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KBS 970 - Forum
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vor 7 Jahren, 11 Monaten
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Christof Schröfl, _korridor, 210 005-5, KBS 955, doku-des-alltags

Mit dem Schienenbus nach Waging und zurück (1988 / 19 B)

Startbeitrag von doku-des-alltags am 03.06.2010 18:04

Hallo zusammen,

die KBS 953 (ehemals 428 h, heute 959) ist nur ein kurzes Nebenbähnchen. Die Strecke wurde am 1. Dezember 1902 eröffnet. Die knapp 13 km werden von den dort eingesetzten Uerdingern in 20 Minuten bewältigt. Verdieselt wurde die Strecke bereits 1953, zunächst mit VT 95, ab 1956 mit VT 98. Die Bahn bietet dem Ort Waging am gleichnamigen See, der ein beliebtes Ausflugsziel darstellt, Anschluß an die Strecke München - Salzburg. 1986 kam die Strecke auf die Liste der gefährdeten Strecken, parallel zum Zugbetrieb wurden Busse eingesetzt. Zum Glück konnte eine Stilllegung nicht durchgesetzt werden.

1988 sind werktags 9 Zugpaare unterwegs, plus einer zusätzlichen Fahrt von Waging nach Traunstein. Wie auf vielen anderen Nebenbahnen, ruht der Zugverkehr am Wochenende nicht. 7,5 Zugpaare pendeln zwischen Traunstein und Waging.

Im folgenden einige Bilder, meist aus der Schienenbusperspektive vom 31. August 1988 (ja, kaum zu glauben, diesmal hatte ich ein Datum notiert).





1.) 798 759 steht als Nto 5579 auf Gleis 1a zur Abfahrt um 10.54 bereit. Normal reichte ein Solo VT. Nur unter der Woche morgens und mittags verkehrte für die Schüler die Fuhre dreiteilig (danke an Andreas).
Dafür stehen dahinter 998 275 und 998 868 bereit. Ganz im Hintergrund, am Außenbahnsteig von Gleis 2/3 wartet eine weitere Schienenbusgarnitur, die um 12.23 als Nto 6480 Mühldorf ansteuern wird.

798 759 war Zeit seines DB-Daseins im südostbayerischen Raum zuhause:

Rosenheim 29.02.1960 - 26.09.1987
Mühldorf 27.09.1987 - 23.08.1989

Danach übernahm ihn die TCDD, wo er als RM 3020 eingereiht wurde.





2.) Abfahrt! Die ersten knappen 2 Kilometer knattert der Brummer auf dem Gegengleis der Hauptstrecke bis zum Abzweig Hufschlag, wo er über die Weiche auf die Nebenbahn ruckelt. Dort beginnt erst die eigentliche Kilometrierung. Unmittelbar nach dem Abzweig beginnt ein Gefälle. Links hinter dem Signal liegt der Bahnsteig des Haltepunkts Hufschlag.





3.) Gleich nach dem Hp Hufschlag geht es stetig bergab und schnurgerade durch ein großes Waldstück. Links verläuft die Staatsstraße 2105, auf der auch die parallelen Straßenbusse gondeln.





4.) Dann mal eine Kurve, wo eine Stichstraße überquert wird.





5.) Und es geht wieder geradeaus weiter auf den Waldrand zu und dem zweiten Halt, Weibhausen entgegen.





6.) Hinter Weibhausen (km 3,4) schlängelt sich die Strecke durch offene Hügellandschaft – immer an der Höhenlinie entlang. Nach Verlassen des Haltepunkts Kirchhalling (km 4,7), der eigentlich näher an Oberhalling liegt, knattert der Schienenbus über weite Kurven um das auf einem Hügel gelegene Kirchhalling herum.






7.) Dann gehts mit singendem Fahrwerk durch eine S-Kurve, bei der Panolsreut und Aichwies passiert werden, auf den nächsten Halt Unteraschau (km 6,8) zu.






8.) Am Ende einer annähernd 180-Grad-Schleife wird Otting (km 8,2) erreicht, das mit seinem Empfangsgebäude (und den dort bereit stehenden Foto-Kühen) ein bekanntes Bildmotiv darstellt. Leider hab ich keine Außenaufnahme. Außer in Waging gibt es nur in Otting ein Empfangsgebäude. Ursprünglich gab es auch in Weibhausen noch ein EG, aber das wurde bereits in den 50er Jahren abgerissen.





9.) Bei km 10,5 befindet sich der Endbahnhof Waging am See. Daß sich dahinter ein lebhafter Urlauberort erstreckt, vermittelt das Bild nicht direkt. Hier glänzt nicht 798 759, sondern 798 780 in der Nachmittagssonne. Er bringt die Nachmittagsleistung Nto 5586 um 16.24 nach Traunstein.

Auch er kam 1989 in die Türkei, als RM 3010.





10. + 11.) Zurück zum Vormittag. 798 759 kam um 11.16 an und verlässt Waging gleich um 11.24 wieder mit typischer Dieselwolke. Diese beiden Bilder stell ich eigentlich nur ein, um zu zeigen, daß da noch ordentlich war los war im Güterverkehr. Mehrere Kesselwagen warten auf die Abholung, aber auch die Rampe am Güterschuppen ist ziemlich vollgeladen.

Die Fahrzeiten belegen das:

Üg 67963 Traunstein 10.10 – 10.37 Waging
Üg 67964 Waging 11.12 – 11.41 Traunstein
(1) + (2) + (4) mit 360

Üg 67965 Traunstein 13.49 – 14.18 Waging
Üg 67966 Waging 14.34 – 15.04 Traunstein
(1) + (3) + (4) mit 333

Tja, wenn ich das damals schon gewußt hätte und flexibler gewesen wäre, dann gäbe es davon jetzt auch noch Bilder zu sehen.





12.) So geht es wieder zurück, an Bord von 798 780, hier kurz vor Otting.






13.) Nach Verlassen des Hp Kirchhalling. Das Bild zeigt die Perspektive von Bild 6, nur ein paar Meter weiter Richtung Traunstein.





14.) Und schon geht es in Hufschlag wieder auf die Hauptbahn. Links ist nun der Hp Hufschlag zu erkennen. Die rückseitig zu sehenden Baken kündigen die Einfahrtvorsignale von Traunstein an.





15.) Ein Stück weiter gehts vorbei an Block- und Deckungssignal der Abzweigstelle.





16.) Zurück in Traunstein. 333 067 (danke an _korridor für die Nr) hat sich gerade einen Packwagen geschnappt.




17.) Zurück nach München gings mit dem E 3512 aus Salzburg. Was der Typ rechts im Bild macht weiß ich nicht. Er streckte den Kopf genau in dem Moment raus, als ich abdrückte. Hinten auf dem Kopfgleis steht 218 318 mit dem N 6486 nach Garching. Abfahrt um 17.03.





18. + 19.) 42 Jahre lang führte der Retter der Nebenbahnen das Regiment auf dieser Nebenbahn. 1995 kam dann der Nachfolger.



Viele Grüße,
Georg

Antworten:

Servus Georg,

Super Bericht mit den tollen Bildern vom "Nebenbahnretter" VT 798. Daß Du auch die Kesselwagen mit aufgenommen hast, ist voll in Ordnung. Auch den Nachfolger, den "Hauptbahnretter" zu zeigen sowie das Stilleben in Traunstein, wirklich aller erste Sahne.

Hab den VT 798 ja noch selbst auf meiner Heimatstrecke erleben dürfen, später noch im Gebiet Rosenheim, Traunstein und Mühldorf. Auch nach Waging bin ich mit dem Solisten hintergefahren.
Ach so, morgens und mittags für die Schüler verkehrte die Fuhre 3-tlg. Am Wochenende immer nur solo, sei denn es waren Reisegruppen angemeldet. Das ging früher alles leichter dann mit dem Verstärken. Nur das Problem Zub war noch zu meistern, aber schließlich hatten die Dienststellen zu Staatsbahnzeiten immer einen Bereitschaftler zur Verfügung.

Gruß
Andreas

von KBS 955 - am 03.06.2010 18:23
Hallo Georg,


ein toller Bilderbogen, der bei mir auch wieder Erinnerungen weckt
an mehrere Fahrten im VT798 nach Waging.
Auch an die Kesselwagen kann ich mich erinnern,
die wurden mit V60 zugestellt. Auch die Traunsteiner
Bahnhofsköf habe ich in Waging schon gesehen.

Am Hp Hufschlag existierte ferner ein Gleisanschluß,
wo ebenfalls Kesselwagen zugestellt wurden.

Heute existiert davon sicher nichts mehr und in
Waging selbst ist wohl auch nur noch ein Gleis vorhanden,
oder täusche ich mich da?


Viele Grüße!

Thomas!

von 210 005-5 - am 03.06.2010 19:40

Hufschlag und die Bahnhofs-Köf

Servus,
als Traunsteiner Bahnhofs-Köf kann hier die 333 067 notiert werden, das war neben der 333 132 (diese mit sichtbarem Lüfterrad, die 067 ohne) eine der beiden Stammloks, die zum damals noch lokbeheimatenden Kleinst-Bw Freilassing gehörten.
Den Gleisanschluß der Esso-Niederlassung in Hufschlag hat Georg offenbar nicht fotografiert. Die Anschlußweiche ist heute ausgebaut, im Privatgelände liegt das Gleis noch. Vom Anschluß Wachter (Texaco, später DEA) in Waging existiert m.W. eisenbahntechnisch nichts mehr. Viele Grüße vom
korridor




von _korridor - am 03.06.2010 20:00
Famos :-)

Zwecks der Tankwagen in Waging: Den "Texaco-Stern" glaube ich auf den beiden
"kleineren" Kesselwagen zu erkennen. Diese erscheinen mir "besonders" zu sein: Der Kessel "glänzt" doch ziemlich, oder? Will heißen, waren das Edelstahl-Kessel, die nicht lackiert waren? Vielleicht weiß jemand hierzu etwas...


Eine meiner ersten bahn-spezifischen Ausflugsfahrten auf eigene Faust war übrigens im Mai 1995 Traunstein-Waging u.z. !!! Mei, das sind Erinnerungen!!!


Viele Grüße,

Christof Schröfl

von Christof Schröfl - am 04.06.2010 10:42
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