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KBS 970 - Forum
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
doku-des-alltags, Köf-Dompteur, Da_Tf'ler

360 160 rangiert in Wasserburg Bf (1992, 18 B)

Startbeitrag von doku-des-alltags am 12.05.2013 16:25

Hallo zusammen,

heute ein kleines Rangiermanöver in Wasserburg Bf und das ganze Drumherum, gesehen im März 1992:





1.) Ein milder, wolkenloser Vorfrühlingstag des Jahres 1992. Es ist viertel nach 11 und auf Gleis 3 steht ein Zweiteiler zur Abfahrt nach Rosenheim bereit. Um 11:52 ist die Abfahrtszeit des Nto 6459. Daneben auf Gleis 4 stehen werktags wie eh und je ein Bei- und ein Steuerwagen, die nur sonntags auf der Strecke nach Ebersberg zum Einsatz kommen. Unter der Woche fährt dort nur ein Solo-VT.





2.) Am südlichen Bahnhofskopf quert die B 304 die Gleise.





3.) Bis 1958 hatte Wasserburg Bf Stellwerkstechnik der Bauart Krauss. Dann ging das mechanische Einheitsstellwerk 'Ws' in Betrieb. Das Fahrdienstleiter-Stw im Empfangsgebäude 'Wnf' erhielt ebenfalls ein mechanisches Einheitsstellwerk. Nach einem alten Gleisplan müsste es früher auch noch ein Stw 'Wn' gegeben haben. Mit der Inbetriebnahme des ESTW in Mühldorf im Jahr 2000 wird der Bahnhof Wasserburg von dort aus ferngesteuert.





4.) Die Einfahrtsignale aus Ebersberg (rechts) und Rosenheim (links). Auch an der Strecke nach Wasserburg Stadt standen zum Zeitpunkt noch die Signale.





5.) Nun ist es 11:52, der Nto 6459 knattert nach Rosenheim.





6.) Für die 26 km mit drei Zwischenhalten benötigt der Schienenbus 28 Minuten.





7. + 8.) Nun kehrt erstmal wieder Ruhe ein, von der es außerhalb der Betriebszeiten in Wasserburg Bahnhof mehr als genug gibt. Ob das Gepäck und Expreßgut bereits für den nächsten Zug nach Rosenheim bereit steht, oder mit dem 6458 aus Rosenheim ankam, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.
Der nächste Schienenbus nach Rosenheim fährt jedenfalls erst um 13:52. Und die nächste Schienenverbindung nach Ebersberg erst um 15:42! Während der Zeit hat man jedoch dreimal die Möglichkeit mit dem Straßenbus nach Ebersberg zu kommen. Man sieht wie da der Hase laufen sollte:

(aus dem Kursbuch 1991/92)




7a.) An der Pfeiftafel fällt der Zusatz "Ri Wst" auf. Die Begebenheit dazu ganz am Schluss des Beitrages.






9.) Es vergeht etwas mehr als eine halbe Stunde, ehe sich die Schranken an der B 304 wieder senken.





10.) Aus Rosenheim kurbelt 360 160 heran, mit der Üg 66210 im Schlepptau.





11.) Mit dabei ist ein Rangierer, der den Zug gleich teilen wird.






12. + 13.) Planmäßige Ankunft in Wasserburg Bahnhof um 12:31. Hier sind die Zeiger bereits auf 12:49 vorgerückt.






14.) Die ersten beiden Wagen werden abgezogen und über die Nordausfahrt um gesetzt.






15.) Über Gleis 1 werden die Wagen zurückgedrückt in Richtung Gleisanschluss der Molkerei.






16.) Langsam gehts in Richtung Streckengleis nach Wasserburg Stadt, wo das Gleis zur Molkerei abzweigt. Der Rangierer geht nebenher.





17.) Um 13:07 kommt der Nto 6460 aus Rosenheim. Deutlich ist zu sehen, dass unmittelbar darauf wieder die Schranken nach oben gehen, obwohl die 360 noch diesseits des BÜ steht. Ich kann es mir nur anhand der oben gezeigten Pfeiftafel so erklären, dass für Rangierfahrten zur Molkerei die Schranken nicht mehr bedient wurden und der BÜ vom Rangierer gesichert wurde. Ist das plausibel?



Nach diesem Bild stieg ich tatsächlich in den Straßenbus, der um 13:09 nach Ebersberg fuhr. Aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbarer Quatsch. Wenn man schon zwei Stunden am Bahnhof rumgehangen hat, kann man auch locker nochmal 2,5 Stunden hierbleiben ;-)
So hätte mich schon noch interessiert, was mit 5 Tads passierte. Ich schätze mal, dass die Dünger geladen hatten. Somit könnte ein Teil in Wasserburg aufs Ladegleis rangiert worden sein, der Rest wäre vielleicht weiter nach Soyen und Gars befördert worden.





18.) Zum Abschluss noch dieses Bild vom Nto 4953 kurz nach der Ankunft aus Ebersberg um 11:09. Das Bw Mühldorf hatte noch einige Uerdinger der ersten Bauserie, die an den zwei statt drei seitlichen Dachlüfter erkennbar waren. Die Nummer hab ich mir leider nicht notiert.

Zwei Jahre später waren die Innbrücken bei Gars und Jettenbach erneuert und die Strecke wieder durchgehend bis Mühldorf befahrbar. Gleichzeitig begann am 29.05.1994 mit dem Taktsystem "Linienstern Mühldorf" eine neue Ära und der 628 löste auf allen Strecken (außer zunächst Garching - Traunstein) den 798 ab.


Viele Grüße,
Georg

Antworten:

Vielen Dank für den super Beitrag

Hallo Georg,

als Rosenheimer und Wasserburger Fan dank ich dir für die tollen Bilder.

Für eine Fortsetzung würde ich mich freuen.

Viele Grüße

Aus Rosenheim und eine gute Nacht

von Da_Tf'ler - am 12.05.2013 21:48
Hallo Georg,
vielen Dank für diesen schönen Beitrag - mit dem Filzenexpress bin ich in das Hobby quasi hineingewachsen, und Wasserburg gehört da natürlich mit dazu.
Die in Bild 7 erwähnte Pfeiftafel mit dem Zusatz "Richtung Wasserburg Stadt" gehört zum nichttechnisch gesicherten, werksinternen Bü der Fa. Meggle in Km 0,496.
Die Fa. Meggle hatte zwei Gleisanschlüsse, einer zweigte von der Stadtstrecke ab und führte ins Stammgelände, ein weiterer führte von der Rosenheimer Strecke zu einer Lagerhalle. Letzterer dürfte das Ziel der Übergabe gewesen sein, die evt. vor dem Bahnübergang warten mußte bis die Einfahrt signaltechnisch aufgelöst war. Die stark befahrene B304 durfte in Wasserburg nicht einmal die S-Bahn ohne geschlossene Schranken überqueren, da wurde für die Rangierfahrt sicher keine Ausnahme gemacht.
Ich hoffe es klappt mit der Reaktivierung der Stadtstrecke, dann kehrt in Wasserburg Bahnhof wieder mehr Leben ein.

Viele Grüße vom

Köf-Dompteur

(der mit dem Schienenbus noch nach Wasserburg knattern möchte...)

von Köf-Dompteur - am 13.05.2013 21:20
Danke für eure Antworten!

@Köf-Dompteur: sehr gut, jetzt wird mir einiges klar.



Ich hab mich schon immer gefragt, wofür der zweite Gleisanschluss war, der hier auf dem Gleisplan vom Fdl-Stellwerk auch zu sehen war. Dann gehörte der auch zu Meggle.




Zum Dank für die Aufklärung gibts noch eine weitere Erinnerung ans Schienenbusgeknattere aus dem Sommer 1989.



Viele Grüße,
Georg


PS: "Die stark befahrene B304 durfte in Wasserburg nicht einmal die S-Bahn ohne geschlossene Schranken überqueren"
Der war gut :D

von doku-des-alltags - am 13.05.2013 22:07
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