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Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 7 Monaten
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vor 6 Jahren, 7 Monaten
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sonnenberger58, Bärtl, Manyou

Rezension zu Ansambel Zupan-CD: "Mein Oberkrain"

Startbeitrag von Manyou am 07.01.2012 17:30

Im letzten Jahr war im Vergleich zu den Vorjahren eine Tonträger-Flaute der Oberkrainer-Gruppen aus Slowenien und Österreich merkbar und so hat diese neue Veröffentlichung umso mehr gefreut.
Viele der Gruppen wollen sich inzwischen abheben und machen eine Entwicklung durch, wie z.B. Igor und seine Oberkrainer oder Vera und ihre Oberkrainer, dessen Hälfte die ehemalige Besetzung der Jungen Original Oberkrainer sind. Trotz einem etwas ungewöhnlichen Charakter der Oberkrainer-Musik sicher interessant und ansprechend, doch ist man bei all den Entwicklungen der Oberkrainerszene froh, auch neue Lieder zu hören, die sich dem Stil der Original Oberkrainer anschließen. So war das Ansambel Zupan schon immer diesem Sound sehr nah- und so bleibt es auch auf dem neuen Album „Mein Oberkrain“. Untypisch fängt die Scheibe mit einem Vokalwalzer an, der das Titellied darstellt und für mich durch die schönen Zwischenspiele der Bläser einen der Höhepunkte darstellt. Das Polkalied „Unser Jubiläum“, das mit einer griffigen Melodie und tollem Instrumentalteil punktet, gehört ebenso dazu, erinnert mich besonders stark an Slavko. „Nur die Liebe zählt“ hätte das Zeug zur neuen Titelmelodie von Kai Pflaumes Show gehabt, wenn sie noch laufen würde. Musikalisch habe ich nichts auszusetzen, toll gespielter Vokalwalzer mit schöner Gesangsaufteilung des Terzett, bloß die Übersetzungen der Texte ist mir manchmal nicht ganz geheuer. Eine kleine Kritik am Rande. Das erste Instrumentalstück soll uns eine „Freude mit Blasmusik“ sein. Der Boarische kommt schon zünftig daher und ist allerdings zum Glück im Oberkrainerstil gehalten, der einzige Unterschied besteht in der Unterstützung des Baritons in der Melodieführung. „Schatz heute gehe ich aus“ fällt mit seinem Tango-Rhythmus aus dem Rahmen. Ich habe nichts gegen diese Art von Abwechslung eigentlich normal nichts einzuwenden, aber die Nummer ist nicht my cup of tea, da Melodie, Text und Arrangement mich kalt lassen. Das ändert sich beim nächsten Track: Beim Instrumentalwalzer „Gemütlich in einer Berghütte“ beschränkt man sich auf die Trio-Besetzung Akkordeon, Gitarre, Bariton. Sorgt für willkommene Abwechslung und erinnert auch an die Stücke des Meisters, die er in dieser Besetzung einspielte.
Bei der „Hochzeit in Oberkrain“ werden die Strophen im 6/8-Takt gesungen, der Refrain wird dann im mittelschnellen 4/4-Takt gespielt, ein gelungenes Stück, das vor allem durch seinen Refrain und den Rhythmuswechsel glänzt. Mamastücke sind immer so eine Sache, da der Kitsch immer ganz nahe ist. Hier gefällt mir der Text recht gut, auch sonst ist der traditionelle Vokalwalzer, der nur von einer der zwei Sängerinnen gesungen wird, nicht zu verachten. „Die Liebe und die Berge“ schließt sich an „Unser Jubiläum“ an und steht dem in nichts nach. „Fröhlich und vergnügt“ geht’s anschließend instrumental zu, dieser Walzer überzeugt durch sein spielfreudiges Arrangement. Gleich darauf gibt’s „Ein Wiedersehen in Südtirol“ in Polkaform. Bei dem Instrumentalstück unterstützt das Akkordeon den Melodienlauf parallel zu den Bläsern weitgehendst und erinnert an Stücke wie „Festttage im Dorf“ vom Altmeister, von dem die nächsten zwei Stücke stammen (falls es doch mehr sind, korrigiert mich bitte!). „Dunkle Wälder“ ist einer meiner Lieblingswalzer von Slavko, da das Stück wie kein anderes wunderbar melancholisch klingt. Auch „Freunde, bleiben Freunde“ freut mich zu hören, da der pfiffige Instrumentalteil das i-tüpfelchen des Songs darstellt. Diese zwei Lieder sind in der deutschen Originalfassung von Slavko nicht mehr erhältlich, deswegen freuen mich diese Remakes umso mehr (vor ein paar Jahren haben die JOO’s mit Marianne und Michael diese zwei Songs ebenfalls gelungen aufgenommen, aber das Ansambel Zupan übertrumpft diese meiner Meinung nach). Das Album wird mit einer echten Perle abgeschlossen: „Berg-Triglav im Abendrot“ ist eine Mischung aus „Der Wind bringt dir mein Lied“ durch das virtuose Klarinettenspiel und „Auf den blauen Wellen der Adria“ durch den Tempowechsel und die gesummte Melodie.
Fazit: Bisher war ich kein großer Anhänger des Ansambels Zupan, was sich mit dieser Platte eindeutig geändert hat. Bis auf einen einzigen Song begeistert mich diese Platte total und stellt eine der besten Produktionen der letzten Jahre dar.
Etliche Stücke erinnern an Slavko’s Arrangements, ohne sie jedoch zu kopieren, denn die eigene Note ist stets hörbar. So wird diese Scheibe wahrscheinlich nicht die letzte sein, die ich mir von Ansambel Zupan zugelegt habe. Vielen Dank nochmal an Klaus, der auf die Veröffentlichung aufmerksam gemacht hat!

Grüße, Manyou

Antworten:

Hallo Manyou,

danke für diese ausführliche und interessante Rezension!
Ich muß leider noch ein paar Tage auf die CD warten!

Gruß
Bernhard

von Bärtl - am 07.01.2012 22:41
Hallo Manyou,

danke für die Mühe, ich muss aus bestimmten Gründen noch paar Tage auf die CD warten.
Ich werde aber den Meister auf Deine Rezension aufmerksam machen !

Schöne Grüße

Klaus

von sonnenberger58 - am 09.01.2012 20:19
Nun gibt es auch die slowenische Ausgabe der CD beim Verlag von Golica TV - Producent d.o.o.:

[www.golica.si]



von sonnenberger58 - am 24.01.2012 02:13
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