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KBS 970 - Forum
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vor 8 Jahren, 8 Monaten
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Stefan von Lossow, JonasH, Andreas H., ChristianMUC, km63.8, Christof Schröfl, 218 240, (ar)

Bahnverkehr im Oberland soll bis 2013 deutlich verbessert werden

Startbeitrag von (ar) am 12.11.2009 16:51

Der Bahnverkehr im Oberland soll bis ins Jahr 2013 deutlich verbessert werden. Das ging aus einem Treffen zwischen Vertretern der Deutschen Bahn und Politikern aus der Region hervor. Unter anderem sollen kürzere Fahrzeiten erreicht werden, in dem die Gleise in Kurven umgestaltet werden. Außerdem soll der barrierefreie Umbau des Bahnhofes Tutzing eine Flügelzunge nach Garmisch-Partenkirchen und Kochel ermöglichen. Und auch die Barriere Freiheit der großen Bahnhöfe Murnau, Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen sollen in Angriff genommen werden

PM: Radio Oberland vom 12.11.2009

Gruß
Alwin

Antworten:

Re: Bahnverkehr im Oberland soll bis 2013 deutlich verbessert werden

Hallo Alwin,

interessante Absichtserklärung.
Sei mir die Frage erlaubt: Wie sieht es mit Bogenumgestaltung im Ortsbereich Eschenlohe aus? Da müsste die komplette Verkehrsgeographie im Gemeindebereich neu geordnet werden, sprich, die derzeitige "Westumfahrung" des Ortskerns in eine "Ost-Tangente" umgelegt werden. Ob dieser Aufwand für 30 Sekunden Fahrzeitverkürzung gerechtfertigt ist??? Oder gehen solche Überlegungen (derzeit) erheblich zu weit... sorry...

Christof Schröfl

von Christof Schröfl - am 13.11.2009 14:44

Möglichkeiten der Bogenumgestaltung

Hallo Christof,

ich gehe fest davon aus, dass hier "weiche" Trassierungsänderungen in Erwägung gezogen werden.
D.h. die DB Netz wird auf keinen Fall für derartige Bogenumgestaltungen fremden Baugrund erwerben wollen, da dies dann aufwändige Planfeststellungsverfahren oder mindestens Plangenehmigungsverfahren mit sich bringen würde.

Für mich laufen diese geplanten Bogenänderungen auf einen bestandsnahen Umbau raus. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten einer optimierten Trassierung:
- Kleine Änderungen der Bogenradien
- geeignetere Anrampungen (Maß und Länge), Änderung der Überhöhungsform,
- Änderung der Parameter des Übergangsbogens
- Einbau eines sog. "Wiener Bogens",
- Einbau eines "Blossbogens"
- Einbau einer "Gleisschere", ...
Alles unter dem Aspekt der Erhöhung der Betriebsgeschwindigkeit.

Wie Du siehst, ist hier eine Menge möglich, in die Bogengestaltung einzugreifen, die Entwurfsgeschwindigkeit so zu erhöhen und gleichzeitig auf dem vorhandenen Bahngrund zu bleiben.
Aber natürlich alles im Rahmen der Möglichkeiten.
Der große Wurf wird das natürlich nicht, vielmehr kannst Du dann vielleicht max. 10-15 km/h mehr rausholen.
Die Eschenloher Kurve jedoch bestandsnah und gleichzeitig so zu ändern, dass du mit 160km/h durchpfeifen kannst, wirst du nicht hinkriegen... :) :)

Bei Detailfragen, gerne PN an mich.

Gruß,
Thomas

von 218 240 - am 13.11.2009 17:55

Eschenloher Bogen

Zitat
218 240
Die Eschenloher Kurve jedoch bestandsnah und gleichzeitig so zu ändern, dass du mit 160km/h durchpfeifen kannst, wirst du nicht hinkriegen... :) :)


Die letzte Möglichkeit die Bahn durch den Kalvarienberg zu führen war glaube ich 1935/36 (ohne das ich fürs damalige System Sympathien hege). Immerhin ist damals ein enger Bogen oberhalb von Huglfing aufgeweitet worden, dort wo das kleine Sägewerk steht verlief die Bahn bis dahin viel weiter rechts an der Geländekante.

Lutz



von km63.8 - am 14.11.2009 04:30

Ist ja nur die halbe Miete

Hallo,

an sich ist das geschilderte Vorhaben durchaus lobenswert und der weiteren Entwicklung dieser Schienenverkehrsregion ein Muss.
Aber: Generell müßte man die Streckenkapazität der Mittenwaldbahn wieder erhöhen. Was nutzen höhere Geschwindigkeiten bei kaum möglichen Mehrverkehren. Und in anbetracht dessen, daß es sich ja um ein gut verknüpftes Taktnetz handelt, muß man in Frage stellen, wieviel schneller müßten die Züge werden. Kreuzungspunkte machen nur an Umsteigebahnhöfen Sinn.

Derzeit haben wir diese in Tutzing, Murnau und Garmisch.
Wenn ich die Strecke schneller machen wollte, müßte man fast auf Kreuzungen in Weilheim und Garmisch kommen, damit auch die Nebenstrecken weiter sinnvoll erschlossen werden. Bloß ob eine Fahrzeit von 30 Minuten zwischen Weilheim und Garmisch erreicht werden kann.... Anderenfalls wäre die Geschwindigkeistssteigerung nur für einige Pendler-RE's nutzbar.

Ich bin immer wieder für folgendes Verkehrskonzept auf der Mittenwaldbahn:

RB 1: München - Garmisch - Innsbruck (2-stündlich)
RB 2: München - Murnau - Oberammergau / Garmisch - Reutte (2-stündlich)
RB 3: München - Kochel / Weilheim (stündlich)
RB 4: Innsbruck - Garmisch - Reutte (2-stündlich)

So hätte man:
Kochel direkt mit München verbunden
einen Halbstundentakt bis / ab Weilheim
Innsbruck und das Außerfern endlich wieder als Direktverbindung
Stundentakt Garmisch - Reutte

Gruß, Stefan



von Stefan von Lossow - am 14.11.2009 08:09

Re: Ist ja nur die halbe Miete

Hallo,

ohne Änderung der Trassierung wird man durch Anpassung der Gleislage ohnehin nur ein paar wenige Minuten Fahrzeit herausholen können. Mit dem geplanten Halt in Farchant gehen ja wieder 1-2 Minuten verloren. Und zwei zusätzliche Minuten Fahrzeitreserve können bei der Verspätungsanfälligkeit der Strecke auch nicht schaden.
Insofern sehe ich das heutige System mit den Taktknoten in Tutzing, Murnau und Garmisch (und später beim Halbstundentakt in Weilheim) nicht gefährdet.

Grüße, Andreas

von Andreas H. - am 14.11.2009 10:36

Re: Bahnverkehr im Oberland soll bis 2013 deutlich verbessert werden

Die Taktvorlage ist vom Stefan ist ja sehr interssant. Nur hätte man ein paar Probleme.
Wenn RB 2 nach Reutte fährt, kommt auch RB 4 nach Reutte. Ansonsten käme man nie nach Mittenwald.

von JonasH - am 14.11.2009 10:57

Re: Bahnverkehr im Oberland soll bis 2013 deutlich verbessert werden

Zitat

Ansonsten käme man nie nach Mittenwald.


Doch, das passt. Zum einen zweistündlich direkt mit RB 1.
Zum anderen in den "Zwischenstunden" mit RB 4 und Umsteigen in Garmisch.

So wären von München aus Mittenwald / Reutte und Oberammergau jeweils zweistündlich direkt erreichbar.
Der Großteil der Fahrgäste fährt eh nur bis Garmisch.
In den Zwischentakten jeweils mit Umsteigen.
Und dafür käme man endlich wieder direkt von Innsbruck nach Reutte.

Aber das sind ja Ideen von mir und keine Planungen.....

Gruß, Stefan



von Stefan von Lossow - am 14.11.2009 11:24

Re: Bahnverkehr im Oberland soll bis 2013 deutlich verbessert werden

Aber es bestände dass Problem, dass RB 2 und 4 genau zur gleichen Zeit in Garmisch ankommen. Alle beide fahren nach Reute weiter. Aber das geht ja schlecht. Ich hoffe du verstehst was ich meine.

von JonasH - am 14.11.2009 12:15

Re: Bahnverkehr im Oberland soll bis 2013 deutlich verbessert werden

Verstehe schon, was Du meinst, ist aber durch Verlegen der Trasse um 60 Minuten schon aus dem Weg geräumt.
Gruß, Stefan

von Stefan von Lossow - am 14.11.2009 15:45

Re: Bahnverkehr im Oberland soll bis 2013 deutlich verbessert werden

Interessante Idee Stefan - nur: Innsbruck-Reutte ist eine rein österreichische Relation - warum sollte die BEG da etwas passendes bestellen, wenn die Österreicher ihrerseits den grenzüberschreitenden Verkehr umgestalten, wie es ihnen gerade passt (siehe: Verweigung der Trassen an BLB, Brechen der Verkehre in Kufstein, Blocken von Verhandlungen über Taktverdichtung Mittenwald - Scharnitz).

von ChristianMUC - am 14.11.2009 15:59
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