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doku-des-alltags

Rottalbahn (1), Neumarkt-St. Veit – Pocking (31 B)

Startbeitrag von doku-des-alltags am 16.10.2013 07:53

Hallo zusammen,

nun auch im MWBF mein Rottal-Beitrag, ich hoffe, dass das Thema auch hier auf Interesse stößt. Eigentlich wollte ich noch einige Textpassagen gegenüber der HiFo-Version noch umschreiben, da der regionale Bekanntheitsgrad der Strecke hier doch größer ist und ich nicht irgendwie neunmalklug klingen möchte ;-)

Aber nun denk ich mir, was solls. Ein Buch schreibt man ja auch nicht um und so hab ich jetzt nur die Einleitung etwas verändert und die Links. Über Korrekturen bin ich immer dankbar!


Am 15. Oktober 1888 fand also die offizielle Eröffnung des Abschnitts Passau – Pocking, nachdem bereits am 6. Oktober der erste Probezug gefahren war. 125 Jahre später, am 6. Oktober dieses Jahres wurde dieses 125-jährige Jubiläum entlang der ganzen Strecke feierlich begangen. Die Passauer Eisenbahnfreunde schickten ihre 4-teilige Schienenbusgarnitur als Regelzug auf die Strecke.

Der westliche Abschnitt Neumarkt-St. Veit – Pocking wurde bereits am 1. September 1879 in Betrieb genommen.

Den westlichen Abzweigebahnhof Neumarkt-St. Veit hatte ich 2011 hier schon mal beschrieben: [20488.foren.mysnip.de]





1a.) Ein heißer Sommerabend in Mühldorf 1991. 212 209 rollt um 19:23 mit dem E 4210 aus Passau auf Gleis 7 ein. Der Zug besteht aus einem MDyg und zwei n-Wagen.

1991 liefen werktags über die gesamte Rottalbahn 4 Eilzugpaare (+ 1 Eilzug Passau – Mühldorf) und 3 Nahverkehrszugpaare. Dazu kamen zwei Nahverkehrszugpaare zwischen Mühldorf und Pfarrkirchen. Mit der Vertaktung des "Linienstern Mühldorfs" im Jahre 1994 wurde auch die KBS 946 integriert. Nunmehr bestand ein 2-Stundentakt auf der Strecke.
Die Rottalbahn war vor allem in den 1980er Jahren akut einstellungsgefährdet. Inzwischen wird viel unternommen um die Strecke fit für die Zukunft zu machen. In Massing wurde ein neuer Kreuzungsbahnhof errichtet. So konnte ab 2009 ein Stundentakt eingerichtet werden. Gekreuzt wird seither in Massing, Pfarrkirchen, Pocking und Fürstenzell. Die Stationen nördlich von Pocking erhielten in den letzten Jahren neue Bahnsteige. Streckenweise wurde auch der Oberbau erneuert. Aber auf fast 100 km Strecke gibt es viel zu tun.


Ursprünglich muß der km 0,0 logischerweise in Neumarkt-St. Veit gelegen haben und im Endbahnhof Pocking der km 63,15. Irgendwann nach Eröffnung der Strecke aus Passau, wurde die Kilometrierung umgedreht. Seitdem beginnt die Rottalbahn in Passau mit dem km 0,0 und endet in Neumarkt-St. Veit am km 97,24, wobei die Streckenkilometrierung nur noch bis km 95,00 am Abzw. Elsenbach geht. Dort stößt die Nebenbahn auf die ehemalige Hauptbahn Mühldorf – Pilsting (– Plattling), (km 79,5), die seit 1969 nur noch bis Frontenhausen-Marklkofen führt und seit 1970 nur noch Güterverkehr aufweist.




Ursprünglich waren auf der Rottalbahn eingesetzt: Bay. C III und D VII. 1932 kamen mit den Henschel-Benzoltriebwagen VT 133 (Bw Passau) die ersten Verbrennungstriebwagen auf die Strecke, kurz darauf der VT 135 (DB VT 70). Als Nebenbahntypische Einheitsdampfer waren natürlich auch die 64 und 86 hier zuhause. Die Verdieselung schritt mit dem Schienenbus voran und ab 1962 mit der V 100. In den 1980er Jahren ist der ganze Mühldorfer Fuhrpark auf der Strecke zu sehen: 211, 212, 218, 260, 798 und Kleinloks.

Seit 1994 ist der 628 mit dem Personenverkehr betraut. Nach der Jahrtausendwende gelangt auch noch der Mühldorfer Neubestand an 213 und 217 im Güterverkehr auf die Strecke. Heute bietet noch das samstägliche RE-Zugpaar 27004/27005 mit der 218 eine Abwechslung.

1992 wurden für die Kurgäste mit den FD-Zügen 1926/27 "Rottaler Land" und FD 1921 "Rottaler Bäderdreieck" Verbindungen nach Hamburg eingeführt, die schon im Jahr drauf in die Intercitys 782/783 und 927 übergingen.



1b.) Vorläufer der Kurswagenverbindungen war der planmäßige Einsatz des ARm 216 der Passauer Eisenbahnfreunde, der von den Kurverwaltungen gechartert wurde.




1c.) Heute startet der "Rottaler IC" morgens um kurz nach 7 in München und fährt als Regionalbahn bis Mühldorf, von dort weiter als Regionalexpress bis Passau. Dort werden die Wagen dem IC 1986 beigestellt.






2.) Eggenfelden (km 77,8) am 22. Juli 1988 um 12:59. Der N 6905 legt nur einen kurzen Halt ein. Auf den nächsten Zug aus der Gegenrichtung wartet schon das Gepäck und Expressgut. Das wird der N 6904 sein (Passau ab 11:22), der um 13:38 ein Eggenfelden eintrifft und nun planmäßig bereits seit 12:54 in Pfarrkirchen steht. Dort muß er warten bis der N 6905 eintrifft und somit erst um 13:19 weiterfahren.





3. + 4.) Auch der Güterbetrieb ist zu der Zeit auf der Strecke mitunter umfangreich, nur 323 581 hat hier gerade Pause.





5.) Eine Zugkreuzung in Eggenfelden im Jahre 1991. Eigentlich nicht planmäßig, aber zwischen Pfarrkirchen und Birnbach war die Strecke wegen Bauarbeiten gesperrt, deshalb kam der Fahrplan etwas durcheinander.





6.) Ein Grüppchen Fahrgäste wartet schon andächtig auf die Ankunft des Ueringers, während diesmal auf Gleis 3 auch einige Güterwagen auf die Abholung warten.
Weiter in Richtung Pfarrkirchen folgen die Stationen Gern-Altenburg (km 75,4) und Hebertsfelden (km 72,2). Gern-Altenburg ist heute kein Halt mehr, dafür wurde nach der Jahrtausendwende der Hp Eggenfelden Mitte (km 76,3) eingerichtet. Bis zum Winterfahrplan 1987/88 gab es auch noch die Station Postmünster (km 65,8), wo zuletzt schon die meisten Züge ohne Halt durchfuhren.





7.) Die Leute sind verfrachtet, das BÜ-Überwachungssignal blinkt schon nur das Signal ist noch nicht aufgezogen. Aber gleich wird der Schaffner mit einem Wort zum Lokführer einsteigen: "Abfahrn!" Gleichzeitig setzt sich die 212 in Bewegung.





8.) Weiter geht es durch das breite Urstromtal der Rott. Gern-Altenburg (war zum Zeitpunkt noch Hp) ließ der Zug gerade hinter sich
und nähert sich nun am km 73,2 dem nächsten Halt Hebertsfelden (km 72,28).





9.) Pfarrkirchen (km 63,1) wird erreicht (nun wieder im Jahr 1988), und damit der schon auf Bild 2 erwähnte N 6904, der hier seinen 25-minütigen Planstopp gleich beenden wird. 211 279 zieht den Zug bis Mühldorf, wo die Ankunft um 14:17 sein wird.





10.) Auch der Schienenbuszweiteiler, der aus 798 765 und 998 766 besteht wird auch gleich die Weiterfahrt antreten. Aber auch für ihn sind hier 10 Minuten Aufenthalt angesagt. Der Bahnhof Pfarrkirchen ist gesäumt von zahlreichen Lagerhäusern. Als wirtschaftliches Zentrum der Gegend werden hier viele Agrarerzeugnisse auf die Bahn verladen.

Pfarrkirchen hat nach Pocking die zweitgrößte Betriebsstelle auf der Strecke. Ursprünglich gab es hier eine Lokstation mit zweiständigem Schuppen und sogar einer Drehscheibe, allerdings mit einem Durchmesser, der nur für Tenderloks geeignet war.





11.) Ein Sprung ins Jahr 1991: 212 036 kurz nach der Ankunft mit dem N 6907 aus Mühldorf. Wegen Gleisbauarbeiten zwischen Pfarrkirchen und Birnbach endet der Zug hier in Pfarrkirchen.






12.) Die Ausfahrt nach Pocking. Als einziger Bahnhof der Strecke hat Pfarrkirchen vereinfachte Lichtausfahrtsignale. An den Einfahrten stehen Formsignale.
Auf dem hier ganz nach links abzweigenden Abstellgleis hat die kürzlich wieder in RAL 3004 lackierte 218 348 der "Freunde der historischen Eisenbahn Mühldorf" als Denkmallok eine neue Bleibe gefunden.







13.) Das Stellwerk von Pfarrkirchen.






14 + 15.) Eine aktuelle Ansicht der Ausfahrt nach Neumarkt-St. Veit, die die Signalsituation zeigt. 628 254 als RB 27319 Mühldorf – Passau im März 2013.
Links ausserhalb des Bildrandes befand sich früher der Lokschuppen.







16. + 17.) Der Wandel des Lagerhauses am Bahnhofsvorplatz zeigt, dass es interessantere Möglichkeiten geben kann, als den Abbruch alter Bausubstanz. St-Rémy südlich von Avignon ist Partnerstadt von Pfarrkirchen.





18.) Aktuelle Ansichten des Bahnhofs Pfarrkirchen, dessen Empfangsgebäude in Rot erstrahlt.






19.) Das Bahnhofsgebäude 1991.





20.) 218 422 beschleunigt mit dem RE 27005 am östlichen Esig. Im Gegensatz zu den meisten kleineren Bahnhöfen auf der Strecke hat Pfarrkirchen keine Einfahrtvorsignale.
Die vier Kurswagen aus München werden in Passau Hbf dem IC 1986 nach Hamburg-Altona beigestellt. Von den Kurgästen des niederbayerischen Bäderdreiecks Bad Birnbach, Bad Griesbach und Bad Füssing wird dieser Zug auch ordentlich frequentiert. Der Zug fährt nur Samstags anstelle der RB 27317. Damit es keine Lücke im 628-Umlauf gibt, wird mit der vorhergehenden RB 27315 ein 628 leer mitgeschleppt.






21.) Nicht weit hinter Pfarrkirchen, am km 59,4 wird der namensgebende Fluß der Strecke, die Rott auf einer 140 m langen Blechträgerbrücke überquert. Bis Ruhstorf bleibt die Rott nun nördlich der Bahn. Dort wird sie ein letztes Mal überquert. Hier rumpelt gerade 218 400 mit dem IC "Rottaler Land" nach Hamburg über die Brücke...






22.) ... und dem nächsten Halt Bad Birnbach (9:39) entgegen. Der Zug verließ um 7:07 München Hbf als RE 27027 und fährt um 8:36 ab Mühldorf weiter als RB 27005 nach Passau.






23.) Zum Jubiläum war eine vierteilige Schienenbusgarnitur der Passauer Eisenbahnfreunde im Regelzugdienst eingesetzt, hier bei der Überquerung der Rott auf der inzwischen Instand gesetzten frischgestrichenen Brücke.






24.) Im Sommer 1991 wartet im Bahnhof Bad Birnbach eine fünfteilige Schienenbusgarnitur vom Bw Hof und bietet Anschluss an den SEV aus Pfarrkirchen. Zu der Zeit war der Bahnhof noch dauerhaft besetzt und hatte drei Gleise.






25.) Heute sind nur noch zwei Gleise vorhanden und der Bahnhof ist signalmäßig durchgeschaltet. Aber wenn der Rottaler IC kommt, erwacht der Bahnhof aus seinem Dornröschenschlaf. Der Bahnsteig ist voller Kurgäste (hier vom Zug verdeckt), die weiter gen Norden fahren.
Nach Birnbach (km 52,6) folgt Luderbach (km 49,7 / aufgelassen 1987/88), Bayerbach (km 47,5) und schließlich Karpfham:






26.) Karpfham (km 43,5) war schon 1988 durchgeschaltet. Der N 6905 hält um 13:50.






27.) Weiter gehts. Der Blick fällt auf Aus- und Einfahrtsignal. Rechts ein Gleisanschluss zu einem Betrieb für Betonfertigteile, u. a. die Rottaler Milchwerke, die direkt neben dem Bahnhof angesiedelt sind.
Das Rottaler Milchwerk ist direkt hinter dem Bahnhof, hat aber keinen Gleisanschluss (danke an 219 003-1)






28.) 1991 waren alle Signale geschlossen. Auch hier fanden Bauarbeiten statt.





29.) Wieder der gewohnte Anblick mit den offenen Signalen 2012. Der Bewuchs hat sich geändert, die Landschaft auch. Links schließen sich nun mehrere Golfplätze an. Sonst ist der Großteil beim alten geblieben. Karpfham ist der Bahnhof für den Kurort Bad Griesbach und somit auch Halt für den Rottaler IC.






30.) Einen Fahrkartenschalter, der noch Edmondsonsche Fahrkarten verkaufte scheint es 1991 dennoch gegeben zu haben, wie diese Fahrkarte (Fundstück im Schienenbus) zeigt.





31.) Eine V 90 kommt zu Personenzugehren. 294 768 war zum Jubiläumstag in Pocking für Führerstandsmittfahrten. Abends bei der Rückkehr nach Mühldorf wurde sie dem 628 425 (Regio Gäubodenbahn) als RB 27332 vorgespannt.


Fortsetzung Pocking – Passau hier:

[20488.foren.mysnip.de]

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