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KBS 970 - Forum
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
alfr3d, RD, Marcus798, Flok, 111 034-5, ASR420, elchris

Ab welchem Alter darf ein Tfz geführt werden

Startbeitrag von alfr3d am 01.08.2013 15:54

Hallo

wenn ich mich mit Dienstanfängern unterhalte fällt auf, dass diese nach bestandener Lokführerprüfung als Kundenbetreuer eingesetzt werden.
Wie lange, tja genau das ist meine Frage, jeder sagt/weiß etwas anderes zu berichten.
Aufgrund einer EU Richtlinie ginge es mit 20 wird mir erzählt; andere Aussagen gehen dahin (unabhängig von dieser Richtlinie), erst ab 21 sei selbständiges Fahren erlaubt.
Bitte klärt mich auf ( ... in diesem Zusammenhang).

Antworten:

Hallo,

mit der Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht als "Triebfahrzeugführerscheinverordnung" wurde das Mindestalter auf 20 Jahre heruntergesetzt. D. h. Eisenbahnfahrzeugführer die den "EU-Führerschein" bereits ausgehändigt bekommen haben, dürfen mit 20 bereits selbstständig Eisenbahnfahrzeuge führen. Vielfach wurde jedoch noch der bisherige "VDV-Führerschein" ausgegeben bzw. beantragt. Gemäß VDV-Schrift 753 ist das erforderliche Mindestalter für das Führen von Eisenbahnfahrzeugen (ausgenommen Rangierdienst und Zugfahrten in Bereichen in denen keine Personenbeförderung stattfindet) 21 Jahre. Es richtet sich also danach, welchen Führerschein man an das Personal ausgibt. Bis zum 29.10.2018 ist der bisherige "VDV-Führerschein" noch gültig. Danach braucht jeder Eisenbahnfahrzeugführer einen "EU-Führerschein". Ein Nachteil des "EU-Führerscheins" ist der größere administrative Aufwand und die Anforderungen an die Mitarbeiter, die damit verbunden sind.

Gruß ASR420

von ASR420 - am 01.08.2013 20:25

Danke!

.

von alfr3d - am 02.08.2013 12:56
Bei DB Regio Bayern wird auch immernoch der VDV-Schein (und damit Mindestalter 21) ausgestellt. Man hat noch nicht die internen Voraussetzungen zum Ausgeben des neuen EU-Scheins. Bin ja mal gespannt, wieviel vorher wir den EU-Schein bekommen. :D

von elchris - am 03.08.2013 14:59
Stimmt so nicht ganz, kenne aus dem Kollegenkreis bei Regio Bayern zwei Mann
Die bereits den neuen EU-Schein besitzen, und damit auch schon
U-21 unterwegs sind.

Gruß

von 111 034-5 - am 03.08.2013 18:13
Guten Morgen

das hätte ich nicht erwartet, so ein "Durcheinander" für scheinbar Eindeutiges!
Gestern erzählte mir ein Vater, dessen Sohn mittlerweile als Kundenbetreuer eingesetzt ist, dass dieser, sobald er 20 sein wird, für Regio Oberbayern fahren darf.
Heißt das, in Franken, Baden-Württemberg etc wäre er dann nicht einsetzbar?

von alfr3d - am 05.08.2013 04:55
Der EU-Führerschein ist Eigentum des Lokführers. Wenn er einen hat, ist er somit in der ganzen EU grundsätzlich erstmal mit 20 einsetzbar, unabhängig davon welches EVU den Schein ausgegeben hat. Allerdings kann das EVU die zugehörige Zusatzbescheinigung auch erst später ausstellen. Das ist EVU Sache, hat also nichts mit Regionen oder Ländern zu tun.
Stellt Regio Oberbayeren die Zusatzbescheinigung aus sobald der Tf 20 ist, kann er damit (betriebliche Voraussetzungen mal unberücksichtigt) für sein Unternehmen quer durch Europa fahren. Große Güter-EVU welche die Zusatzbescheinigung mit 20 ausstellen, setzen ihre Tf ja auch überregional ein.
Räumliche Begrenzungen hat es zeitweise nur bei dem bisherigen Führerschein in Verbindung mit U21 gegeben. So gab es z.B. bei der S-Bahn in München die Beschränkung auf 3 Linien, bei anderen Unternehmen wiederum eine Begrenzung auf das Land Bayern. Diese Begrenzungen waren aber vom EBA vorgegeben und nicht von den EVUs.

Hier noch etwas zum Thema EU Führerschein und die Voraussetzungen dafür: [www.gesetze-im-internet.de]

von Flok - am 05.08.2013 09:52

Nachschlag

Guten Abend

trifft es zu, dass (wie mir berichtet wurde) an angehende Tfzf-Führer tatsächlich Fragen gestellt werden, wie zB verloren gegangene Gepäckstücke zu behandeln seien???
Gibt es generell Fragenbereiche aus weiteren solchen, na ja, abartigen Bereichen?
Das Ganze erinnert mich fatal irgendwie an mein früheres Leben ...
Und muss der EU "Führerschein" tatsächlich jedes Jahr per Nachprüfung sozusagen bestätigt werden?

PS ja, der Hattrick klappte am Samstag!

bis zum nächsten Mal
Alfr3d

von alfr3d - am 12.08.2013 16:59

Re: Nachschlag

Hallo,

alle Eisenbahner im ausführenden Betriebsdienst müssen zur Jahresprüfung, um sicherzugehen, dass sie noch vorschriftenmäßig usw. fit sind,
ebenso alle paar Jahre zum Bahnarzt. Da hat sich in den letzten Jahrzehnten vmtl. so gut wie nichts geändert.

Gruß,

Roman

von RD - am 12.08.2013 17:17

Bahnarzt hat sich verändert

Servus zusammen,

ein paar Sachen haben sich geändert:

- Bahnarztbesuch in der Regel alle drei Jahre, auf Anforderung durch Betriebsarzt (bei Beamten auch durch den "Bahnarzt") oder durch den Dienstvorgesetzten kann der Untersuchungsintervall auch verkürzt werden
früher: alle fünf Jahre

- ab 50 Jahre muss man jedes Jahr zum Betriebsarzt (auch diese Zeit kann verkürzt werden)
früher: alle drei Jahre

Thema Führerschein:

- Die Ausgabe des Führerscheins erfolgt(e) bisher durch das jeweilige EVU, neu (ab 2017) nur noch zentral durch das EBA.
- Die Erlaubniss zum Führen von Eisenbahnfahrzeugen unter 21 Jahren oblag dem EBA, welches auf Antrag des EVU's eine Erlaubniss mit örtlicher Beschränkung erteilen konnte. (Streckenbezogen / Linienbezogen etc.)
- ein Einsatz in abgeschlossenen Bereichen ohne Personenverkehr und ohne Zugfahrten (z.B. in Werken oder auf Rangierbahnhöfen) ist ab 18 Jahren möglich
- ab 2018 ist eine Überwachung der Baureihenkenntniss und Streckenkenntniss durch das EBA geplant, man ist daher gezwungen, gegenüber dem EBA nachzuweisen, daß man innerhalb der letzten zwölf Monate die betreffende Baureihe / Strecke gefahren ist. Ist dem nicht so benötigt man eine Nachschulung (bisher konnte eine Lokbaureihe nicht verfallen, man durfte lediglich eine Nachschulung nach zwölf Monaten der Nichtbedienung verlangen, wenn man sich nicht mehr sicher war...)
- es ist geplant, daß in Zukunft auch die Beiblätter durch das EBA ausgegeben werden und nicht mehr durch das EVU .....
- es soll eine "Verkehrssünderdatei" ähnlich wie im Straßenverkehr aufgebaut werden, wo Vergehen und deren Ahndung zentral gespeichert werden (Beispielweise Signalvergehen, Verstöße gegen Richtlinien, Alkohol im Dienst etc.)

Gruß Marcus

von Marcus798 - am 13.08.2013 07:37
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