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WTC
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vor 13 Jahren, 11 Monaten
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HasiHasi

Spotlight: SPIEGEL TV - Manipulation in Bild und Ton

Startbeitrag von HasiHasi am 20.11.2003 18:48

Von:

[www.mysterium911.de]

Spotlight: SPIEGEL TV - Manipulation in Bild und Ton
 
Nachlese: Parallel zur Titelstory des SPIEGEL Nr. 44 wurde auch im Rahmen des Magazins SPIEGEL TV ein Beitrag über angebliche Geständnisse der mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher gezeigt.
Neben der selbsternannten (fast) lückenlosen Aufklärung der ungelösten Fragen des 11. September 2001 in gedruckter Form (SPIEGEL Nr. 44, 27.10.2003 - Mysterium911.de berichtete) hat der SPIEGEL auch im Fernsehen “Aufklärung” zum Thema 9/11 betrieben – in der Sendung SPIEGEL TV vom 26.10.2003 mit dem Beitrag ‘Die Geständnisse der Terroristen – das geheime Propagandavideo der al-Qaida’ von Britta Sandberg.
Es folgt eine eingehende Analyse des Beitrags:
Anmoderation: SPIEGEL-Chef Stefan Aust spricht die einleitenden Worte höchstpersönlich. Was ihn zu diesem Schritt veranlasst hat, bleibt unverständlich – ist der von ihm vorgetragene Text doch als überaus tendenziös und unglaubwürdig einzustufen. “Jetzt haben die beiden wichtigsten Drahtzieher des Terrorangriffs nach ihrer Gefangennahme bei den US-Ermittlern ausgepackt”, heißt es dort – ohne dass dies durch den anschließenden Bericht in irgendeiner Form bewiesen werden kann. Erschreckend mutet es zudem an, dass Aust – ebenso wenig wie der Beitrag an sich – mit keinem einzigen Wort die höchst fragwürdigen (Folter-)Methoden der US-Behörden erwähnt, unter deren Einfluss die angeblichen Geständnisse zustande gekommen sein sollen – das schreibt der SPIEGEL in seiner Titelstory (Nr. 44 / 2003, S. 123, 132, 135) selbst!
Aust führt fort: “Die überlebenden Planer des Attentats sind stolz auf ihre Märtyrer. Denn der Massenmord war ja im Auftrag Allahs.” Abgesehen von den sprachlichen Mängeln dieser Formulierung: Der unfundierte, bösartige und mit religiösen Vorurteilen behaftete Ton dieser Aussage ist ein Skandal! Muss man aus dieser Darstellung folgern, dass der SPIEGEL allen Ernstes die Auffassung vertritt, der islamische Gott Allah “beauftrage” tatsächlich mörderische Terroranschläge? Wenn vereinfachende Formulierungen und hetzende Parolen einer ungesunden Skepsis gegenüber “fremden” Religionen Vorschub leisten, dann diese!
Der Text der Anmoderation schließt mit den Worten: “Allein sieben der neunzehn Flugzeugentführer des 11. September tauchen in dem 60-Minuten-Film auf, aus dem SPIEGEL TV die wichtigsten Szenen hier erstmals zeigt.” Sieht man zunächst einmal von der mehr als zweifelhaften Identität der angeblichen Attentäter (s.u.) ab, muss man dem SPIEGEL an dieser Stelle jedoch erstmals eine eindeutige Falschaussage bescheinigen: Die im Beitrag gezeigten Ausschnitte des “Propagandavideos” wurden im TV sehr wohl bereits zuvor ausgestrahlt – und zwar vom berühmt-berüchtigten arabischen Sender ‘al-Dschasira’ am 9. September 2002.
Beitrag: Generell muss man feststellen, dass die Praxis des SPIEGEL, ungeprüft bloße Behauptungen (zumeist amerikanischer Behörden) als Tatsachen zu verkaufen, offenbar System hat und somit den gesamten Bericht durchzieht. Wenn von den mutmaßlichen Attentätern die Rede ist und/oder Bilder von ihnen zu sehen sind, stören weder verschiedene Schreibweisen der Namen noch vollkommen unterschiedliche Erscheinungsbilder angeblich identischer und identifizierter Personen! Ein Beispiel von vielen: Zu Beginn des Beitrags ist Ahmad al-Haznawi zu sehen; ein Irrtum scheint nicht nur ausgeschlossen – eine andere Möglichkeit wird einfach nie in Betracht gezogen! Wer sich von den dramatisch voneinander abweichenden äußeren Erscheinungsbildern der mutmaßlichen Terrorpiloten selbst überzeugen möchte, dem sei ein Bild-für-Bild-Vergleich des SPIEGEL-TV-Beitrages mit der Täterliste des FBI empfohlen. Wie kann da von eindeutigen Übereinstimmungen die Rede sein? Dies ist natürlich ganz abseits des mehr als rätselhaften Zustandekommens der FBI-Liste zu betrachten, deren Richtigkeit dem SPIEGEL augenscheinlich als gegebene Voraussetzung gilt.
“Und so beginnt das 60-minütige Videowerk: Mit startenden Flugzeugen, dem Anflug auf das Pentagon, uniformierten Amerikanern in Aufruhr und einer per Trickanimation simulierten Explosion [des Pentagons]”, fährt die Sprecherin des Beitrags fort. Richtig, genau dies ist auch im Bild zu sehen – und könnte freilich von überall her stammen! Man muss wahrlich keinem islamischen “Terrorkommando” angehören, um sich derartige Aufnahmen zusammenzuklauen und nachzuvertonen.
Nun versucht der Bericht, seine Grundthese zu etablieren: Das gefürchtete “Terrornetzwerk” al-Qaida verfügt – neben den allseits bekannten “Schläfern” – über eine Art Medienabteilung, die Propagandavideos produziert. Als Hauptquelle dient hierbei ein gewisser Yosri Fouda, Journalist bei der Londoner Vertretung von al-Dschasira (engl. Schreibweise: Al Jazeera), der von der schleichenden Gefahr durch die “Propagandaabteilung der Terror-AG” zu berichten weiß. Herr Fouda ist pikanterweise Co-Autor des Buches “Masterminds of Terror” (im Mai 2003 beim Europa Verlag auf Deutsch erschienen), das vorgibt, “bislang unbekannte Details zu den Terroranschlägen des 11. September 2001 [zu] enthüllen”. Fouda und Mit-Verfasser Nick Fielding berichten im ersten Teil des Buchs in aller Ausführlichkeit von einem angeblichen Interview, das sie mit den mutmaßlichen Drahtziehern des Anschlags, Ramzi Binalshibh und Chalid Scheich Mohammed, an einem geheimen Ort geführt haben wollen. Lässt man außer Betracht, dass die angeblich “neuen” und “brisanten” Fakten, mit denen die beiden zitiert werden, ohne Weiteres von jedem halbwegs informierten Zeitungsleser hätten “offenbart” werden können: Der zweite Teil des Buches der Herren Fouda und Fielding besteht aus umfangreichen Erklärungsversuchen, wie es sich unglücklicherweise zugetragen habe, dass den Autoren jedweder Beweis für das tatsächliche Stattfinden des Interviews auf dubiose Weise abhanden gekommen sei!
Im Folgenden zeigt SPIEGEL TV Ausschnitte des “Propagandavideos” der Produktionsfirma ‘Assahab’ (Stefan Aust in der Anmoderation: “al-Sahab”). Wortlaut des Kommentars: “Sieben der neunzehn Attentäter sind in dem Video-Opus namentlich erwähnt und einwandfrei zu identifizieren.”. Man muss davon ausgehen, dass die Autorin des Beitrags über übersinnliche Fähigkeiten verfügt, wenn sie im Zusammenhang mit dem vorliegenden Bildmaterial von “einwandfreier Identifizierung” spricht! Die Farce nimmt ihren Lauf: Während im Bild eine kindlich gekritzelte Zeichnung zu sehen ist, lautet der Text der Sprecherin: “An der Wand ein Plakat mit zwei Worten in arabischer Schrift: ‘Die Zerstörung Amerikas’ steht da, getrennt von einer kleinen Bombe. Darunter eine Karte der Vereinigten Staaten.” Diese beliebige Zeichnung, deren Urheber niemals explizit genannt wird, soll nicht nur als Beweis für die Vorbereitung des Terroranschlages dienen, sondern darüber hinaus im gleichen Video vorgeführte Personen der Täterschaft überführen? Welches ominöse Rechtsverständnis liegt dem SPIEGEL hier zugrunde?
Kein Beitrag über die mutmaßlichen Täter von 9/11 ohne die einzigen Aufnahmen, die zwei der Terroristen am Tag des Unglücks in einem Flughafengebäude zeigen sollen. Auf den Bildern der Überwachungskamera sind angeblich die al-Qaida-Kämpfer Atta und al-Umari zu sehen, die nach offizieller Darstellung Flug AA 11 in den Nordturm gesteuert haben sollen. Zunächst fällt positiv auf, dass SPIEGEL TV immerhin (entgegen früherer Praxis des SPIEGEL) die Aufnahmen in vollständiger Größe zeigt, die beiden voneinander abweichenden Uhrzeiten, die die Aufnahmen enthalten, also sichtbar sind. Weiterhin scheint dem SPIEGEL die Brisanz dieser bemerkenswerten Kuriosität jedoch keinen einzigen Kommentar wert zu sein. Stattdessen die nächste skandalöse Fehlinformation: “Stunden zuvor [bevor das erste Flugzeug den Nordturm des WTC getroffen hatte] wurden die beiden am Flughafen Boston gefilmt.” Dies entspricht nicht der Wahrheit! Laut FBI – das diese Aufnahmen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat – stammen die Bilder nicht aus Boston, sondern vom Portland Airport in Maine (siehe z.B. ABC). SPIEGEL TV ist hier nicht nur ein gravierender faktischer Fehler unterlaufen – weit schlimmer noch, die falsche Darstellung muss beim Zuschauer den Eindruck erwecken, Atta & Co. seien tatsächlich beim Betreten der Maschine gefilmt worden, die später in das World Trade Center stürzte. Dabei gibt es laut amtlicher Version am Flughafen Boston überhaupt keine Überwachungskameras! Abgesehen davon: Wer möchte sich anmaßen, auf solch qualitativ minderwertigen Filmaufnahmen Personen zweifelsfrei erkennen zu können?
Es folgen weitere Bilddokumente, die angeblich den Terroristen al-Umari zeigen. Schließlich ist eine Person zu sehen, die laut Einblendung den gleichen Namen trägt (den zuvor gezeigten Personen allerdings nur entfernt ähnelt) und vor einem Foto des zerstörten amerikanischen Verteidigungsministeriums sein Testament vorträgt. Wie aber ist es möglich, dass ein Selbstmordattentäter vor einer Fotografie des Tatorts sitzen kann, die eindeutig nach der Tat aufgenommen worden sein muss? Ganz einfach: Das Video wurde “ aufgezeichnet vor einer Leinwand, in die man später das Pentagon-Foto projizierte.” Eine durchaus einleuchtende Erklärung – mit einem entscheidenden Haken: Augenblicke zuvor hatte SPIEGEL TV noch behauptet, al-Umari habe “ mit Atta in dem ersten Flugzeug, das in den Nordturm flog”, gesessen! Hatten die Produzenten des “Propagandavideos” etwa vergessen, in welchem der vier Flieger welcher ihrer eigenen Leute gesessen hatte? Wie erklärt SPIEGEL TV diese in höchstem Maße unplausible Begebenheit?
Es folgen Aufnahmen, die die Festnahmen der angeblichen “Drahtzieher des 11.9.” zeigen. Ob bzw. was sie mit den Anschlägen zu tun haben, kann der Bericht in keiner Weise schlüssig untermauern. Zu hören sind vielmehr einige allgemeine Spekulationen über denkbare Zusammenhänge, die jedoch zum Verständnis der Hintergründe der Anschläge entweder belanglos oder vollkommen unbewiesen sind. Unter anderem äußert die Sprecherin die Mutmaßung, dass Ramzi Binalshibh höchstpersönlich an der Herstellung des Videos beteiligt gewesen sei. Hergeleitet wir diese Vermutung abermals durch die Erinnerungen Yosri Foudas, dem Binalshibh bei dem zweifelhaften Treffen von dem Vorhaben erzählt haben soll. Der vermeintliche Beweis: Im vorliegenden Video finden sich Gegenstände (“CD-ROMs, Anweisungen für Flugsimulatoren, Englischbücher, Handbücher für Boeing-Passagiermaschinen und Landkarten von der Ostküste Amerikas”), die Binalshibh Fouda bei dem geheimen Interview angeblich stolz präsentiert haben soll. Es sind freilich Gegenstände, die in jedem drittklassigen Kaufhaus in jeder größeren Stadt auf der Welt frei erhältlich sind! Die Beweiskraft dieser “Hamburg-Souvenirs” ist demnach gleich null.
Zum Abschluss des Beitrages hören wir die Feststellung: “Zu fast allen al-Qaida-Anschlägen existieren Videos. Der Terror ist nicht nur global, sondern auch multimedial geworden.” Ohne auch nur einen einzigen verwertbaren Beweis zu liefern, impliziert SPIEGEL TV also schließlich: Wer einen Film über einen Terroranschlag gedreht hat, muss ihn auch selbst verübt haben!
Nebenbei bemerkt: Woher wissen wir eigentlich, wer das üble Machwerk hergestellt hat?
letzte Änderung: 2003-11-20 18:44:10

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