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KBS 970 - Forum
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vor 3 Jahren, 1 Monat
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km63.8, 726 003, Bummelbahn, Martin Pfeifer, 403, Jockerle, JimKnopff, Warten-auf-den-Gegenzug, tegernseebahn, Martin H.

Aktuell Bahnübergangsunfall Kainzenbad

Startbeitrag von km63.8 am 30.12.2014 08:41

.... keine Ahnung was da passiert ist.

Sehr geehrter Herr xxxx,

wegen eines Unfalls an einem Bahnübergang, ist der Streckenabschnitt Garmisch- Partenkirchen – Mittenwald gesperrt. Durch den Unfall am Bahnübergang wurde die Oberleitung beschädigt. Die Strecke Garmisch-Partenkirchen - Reutte in Tirol ist durch Beschädigung der Oberleitung ebenfalls betroffen.

Antworten:

Nachfolgend ein Bericht des Münchner Merkur mit Foto. Auf den ersten Blick hat die crashoptimierte Front dem Aufprall wohl ganz gut stand gehalten.

Regionalbahn schleift LKW mit

von tegernseebahn - am 30.12.2014 09:26
Da muß ich Dir Recht geben. Es wäre jetzt interessant zu wissen, bei welcher Aufprallgeschwindigkeit sich dieser Unfall ereignete.

Ich möchte gar nicht wissen, wie ein ÖBB-Talent bei diesen Unfall ausgesehen hätte.

von Bummelbahn - am 30.12.2014 10:02

Firma Telerecord srl

Die dürften jetzt ein gröberes Problem haben ...

>>> klick

von km63.8 - am 30.12.2014 10:15

Re: Warum SEV Garmisch - Reutte

Meines Wissens nach ist dies ein eigenständiger Stromkreis ....

von Bummelbahn - am 30.12.2014 10:40

Re: Warum SEV Garmisch - Reutte

Zitat
Bummelbahn
Meines Wissens nach ist dies ein eigenständiger Stromkreis ....


Das schon aber man müsste jetzt die Abspannungen kennen. Eventuell wurde durch den Unfall in der Bahnhofsausfahrt auch was mechanisch beschädigt, so weit ist es ja nicht. Der km 100.0 der Mittenwaldbahn ist in der Bahnhofseinfahrt von Farchant her, Kainzenbad bei 102.4, also durchaus möglich dass die hier ramponierte Fahrleitung bis in den Bahnhof abgespannt ist.

von km63.8 - am 30.12.2014 10:54

Re: Warum SEV Garmisch - Reutte

Zitat
km63.8
Zitat
Bummelbahn
Meines Wissens nach ist dies ein eigenständiger Stromkreis ....


Das schon aber man müsste jetzt die Abspannungen kennen. Eventuell wurde durch den Unfall in der Bahnhofsausfahrt auch was mechanisch beschädigt, so weit ist es ja nicht. Der km 100.0 der Mittenwaldbahn ist in der Bahnhofseinfahrt von Farchant her, Kainzenbad bei 102.4, also durchaus möglich dass die hier ramponierte Fahrleitung bis in den Bahnhof abgespannt ist.


Wenn dem wirklich so ist, sollte man über eine Änderung der Abspannung nachdenken, um autarke Systems oder Teilabschnitte ohne weitreichende Folgen zu ermöglichen.

von Bummelbahn - am 30.12.2014 11:21

Re: Warum SEV Garmisch - Reutte

Zitat
Bummelbahn
Zitat
km63.8
Zitat
Bummelbahn
Meines Wissens nach ist dies ein eigenständiger Stromkreis ....


Das schon aber man müsste jetzt die Abspannungen kennen. Eventuell wurde durch den Unfall in der Bahnhofsausfahrt auch was mechanisch beschädigt, so weit ist es ja nicht. Der km 100.0 der Mittenwaldbahn ist in der Bahnhofseinfahrt von Farchant her, Kainzenbad bei 102.4, also durchaus möglich dass die hier ramponierte Fahrleitung bis in den Bahnhof abgespannt ist.


Wenn dem wirklich so ist, sollte man über eine Änderung der Abspannung nachdenken, um autarke Systems oder Teilabschnitte ohne weitreichende Folgen zu ermöglichen.


Servus,

auf den Bildern ist auch eine Verstärkungs- / Speiseleitung zu erkennen. Kann es sein, das parallel zur Fahrleitung eine Speiseleitung läuft, um quasi im Transit durch Deutschland den Abschnitt Ehrwald Zugspitzbahn - Reutte in Tirol ab Bf Scharnitz mit Strom aus Österreich zu versorgen? Zwischen Ehrwald Zugspitzbahn und Grainau war mir mal eine Systemtrennstelle aufgefallen.

von Martin Pfeifer - am 30.12.2014 14:50

Re: Warum SEV Garmisch - Reutte

Zitat
Martin Pfeifer

... auf den Bildern ist auch eine Verstärkungs- / Speiseleitung zu erkennen. Kann es sein, das parallel zur Fahrleitung eine Speiseleitung läuft, um quasi im Transit durch Deutschland den Abschnitt Ehrwald Zugspitzbahn - Reutte in Tirol ab Bf Scharnitz mit Strom aus Österreich zu versorgen? Zwischen Ehrwald Zugspitzbahn und Grainau war mir mal eine Systemtrennstelle aufgefallen.


Zwischen Ehrwald und Grainau gibts keine Schutzstrecke, das Außerfern wird üblicherweise und das schon seit 1925 von Murnau gespeist. Die Schutzstrecke nächst Scharnitz ist nach meinen Beobachtungen eigentlich nie durchgeschaltet.

gruß, Lutz

von km63.8 - am 30.12.2014 16:20

Re: Aktuell Bahnübergangsunfall Kainzenbad [m4B]

Anbei vier Fotos ( [www.pro-bahn.de], [www.pro-bahn.de], [www.pro-bahn.de], [www.pro-bahn.de]) von der Unglücksstelle, alle so etwa zwischen 14:20 und 15:20 Uhr aufgenommen. Kurz vor 15 Uhr wurde der verunglückte ET2442 222 von der 218416 etwa 50 m Richtung Klais gezogen. So wie der Hamster aussieht, werden die Fahrgäste wohl einige Zeit mit einem Triebwagen weniger auskommen müssen, in Anbetracht des knappen Fahrzeugbestands und der zeitweisen sehr starken Besetzungen sehr ärgerlich. Ärgerlich wäre es auch, wenn nun der Zubringerverkehr zum Olympiastadion an Silvester und Neujahr ausfallen müsste. Das war immer ein gutes Beispiel für das Fahrgastpotenzial eines Haltepunktes "Kainzenbad".

von Warten-auf-den-Gegenzug - am 30.12.2014 18:13

Re: Warum SEV Garmisch - Reutte

Stimmt, die Einspeisung erfolgt seit der Fertigstellung des Kraftwerkes Walchsee von diesem aus, davor gab es eine Speiseleitung vom Inntal via Garmisch ins Außerfern.

von Bummelbahn - am 30.12.2014 20:22

Re: Warum SEV Garmisch - Reutte

Zitat
Bummelbahn
Stimmt, die Einspeisung erfolgt seit der Fertigstellung des Kraftwerkes Walchsee von diesem aus, davor gab es eine Speiseleitung vom Inntal via Garmisch ins Außerfern.


Servus,

Danke für die Erklärungen!

von Martin Pfeifer - am 30.12.2014 22:27
Hallo zusammen und allen ein gesundes neues Jahr!

Mittlerweile soll ja der Zugverkehr wieder funktionieren. Meine Frage: Gibt es an dem BÜ ein Sicherheitsrisiko? Wenn der LKW unter der Schranke stehenbleibt, schließt die doch nicht vollständig? Gibt es da kein Überwachungssignal? Ich kann mich erinnern, dass mal beim Neujahrsspringen ein Auto am Stadion so geparkt hatte, dass die Schranke nicht vollständig schließen konnte und alle Züge vor der Schranke halten und schlüsseln mussten. Ist das heute nicht mehr so?

von 726 003 - am 01.01.2015 18:58
Hallo,

sicher dass das der BÜ war? Oder dass das schon länger her ist?

Das ist ein Lokführerüberwachter Bahnübergang. Rund 400 Meter (Regelbremsweg der Strecke) vor dem Übergang steht ein Überwachungssignal, weitere ca. 120 Meter davor liegt der Einschaltkontakt. Dort erlaubte 60 km/h x 2 ergibt die 120 Meter.

- der Zug befährt den Einschaltkontakt
- die Blinklichter bzw. die Lichtzeichenanlage beginnt zu arbeiten
- die restliche Anlage führt einen Selbsttest aus
- das Überwachungssignal beginnt weiß zu blinken, "BÜ gesichert"
- bereits kurz darauf passiert der Zug dieses Signal
- die Schranken beginnen sich zu schließen
- da es Halbschranken sind, können die Straßenverkehrsteilnehmer den BÜ noch verlassen

Hirn vorausgesetzt, diese Technik ermöglicht relativ kurze Schließzeiten.
Es kann jetzt sein, dass weil eben die Schranke einmal nicht ganz runterging, die Anlage dauerhaft auf Störung ging, bis sie resettet wird oder aber einmal die Schranken wieder richtig schlossen.

Signalgedeckte BÜ, u.a. alle mit Vollschranken werden erst zum Befahren freigegeben, wenn wirklich die Schranken unten sind und der BÜ frei ist (Kamera oder Radar), die sind dann aber länger zu als erstere Variante.

Martin

von Martin H. - am 01.01.2015 19:34
Zitat
Martin H.
Hallo,
sicher dass das der BÜ war? Oder dass das schon länger her ist?


Ja, vollkommen sicher.

Zitat
Martin H.
- da es Halbschranken sind, können die Straßenverkehrsteilnehmer den BÜ noch verlassen


Das sieht nicht nach Halbschranken aus - dagegen spricht wohl auch die Schrankenabstützung in Straßenmitte (auf den Bildern zu sehen).

Zitat
Martin H.
Signalgedeckte BÜ, u.a. alle mit Vollschranken werden erst zum Befahren freigegeben, wenn wirklich die Schranken unten sind und der BÜ frei ist (Kamera oder Radar), die sind dann aber länger zu als erstere Variante.


Dann wäre das wohl ein Fall für`s EBA?

von 726 003 - am 03.01.2015 08:43
Zitat
726 003
Das sieht nicht nach Halbschranken aus - dagegen spricht wohl auch die Schrankenabstützung in Straßenmitte (auf den Bildern zu sehen).


Es sind Halbschranken, nur sind dieselben sehr lang weil sie nicht im 90 Grad Winkel über die Straße zeigen. Und weggefahren oder verbogen wurden sie auch nicht das erste Mal.

von km63.8 - am 03.01.2015 08:58

Laaange Halbschranken

Zitat
726 003

Das sieht nicht nach Halbschranken aus - dagegen spricht wohl auch die Schrankenabstützung in Straßenmitte (auf den Bildern zu sehen).


Servus!

Kann ich bestätigen. Es gibt durchaus Bü mit Halbschranken, bei denen die Schranken so lange sind, dass sie eine Abstützung brauchen. Gibt es auch in Pocking zum Bleistift!

Schönen Gruß
Gabriel

PS: Das EBA wird die Unfallursache schon ermitteln. ;-)

von JimKnopff - am 03.01.2015 13:21

Re: Laaange Halbschranken

Zitat
JimKnopff
Das EBA wird die Unfallursache schon ermitteln. ;-)


Der BÜ ist eine Bahnanlage und für die Sicherheit an dieser ist nach §4 AEG der Betreiber verantwortlich. Das schreit geradezu nach einer neuen ständigen La-Stelle ...

von 726 003 - am 03.01.2015 13:38

Re: Laaange Halbschranken

Zitat
726 003
Der BÜ ist eine Bahnanlage und für die Sicherheit an dieser ist nach §4 AEG der Betreiber verantwortlich. Das schreit geradezu nach einer neuen ständigen La-Stelle ...


Genau, weil ein italienischer Lkw Fahrer zu blöd ist vorm BÜ anzuhalten weil der davor fahrende Lkw stehen bleibt brauchen wir eine LA Stelle:sneg::mad:!!! Ohne weiteren Text!!!

von km63.8 - am 03.01.2015 14:02

Re: Laaange Halbschranken

Schon... in Kellmünz besteht doch seit dem Unfall mit dem 612 eine vorübergehende La und in Steinerts hat es schon für eine ständige La in einem Gleis gereicht. Deren Ursache ist bislang allerdings noch unklar...

von 403 - am 03.01.2015 14:13

Re: Laaange Halbschranken

Zitat
km63.8
[Genau, weil ein italienischer Lkw Fahrer zu blöd ist vorm BÜ anzuhalten weil der davor fahrende Lkw stehen bleibt brauchen wir eine LA Stelle:sneg::mad:!!! Ohne weiteren Text!!!


Warum etwas passiert ist, spielt keine Rolle. Es ist etwas passiert und der Betreiber der Anlage hat dafür zu sorgen, dass es nicht wieder passiert !!! Vor ca. 10 Jahren hatten wir auf der Strecke MGP - MGRI mehrere La-Stellen an beschrankten BÜ - genau aus diesem Grund! Das EBA legt keine Maßnahmen fest - der Betreiber der Anlage wird aufgefordert, Maßnahmen zur Verhinderung solcher Ereignisse festzulegen. Mal sehen, was passiert...

von 726 003 - am 03.01.2015 18:37

Re: PM: Unfall an Olympiaschanze: So kam der Lkw auf das Gleis

Schönen Abend Leute,

anbei schicke ich Euch noch eine PM vom Münchner Merkur - mit einigen Bildern zu dem schweren Unfall:

merkur

schönen Abend
Jockerle

von Jockerle - am 03.01.2015 19:44

Re: Laaange Halbschranken

Zitat

Vor ca. 10 Jahren hatten wir auf der Strecke MGP - MGRI mehrere La-Stellen an beschrankten BÜ - genau aus diesem Grund!


Das war dann der Schwachsinn wo die Zugspitzbahn über den selben BÜ volles Tempo gefahren ist und die Bahn eine LA Stelle hatte?

Zitat

Warum etwas passiert ist, spielt keine Rolle. Es ist etwas passiert und der Betreiber der Anlage hat dafür zu sorgen, dass es nicht wieder passiert !!!


Dann hilft nur den Eisenbahnbetrieb komplett einzustellen bis deutschlandweit alle BÜs mit Radareiern ausgerüstet sind ...

Im Merkur steht klar und deutlich wie es passiert ist. Und das kann überall, an jedem mit Halbschranken versehenen BÜ wieder passieren.

Zitat

Nach den Befragungen der Beteiligten steht fest: Ein Italiener fuhr mit dem Übertragungswagen für das Neujahrsspringen zügig über den Bahnübergang. Dahinter folgte der 47-Jährige – er ging davon aus, die Gleise ebenfalls zügig passieren zu können. Doch plötzlich stoppte der Vordermann, weil er nicht wusste, wohin er fahren sollte. In dem Moment stand der Fahrer des Rüstwagens mit der Kabine auf den Gleisen. Damit nahm das Unheil seinen Lauf.


von km63.8 - am 04.01.2015 07:42

Re: Laaange Halbschranken

Zitat
km63.8
Das war dann der Schwachsinn wo die Zugspitzbahn über den selben BÜ volles Tempo gefahren ist und die Bahn eine LA Stelle hatte?


Ausgangspunkt dafür war ein BÜ-Unfall eines britischen PKW am 21.12.2004, der in GAP einen Weg befuhr, der nur für landwirtschaftlichen Verkehr zugelassen ist...
Die nachfolgende Verkehrsschau auf der Strecke hatte dann das bekannte Ergebnis.

Zitat
km63.8
Dann hilft nur den Eisenbahnbetrieb komplett einzustellen bis deutschlandweit alle BÜs mit Radareiern ausgerüstet sind ...


Der Betreiber der Anlage muss Maßnahmen ergreifen, dass so etwas nicht wieder passiert - Radareier könnten eine Maßnahme sein. Kurzfristig könnte aber auch eine andere Maßnahme greifen...

Zitat
km63.8
Im Merkur steht klar und deutlich wie es passiert ist. Und das kann überall, an jedem mit Halbschranken versehenen BÜ wieder passieren.


Fast alle BÜ-Ereignisse sind auf Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer zurückzuführen. Das hilft aber dem Betreiber nicht. Er ist für die (ausreichende) Sicherheit an seinen Anlagen verantwortlich.
AEG §4 Abs. 3: "Eisenbahnen sind zudem verpflichtet, die Eisenbahninfrastruktur sicher zu bauen und in betriebssicherem Zustand zu halten." Das ist doch nicht der Fall, wenn einem Lokführer durch Signale mitgeteilt wird, dass der BÜ geschlossen ist, obwohl ein Straßenfahrzeug auf ihm steht...

von 726 003 - am 04.01.2015 10:36
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