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KBS 970 - Forum
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razor300, IR 2162 Alpsee, 225 030, GeorgR, Jockerle, Stefan von Lossow, Reichsbahnmasten-Nostalgiker, km63.8

PM zu Weilheim - Widerstand gegen neuen Bahn-Halt

Startbeitrag von km63.8 am 29.07.2015 11:57

Weilheim - Bahn und Freistaat bieten der Stadt Weilheim einen neuen Bahn-Halt im Süden an. Ob sie ihn will, ist offen. Denn in der Au regt sich Widerstand. Anwohner haben Angst vor Lärmbelästigungen.

>>> Merkur Online

Antworten:

Dieses Jammervolk!

In Deutschland wird es auch in 50 Jahren nicht vorwärts gehen. Bis dahin hat uns jedes Entwicklungsland überholt, wenn es so weitergeht mit
- zu laut
- zu nah bei mir
- zu umständlich
- zu teuer
und und und
Mich kotzt das langsam echt an!

Nürnberg - Erfurt könnte schon lange fertig sein
Erdinger Ringschluß - auch da werden genug Walderdbeeren im Weg sein, die zu schützen sind.
Egal was hier wo gebaut werden soll, irgendeiner kriegt immer Bauchweh davon und stoppt alles für Jahre......

von Stefan von Lossow - am 29.07.2015 18:04

Re: Dieses Jammervolk! - Ja, leider: Die NIMBYs nehmen überhand

In der Tat: Wenn das heutige Planungs-Procedere schon früher üblich gewesen wäre,
würden wir wohl maximal Straßenbahnen im Lande haben. Jedenfalls keine Durchquerung
des Spessarts, weder Schiene noch Straße, maximal ein Kutschenweg von Würzburg
nach Frankfurt!

Zurück zu Weilheim-Süd: Schade überdies, dass ausgerechnet noch ein lokal prominentes
Mitglied einer Umweltpartei Gegenwind macht. Nur weil er da zufällig wohnt. Wie
konsequent ist das denn nun hinsichtlich der Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, was
doch angeblich die Unweltparteien wollen?

Wie sagen die Amerikaner? Die NIMBYs nehmen überhand. Erklärt mit urbandictionary.com:
Not In My Back Yard; someone who opposes anything built right by where they live.

Leider sind die NIMBYs echt manchmal zuviele.

Grüßle
der
Nostalgiker

von Reichsbahnmasten-Nostalgiker - am 29.07.2015 19:01

Re: Dieses Jammervolk!

Servus Leute,

das wäre wirklich eine Möglichkeit, dass Weilheim einen zweiten Bahnhof bekommen könnte: Für die Schüler von der Realschule/Gymnasium.
Aber auch für das nahe Industriegebiet..
Aber es formieren sich schon die Gegner aus der Nachbarschaft der geplanten Haltestelle.
Bei der Stadtratsitzung waren einige Gegner anwesend. Und der grüne Stadtrat Alfred Honisch ist wohl das Sprachrohr.
Wir werden sehen, wie es weitergeht: Zuerst wollen die Fraktionen darüber beraten und dann gehts im Herbst in den Bauauschuss und in den Stadtrat.

Schönen Abend
Jockerle

von Jockerle - am 29.07.2015 19:09

Re: Dieses Jammervolk! - Ja, leider: Die NIMBYs nehmen überhand

Zitat
Reichsbahnmasten-Nostalgiker
In der Tat: Wenn das heutige Planungs-Procedere schon früher üblich gewesen wäre,
würden wir wohl maximal Straßenbahnen im Lande haben. Jedenfalls keine Durchquerung
des Spessarts, weder Schiene noch Straße, maximal ein Kutschenweg von Würzburg
nach Frankfurt!

Bahnlinie Treuchtlingen Donauwörth ~1903 nur nach massiven Enteignungen baubar, Dutzende Klagen bei Gericht über Entschädigungen, in der direkten Folge Betriebsaufgaben.
Bahnstrom-Fernleitung Langenprozelten - Treuchtlingen ~1960 nur nach massiven Enteignungen baubar.
usw. usw.
Fazit: Früher war es auch nicht anders, auch da schreite die Bevölkerung nicht bei allen Sachen "yeaaah geil endlich" sondern ging auf die Barrikaden. Nur damals knüppelte man das halt nieder.

Zitat

Zurück zu Weilheim-Süd: Schade überdies, dass ausgerechnet noch ein lokal prominentes
Mitglied einer Umweltpartei Gegenwind macht. Nur weil er da zufällig wohnt. Wie
konsequent ist das denn nun hinsichtlich der Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, was
doch angeblich die Unweltparteien wollen?

Weil er den Finger in die offene Wunde legt? Ich würde mir viel öfter derartige Politiker wünschen die vorher über die Konsequenzen ihres tuns nachdenken, und nicht hinterher. Und die Errichtungen eines Haltepunktes ist ein massiver Eingriff in die Nachbarschaft: Verkehr, Parkplatz usw.
Sicher, hier vorm PC kann ich leicht reden und schreiben, ist ja nicht mein Hinterhof. Eurer aber auch nicht ;) Möchtet ihr eine Monster-Stromtrasse vor eurer Haustür? Ich jedenfalls nicht.

von razor300 - am 30.07.2015 15:34

Re: Dieses Jammervolk! - Ja, leider: Die NIMBYs nehmen überhand

Zitat
razor300
Bahnlinie Treuchtlingen Donauwörth ~1903 nur nach massiven Enteignungen baubar, Dutzende Klagen bei Gericht über Entschädigungen, in der direkten Folge Betriebsaufgaben.
Bahnstrom-Fernleitung Langenprozelten - Treuchtlingen ~1960 nur nach massiven Enteignungen baubar.
usw. usw.
Fazit: Früher war es auch nicht anders, auch da schreite die Bevölkerung nicht bei allen Sachen "yeaaah geil endlich" sondern ging auf die Barrikaden. Nur damals knüppelte man das halt nieder.
Zitat


Genau daher muss ein Infrastrukturbeschleunigungsgesetz her, mit dem solche Projekte beschleunigt durchgezogen werden können. Die Klagen werden doch eh abgewiesen, verschlingen aber viel Geld und steigern die Kosten, über die sich dann die Spießbürger wieder aufregen.

Zitat
razor300
Weil er den Finger in die offene Wunde legt? Ich würde mir viel öfter derartige Politiker wünschen die vorher über die Konsequenzen ihres tuns nachdenken, und nicht hinterher. Und die Errichtungen eines Haltepunktes ist ein massiver Eingriff in die Nachbarschaft: Verkehr, Parkplatz usw.
Sicher, hier vorm PC kann ich leicht reden und schreiben, ist ja nicht mein Hinterhof. Eurer aber auch nicht ;) Möchtet ihr eine Monster-Stromtrasse vor eurer Haustür? Ich jedenfalls nicht.


Der legt nicht den Finger in die offene Wunde, nur weil er dort wohnt und selbst betroffen ist. Von einem grünen Politiker erwartet man so etwas nicht, aber leider gibt es dort viele die von Verkehrspolitik wenig Ahnung haben und andere Themen für wichtiger halten. Leider ist die Zahl der verkehrspolitisch interessierten dort eher gering, wie fast überall.

Ich würde gegen einen Bahnhalt in meiner Nachbarschaft sicher nicht klagen und dieses diffamierende "Monster-Stromtrasse" ist auch immer wieder lustig. Wer mag das schon, aber irgendwo muss es ja gebaut werden oder nicht? Wo soll der Strom herkommen, aus der Steckdose?

Deutschland hat das Problem dass nur noch Verhinderer am Werk sind, viel schlimmer als früher, daher entwickeln wir uns zu einem 3. Welt-Land, während andere Staaten sich weiterentwickeln, man braucht ja nur mal die Breitbandversorgung oder Dinge wie flächendeckende WLAN anschauen, da sind uns in Europa die meisten voraus!


von IR 2162 Alpsee - am 31.07.2015 13:00

Re: Dieses Jammervolk! - Ja, leider: Die NIMBYs nehmen überhand

Zitat
IR 2162 Alpsee
Genau daher muss ein Infrastrukturbeschleunigungsgesetz her, mit dem solche Projekte beschleunigt durchgezogen werden können. Die Klagen werden doch eh abgewiesen, verschlingen aber viel Geld und steigern die Kosten, über die sich dann die Spießbürger wieder aufregen.

dann hätten wir heute also bspw. eine Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf. Parallel jammern wir weil der Eisbär ausgerottet wird, interessieren uns aber für den einheimischen gemeinen Wiesengrasschnepfmückenfalter nicht die Bohne, nachdem dessen letztes Vorkommen dem Ausbau der ach so wichtigen Autobahn zum Opfer fiel. Auch Proteste gegen die Wilderei auf zurück gekehrte Wölfe habe ich bislang nicht vernommen. Wir kritisieren die 3. Welt wegen der Abholzung der letzten Regenwälder, fällen aber selbst mal eben unsere ältesten Buchenbestände im Steigerwald. Wir kritisieren die Politik der Türkei / Russland / Hinterindien ob der dort allgegenwärtigen Vetternwirtschaft, belohnen aber CSU-Politiker nach Bekanntwerden ihrer Beteiligung an der Verwandtschaftsaffäre mit dem besten Wahlergebniss ihrer Karriere.
Und unterm Strich, wir jammern hier doch auch nur rum: Wir jammern und beklagen uns über die anderen Jammerer die alles verhindern. Unterm Strich sind wir also nicht besser. Bei jedem Thread über Wünsche von Häuslebauern ob Lärmschutzwände kommen immer die gleichen Phrasen von wegen "billige Grundstücke", "wer war zuerst da" usw. Das gleiche bei Pfeifereien an Bü´s. Ist das Gepfeife aber im 21. Jahrhundert wirklich noch zeitgemäß?
Ich habe hier mittlerweile drei Nachbargemeinden, wo Landwirte Angst um ihre Existenz haben: Vor 30 Jahren fern ab des Dorfes einen neuen Hof gebaut hatten die Kommunen nichts besseres zu tun als mit neuen Wohnbaugebieten immer näher an die neuen Höfe zu rücken. Ein weiterer Ausbau des Hofes ist wegen Emissionswerten künftig nun nicht mehr möglich. Jammern wir jetzt weil ein Landwirt gegen das neueste Wohnbaugebiet klagt um seinen Hof zu retten, oder jammern wir weil die Häuslebauer unbedingt da bauen wollen weils billiger ist als am anderen Ende des Dorfes und sich jetzt über den Landwirt ärgern der alles blockiert, oder jammern wir weil die Besitzer der vor 30 Jahren gebauten Häusle nun auch auf die Barrikaden gehen weil der neue Maststall mit 2100 Säuen wohl viel mehr stinken wird als der bisherige mit 700?


Zitat
Alpsee
Der legt nicht den Finger in die offene Wunde, nur weil er dort wohnt und selbst betroffen ist. Von einem grünen Politiker erwartet man so etwas nicht

Was erwartet man denn sonst von einem grünen Politiker? Dass er sich nicht für seine Wähler einsetzt? Oder muss ein Grüner tatsächlich alles schlicht alles durchwinken, was angeblich Verkehr auf die Schiene bringt, koste es was es wolle? Als Ortskundiger kennt er die Verhältnisse vielleicht besser als ein Aussenstehender?

Zitat
Alpsee
Ich würde gegen einen Bahnhalt in meiner Nachbarschaft sicher nicht klagen

da sprechen wir uns dann nochmal, wenns soweit ist
Zitat
Alpsee
und dieses diffamierende "Monster-Stromtrasse" ist auch immer wieder lustig. Wer mag das schon, aber irgendwo muss es ja gebaut werden oder nicht? Wo soll der Strom herkommen, aus der Steckdose?

auch darüber sollten wir uns dann nochmals unterhalten, wenn es soweit ist. Gleichzeitig stellen wir dann auch noch einen Kindergarten (Verkehrschaos pur), eine Moschee und den oben genannten Schweinestall in deine Nachbarschaft.

Wie gesagt: so lange das nicht unser Hinterhof ist, haben wir alle scheiß leicht reden...


Zitat
Alpsee
Deutschland hat das Problem dass nur noch Verhinderer am Werk sind, viel schlimmer als früher, daher entwickeln wir uns zu einem 3. Welt-Land, während andere Staaten sich weiterentwickeln, man braucht ja nur mal die Breitbandversorgung oder Dinge wie flächendeckende WLAN anschauen, da sind uns in Europa die meisten voraus!


Ich glaube nicht dass den Breitbandausbau Bürgerproteste zu Fall brachten. In meiner Ecke ist das eher anders rum, Bürgerproteste führten erst zu einem Ausbau, nachdem die Politik den Ausbau zuvor an die Wand fuhr.

von razor300 - am 31.07.2015 20:10

Hmm... "solche Projekte" en Gros?

Zitat
IR 2162 Alpsee
Genau daher muss ein Infrastrukturbeschleunigungsgesetz her, mit dem solche Projekte beschleunigt durchgezogen werden können.
Die Klagen werden doch eh abgewiesen (...)


Äh, wie? Auslöser der Diskussion und Tenor Deines übrigen Beitrags war doch die Aussage, dass "nichts mehr" gebaut wird?

Und wird so wenig neu gebaut? In Bayern fallen mir ad hoc A 71, A 73, Teile der A 6, A 7, A 94, A 96, A 99 und B 15 neu als in den letzten Jahren abgeschlossene Vorhaben, sowie als kommende Neubauten B 26 neu, B 131 neu, "fehlende" Teile der A 94 und B 15 neu, und die dritte Startbahn am Münchner Flughafen ein, von kleineren Projekten und einem Trend zu "Grünwiesen-Siedlungen gar nicht erst zu reden.

Grüße,
Georg

von GeorgR - am 31.07.2015 21:28

Re: Dieses Jammervolk! - Ja, leider: Die NIMBYs nehmen überhand

Das ist die in großen Teilen Deutschlands übliche Reaktion...

Mehr Verkehr auf die Schiene? Ja bitte, aber nicht bei mir. Ist doch wieder typisch, daß man wegen der geplanten Elektrifizierung von Geltendorf nach Lindau einen Riesentamtam um den Lärmschutz macht, nur weil man vermutet, daß in diesem Flaschenhals irgendwann(2200?) mehr Güterzüge als jetzt fahren könnten.

Atomkraftwerke abschalten? Ja bitte, aber dafür keine Windräder(Infraschall), keine Wasserkraftwerke(Fischsterben?), keine Erdstromkabel(Wärme?) und "Monstertrassen"(untragbar) sowieso nicht.
Der Strom kommt ja aus der Steckdose.
Dafür nimmt man dann anscheinend gerne Braunkohlenkraftwerke und importierten Atomstrom aus Frankreich in Kauf. :confused:
Dazu kommt das immer noch ungelöste Problem der Endlagerung des radioaktiven Schrotts. In Bayern geht ja gar nicht und anderswo mag den auch keiner. Aber die Baumaßnahmen für die ständig geforderten "regenerativen Energien" sind auch nicht gewünscht.

Der Hinrnriß kennt keine Grenzen.
Dass Neubauprojekte wie die Isentalautobahn oder die B 15 in Oberbayern nicht begrüßt wurden ist auch für mich im fernen Allgäu nachvollziehbar. Dass man aber der Bahn auch bei jedem Projekt, sei es noch so klein wie dieser Bahnhaltepunkt auch ständig Probleme macht, dafür fehlt mir jedes Verständnis.
In Kaufbeuren sollen gleich zwei solcher Haltestellen entstehen(nur wann?). Einer wäre unmittelbar in meiner Nähe. Ich werde einen Teufel tun, dagegen etwas zu unternehmen, ganz im Gegenteil!
Da nervt mich eine dieser ständig wuchernden Spielhallen wesentlich mehr.

Grüßle
Wolfgang

von 225 030 - am 31.07.2015 22:25
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