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vor 2 Jahren, 7 Monaten
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Reichsbahnmasten-Nostalgiker

Penzberg mit Stadtbahn-Verbindung zu Roche ? Forderung von Pro Bahn in der Presse

Startbeitrag von Reichsbahnmasten-Nostalgiker am 22.10.2015 20:34

Hallo ins Forum,

heute in den Schwester-Zeitungen Weilheimer Tagblatt und Penzberger Merkur zu lesen
(siehe unten). In der Druckausgabe gab es noch eine nette Streckenkarte dazu.

Keine Frage: In der Schweiz wäre so eine sinnvolle Idee in drei bis vier Jahren fertig
umgesetzt. Einziger Einwand: Natürlich sollten die stündlichen Kocheler Züge nicht die ganze
Stichstrecke entlang bis zum Nonnenwald auf Pendelfahrt gehen. Die Verbindung Kochel-
München sollte schon halbwegs zügig bleiben. Eventuell ließe sich ein "Stops everywhere"
Zug einrichten, der von Tutzing zu Roche pendelt und dabei auch noch in Unterzeismering
und Untereurach hält, während die bis Kochel durchfahrenden Züge diese Stopps überspringen.
Womöglich reichen die heutigen Kreuzungsbahnhöfe für das perfekte Konzept nicht aus.
Warum eigentlich keinen dazwischen liegenden Zweigleis-Abschnitt einplanen, so wie auf
der Altomünster-Bahn? So könnte man "fliegende" Begegnungen ohne Zeitverlust erreichen.

Ansonsten aber:
1) gute Idee, und
2) endlich mal ordentlich Platz für ein Bahn-Thema in der Zeitung.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder,
freut sich der
Nostalgiker.

Penzberger Merkur Donnerstag, 22. Oktober 2015 | Nr. 243 Penzberg & Umgebung Seite 5

Moy: Stadtbahn-Trasse frei halten

Pro-Bahn-Sprecher plädiert dafür, eine Route in den Flächennutzungsplan aufzunehmen

VON WOLFGANG SCHÖRNER

Penzberg – Bereits vor drei Jahren hat Norbert Moy von Pro Bahn vorgeschlagen, über
eine Penzberger Stadtbahn in den Nonnenwald nachzudenken. Passiert ist seither nichts.
Auch im städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) der Stadt, einem Leitfaden für die
nächsten zwei Jahrzehnten, steht davon kein Wort. Trotzdem: Norbert Moy bleibt dabei.
„So etwas ist verwirklichbar, es ist kein Hexenwerk“, sagt er auf Anfrage. Der Pro-
Bahn-Sprecher empfiehlt, zumindest „eine mögliche Trasse freizuhalten und für die
Zukunft zu sichern“ – um sich diese Vision nicht zu verbauen.

Tatsächlich sieht das städtebauliche Entwicklungskonzept die größten Wohnbau-Potentiale
im nördlichen Bereich Penzbergs. Pläne für neue Wohngebiete gibt es an der Birken- und
der Ahornstraße. Bisher wäre eine potenzielle Trasse nicht tangiert. Nach einem Pro-Bahn-
Vorschlag könnte eine Stadtbahn ab dem Gleisdreieck im Westen Penzbergs die frühere,
nicht mehr bestehende Bahntrasse zum ehemaligen Güterbahnhof nutzen, dann in
Richtung Nonnenwaldstadion abzweigen und auf einer alten Bergwerk-Bahntrasse
ins Industriegebiet Nonnenwald fahren.

Entstanden ist die Idee von einem Gleis in den Nonnenwald laut Moy, als der frühere
Landrat Dr. Friedrich Zeller vor Jahren eine Bahnverbindung von Weilheim über Penzberg
nach Bad Tölz vorschlug. Die Idee fand Moy gut, weil der öffentliche Nahverkehr bei der
Ost-West-Verbindung schlecht aufgestellt ist. Angeboten habe sich da auch, über eine
Abzweigung zu Roche nachzudenken. „Es gibt zwar eine gute Stadtbus-Anbindung,
aber nur wenige Beschäftigte aus Weilheim nutzen sie“, sagt er als Beispiel. Anstatt
vom Bahnhof in den Stadtbus umzusteigen, fahren viele lieber gleich mit dem Auto.
Eine Direktverbindung auf den Schienen wäre nach Moys Ansicht dagegen attraktiv.

Der Pro-Bahn-Sprecher weiß, dass es für so ein Stadtbahn-Projekt einen langen Atem
braucht – es also eher ein Projekt für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre ist. Es wäre
aber wichtig, so Moy, wenn die Stadt eine mögliche Trasse in den Flächennutzungsplan
aufnehmen und sie nicht verbauen würde.

Ob so eine Vision ernsthafte Chancen hat? Moy zögert mit der Antwort.

„Die Rahmenbedingungen für solche Projekte sind denkbar schlecht“, räumt er ein.
„Und die Finanzierungsinstrumente sind rar.“ Viele Politiker würden bei solch langfristigen
Projekten den Mut verlieren. Aussichtslos ist es ihm zufolge aber nicht. In Geretsried war
eine Verlängerung der S-Bahn über Jahrzehnte eine Vision. Mittlerweile ist die Trasse im
Planfeststellungsverfahren. Moy nennt auch Karlsruhe: Dieter Ludwig, der frühere Chef
der Verkehrsbetriebe, kreierte das „Karlsruher Modell“. Dort entstand eine Mischung aus
Straßenbahn und normaler Bahn, die städtischen Verkehr und Überlandverkehr verbindet.
Um so eine Vision umzusetzen, sagt Moy, brauche es wie in Karlsruhe eine Persönlichkeit,
„die Überzeugungskraft hat und sich das zur Lebensaufgabe macht“.

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