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doku-des-alltags, Vorspannlok, JonasH, KBS-973

Rottalbahn (2), Pocking – Passau (42 B)

Startbeitrag von doku-des-alltags am 16.10.2013 07:53

Teil 1: [20488.foren.mysnip.de]

Die Rottalbahn, Teil 2




32.) Einfahrt um 14 Uhr in den Bahnhof Pocking (km 34,05), der größten Betriebstelle der Rottalbahn. Von 1879 bis 1888 war dies der Endpunkt der Bahnlinie von Neumarkt-St. Veit.
Seit 1914 zweigte hier zudem die Nebenbahn nach Tutting ab, deren Bau einen Lückenschluss zur 1910 eröffneten Lokalbahn Simbach – Tutting – Rotthalmünster darstellt. Dadurch wurde eine neue Verbindung Simbach – Pocking geschaffen werden, der Abschnitt Tutting – Rotthalmünster und seit 1911 weiter nach Kößlarn wurden nunmehr als eigene Stichstrecke geführt.

Anfangs waren diese Strecken wichtig, da sie abgelegene Regionen erschlossen, später wurden sie aufgrund der ungünstigen Verkehrslage untrentabel und wurden schrittweise eingestellt. Von Tutting nach Kößlarn fuhr schon nach dem 2. Oktober 1960 kein Reisezug mehr. Auf der Strecke Simbach – Pocking wurde der Personenverkehr 1969 eingestellt und gleichzeitig der Gesamtverkehr zwischen Simbach und Tutting.
Somit wurde der Bahnhof Tutting zum Spitzkehrenbahnhof für den Restgüterverkehr von Pocking nach Rotthalmünster, der sich immerhin noch bis 1996 hielt. Zuletzt gab es nur noch Bundeswehrtransporte mit Verladung in Tutting. 2003 endete auch dies und auch der verbliebene Rest der Strecke wurde abgebaut.






33.) In Pocking wartet 211 277 mit der Üg 68838 nach Neumarkt-St. Veit. Wie bei der in Pfarrkirchen zu sehenden 211 279 fällt auch bei 211 277 auf, dass die beige Umrandung des Kühlers schmaler ist als üblicherweise.





34.) Die Uhr zeigt nun schon 14:05, aber auch hier hat der N 6905 längeren Aufenthalt, da die nächste Zugkreuzung ansteht.





35.) Ehe es um 14:12 weitergeht, rollt um 14:10 auf Gleis 3 die 212 083 ein. Sie hat den N 6906 Passau – Pfarrkirchen am Haken. Ankunft in Pfarrkirchen ist um 14:50. Wer dann weiter nach Mühldorf wollte, musste bis 16:17 warten. Da fuhr dann der N 6910 Pfarrkirchen – Mühldorf, der seinen Zielort um 17:19 erreichte. Da ist der Takt heute schon wesentlich kommoder.






36.) Hier die Einfahrtsperspektive nochmal im Jahre 1991. Hier sieht man nun auch den Streckenabzweig nach Tutting. Die Leistung der 211 hat inzwischen eine 360 oder 361 übernommen. Das Bw Mühldorf unterhält 1991 zwar noch 7 Maschinen der 211 (zum Vergleich: 1987 waren es noch 25), die wurden aber auch bis zum Jahresende abgegeben. Im Gegenzug dazu wurde der 212-Bestand aufgestockt. Waren es 1987 nur sechs Maschinen, waren 1991/92 beim Bw Mühldorf 31 Loks der Reihe 212 stationiert.






37.) Links der fünfteilige N 6907, der normalerweise ein lokbespannter Zug sein sollte (Bild 9, 212 036 in Pfarrkirchen) planmäßige Abfahrt in Pocking um 14:00. Der Zweiteiler rechts (N 6906) ist dagegen im Plan, er verlässt Pocking um 14:25 und folgt der V 60, die Pocking schon seit einigen Minuten hinter sich gelassen hat.
Der Zugzielanzeiger an der Uhr in der Mitte des Bahnsteigs ist auch heute noch vorhanden.





38.) Nach Verlassen des Bahnhofs Pocking schwenkt die bislang in West-Ost-Richtung verlaufende Trasse scharf nach Norden ab und verläuft nun parallel zum Inn, der hier etwa 6 km weiter östlich die Grenze zu Österreich darstellt. Nördlich von Pocking befindet sich auch das Rottwerk, dessen Anlagen hier im Hintergrund zu sehen sind und wo Silicium produziert wird. Direkt an der östlichen Ausfahrt vom Bahnhof Pocking liegt die Weiche zum Gleisanschluss des Rottwerks.
Eine rote V100 mit 3 Umbauwagen hat am 4. Mai 1984 Pocking gerade verlassen und dieselt der nächsten Station Ruhstorf entgegen. Bis Bild 43 folgen Bilder, die mir Hannes zur Verfügung gestellt hat.





39.) Anschließend geht es zunächst über eine Vorflutbrücke und dann erneut über die Rott. Diese Brücke ist baugleich mit der Rottbrücke bei Pfarrkirchen, die nicht ganz 30 Bahnkilometer weiter westlich liegt. Die Rott, die dazwischen ständig nördlich der Bahn mäanderte wendet sich hier endgültig ab von der Bahnstrecke. Ein Stück weiter östlich mündet sie in den Inn.





40.) Schienenbusgarnitur in der Gegenrichtung auf der Rottbrücke, Vorflutbrücke und am Rottwerk entlang (gegen den Uhrzeigersinn).





41.) Eine weitere V100 mit illustrem Wagenpark am 18. Mai 1984 von Ruhstorf kommend auf dem Weg nach Pocking.





42.) Ruhstorf ist nicht mehr weit. Dieser Schienenbus hat den Bahnhof eben verlassen und fährt am km 30,8 vorbei der Rott entgegen.





43.) Ausfahrt aus dem Bahnhof Ruhstorf (km 30,36) am 2. Mai 1984. Obwohl hier mehrere namhafte Industriebetriebe ansässig sind, ist von dem Bahnhof heute nur noch ein Haltepunkt geblieben.






44.) Nächste Station beim km 26,1 ist Sulzbach (Inn), 1991 schon durchgeschaltet. Unmittelbar nach dem Bahnhof steigt die Strecke an. Im Gegensatz zum Abschnitt Neumarkt-St. Veit – Pocking, der eher geradlinig verläuft, ist diese Abschnitt durch zahlreiche enge Kurven und Steigungsabschnitte geprägt. In Sulzbach selbst vollzieht die Bahn fast eine Kehrtwende. Bis ins 10 Bahnkilometer entfernte Fürstenzell müssen noch 46 Höhenmeter erklommen werden. Der Scheitelpunkt der Strecke bei Pfenningbach ist von Sulzbach 16,43 km entfernt. Der Höhenunterschied zwischen beiden Orten beträgt 109 m! Die maximale Steigung beträgt 25 Promille.






45.) Sulzbacher Impressionen 2012. Der Bahnhof ist top gepflegt, auch das Stellwerk ist gut in Schuss. Man merkt dass man dem Bayerischen Wald näher kommt, denn ab hier sind die Bahnhofsgebäude aus Granit-Bruchsteinen errichtet.






46.) Die Trasse führt nahezu in alle Richtungen, nur selten direkt geradeaus. Streckenabschnitt zwischen Engertsham und Bad Höhenstadt. Zusätzliche Zwangsschienen sind hier der Regelfall.





47.) Fürstenzell ist ein bedeutsamer Bahnhof der Strecke. Leider kann ich nur zeitgenössische Bilder präsentieren.
Der Bahnhof liegt am km 16,37. Im Anschluss daran wird zuerst der Zellerbach überquert, dann vollzieht die Bahn annähernd eine 180°-Kurve. Der Radius beträgt 180 Meter, das ist für Nebenbahnen der kleinste zulässige Radius für Hauptbahnfahrzeuge, also 26,4 m-Wagen.





48.) Die Situation von Fürstenzell, maßstäblich.






49. + 50.) Das Stellwerk und der Gleisplan. Da hier stündlich Zugkreuzungen stattfinden, ist der Bahnhof besetzt.
Urspünglich hatte der Bahnhof ein drittes beidseitig angeschlossenes Gleis und eine Lokstation mit einständigem Schuppen. Dort war eine Tenderlok stationiert, die den Zügen über die weitere Steigungsstrecke bis zum Scheitelpunkt Pfenningbach Nachschub leistete.





51. + 52.) Die beiden Bahnhofsausfahrten nach Pocking (links) wohin die Strecke abfällt und Passau (rechts) mit dem weiteren Anstieg.





53.) Der Rottaler IC überquert im August 2012 den Zellerbach und wird sogleich den Ortsteil Aspertsham umrunden. Die Blechträgerbrücke aus den 1960er Jahren ruht auf Pfeilern, die aus der Ursprungszeit der Bahnlinie stammen. Die vorherige Gitterbrücke war zu altersschwach und musste ersetzt werden.





54.) 218 421 röhrt um die Kurve im Anstieg. Die Kurve hat durchgehend eine Zwangsschiene und im Bereich der Brücke außen eine Entgleisungsführungsschiene.





55.) Unmittelbar am Ende des Bogens beginnt gleich der Gegenbogen mit Zwangsschiene auf der anderen Seite.





56.) Außenansicht der Kurve am Jubiläumstag 6. Oktober 2013.





57.) Das Einfahrtvorsignal von Fürstenzell liegt am Ende des Gegenbogens. Die Kirchtürme im Hintergrund gehören zu Fürstenzell selbst.





58.) Hinter dem km 15,4 setzt die nächste Rechtskurve an.





59.) Von dieser Kurve habe ich wieder ein Bild von 1988.





60.) in weiten Schlangenlinien geht es Neukirchen (Inn) entgegen. Über die Brücke rechts wird der Simbacher Bach überquert. Links hinauf führt die Straße zum Fürstenzeller Flugplatz über den Hügel hinweg und gegenüber wieder hinunter um dort auf die Unterführung von Bild 56 zu stoßen.






61.) Die ganze Kurverei im Winter 1980/81. Hannes war an einem Samstagvormittag mit dem E3471 nach Passau unterwegs.











62.) Bei Pfenningbach ist Steigung überwunden. Die Trasse nähert sich dem Wald, der das Hochufer der Donau markiert.





63.) Ab hier geht es mit vielen Schleifen ordentlich bergab, bis die Strecke bei Neustift b. Passau wieder aus dem Wald hinaustritt.





64.) 211 349 am 11.06.1983 bei Bad Höhenstadt...





65.) ... bei Fürstenzell...






66.) ... und bei Pfenningbach.





67.) Die selbe Lok am Tag davor bei Pfenningbach.





68.) 218 bei Pfenningbach am 11.07.1983.






69.) Gleich ist die Einmündung in die Hauptstrecke Plattling – Passau erreicht.






70. + 71.) Wieder der Sommer 1991: ca. um 14:50 war Ankunft des fünfteiligen N 6907 in Passau Hbf. Nun sieht man am ersten VT deutlich die Pfeile der Türöffnungsknöpfe. Mühldorf hatte keine solchen Fahrzeuge, wegen der Streckenunterbrechung sprangen also kurzzeitig Fahrzeuge vom Bw Hof ein. Auf Gleis 2 steht 103 203 mit dem EC 24 "Franz Liszt" Budapest – Dortmund. Dann gesellt sich auf Gleis 1 noch 1010.003 dazu, die heute noch erhalten ist und für Sonderfahrten eingesetzt wird.






72. + 73.) Zurück nach München ging die Fahrt dann ab Passau über Plattling – Landshut. Hier die Vorbeifahrt am Ablaufberg von Passau Rbf, wo gerade 140 339 (Bw Köln) wartet. Im Hintergrund ist der Passauer Dom und die Feste Oberhaus auf der anderen Donauseite sichtbar. Nur wenige hundert Meter weiter entgegen der Blickrichtung zweigt nach Süden die Rottalbahn ab und nach Norden die Ilztalbahn, die über die Kachletbrücke die Donau überquert.


Das war die virtuelle Befahrung der Rottalbahn mit verschiedenen Fahrzeugen aus den Jahren 1980/81, 1983, 1984, 1988, 1991, 2012 und 2013.


Viele schöne Bilder der Rottalbahn finden sich auch auf der Dieselparadies-Seite:
[www.dieselparadies.de]



Viele Grüße,
Georg




74.) Der Rottaler IC bei der Einfahrt in Schwindegg an der KBS 940.

Antworten:

Schöne Doku! (owT)

.

von JonasH - am 16.10.2013 14:22
Deine Vergleichsbilder sind wie immer sehr interessant.
Vielen Dank.

Der Rottaler IC auf Bild 74 ist auch Ideal für die Modellbahn. 3 Wagen + Lok :spos:

Gruß Florian

von KBS-973 - am 16.10.2013 19:22
@Jonas und Florian:
dankeschön :-)

von doku-des-alltags - am 16.10.2013 22:22
Schöne Repo & Rückblick.

Danke.

von Vorspannlok - am 17.10.2013 06:51
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