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vor 7 Jahren, 10 Monaten
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doku-des-alltags

9. Mai 1971 - Sonntagsausflug nach Oberammergau (19 B)

Startbeitrag von doku-des-alltags am 21.02.2010 10:14

9. Mai 1971 - Sonntagsausflug nach Oberammergau vom Isartalbahner
mit teilweise "modernem" Knallfrosch-Geraffel vom Djosh

[ kursiver Text: Isartalbahner
normaler Text: Djosh ]


Früher war alles besser, sagt man.
Bezieht man es auf´s Wetter im Mai, kann ich das aus meiner Kindheit bestätigen. Statt wie neuzeitlich mit dickem Pulli und laufender Heizung ins Haus verkriechen, hat der Bubb damals im kurzen Hoserl im Garten gespielt.

An einem schönen Maisonntag, dem 9. Mai 1971, machte ich mich auf, die für eine Sonderfahrt im Juli vorgesehene Strecke unter die Lupe zunehmen. Vielleicht erinnern sich einige Leser noch, dass es dem Kölner Eisenbahn Club unter seinem rührigen Chef Joachim Stichnoth vorbehalten war, unter dem Motto „Altbauellok-Abschiedsfahrt“ die fast nur noch in München eingesetzte E 32 nochmals auf eine ihrer früheren Einsatzstrecken zu schicken. Dass E 75 04 und die Stärkste der Baureihe E 69 den Sonderzug abschnittsweise beförderten, sei nur am Rande erwähnt. Die Geschichte wird wohl irgendwann mal Inhalt eines separaten Beitrags, abwarten.

Schwierig war die Ermittlung der Zugnummern, mit Notizen der Art hatte es der Jüngling leider garnicht und das passende Kursbuch auch nicht.
Aber, es gibt ja Forumskollegen, die schlauerweise rechtzeitig „Altpapier“ gesammelt haben. Da unser bekanntester Altpapierverwalter nur wenig Zeit für die Fahndung hatte, ging anlässlich eines Münchner DSO-Stammtischabends meine Frage in die Runde, mit einer positiven Meldung „ich hab das entsprechende Kursbuch“.
Letztendlich haben mich zwei Kollegen bestens versorgt, mein Dank geht an Olaf Ott und Hans-Karl Löblein (hkl)!

Ein Bayer ohne gscheiden Sonntagsbraten, das geht ja nicht. Also erst nach Verräumen desselben auf den Weg gemacht, vom Isartaler Heimatdorf zum Münchner Hauptbahnhof natürlich mit 141 und Dreiachser-Wendezug. Im Hauptbahnhof schön langsam vom Holzkirchner zum Starnberger Flügelbahnhof rübergelatscht, am Querbahnsteig in der Haupthalle waren in den blechernen Zuganzeigern F- und D-Züge mit Rang und Namen zu lesen. Im Starnberger Flügelbahnhof stand der Abschlusszug namens Nv 3318 nach Tutzing. Den Nahschnellverkehrszug aus Silberlingen samt 738er voran schob standesgemäss auch die Münchner Nahverkehrslok der Neuzeit, die Oanavierzga.
Es scheint gut warm gewesen zu sein, denn bis zum Ausstieg in Starnberg entstand keine Aufnahme. Höchstwahrscheinlich alle Fenster aufgezogen, in die bequemen Polster gefläzt und der Schieberin zugehört.





1. + 2.) Erst bei der Ausfahrt in Starnberg trat die Kamera in Aktion, schööön im Gegenlicht. Gerade mal ein Jahr nach HU samt Neulackierung glänzte 141 049 wie eine Speckschwarte.





3.) Blick auf die Bahnsteige, die neuen Lichtsignale waren noch ausgekreuzt. Am Hausbahnsteig eine 141 mit ihrer Garnitur in Wochenendruhe.





4.) Sieben Minuten später fast der gleiche Blick, mittlerweile stand der aus Kochel eingefahrene N 2363 auf Gleis 5.





5.) Weil das Wetter so richtig frühlingshaft war, drängten sich am Starnberger Dampfersteg viele Ausflügler. Grade angelegt hatte die Tutzing, sagt der Blick vom Bahnhof runter während der Wartezeit auf dem Garmischer Zug.
Das Bild musste ich rechts leider ziemlich beschneiden, dort hatte der Filmlaborant seinen Fingerabdruck verewigt. Was muss der Dammerl auch während der Arbeit ein fettes Wurschtbrot fressen, zäfix!





6.) Nach 14 Minuten Wendezeit in Tutzing kam die grüne Speckschwarte mit ihrem Nv 3317 von Tutzing wieder angesegelt. Auf der Seepromenade zur Abwechslung nicht Altersheime auf Auslüfttour, sondern langhaxige Augenweiden in modisch breiten Hüftgürteln ;-)






7.) Selbige müssen den 21-jährigen Jüngling so fasziniert haben, dass er die Einfahrt des P 2262 megamässig versaut hat. Durch die alte Sucherkamera nicht bemerkt, dass die Tasche halb reinhängt, Sch****. Vorenthalten will ich sie euch doch nicht, also hat Georg stundenlang gefrickelt, denn an der Lok war vorher ein Dieb am tun…





8.) Ausfahrt, links lächelt eine Bügelfalte auf ihre alte Schwester.






9.) Nochmal ein Blick auf´s Schifferl und auf der Seepromenade a fesches Deandl im Dirndl…






10.) Offensichtlich war ich von der Akustik der E 44 so beeindruckt, dass die Kamera am Sitz liegen blieb und die Birne nur draussen, denn bis zum Zwischenziel Murnau entstand wieder keine Aufnahme. Erst die dortige Ausfahrt zeigt die zeitlose Eleganz der oberbayerischen Allzweckwaffe.





11.) Wochenendruhe für die 160 009, dahinter ihr Arbeitsvorrat.






12.) Weil mir die Aufnahme wohl nicht ganz passte, eine andere Position gesucht.







13. + 14.) 169 004 stand schon längere Zeit am Oberammergauer P 3776, im Viertelstundenabstand zweimal auf die Platte gebannt, der Schattenwurf verrät es. Noch durfte sie nicht raus, es war ein wichtiger Anschluss abzuwarten…





15.) …nämlich den D 1010, den 144 006 am Haken hatte.
Dies war die Mittenwalder Kurswagengruppe aus dem Hagener D 510, die in Augsburg vom Stammzug abging. Die Führung Augsburg - Weilheim übernahm ein Diesel (damals V 100 oder?), die Bespannung ab Weilheim ins Gamsgebirg nach Mittenwald standesgemäss die E 44. Da haben die Nordlichter wohl a bisserl dumm aus der Wäsche gschaut, wie die eckige Grüne knurrend loszog. Von zuhause waren sie auch schon kleine Grüne gewohnt, aber die waren rundlicher.
Wie genau damals Fahrpläne eingehalten wurden, zeigt die Übergangszeit in Murnau. Ankunft D 1010 in Murnau um 17:29 Uhr an, der Oberammergauer P 3776 hatte 17:32 Uhr Abfahrt.





16.) Die Anschlussreisenden waren im Lokalbahnzug verräumt, Johanna durfte endlich los, beim gegenlichtmässig grenzwertigen Nachschuss auf das Esig der Garmischer Strecke bremst sie den Zug grade im Haltepunkt Murnau Ort ein. Noch war der bayerische Waschl auf der Garmischer Strecke zu.




17.) Hier war heftiger Gebrauch der digitalen Schnippschnapp nötig, um aus meiner fotografischen Schräglage die Kleine wieder richtig hinzustellen.
Noch stehen wir am Haltepunkt, vor uns liegt die Brücke, unter der sich die Garmischer Strecke und ein Bahnübergang über selbige befinden. Bei der Rückfahrt wird dies besser zu sehen sein.
Aus den Augenwinkeln bemerkt, dass das Einfahrhauptsignal auf frei gestellt ist.





18.) Kaum losgefahren, kam aus Richtung Garmisch eine unbekannt gebliebene E 44 mit dem E 1885 daher, von Innsbruck bis Mittenwald hiess er E 663. Mit der Latte hintendran hat sie den Schottersteinen auf der Murnauer Leitn garantiert einen heftigen Samba verpasst…






19.) Vergleich zum Bild 17: Im Sommer 1994 kommt 141 307 mit der RB 15114 aus Oberammergau angefahren.



Fortsetzung folgt!





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