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KBS 970 - Forum
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
ZwoZehn, 627er Fan, Felix

Den 627 und 628 in Polen geht es gut

Startbeitrag von ZwoZehn am 04.05.2009 12:22

... wie ein Besuch vergangene Woche zeigte! Die Fahrzeuge sind bestens gepflegt. Sie befahren unter anderem die beiden Nebenbahnen Kutno - Sierpc (87 Kilometer, zwischen Kutno und Plock elektrifiziert) und Sierpc - Nasielsk (88 Kilometer), ca 80 Kilometer nordwestlich von Warschau. Diese Nebenbahnen sind die von Deutschland aus am einfachsten zu erreichenden Strecken, auf denen im Nahverkehr die 627.0, 627.1 und 628.0 eingesetzt werden.

Die Triebwagen gehören nicht der PKP, sondern der Bahngesellschaft Koleje Masowieckie (KM) der Wojewodschaft Masowien. Die polnische Lackierung steht den Fahrzeugen wunderbar und passt ganz hervorragend zur Gegend.



Die Strecken wurden mit den DB-Fahrzeugen erst vor einigen Jahren wieder in Betrieb genommen und entsprechen überhaupt nicht unseren Vorstellungen einer Nebenbahn. Bahnhofsgebäude sind rar, aber recht interessant, so wie dieses in Sierpc.



Die Fahrzeuge machen - im Gegensatz zu den Strecken - einen sehr gepflegten Eindruck. Wenn nicht in Folge der Wirtschaftskrise eine erneute Stilllegung der Strecken droht, geht eine Gefahr allenfalls von Straßenfahrzeugen aus, denn an den vielen unbeschrankten Bahnübergängen scheint es des öfteren zu Kollisionen zu kommen, wie das Bild des 627 003 in der Einsatzstelle Sierpc zeigt.



Gegen diese unerfreulichen Ereignisse bieten auch die zahlreichen Marienfiguren entlang der Strecke nur ungenügenden Schutz (aufgenommen zwischen Plock und Sierpc). Ob die neuen eckigen Lampen stabiler sind als die runden DB-Lampen, konnten wir nicht klären.



Die Bahnanlagen sind gewaltig, zum Teil haben die Bahnhöfe fünf Personengleise von enormer Länge und zahlreiche Gütergleise. Zum anderen sind die Strecken flach und fast völlig gerade. Die Fahrten sind zwar spärlich, werden aber gut angenommen. Fahrräder und Pkw werden aber nie an den einsamen Bahnhöfen oder Haltepunkten stehen gelassen .... Abwechslung und Motive bieten neben den Bahnhofsgebäuden Rapsfelder, Bäume und gelegentlich eine Kirche.



Ein Höhepunkt im Zuge der Strecke von Kutno nach Sierpc ist die gewaltige kombinierte Straßen-/Eisenbahnbrücke über die Weichsel in Plock, auf der der 627.1 fast untergeht.



Der Verkehr nordwestlich von Warschau wird in erster Linie mit 627 abgewickelt, gelegentlich verirrt sich auch ein 628.0 hierher. Getauscht werden die Fahrzeuge mittels regulärer Fahrten von Sierpc nach Tluszcz (dort befindet sich das Bw) via Nasielsk und Legionowo. In Plonsk kreuzen die Züge von Sierpc nach Tluszcz (627 005) und in der Gegenrichtung (628 002).



Alles in allem ein sehr schöner Ausflug, der unbedingt lohnt. Die Gegend ist zwar ziemlich off topic für dieses Forum, aber ich denke, die ex-Kemptener Fahrzeuge bieten ausreichend Anknüpfungspunkte und ihr Wohlergehen interessiert allgemein.

Antworten:

vielen Dank

Danke für die Berichterstattung! Schön zu sehen, dass "unsere" Triebwagen dort ein sinnvolles Betätigungsfeld gefunden haben. Bild 4 und 5 könnten glatt in ihrer alten Heimat entstanden sein. Aber die Strecken, speziell die Bahnhöfe, sehen ja schon übelst herunter gekommen aus...

Gruß
Felix

von Felix - am 04.05.2009 12:28

Wow genialer Beitrag

Wenns geht supergerne mer davon.
Wie ist es da mit hinkommen und vor allem dem sich zurechtfinden vor Ort? Wie lang seid ihr dort hin gefahren?
Würde mich über einige Reisetipps freuen.

von 627er Fan - am 04.05.2009 13:09

Re: Wow genialer Beitrag

Die Anreise ist unproblematisch mit Bahn (z. B. nach Kutno mit Berlin-Warschau-Express) und Pkw (München - Kutno ca 10 Stunden) möglich. Vor Ort ist ein Pkw wegen des dünnen Fahrplans (teils sechs Stunden kein Zugverkehr, aktuelle Fahrpläne auf der Website der KM) hilfreich. Bei der Orientierung helfen gute Straßenkarten, die es vor Ort an jeder Tankstelle gibt. Zwei Fototage reichen für die beiden Strecken Kutno - Plock - Sierpc und Sierpc - Plonsk - Nasielsk völlig aus. Für An- und Abreise muss man natürlich auch noch je einen Reisetag rechnen, an denen nur morgens und abends noch ein paar Fotos möglich sind. Wegen des großen Anteils Landstraße zwischen Frankfurt/O. und Kutno und dem irren Lkw-Verkehr empfiehlt es sich, einen Reisetag auf Sonn- oder Feiertag zu legen. Bei beiden Nebenbahnen gibt es übrigens keine Unterscheidung zwischen Werk- und Feiertag. Die Streckenerkundung ist zum Teil schwierig, weil die Bahn fernab von Orten und Straßen verläuft, Ortschaften sehr unübersichtlich, Bahnhöfe weit außerhalb, riesige Felder aber kaum Feldwege). Hotels und gute Gastronomie nur in größeren Orten, z.B. in Plock und Plonsk (alle Orte mit sehr guten Websites auf Deutsch und zahlreichen Links). Preise sehr moderat. Verständigung auf Englisch gelegentlich möglich, sonst mit Händen und Füßen. Probleme gab es aber nie, auch wenn Fotografen auf Autodächern ziemlich Aufsehen erregen und tobende Köter gelegentlich das baldige Kommen des Zuges wünschenswert machten.

von ZwoZehn - am 06.05.2009 07:55
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