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vor 6 Jahren, 10 Monaten
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vor 4 Jahren, 4 Monaten
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Frank H. (DK), doku-des-alltags, 218 240, makna, Johannes Heigl, Zs 4, 217 055, ropix, JonasH, Fentriss, Marcus798

Zwischen Pasing Gbf und Laim Rbf (28 B)

Startbeitrag von doku-des-alltags am 07.06.2011 18:38

Hallo zusammen,

es hat jetzt etwas länger gedauert mit meinen angekündigten Bilder nach der prompten Rätselauflösung neulich. Aber nun ist doch gleich noch ein größerer Beitrag rausgekommen, zum Thema Streckenverzweigungen und Brücken zwischen Laim und Pasing. Der Beitrag erscheint auch wiederum im HiFo, deshalb sind die Texte wieder für Ortsunkundige ausführlicher gehalten.

Wir beginnen mit einer Vorbeifahrt im Jahre 1998:



1.) Unterwegs auf der "Garmischer Fernbahn", die in Pasing in die Gleise 1-3 mündet. Blick aus einem Dieselzug ins Allgäu auf das Stellwerk Lwf am Westkopf von Laim Rbf. Es wurde 1951 als erstes Münchner Drucktastenstellwerk in Betrieb genommen. Der Ostkopf verblieb dagegen bis zur Umstellung auf Ks-Technik mit Formsignalen und elektromechanischen Stellwerken. Die davor abwärtsführende Rampe der S-Bahn nach Freising und Petershausen wurde ab 1969 gebaut. Die ursprüngliche Vorortstrecke vom Starnberger Flügelbahnhof nach Pasing hatte in Laim keine Abzweigmöglichkeit nach Norden. Das stadtauswärtige Gleis nach Pasing, das direkt am Stw vorbeiführt mußte daher verschwenkt werden.




2.) Hinter der Unterführung teilt sich die S-Bahnstrecke erneut: Die S2 begibt sich auf Berg- und Talfahrt, denn sie muß erneut nach oben geführt werden um sämtliche Fernbahngleise nach Landshut und Ingolstadt zu überqueren. Etwa in der Bildmitte das Stellwerk vom Ablaufberg des Rangierbahnhofs Laim. Heute alles Brachland und Tennisplätze.





3.) Die Überquerung der Strecke nach Landshut (rechts unten) und Ingolstadt (links unten). Über die übernächste Brücke führen die Gütergleise Laim – Pasing. Dort dahinter spitzt das Stellwerk "Abzw. Kanal" hervor.




4.) Dann werden die Augsburger Streckengleise überquert. Die Garmischer Fernbahn, vom Starnberger Flügelbahnhof kommend, tauscht hier mit der Augsburger Strecke die Position um in Pasing kreuzungsfrei von der nach Süden abzweigen zu können.





5.) Ein 40 Jahre + 2 Tage altes Bild vom Isartalbahner, entstanden am 05.06.1971, östlich vom Stellwerk Lwf, dessen Hausecke ganz rechts hinter dem Turmmasten noch sichtbar ist. 420 049 rollt im Vorlaufbetrieb der S-Bahn auf dem neuen Gleis nach Pasing. Links neben dem Gleis dürfte die abwärtsgehende Rampe schon fertig sein, aber offenbar noch ohne Gleise, auf jeden Fall noch ohne Oberleitung. Im Hintergrund das Tengelmanngebäude.

Zu der 420er-Leistung nach Geltendorf schreibt Paul noch: Zugzielanzeiger gab es noch nicht, weil es ja noch Mischbetrieb mit Wendezügen war. Um das Volk nicht dumm zu lassen, hat die alte Bundesbahn Plastikschilder genommen und in die jeweils ersten Fenster nach den Führerständen gepappt. Es waren die Steckschilder, die normaler an Reisezugwagen aussen in den Schilderhaltern steckten. Kundenorientierung Jahrgang 1971...





6.) Weiter im Westen schließt sich der Pasinger Güterbahnhof an, der für den regionalen Güterverkehr im Westen zuständig ist. 360 419 rangiert an einem sonnigen Tag des Jahres 1989 am Westkopf. Weiter hinten ist ein weiteres Dreibein abgestellt. Dazwischen das Stellwerk Pgf. Im leeren Schotterbett im Vordergrund lag früher der Gleisanschluß zur Chemiefabrik Weyl nördlich des Pasinger Personenbahnhofs, die auf einigen Bildern in diesem Beitrag von Martin Welzel zu sehen ist: [www.drehscheibe-foren.de]




6a.) Der Zoom ins Bild zeigt am rechten Bildrand die alte Pasinger Kuvertfabrik mit dem davorliegenden Zufahrtsgleis zur Güterabfertigung Pasing. Dort wartet heute die inzwischen fast fertiggestellte Umgehungsstraße auf ihre Eröffnung.





7.) Der Westkopf von Pasing Gbf am 12. Juli 1988. 140 064 rollt solo nach Pasing West. Im Hintergrund sieht man das EG des Personenbahnhofs und links daneben den alten Bürkleinbahnhof. Die Szenerie hinter der Lok wird heute bereichert durch einen quaderförmigen Sperriegel namens Pasinger Arcaden :-/





8.) Zwischen München-Laim Rbf und dem Abzweig Neulustheim, wo sich die Strecken nach Landshut und Ingolstadt trennen führte bis vor kurzem die eingleisige Güterbahn durch ein Waldstück und gewann an Höhe um kurz darauf die Fernbahngleise zu überqueren und in den Laimer Rbf zu münden. Eine 150 wartet gerade am Laimer Esig. Im Vordergrund ein BÜ mit einer Anrufschranke, wie ich mitgekriegt habe, die einzige auf Münchner Stadtgebiet. Der Fahrweg darüber ist kein öffentlicher, er ist die Zufahrt zum Stellwerk der Abzweigstelle Kanal.





9.) Das Streckengleis aus der anderen Richtung. 140 058 kurvt mit einem Güterzug heran um zunächst über eine Weiche auf das Gegengleis der Güterbahn Pasing – Laim zu gelangen und dann über eine Brücke in den Laimer Rbf. 1988/89 wurden anscheinend massenhaft neue Interregio-Wagen nach München überführt, man sah ständig Güterzüge in denen 2-3 Wagen mitliefen. Über dem 2. Wagen sieht man das Esig, das auch auf dem ersten Bild zu sehen ist.





10.) Während rechts die Schienen unter dem vorbeigleitenden Güterzug singen, eröffnet sich links der Blick auf die Strecke nach Pasing. An dem Prellbock endet das Abdrückgleis vom Pasinger Güterbahnhof.





11.) Schließlich rumpelt der letzte Wagen auf die Brücke über die Fernbahngleise. Links hinten das Stellwerk vom Ablaufberg in München-Laim.





12.) 290 194 ist am Ablaufberg beschäftigt.





13.) Eine 110 erreicht von Moosach kommend mit einem Güterzug den Rangierbahnhof.





14.) Ein Blick hinüber zur Stammstrecke. Ein 420-Vollzug passiert gerade die Gebäude der Firma Wamsler. Dahinter Tengelmann, damals noch mit dem farblich geteilten "T" in rot und gelb.





15.) Eine 111 rollt mit einem Leerzug nach Laim Rbf.





16.) Nun bewegen wir uns langsam wieder Richtung Pasing. Blick vom Pasinger Eselsrücken auf den Güterbahnhof.





17.) Pasing Gbf, Auffächerung der Gleise. Die Ausfahrt hat nur ein Gruppenausfahrtsignal. Neben dem Stellwerk Pgf am Westkopf besitzt der Güterbahnhof am Ostkopf noch dieses kleine Stellwerk, das für den Ablaufberg zuständig ist und nur zeitweise besetzt ist.





18.) 360 877 rangiert mit einem langen Kesselwagenzug anscheinend aus dem Industriegleis, das hier über zwei Kreuzungen die Abstellbahn heraus.





19.) Später fährt 360 877 über das Verbindungsgleis 46 an den Ausfahrtsgleisen entlang zum Ostkopf.





20.) Dort angekommen wird der Zug auf eines der Gleise der Ausfahrgruppe gedrückt. Auch hier warten zwei Interregio-Wagen auf ihren Einsatz.





21.) Nach vollzogener Arbeit rollt die Lok wieder zurück.





22.) Nun noch ein Blick zur Abstellbahn. 111 024 ist mit einem Leerzug von Pasing Bbf nach München Hbf unterwegs. Das Signal deckt den Gleisanschluß, der ein Stück weiter die Strecke kreuzt.





23.) Ein Blocksignal weiter bewegt neun Jahre später 139 255 einen Reisezug gen Hauptbahnhof.





24.) Aus der Gegenrichtung kommt wiederum neun Jahre vorher 103 163 und hat gerade die eingleisige Zufahrt nach München-Laim unterquert. Ganz im Hintergrund sieht man ein Abdrücksignal von Laim.





25.) Abzweigung Kanal am 17. April 1990. Hier geht es ziemlich beengt zu. Die Brücke der S-Bahngleise ruht daher auf Y-Stützen. Nach links zweigt die Abstellbahn ab, die die S-Bahngleise optisch fast überschneidet. Ein Bild vom Bau dieser Brücke kann man hier in dem hochinteressanten Bilderbogen von Frank H. betrachten (6. Juli 1969): [forum.mysnip.de]





26.) Die heutige Sicht auf das Stellwerk Abzw. Kanal, etwa von der Stelle aus gesehen, wo früher die Abdrückgleise auf den Ablaufberg zusammenliefen.





27.) km 6,0 im Sommer 1997: Hier hat sich seit der Zeit viel verändert. Im Zuge des ICE-Streckenausbaus nach Nürnberg wurde hier die Einfädelung in den verbliebenen Laimer Rbf mit einem Überwerfungsbauwerk neu gestaltet. Das Gütergleis aus Allach wird nun hier bereits über die Fern- und S-Bahngleise geführt, was zur Stillegung der auf den Bildern 1. - 4. zu sehenden Verbindung führte. Hier ist es noch zu sehen, das äußerste Gleis gegenüber des Fotostandortes, wo auch die S-Bahngleise der S 1 ansteigen und vor dem Abzweig "Kanal" über die 4 Fernbahngleise führen. Dabei überquert die eingleisige Güterstrecke die Abstellbahn, die beiden S-Bahngleise berühren diese Trasse nur kurz in einem Bogen. Das Bild entstand von oberhalb der Böschung der Abdrückgleise von Laim Rbf. Der 420 ist auf der S2 S1 * unterwegs.

*) Richtig, es ist natürlich die S1. Danke an Marcus798 und 217 055!





28.) km 6,0 im Jahre 2011: Lagegleich geblieben sind das einzelne Gütergleis Laim Rbf – Moosach, auf dem 120 114 mit einer Schwesterlok daherkommt, sowie die beiden S-Bahngleise der S1. Alles andere ist weiter nach Westen gerückt. Unterhalb der Mauer verlaufen die Landshuter Fernbahngleise, die rechts ausserhalb des Bildes mit einem weiteren Überwerfungsbauwerk mit den S-Bahngleisen zusammengefädelt werden. Oberhalb der Mauer ist nunmehr das Allacher Gütergleis, das nunmehr über sämtliche Moosacher/Landshuter Gleise darüber geführt werden muß um auf die Allacher Trasse zu gelangen. Hinter der Mauer liegen wieder tiefer die Ingolstädter Fernbahngleise und inzwischen auf separater Trasse die S-Bahn nach Petershausen.



Viele Grüße,
Georg

Antworten:

Hallo zusammen.

Georg, eine sehr interessante Dokumentation.


Zum Rätselbild und Bild 11 schreibst Du:

Zitat
Djosh
... 8.) Zwischen München-Laim Rbf und dem Abzweig Neulustheim, wo sich die Strecken nach Landshut und Ingolstadt trennen
führte bis vor kurzem die eingleisige Güterbahn durch ein Waldstück und gewann an Höhe um kurz darauf die Fernbahngleise zu überqueren
und in den Laimer Rbf zu münden. Eine 150 wartet gerade am Laimer Esig. Im Vordergrund ein BÜ mit einer Anrufschranke, wie ich mitgekriegt habe,
die einzige auf Münchner Stadtgebiet. Der Fahrweg darüber ist kein öffentlicher, er ist die Zufahrt zum Stellwerk der Abzweigstelle Kanal. ...

... 11.) Schließlich rumpelt der letzte Wagen auf die Brücke über die Fernbahngleise. Links hinten das Stellwerk vom Ablaufberg in München-Laim. ...

Ist das nicht Fotos von der eingleisigen Güterbahn, die Allach (Abzw. Obermenzing) mit Laim verbindet ?

Oder habe ich bloß verschiedene Umbauten in den späteren 1980er Jahren übersehen
– S-Bahn Streckennetz-Karte von 1982 (± 1 Jahr) :



(Edit fügt hinzu, dass der Kartenskan nicht von Christian gestohlen ist. :) )

von Frank H. (DK) - am 09.06.2011 12:02
Zitat
Frank H. (DK)
Ist das nicht Fotos von der eingleisigen Güterbahn, die Allach (Abzw. Obermenzing) mit Laim verbindet ?

Oder habe ich bloß verschiedene Umbauten in den späteren 1980er Jahren übersehen

Gruß aus København
Frank
(Muttersprache: Dänisch)
Die Strecke verbindet Allach mit Laim - auf Bild 10 und 11 sieht man die "Einfädelung" in die zweigleisige Strecke Pasing GBF - Laim RBF

Der Abzweig Obermenzing war aber nur für die S-Bahn - Fernbahn da. Die Güterstrecke ist einfach links dran vorbeigelaufen. Größere Umbauten gab es erst wieder 2002 für die Neu und Ausbaustrecke München - Ingolstadt - Nürnberg

von ropix - am 09.06.2011 13:03

@ropix, alles klar, vielen Dank. (OwT)



von Frank H. (DK) - am 09.06.2011 13:57

1969, Baustelle zwischen Pasing und Laim (5+1 B.)

Hallo.

Das Gleis Pasing Abzw. Landsberger Straße wurde erst am 1.11.1970 in Betrieb genommen, laut "Drehscheibe des Südens",
für den Personenverkehr mit gleichzeitiger Elektrifizierung.
Dann sind die "Siemenszüge" offenbar früher entweder in die Augsburger-Gleise ein-/ausgefädelt geworden oder durch Laim Rbf gefahren.

Am 17. Juli 1969 war ich unterwegs im Zug 2409, von Pasing bis Hbf. Der Zug kam übrigens von Kochel, E41 + Silberlinge (!).

1)


2)


3)


4)


5)


und das schon bekannte Bild vom 5. Juli 1969 nochmals:



Edit: Berichtigungen

von Frank H. (DK) - am 11.06.2011 15:59

Re: 1969, Baustelle zwischen Pasing und Laim (5+1 B.)

Hallo Frank,

vielen Dank für diese Bilder! Wahnsinn. Das reißt mich wirklich vom Hocker.
Neben dem Detailreichtum beantworten diese Ansichten so einige Fragen. Dann liefen früher also beide Vorortgleise über die bei mir auf Bild 3 sichtbare eingleisige S-Bahnbrücke. An den Widerlagern sieht man noch deutlich, dass sie früher zweigleisig war. Bei Deinen Bildern gehts ebenfalls bei Bild 3 über diese heute nicht mehr vorhandene zweite Brücke.

Viele Grüße,
Georg

von doku-des-alltags - am 11.06.2011 16:32

Re: 1969, Baustelle zwischen Pasing und Laim (5+1 B.)

Hallo Georg,

nicht nur die beiden Vorortgleise, auch die Garmischer Gleise sind dort gewesen, wo heutzutage das S-Bahn-/Vorortgleis
von Laim nach Pasing liegt, im Bild 3 von Dir. Ich fuhr auf dem Garmischer Gleis (–> Hbf).
Die zwei Y-Brückenpfeiler in meinem Bild vom 5. Juli sind für die S-Bahngleise Laim Obermenzing, im Hintergrund
die Brücke mit den beiden Gütergleisen Pasing Gbf Laim Gbf.
Die drei Y-Brückenpfeiler in meinem Bild 3) sind dann für die 2 Garmischer Fernbahngleise und das S-Bahn Gleis in Richtung Laim.

Sieht zumindest so aus, 100%ig sicher bin ich nicht. :)


von Frank H. (DK) - am 11.06.2011 21:58

Re: 1969, Baustelle zwischen Pasing und Laim (5+1 B.)

Hallo Frank,

doch, das stimmt ganz genau. Die beiden Garmischer Gleise, sowie das stadteinwärtige S-Bahngleis wurden verlegt in das dreigleisige Brückenbauwerk. Vorher schwenkten alle vier Gleise gemeinsam nach Norden. Der Bogen muß dann im weiteren Verlauf deutlich enger gewesen sein als heute, um alle vier Gleise an dem Stw Lwf vorbeiführen zu können. Man sieht das schön an Deinem vierten Bild! Die Trasse vollzog dort eine S-Kurve um dann wieder in Richtung Laim Pbf einschwenken zu können. Ein guter Anhaltspunkt für die künftige Abfahrts-Rampe der S1/S2 ist auch die sichtbare Betonmauer, auf deren linken Seite die S-Bahngleise trassiert wurde. Dies war aber erst möglich nachdem die neuen Garmischer Gleise schon in Betrieb waren und die alten, mitsamt der Böschung abgetragen werden konnten.

Fragmente der ehemals viergleisigen alten Brücke über die Ingolstädter/Landshuter Gleise sieht man noch heute. Das fällt mir jetzt wie Schuppen von den Augen, denn ich hab mich schon immer gewundert, was das für Betonklötze sind, die da nördlich vom stadtauswärtigen S-Bahngleis immer noch stehen. Das sind die Reste des Brückenwiderlagers von zwei weiteren Gleisen:



Dort wo jetzt nur noch ein Gleis drüber geht, lagen früher wie von Dir beschrieben alle vier Gleise, Vorort- und Garmischer Gleise.

Auf Google Earth kann man das auch schön nachverfolgen:

[maps.google.de]

Um Deine Bilderserien bin ich wirklich sehr dankbar, denn sie sind für mich wie ein Zeitfenster von besonderem historischen Wert!
Viele Grüße nach Købnhavn,
Georg


von doku-des-alltags - am 11.06.2011 22:56

Re: 1969, Baustelle zwischen Pasing und Laim

Hallo Georg, hallo Mitleser,

die zwei Betonklötze müssen Teile einer noch älteren Baukonstruktion sein, die Klötze standen 1969 in ungeänderter Lage im Verhältnis zum Gleis.
Bombenschäden nach dem 2. Weltkrieg könnten einen Brückenneuaufbau nötig gemacht haben, mit neuen Brückenpfeilern.
Die Amis haben Luftbilder von den damaligen Bombenschäden veröffentlicht. Ich habe keine Ahnung ob die Fotos im Internet hochgeladen sind, oder sind es Filme?
Ein Foto ähnlich das "Bunkerfreunde München"-Eisenbahnfoto vom Kohlelager Laim habe ich nicht gefunden.

Im Google-Map-Foto scheint die S-Kurve weniger "scharf" zu sein.
Könnten die zwei eingleisige Brücken mit dem stadtauswärtigen S-Bahn-Gleis nach 1998 neu erbaut geworden sein?


Am 17. Juli 1969 aus einem Wagenfenster im Zug 3055 (Ab 1969: Zug ohne Buchstaben = Nahverkehrszug :)) fotografiert:
1)



Die viergleisige Brücke ist im Aufbau eher 4 eingleisige Brücken, wovon die 3 damals vielleicht stückweise abgetragen geworden sind.
2)

Den roten (Diesel?-)Triebwagen kann ich nicht identificieren. Die Donnerbüchse(?) kann vermutlich mit ET85ern verknüpt werden.


Die Eisenbahn-Landschaftsfotos (:)) 3 + 4 + 5 sind vom 9. Juli 1968 (Zug-Nr. E661, Lok 110 336-5):

3)


4)


5)



Die Baustelle fotografiert nach der Überquerung zum Freisinger Gleis, hier wieder am 5. Juli 1969 (Zug-Nr. D1380, Lok 110 366-2):
6)


7)



Fast freie Sicht zu den oben fahrenden V200-Zug und E41-Wendezug:
8)



Auch 1968 habe ich versucht den Abzw. Kanal vom Ingolstädter Gleis zu fotografieren, ohne Erfolg.
Vergleichsbilder vom 29. Juni 1968, ohne Baugeräte und Ausgrabungen (Zug-Nr. D382, Lok E10 279):

9)


10)


11)



Am Ende dieses Filmes liegt das Bild von E75 und V200 im Hbf-Vorfeld:
12)



Und der Pasinger Eselsrücken, am 17. Juli 1969:
13)



OT - Der München-Express D382 war ein Nachtzug von Kopenhagen nach München und hatte den interessanten Laufweg über
Rødby - Puttgarden - Lübeck - Büchen - Lüneburg - Lehrte - Hildesheim - Göttingen - Fulda - Würzburg -
Ansbach - Treuchtlingen - Ingolstadt. Hamburg, Hannover, Nürnberg und Augsburg wurde umfahren. Ab Sommer 1969: D1380.

von Frank H. (DK) - am 03.07.2011 12:29

Geniale Bilder. Danke ! (owT)

K

von JonasH - am 03.07.2011 14:46

Pasing: Güterbahn- und/oder Industriestammgleis Juli 1969 (6 B) + 3 Bilder

Den Film, Agfa CT18, habe ich damals benannt: " Pasing – Hbf, Fahrtrichtung rechts ". Noch 6 Fotos passen zum Thema.
Die riesigen münchener Gleisanlagen fand ich sehr interessant, abgedrückt habe ich vorrangig wenn Gleisverbindungen sichtbar waren.

Bild I ist das erste Bild des Filmes, rechts im Bild das Gleis zum alten Pasinger Bahnhofsgebäude - bitte die Georg-Beiträge dazu aufsuchen.
Bahnsteig 0 hatte 1969 offenbar noch kein Gleis, aber die Oberleitung hängt schon.
Das Gleis zur Pasinger Papierfabrik ist vermutlich nicht erkennbar. Die Kuvertfabrik habe ich im Bild I+II+III hinter einem Turmmast versteckt.

Bild I)



Bild II)



Bild III)



Bild IV)



Bild V)



Bild VI)


Die Bilderreihe wird oben, Bild 1) fortgesetzt.



3 Fotos vom Tag danach, ein bißchen Gegenlicht verringert keine Gleipläne :) , auf dem Augsburger Gleis unterwegs.
Der D384 wechselte im Pasinger Bahnhofsvorfeld (Ost) rüber zum Garmischer Gleis.

Bild A)



Bild B)



Bild C)




Die Siemenszüge fuhren Sommer 1969 nach diesem Fahrplan (elektrischer Betrieb!):



Edit.: Bahnhofsvorfeld (Ost) statt (West)

von Frank H. (DK) - am 23.11.2013 16:36

Re: Zwischen Pasing Gbf und Laim Rbf - Grossartig

So wunderbar, wie es dort einmal ausgesehen hat. Danke, dass sie damals ihre Kamera aus dem Abteilfenster gehalten haben.
Ich vermute sie wollen gar nicht wissen wie vernichtend dieses Areal, links und rechts der Bahntrasse, in den vergangenen 3 Jahre, geschlagen wurde. Dort steht nicht mehr ein Stein auf dem anderen. Von Pasing bis zur Hackerbrücke nurmehr ein langweiliges Beton-Einerlei. Jedes Gebäude gleicht dem anderen, langweilige Fertigteil-Fassaden. Da sind ihre kleinen Foto-schätze eine wirkliche Herzenswohltat.
grüsse, richard.

von Fentriss - am 23.11.2013 16:52

Re: Vielen Dank

Hallo Georg,

hab vielen Dank für diesen wieder sehr interessanten Beitrag (den ich 2011 wohl verpaßt habe?), der dann durch die Ergänzungen von Frank noch erheblich veredelt wurde. Das ist einfach super, wie anschaulich die alten Zustände eingefangen wurden. Gerade auch dann, wenn man weiß, wie schwierig es ist, in dieser unzugänglichen Gegend aussagefähige Bilder zu machen. Da bleibt fast nur die Zugmitfahrt. Oder Versteckspielen in verbotenem Gelände!? Eine Genehmigung für Standorte im Gleisbereich zu bekommen, wird wohl unmöglich sein, heute zumindest allemal. Wie hast Du es machen können, Georg?

Eine kleine Anmerkung noch, was beim gründlichen Betrachten aufgefallen ist. Bild 27 müßte doch ein Blick auf den Zugschluß einer S 1 von Freising sein, oder?


Freundliche Gruß
217 055 (der erstmals 1991 (von Landshut) dort entlangfuhr und das Gebiet erst ab 1995 wirklich kennen lernte)

von 217 055 - am 23.11.2013 23:22

1969: Zwischen Pasing Pbf und Laim Rbf, mit Baustelle Laim (13B)

@ Fentriss, 1969 war ich noch mit meinen Eltern im Urlaub, das Fotoapparat meines Vaters :) dürfte ich benutzen.

@ 217 055, die echte Veredelung ist die Zusammenstellung von den Bildern mit vielen weiterverarbeiteten Informationen –> siehe DOKU-DES-ALLTAGS.


Das Tagesprogramm am 17. Juli 1969:
- 3055, Garmisch -> MüHbf, Lok 144 024, Fotografieren Pasing -> Hbf - in Fahrtrichtung links
- N3515, Hbf -> Pasing, Lok nicht notiert, keine Fotos, Filmwechsel
- 2409, Pasing -> Hbf, Lok nicht notiert, Fotografieren Pasing -> Hbf - in Fahrtrichtung rechts
- D384, MüHbf -> Garmisch, Lok 110 396-9
- Abendessen mit der Familie.

Im Dia-Film "(Westkreuz –) Pasing – Hbf, Fahrtrichtung links" liegen mehrere Bilder, die jetzt geskannt sind.

In Pasing, Bahnhofsvorfeld Ostseite, liegt das Anschlußgleis zur Chemiefabrik Weyl ganz hinten, teilweise abgesenkt.

In Bild a) ist ein Kesselwagen links erkennbar, in der Höhe halb sichtbar.

In Bild b) liegen hinter dem Prellbock (Ausziehgleis Ende?) das Abstellbahngleis und das Weyl-Gleis (rechts vom Prellbock leicht erhöht).

Die Kesselwagen, Bild (a+)b+c+d, sind im zweigleisigen Abschnitt des Weyl-Anschlusses abgestellt.

a)


b)


c)


d)


e)



Danach folgen die Bilder: Bild 13) –> Bild 1) –> Bild 2) im Beitrag oben.


Weiter gehts durch Laim, die S-Bahn-Haltestelle wird angelegt, im Jahre 1969 mit folgenden Fotos:

f)


g)


h)


i)


j)


k)


m)


n)


von Frank H. (DK) - am 01.12.2013 17:06

Kleine Korrektur

Servus Georg,

eine kleine Berichtigung zu Bild 27: Der 420er im Vordergrund ist eine S1 von Mo8sach her kommend in Richtung Mü-Ost - Neubiberg fahrend. Die S2 fuhr auf dem im Hintergrund befindlichen zweit- und drittletzten Gleis, an dieser Stelle schon die eigenen S-Bahngleise. Ganz hinten ist dann das Gütergleis Allach - Laim Rbf.

Gruß Marcus

von Marcus798 - am 02.12.2013 12:34
Einfach super, diese Dokumentation !!!
Nebst allen Ergänzungen !
Hervorragend !!!
Danke dafür !
BG Manfred

von makna - am 02.12.2013 16:17

Re: 1969: Zwischen Pasing Pbf und Laim Rbf, mit Baustelle Laim (13B)

Ein Servus ins Forum!

Voller Interesse habe ich die Bilder von Georg und die Bilder von Frank H. aus Kopenhagen verfolgt.

Lustig ist ja die Baustelle vom S-Bahn-Haltepunkt Laim. Bild i ist ja der alte Haltepunkt. Was hat da gehalten?

Wie hieß der Haltepunkt damals? Auch Laim? Lustig auch das gelbe Haus. Es steht ja heute noch, nur so verdeckt, dass man es gar nicht mehr wahrnimmt.



Allerdings habe ich noch eine Frage. Auf den folgenden Bildern k links (hinten, teilweise von Bäumen verdeckt) und m (seitlich bereits angeschnitten) ist was?

Ein Kran? Das filigrane Gebilde sieht schon komisch aus. Was war der Nutzen?

Fragen über Fragen.

Ich bin sicher, dass das Forum hier eine Antwort weiß, gell Paul!

Schönen Arbeitstag noch

Johannes Heigl

von Johannes Heigl - am 03.12.2013 07:58

Re: 1969: Zwischen Pasing Pbf und Laim Rbf, mit Baustelle Laim (13B)

Der Kran

gehörte zum Kohlelager. Die Gleise trugen auf alten Plänen zumindest diese Bezeichnung.

Der alte Laimer Bahnsteig lag an der Planegger Vorortbahn.

Die Bilder vom altem Pasinger Ostkopf zeigen die damaligen Querverbindungen aller Gleise. Muß da mal den entsprechenden Plan suchen. Die Advendszeit soll ja voller Überraschungen sein.

René

von Zs 4 - am 03.12.2013 21:31

Re: 1969: Zwischen Pasing Pbf und Laim Rbf, mit Baustelle Laim (13B)

Hallo zusammen.

Zitat
Johannes Heigl
.... Lustig ist ja die Baustelle vom S-Bahn-Haltepunkt Laim. Bild i ist ja der alte Haltepunkt. Was hat da gehalten? ....


Alle Züge im Herrschinger Umlauf und alle im Gautinger Umlauf. Der Gautinger Umlauf wurde mal von Paul M. oder Georg beschrieben,
zumindest die fest eingesetzten E41er sind bekannt – habe ich in Erinnerung gelesen zu haben. Die Vorortzüge in den Umläufen Richtung
Geltendorf und Augburg fuhren unsystematisch entweder auf die Planegger Vorortgleise oder auf die Garmischer Fernbahngleise.
Zusätzlich, auch mit Aufenthalt in Laim und Mü-Hauptwerkstätte, pendelten Züge: Hbf Pasing.

Amtlicher Münchener Kurzfahrplan, Sommer 1969, Seite 20 & 21:




Der im Bild 8 oben fahrenden Wendezug konnte ich kurz danach in Laim fotografieren, Uhrzeit ca. 7:20,
es war damals für mich die klassische Vorort-Wendezug-Garnitur:



von Frank H. (DK) - am 03.12.2013 22:20

? zu Mü-Hauptwerkstätte

Zitat
Frank H. (DK)
Zusätzlich, auch mit Aufenthalt in Laim und Mü-Hauptwerkstätte, pendelten Züge: Hbf Pasing.


Hallo Frank,

wo war denn seinerzeit dieser Halt "Mü-Hauptwerkstätte" gelegen ?
War das das Dampf-Bw oder das Betriebswagenwerk ?
Sieht man heute davon noch Überreste ?


Danke im Voraus für Eure Antworten

Gruß
Thomas

von 218 240 - am 04.12.2013 07:42

Re: ? zu Mü-Hauptwerkstätte

Hallo Thomas,

die Haltestelle Hauptwerkstätte wurde zur S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke und hatte nur einen Bahnsteig. Der ursprüngliche Zugang war durch eine Unterführung die man in der Nähe des Heizkraftwerks erreichte.

Das hab ich selber auch nicht mehr live erlebt, aber hier ein paar Bilder vom Hobbykollegen Paul Müller. Das war allerdings schon während der Umbauphase zur S-Bahnhaltestelle. Da wurde der Bahnsteig nach Westen raus verlegt, damit der S-Bahnsteig unter laufenden Betrieb gebaut werden konnte. Ursprünglich lag der Bahnsteig der Hauptwerkstätte dort, wo bis 1981 der einzelne S-Bahnsteig lag, und heute der breite Abstand zwischen Stadteinwärts- und Stadtauswärtsgleisen:



Aufgenommen vom Schwarzen Weg (Zugang zum Bw). 216 202 mit einem Personenzug ins Allgäu.




Blick Richtung Osten. Die "Vorortgleise" führten direkt vom Starnberger Flügelbahnhof in die Strecke Hauptwerkstätte – Laim – Pasing. Einen Abzweig in Laim Richtung Moosach/Allach gabs zu der Zeit von den Vorortgleisen noch nicht.



An alle: danke für die vielen Kommentare! Ich bin regelrecht perplex :-)
Und speziell auch nochmal Dank an Frank für die hochinteressanten Bildergänzungen!

Viele Grüße,
Georg

von doku-des-alltags - am 04.12.2013 08:58

Re: ? zu Mü-Hauptwerkstätte

Hallo Georg,

vielen Dank für die rasche Aufklärung !! :)

Sehr interessante Bilder !
Ich glaube, auf Deinem zweiten Bild ist zu erkennen, dass die Donnersberger Brücke damals nur aus einer Fahrbahn bestand,
d.h. dass zum Zeitpunkt der Aufnahme der Mittlere Ring noch keine zwei Fahrbahnen hatte.

Am zweite Brückenüberbau für die Ostfahrbahn wurde wohl schon gearbeitet, denn die östlichen Mittelpfeilerscheiben sind bereits erkennbar.


Danke nochmal !
Gruß, Thomas

von 218 240 - am 04.12.2013 09:24

Laim – Donnersberger Brücke

Hallo zusammen.
Georg und Thomas, hoffentlich mit Erlaubnis von Georg können wir 5 Bilder weiterfahren. :)


Laim Ende
p)



Links im Bild eine neue Abstell-Gleisanlage mit neuen Oberleitungsmasten
q)



Der Zug nähert sich Mü-Hauptwerkstätte
r)



Juli 1969 war, wie Georg zu den Bildern von Paul M. schreibt, der Bahnsteig für die Haltestelle Donnersberger Brücke im Aufbau
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Die Gleisanlagen wurden angepasst
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Hier endet zu früh der Film "Pasing –> Hbf, Fahrtrichtung links", am anderen Ende des Films wurden Bilder verschwendet um die Bauarbeiten bei Westkreuz zu dokumentieren. ....!


Klick -> Thema: "Abstellzüge München Hbf - Pasing West"

Zitat
Zs 4 / 11. Nov. 2010
.... Die Situation bis (mindestens Ende) 1969:
Die Kanalbahn war nur etwa 1 Km zweigleisig. Nach einer Weiche, welche die beiden Gleise zusammenführte, folgte eine Kreuzung mit dem Anschlußgleis des Oberbaulagers (meist als Gleislager bezeichnet).Am Km 1.4 (genau höhe Stw. Pgf) kreuzte dann das Anschlußgleis der Firma Weyl das Kanalgleis. Es war nur eine Kreuzung, keine Weiche!
Gesichert war das ganze durch Schlüsselsperre.
Das Anschlußgleis selber war ab Km 1.5 bis 1.7 zweigleisig. Nach der zweiten Weiche ist im Plan ein El 6 eingezeichnet. Sollte das Gleis wirklich mit Oberleitung überspannt gewesen sein? Die Fahrleitungsmasten stehen zumindest passend.


@ René, leider ist es nicht möglich in meinen jetzt geskannten Bildern die Oberleitung über dem Weyl-Anschlußgleis deutlich genug zu verfolgen, um das entscheiden zu können.
Im Internet taucht zwischendurch Bilder auf, wo das Gleis erkennbar ist, aber immer ohne sichtbare Oberleitung.
C-F.Seitz-Bilder: Beispiel 1 und Beispiel 2.
Die Weyl-lok steht dort, wo das Weyl-Gleis leicht erhöht ist. Das Gleis scheint übrigens ein 4-Schienen Gleis zu sein.

Als Ergänzung nochmals 2 Bilder von Pasing, beide waren in der Beitragskette zum Thema "Abstellzüge MüHbf – Pasing West".

Links im Bild: "Weyl zweigleisig & Abstellbahngleis":
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Pasing Ostkopf 1968
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von Frank H. (DK) - am 07.12.2013 16:38
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