

Die meisten Essays in Chomskys "For Reason of State" widmen sich der US-Agression in Südvietnam, Nordvietnam, Laos und Kambodscha. Es war ein Krieg, der sich über mehr als zwölf Jahre dahinzog. Achtundfünfzigtausend Amerikaner und annähernd zwei Millionen Vietnamesen, Kambodschaner und Laoten kamen ums Leben. Die USA liessen eine halbe Million Bodentruppen aufmarschieren und warfen mehr als sechs Millionen Tonnen Bomben ab. Und dennoch, auch wenn Sie es nicht glauben werden, wenn Sie die Hollywoodfilme gesehen haben: Amerika verlor den Krieg.

Der Krieg begann in Südvietnam und weitete sich dann nach Nordvietnam, Laos und Kambodscha aus. Nach der Installation eines ihr ergebenen Regimes in Saigon bat es die US-Regierung, sich an den Kämpfen gegen die kommunistischen Aufstände zu beteiligen - gegen die Vietkong-Guerilla, die in ländliche Regionen Südvietnams eingedrungen war, wo sie in Dörfern Schutz fand. Genau nach gleichem Muster ging Russland vor, als es sich 1979 in Afghanistan einnistete. Niemand in der "freien Welt" wird daran zweifeln, dass Russland in Afghanistan einmarschiert war. Nach Glasnost bezeichnete sogar ein sowjetischer Aussenminister die Invasion der Sowjetunion in Afghanistan als "illegal und unmoralisch". Aber in den Vereinigten Staaten gab es nie eine solche Selbstprüfung. 1984 schrieb Chomsky in einer verblüffenden Enthüllung:

"In den letzten 22 Jahren habe ich versucht, im Mainstream-Journalismus und im Schulwissen Hinweise auf die amerikanische Invasion in Südvietnam 1962 (oder wann auch immer) oder die amerikanische Aggression in Indochina zu finden - erfolglos. Es gibt kein solches Ereignis in der Geschichte. Vielmehr gibt es da eine amerikanische Verteidigung Südvietnams gegen Terroristen, die von aussen, vor allem von [Nord-]Vietnam, unterstützt wurden."

Es gibt kein solches Ereignis in der Geschichte!

* * *

Im Jahr 1962 begann die US-Air-Force ländliche Regionen in Südvietnam zu bombardieren, wo 80 Prozent der Bevölkerung lebte. Die Bombardierung dauerte über zwölf Jahre an. Tausende Menschen starben. Das Ziel bestand darin, durch eine Bombardierung kolossalen Ausmasses eine Panikmigration von den Dörfern in die Städte auszulösen, wo die Menschen in Flüchtlingscamps interniert werden konnten. Samuel Huntington bezeichnete es als einen Prozess der "Urbanisierung". (Ich habe mich während meines Architekturstudiums in Indien mit Urbanisierung befasst. Irgendwie kann ich mich aber nicht erinnern, dass Luftangriffe etwas damit zu tun haben.) Huntington - heute berühmt für seinen Essay "The Clash of Civilizations?" - war damals Vorsitzender des Council on Vietnamese Studies der Southeast Asia Development Advisory Group. Chomsky zitiert seine Beschreibung des Vietkongs als "eine mächtige Kraft, die nicht von seiner Wählerschaft losgerissen werden kann, solange diese existiert". Huntington riet die "direkte Anwendung mechanischer und konventioneller Gewalt" - mit anderen Worten: den Krieg des Volkes zu zerdrücken, das Volk zu eliminieren. (Oder, um die These zu erneuern: Um einen "Clash of Civilisations" zu verhindern, vernichte die Zivilisation.)

Ein Zeitzeuge zu den Grenzen der technischen Macht Amerikas: "Das Problem ist, dass amerikanische Maschinen der Aufgabe nicht gewachsen sind, kommunistische Soldaten zu töten, ausser mit einer Politik der verbrannten Erde, die alles andere mit zerstört." Dieses Problem ist heute gelöst. Nicht mit weniger zerstörerischen Bomben, sondern mit einer fantasievolleren Sprache. Es gibt eine elegantere Art zu sagen, dass "alles andere mit zerstört" werde: Der Begriff lautet "Kollateralschaden".

* * *

Ein zeitgenössischer Bericht aus erster Hand über das, was Amerikas "Maschinen" (Huntington nannte sie "Modernisierungsinstrumente", leitende Beamte im Pentagon "Bomb-o-grams") anrichten können. T. D. Allman, nach einem Flug über die Jars-Ebene in Laos:

"Selbst wenn der Krieg in Laos morgen enden würde, die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts nähme noch Jahre in Anspruch. Der Wiederaufbau der zerstörten Städte und Dörfer würde ebenso viel Zeit in Anspruch nehmen. Selbst wenn dies alles bewältigt wäre, bliebe die Ebene wegen der hunderttausenden von Blindgängern, Land- und Personenminen eine ständige Gefahr für menschliche Siedlungen.
Ein kürzlich erfolgter Flug rund um die Jars-Ebene hat gezeigt, was weniger als drei Jahre amerikanischen Bombardements aus einer ländlichen Region machen können, selbst wenn die Zivilbevölkerung evakuiert worden ist. Auf weiten Gebieten ist die Hauptfarbe der Tropen - hellgrün - einem abstrakten Muster von Schwarz und hellen metallischen Farben gewichen. Vom übrig gebliebenen Laub wirkt vieles künstlich, stumpf durch den Einsatz von Entlaubungsgiften. Heute ist Schwarz die dominante Farbe der nördlichen und östlichen Gebiete der Ebene. Regelmässig wurde Napalm abgeworfen, um das Gras und das Buschwerk, das die Ebene und die zahlreichen engen Schluchten bedeckt, abzubrennen. Die Feuer scheinen permanent zu brennen, sie hinterlassen schwarze Rechtecke. Während des Fluges kann man schwarze Rauchschwaden von kürzlich bombardierten Gebieten aufsteigen sehen. Die Hauptstrassen, die von kommunistisch besetzten Gebieten in die Ebene kommen, werden gnadenlos bombardiert, anscheindend pausenlos. Dort und entlang der Kante der Ebene ist Gelb die vorherrschende Farbe. Alle Vegetation wurde zerstört, es gibt zahllose Krater. Das Gebiet wurde dermassen zerbombt, dass das Land der pockennarbigen, durchwühlten Wüste in stürmischen Gegenden der nordafrikanischen Wüste gleicht. Weiter im Südosten liegt menschenleer und zerstört Xieng Khouangville - einst die bevölkerungsreichste Stadt im kommunistischen Laos. Im Norden der Ebene wurde der kleine Ferienort Khang Khay ebenfalls zerstört. Rund um das Rollfeld der Basis von King Kong sind die Hauptfarben Gelb (von der aufgewühlten Erde) und Schwarz (vom Napalm), gespickt von hellroten und blauen Tupfern: Fallschirme, die dem Abwurf von Nachschub gedient haben. Die letzten Einheimischen waren per Lufttransport fortgebracht worden. Verlassene Gemüsegärten, die niemand mehr abernten wird, wachsen neben verlassenen Häusern, in denen die Teller noch immer auf dem Tisch stehen und die Kalender an den Wänden hängen."

(Niemals erscheinen in den "Kosten" eines Krieges die toten Vögel, die verkohlten Tiere, die versengten Insekten, die vergifteten Wasserquellen, die zerstörte Vegetation. Selten wird die Arroganz der menschlichen Art gegenüber anderen Lebewesen erwähnt, mit denen er diesen Planeten teilt. Sie alle gehen vergessen im Kampf um Märkte und Ideologien. Diese Arroganz wird vielleicht der letzte nicht wieder gutzumachende Fehler der Menschen sein.)

* * *

Das Herzstück von "For the Reason of State" ist ein Essay mit dem Titel "The Mentality of the Backroom Boys", mit dem Chomsky eine aussergewöhnlich gewandte, erschöpfende Analyse der Pentagon-Dokumente vorlegt. Er sagt von ihnen, sie seien "der dokumentierte Beweis einer Verschwörung zum Einsatz von Gewalt in internationalen Konflikten, der gegen das Gesetz verstösst". Auch hier weist Chomsky darauf hin, dass zwar die Bombardierung Nordvietnams in den Pentagon-Papieren ein Stück weit diskutiert wird, die Invasion in Südvietnam hingegen kaum der Erwähnung wert ist.

Die Pentagon-Dokumente sind magnetisierend. Nicht als Dokumentation der Geschichte des US-Krieges in Indochina, sondern als Einblick in die Mentalität der Männer, die ihn geplant und durchgeführt haben. Es ist faszinierend, in die Ideen eingeweiht zu werden, die da herumgeboten wurden, in die Anregungen, die gemacht wurden, die Vorschläge, die weiterverfolgt wurden. In einem Abschnitt unter dem Titel "The Asian Mind - the American Mind" untersucht Chomsky die Diskussion über die Mentalität des Feindes, der "stoisch die Zerstörung von Reichtum und den Verlust von Leben hinnimmt", während "wir das Leben, das Glück, den Reichtum und die Macht wollen" und für uns "Tod und Leiden eine irrationale Wahl sind, wenn es Alternativen dazu gibt". Wir lernen daraus, dass die asiatischen Armen Amerika dazu auffordern, seine "strategische Logik zu Ende zu bringen, was den Genozid bedeutet", vermutlich weil sie nicht wissen, was die Bedeutung von Glück, Reichtum und Macht ist. Doch dann halten "wir" ein, denn "einen Völkermord zu verantworten ist eine schreckliche Bürde". (Klar, vielleicht machen "wir" auch weiter damit und begehen den Genozid dennoch, und dann geben wir vor, dass er nie stattgefunden habe.)

Natürlich enthalten die Pentagon-Dokumente auch einige gemässigte Anregungen.

Schläge gegen Ziele in der Bevölkerung (per se) könnten nicht nur eine kontraproduktive Welle der Auflehnung im Ausland und zu Hause mit sich bringen, sondern auch die Gefahr einer Ausweitung des Krieges mit der Sowjetunion und mit China in sich bergen. Die Zerstörung von Staumauern und Dämmen jedoch - richtig ausgeführt - könnte vielversprechend sein. Das sollte studiert werden. Solche Zerstörung ertränkt keine Menschen. Die Überflutung der Reisfelder führt aber nach einer gewissen Zeit zu einer weiträumigen Hungersnot (mehr als eine Million Tote?), wenn keine Nahrung geliefert wird. Diese könnten wir dann "am Verhandlungstisch" anbieten.

Schicht für Schicht entblättert Chomsky den Prozess der Meinungsfindung durch die Beamten der US-Regierung, um im Kern das erbarmungslose Herz der amerikanischen Kriegsmaschine zu zeigen, vollständig isoliert von den Realitäten des Krieges, blind durch Ideologie und bereit, Millionen von Menschen zu vernichten, Zivilisten, Militärs, Frauen, Kinder, Dörfer, ganze Städte, ganze Ökosysteme - mit wissenschaftlich geschärften Methoden der Brutalität.

Ein amerikanischer Pilot, der über die Freuden von Napalm spricht:

"Sicher, wir hatten Freude an den Hintermännern im Waffenlabor. Das Originalprodukt war nicht so heiss - wenn die Gooks [despektierliche Bezeichnung südostasiatischer Menschen, bes. von Vietnamesen] schnell genug waren, konnten sie es auskratzen. Also begannen die Jungs, Polystyren beizumengen - jetzt klebt es wie Scheisse an einer Decke. Aber wenn die Gooks ins Wasser sprangen, hörte es auf zu brennen, also mengten sie weissen Phosphor bei - damit brannte es besser. Jetzt brennt es auch unter Wasser weiter. Und ein einziger Tropfen genügt, er brennt sich durch die Haut bis auf den Knochen, so dass sie schliesslich an einer Phosphorvergiftung sterben."

So wurden die glücklichen Gooks zu ihrem eigenen Vorteil vernichtet. Besser tot als rot.

* * *

Dank dem verführerischen Charme Hollywoods und dem unwiderstehlichen Reiz von Amerikas Massenmedien sieht die Welt nach all diesen Jahren den Krieg als eine amerikanische Geschichte [story]. Indochina lieferte den üppigen tropischen Hintergrund, vor dem die Vereinigten Staaten ihre Fantasien der Gewalt durchspielten, ihre neueste Technologie testeten, ihre Ideologie förderten, ihre Gewissenhaftigkeit prüften, sich mit ihrem moralischen Dilemma quälten und mit ihrer Schuld haderten (oder vorgaben, es zu tun). Vietnamesen, Kambodschaner und Laoten waren lediglich Statisten. Namenlose, gesichtslose, schlitzäugige Humanoide. Sie waren nur die Menschen, die starben. Gooks.

Das einzige, was die US-Regierung aus dieser Invasion in Indochina gelernt hat, ist, wie man einen Krieg führt, ohne amerikanische Truppen der Gefahr auszusetzen und amerikanische Menschenleben zu riskieren. Deshalb haben wir jetzt Kriege, die mit Weitstreckenraketen geführt werden, mit Black-Hawk-Hubschraubern und "Bunkerbrechern". Kriege, in denen die "Alliierten mehr Journalisten verlieren als Soldaten".

Als ein Kind, das im südindischen Bundesstaat Kerala aufgewachsen ist - wo 1959 die erste demokratisch gewählte kommunistische Regierung der Welt an die Macht kam -, fürchtete ich mich schrecklich davor, ein Gook sein zu müssen. Kerala war nur wenige tausend Meilen westlich von Vietnam. Wir hatten den Dschungel, Flüsse, Reisfelder und auch Kommunisten. Ich stellte mir meine Mutter, meinen Bruder und mich selbst vor, wie wir durch eine Granate aus dem Busch herausgebombt wurden oder wie die Gooks in den Filmen niedergemäht von amerikanischen Marines mit muskulösen Armen und Kaugummis. In meinen Albträumen war ich das brennende Mädchen auf der berühmten Fotografie, die auf der Strasse von Trang Bang aufgenommen ist.

* * *

Als Mensch, der auf dem Höhepunkt sowohl der amerikanischen als auch der sowjetischen Propaganda aufgewachsen ist (die sich gegenseitig mehr oder weniger neutralisierten), geschah es mir, dass mir Chomskys Beweisführung, die Menge seiner Belege, ihre Unnachgiebigkeit - wie soll ich sagen? - ein wenig verrückt vorkam. Nur schon ein Viertel der Beweise, die er zusammengestellt hatte, hätte genügt, um mich zu überzeugen. Ich wunderte mich. warum er es brauchte, so viel zu arbeiten. Aber jetzt verstehe ich, dass die Grösse und Intensität von Chomskys Werk ein Gradmesser der Grösse, Reichweite und Unnachgiebigkeit der Propagandamaschine ist, gegen die er kämpft. Er ist wie der Holzwurm, der im dritten Regal meines Büchergestells lebt. Tag und Nacht höre ich seine Kiefer knirschen, die sich durch das Holz fressen und es zu feinem Staub zermahlen. Es ist, als ob er anderer Meinung als die Literatur wäre und die Unterlage, auf der sie steht, zerstören wollte. Ich nenne ihn Chompsky.

Ein Amerikaner zu sein, der in Amerika lebt und schreibt, um Amerikaner von seiner Sicht der Dinge zu überzeugen, muss tatsächlich sein wie einen Tunnel durch Hartholz zu bohren. Chomsky ist einer von ganz wenigen Menschen, die gegen eine ganze Industrie ankämpfen. Und das macht ihn nicht nur brillant, sondern geradezu zu einem Helden.

* * *

Vor einigen Jahren sprach Chomsky in einem treffenden Interview mit George Peck von seinen Erinnerungen an den Tag, als die Bombe auf Hiroshima fiel. Er war 16 Jahre alt:

"Ich erinnere mich, dass ich buchstäblich zu niemandem mehr sprechen konnte. Da war niemand mehr. Ich ging weg. Ich war in einem Sommerlager, und ich ging weg in den Wald und blieb mehrere Stunden allein, nachdem ich davon gehört hatte. Nie konnte ich mit jemandem darüber reden und verstand auch nie die Reaktionen anderer. Ich fiel in eine totale Isolation."

Diese Isolation schuf einen der grössten, radikalsten Intellektuellen unserer Zeit. Wenn die Sonne untergehen wird über dem amerikanischen Imperium - sie wird es, denn sie muss es - dann wird Noam Chomskys Werk überleben.

Kühl zeigt es mit dem Zeigefinger auf ein gnadenloses, machiavellisches Imperium, so grausam, selbstherrlich und überheblich wie jene, an deren Stelle es getreten ist. (Der einzige Unterschied ist, dass es über eine Waffentechnologie verfügt, die Verwüstungen verursachen kann, welche die Welt noch nie gesehen hat und die sich Menschen kaum vorstellen können.)

Als eine, die eine Gook hätte sein können, und wer weiss, vielleicht eine sein wird, vergeht selten ein Tag, an dem ich mich nicht dabei ertappe, wie ich - aus diesem oder jenem Grund - denke: "Chomsky Zindabad" [Es lebe Chomsky!]"

--

Übersetzt von: Kreck
Orginalartikel: "The loneliness of Noam Chomsky"

[www.zmag.de]

English Version:
[www.zmag.org]

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