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KBS 970 - Forum
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Fentriss, Das schwarze V, Bernd Mühlstraßer

Isarthalbahn: Ein "reales Modellbahn-Bw" sucht seine Zukunft

Startbeitrag von Bernd Mühlstraßer am 01.05.2013 12:51

Jeder Eisenbahn-Fan, der daheim eine Modelleisenbahn herumstehen hat, der baut sich auch sein Betriebswerk. Irgendwo zwischen die Gleisschleifen reingequetscht und beengt, aber wichtig als Heimat seiner wertvollen Maschinchen. Der Realismus wird gerne angezweifelt….

Dabei gab es in unserer Region nicht nur ein Betriebswerk, ja sogar ein Ausbesserungswerk in “Modellbahngröße” in der Realität. Das Esemble der Werkstätten in Thalkirchen an der Isarthalbahn ist ein faszinierendes Stück Eisenbahngeschichte, das mich seit vielen Jahrzehnten fesselt. Der erfreulichen Tatsache, dass alle entscheidenden Baulichkeiten auch heute noch erhalten sind, steht dennoch der Wandel des Geländes in den letzten Jahrzehnten gegenüber. Dörnrösschen wurde an vielen Stellen im Schlaf vergewaltigt….

Nun bin ich ja in den letzten Jahren meinen archäologischen Neigungen vor allem am Anhalter, Stettiner oder Görlitzer nachgegangen. Gestern war es mal wieder Zeit, in der Heimat nach dem rechten zu schauen. Um den Bogen nach Berlin zu spannen, sei an die in den letzten Jahren dort entstandenen “Eisenbahn-Parks” Südpark, Gleisdreieck, Anhalter und Nordbahnhof erinnert. Jeweils Parklandschaften auf den ehemals ehrwürdigen Flächen, die das Thema Eisenbahn durchaus (mehr oder weniger) in die Konzeption mit aufgenommen haben.








Zustand Ende 80er Jahre

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Einer der letzten Übergabeleistungen zwischen Maria Einsiedel und Prinz Ludwigshöhe








Die Triebwagen-Halle heute




Streckengleise mit Abzweig zur Triebwagenhalle



Mir ist gestern in Thalkirchen eines positiv aufgefallen: Nach den neu errichteten Luxuswohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofes Thalkirchen wurden offensichtlich z.B. die Streckengleise und erste Weichenverbindungen ins Bw bewusst im neu errichteten Spielplatz und Wegenetz belassen, also nicht demontiert oder überschüttet. Neu angepflanzte Bäume sind in den Schienenstrang integriert. Ich hege also die Hoffnung, dass die verbliebenen Gleise erhalten bleiben.

Die Hauptwerkstätte, der Lokschuppen und die Triebwagenhalle scheinen mir “entmietet” , auf einer Werbetafel wird der Anschein erweckt, man plant in den bestehenden Gebäuden eine Bürolandschaft mit historischem Ambiente. Jedenfalls mal besser als ein Abriss.

Mir ist gestern nun eine Idee gekommen. Hier im Forum sind ja einige “unterwegs”, deren Herz durchaus für die Isarthalbahn schlägt, ich gehöre da auch dazu.

Könntet Ihr Euch vorstellen, dass wir uns irgendwie zusammenschließen und in Abstimmung mit der Stadt München die historische Bedeutung der Anlagen vor Ort darstellen könnten. Also nicht nur die Gleisreste und das historische Bw so herumstehen lassen, sondern eine Dokumentation installieren. Infosäulen, Bildertafeln - heute / früher-Vergleiche u.ä. Also eine bewusste historische Darstellung der kleinen Parklandschaft. Mein Eindruck vom jetzigen Zustand ist, dass die Relikte durchaus erhalten werden sollen, aber eine nachvollziehbare Beziehung zur Historie nicht geschaffen wird. Vielleicht eine Aufgabe von Isarthalbahn-Freunden? Was haltet Ihr davon?

Würde mich über ein Feedback freuen

Bernd Mühlstraßer

Antworten:

Hallo Herr Mühlstraßer,
ich glaube ehrlich gesagt, dass die Gleisanlagen einfach noch nicht im Weg waren. Warten wir mal das zweite Baulos mit den Luxuslofts in den BW-Gebäuden ab.

Die Idee mit den Tafeln hatte ich auch schon, aber die Anzahl der derzeitigen privaten "Projekte" führte eher dazu, das als längerfristige Idee anzusehen. Das wäre mit dem Bezirksausschuss (Genehmigung, finanzielle Unterstützung) sicher machbar so etwas zu entwickeln. Ich versuche mal, mich durchzufragen.

Aber für Inhalt und vor allem Fotos ist das Forum ja immer eine Fundgrube!

Was man sicher mit in die Diskussion mit aufnehmen muss, ist die Frage, wie man die Infowände gegen Vandalismus schützt...

Grüße!
AW









von Das schwarze V - am 01.05.2013 16:18
Da das Areal ja nun leider absolut vernichtend geschlagen ist. Pseudoluxusbetonblöcke, die nie und nimmer auch nur im entferntesten dort abgestellt hätten werden dürfen, allein dieser Einkaufsblock an der Ecke. Unglaublich wer das erlaubt hat. Eine Beziehung zwischen dem alten "Thalkirchen", der Kirche, der kleinen Häuserzeile ist nicht gegeben. Ein Schandfleck sondergleichen.
Zu der Idee, Teile der "Isartalbahn" in Form von Informationestafeln wieder zu beleben ist aber gut. Allerdings, das lässt sich zB. an den Stahltorsen entlang des Isar-Wanderweges sehen, müsste alles aus unzerstörbaren Materialien, die noch gefunden werden müssten, errichtet werden.

Bevor aber mit den seltsamen Lofts begonnen wird. Was spricht gegen einer letztmaligen Begehung vor Ort, "Fotovergleich". Ein Treffen vor Ort?
grüsse,fentriss.

von Fentriss - am 14.06.2013 20:24
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