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KBS 970 - Forum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
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Hiwi, Johannes Heigl, Stefan von Lossow, JimKnopff, doku-des-alltags, makna

Flug über die Ammerseebahn (21 Bilder)

Startbeitrag von Johannes Heigl am 14.02.2017 21:48

Einen Servus ins Forum!

Hier habe ich schon lange nicht mehr geschrieben. Es wird Zeit sich wieder zu melden!
Irgendwie habe ich das „Gefühl“, dass hier im Forum nicht mehr so viele schreiben. Aus welchen Gründen auch immer.
Bei mir war die nicht vorhandene Zeit und Muse und der „Ärger“,
dass alle Bilder nach einiger Zeit wieder verschwanden der Hauptgrund hier und in DSO nicht mehr aktiv zu sein.
Daher habe ich mir jetzt einen eigenen Server zugelegt, um die Bilder immer „online“ haben zu können.
Ich finde das Ganze schade, da so ein Forum in meinen Augen weit besser als „Medium“ geeignet ist als alle smartphones zusammen.
So das musste ich mal loswerden.

Beginnen möchte ich mit einer kleinen Serie von Flugbildern.
Heute geht es von Paterzell (Flughafen) Richtung Raisting, der Ammerseebahn entlang bis St. Ottilien.

Ein Wort zur rechtlichen Lage von Bildern aus der Luft:

Luftaufnahmen:
Luftaufnahmen und deren Veröffentlichung sind in Deutschland bereits seit mehreren Jahren erlaubt. Bis 1990 gab es in Deutschland
eine Genehmigungspflicht für Luftbildaufnahmen. Diese ist nach Art. 37 des Dritten Rechtsbereinigungsgesetzes aufgehoben.
Jedoch dürfen nach § 109 g Abs. 2 des Strafgesetzbuches (StGB) auch aus Luftfahrzeugen sog. sicherheitsgefährdete Anlagen
(wie z.B. militärische Anlagen, Atomkraftwerke, Forschungseinrichtungen usw.) nicht fotografiert werden. Luftbilder von Gebäuden, Brücken,
Straßen usw. müssen nicht mehr, wie früher, nachträglich vorgelegt werden. Ausnahmen sind Einrichtungen, die in einer Flugverbotszone liegen
(v.a. sicherheitsgefährdete Anlagen gem. § 109 g Abs. 2 StGB, siehe oben).
Nach deutschem Recht ist es außerdem nicht zulässig, mittels Aufnahmen aus bemannten oder unbemannten Luftfahrzeugen
in die geschützte Privatsphäre einer (prominenten) Person einzudringen.

Zu der Entstehung der Fotos noch einige Worte, um den „Aufwand“ und die „Zwänge“ deutlich zu machen.

Ein ganz großes Lob gilt meinem Piloten Rainer, der anhand meiner Angaben genau der Route so folgte, dass ich problemlos
die Dinge fotografieren konnte, die ich mir vornahm. Es ist nicht einfach so zu fliegen, dass mein Blick aus dem kleinen Fenster bei etwa 45 ° treffsicher ist.
Auf den ersten Bildern seht ihr das Flugzeug. Es ist ein Motorsegler. Warum genau dieses „Ding“? Weil es ein kleines Fenster hat,
das man öffnen kann. Es macht keinen Sinn durch eine Scheibe zu fotografieren.
Man sitzt wie in einem Kleinwagen, angeschnallt und auf einer Seite. Es ist nicht möglich sozusagen sich die Fotografierseite auszusuchen.
Das heißt, ich bin gezwungen immer rechts raus zu fotografieren. Dies bedingt natürlich je nach Sonnenstand Gegenlichtbilder.
Und ja es macht meiner Meinung nach keinen Sinn nicht abzudrücken. Daher sind viele Bilder nicht so wie ich sie gerne hätte,
aber lieber so oder gar nicht. Natürlich könnte man immer hin- und herfliegen. Aber dann wären wir nicht bis zur Donau gekommen.
Man fliegt so mit etwa 160 - 200 km/h, das heißt, man ist wesentlich schneller als jeder Zug. Einmal einen Zug gesichtet bedeutet das: es ist zu spät!
Immerhin ist es uns gelungen einen ICE von Paindorf bis Rohrbach zu verfolgen. Dort wurde er von einem MNX ausgebremst.
Die Flughöhe liegt so um die 500-700 m. Und man sieht sehr viel auf einmal und damit gar nichts, je nachdem wohin man das Auge richtet.
Bahnlinien sind ziemlich unauffällig in der Landschaft. Aber es gab auch Zufallstreffer von Zügen, die ich von oben nicht ausgemacht habe.
So zum Beispiel einen 628er bei Bad Höhenstadt. Ich wusste gar nicht wo die Strecke ist, habe einfach in die vermutete Richtung abgedrückt.
Auch den Zug auf der Neubaustrecke von Mühldorf nach Tüßling habe ich bewusst nicht gesehen. Dachte es wäre eine neue Autobahn:confused:!

Mein Ziel war es auch nicht Teleaufnahmen von Details zu machen, sondern einen „gewissen Überblick“ zu behalten.
Man kann viel entdecken. Vor allem haben mich die Zersiedelung, die Verindustrialisierung und die „Vermaisung“ Bayerns schockiert.

Verständigen tut man sich mittels Mikro und Kopfhöhrer, denn es ist nicht leise in so einem Flugzeug.
Aber sobald man das Objektiv, das man verkrampft wegen der vielen Stöße in den Händen hält, aus dem Fenster steckt,
entstehen Luftwirbel, die das Mikro mit voller Wucht treffen. Daher haben wir, wenn möglich die Kommunikation ausgeschaltet
und uns mit Zeichensprache unterhalten.
Dreieinhalb Stunden den Körper um 90 ° gedreht, die Kamera verkrampft haltend kann ganz schön anstrengend sein.


Zur Route selbst ein Wort.
Leider war es an dem Tag (30.09.2016) nicht möglich wegen des Oktoberfestes und der damit verbundenen Sperre
des Luftraumes über München zu fliegen.
Daher wählten wir die Route westlich herum.
Also wir starten in Paterzell, das ist bei Wessobrunn, fliegen die nächste Bahnlinie bei Raisting an und folgen
der Ammerseebahn bis St. Ottilien.
Dort folgen wir der Allgäubahn Richtung München bis etwa Schöngeising und biegen dann zur Augsburger Strecke nach Mammendorf ab.
Von dort folgen wir bis Maisach der Strecke. Dann geht es „querfeldein“ Richtung Ludwig-Thoma-Bahn nach Erdweg,
der wir bis Markt Indersdorf folgen, um dann bei Vierkirchen auf die Nürnberger zu stoßen.
Der folgen wir bis Rohrbach. Ein Weiterflug bis Kelheim und Regensburg bleibt uns verwehrt,
da dort entlang der Donau sich wochentags das Sperrgebiet des Manchinger Flughafens erstreckt.
Nix ist es mit dem Donauhafen von Kelheim und Regensburg:(.

Daher aus der Not eine Tugend gemacht und dem ehemaligen Hallertauer Bockerl bis Enzelhausen und Mainburg gefolgt.
Dann wieder quer rüber zur ehemaligen Rottenburger-Bahn und dieser von Neuhausen bis Pfettrach gefolgt.
In Landshut war dann die Strecke nach Regensburg der ehemaligen Bayerischen Ostbahn an der Reihe.
Dieser folgen wir bis Neufahrn und dann der Laabertalbahn über Geiselhöring, Perkam bis Straubing.
Dort waren dann eine Zwischenlandung und das Mittagessen angesagt.

Von dort starten wir dann nach Sand und Bogen und dann direkt nach Deggendorf,
meinem Elternhaus und den Hafen und der Eginger Strecke bis zum Schwaiger in Hengersberg.
Bei Pleinting treffen wir dann wieder auf die Eisenbahn und folgen bis Passau. Dort wird ein Zug bis Wernstein verfolgt
und blind die Rotttalbahn mit dem Fotoapparat abgesucht.
Wir folgen der Rotttalbahn von Sulzbach über Ruhstorf (meine erste Arbeitsstelle bei Loher) und Pocking bis Karpfham.
Dort biegen wir nach Süden Richtung Simbach ab. Auf dem Weg nehmen wir Kößlarn natürlich mit.
Der Mühldorfer Strecke folgen wir dann bis Poing. Dann müssen wir wieder München weichen und machen einen Bogen
und kreuzen die von München ausgehenden Strecken bei Zorneding, Höhenkirchen, Sauerlach bis zur Isartalbahn bei Schäftlarn.

Dann geht es noch über den Starnberger See und Starnberg runter nach Weilheim, was umkreist wird.

Bei Wielenbach begegnet uns noch ein BRB-Zug. Dann landen wir wieder nach 3 ½ Stunden reiner Flugzeit in Paterzell. Ich war richtig kaputt (auch Rainer), aber glücklich.
Nicht wegen der sicheren Landung (Rainer ist ein perfekter Pilot), sondern wegen des Erlebnisses.

So nun lang genug gelabert, daher nun endlich zu den ersten 21 Bildern:

Bild 1
Die Start- und Landebahn in Paterzell:


Bild 2
Unser Flugzeug mit dem kleinen Schiebefenster für das Objektiv:



Bild 3
Hinter den Spiegeln von Raisting sehen wir auch schon von der Baumreihe versteckt die Strecke von Wielenbach nach Raisting:



Bild 4
Der Ort Raisting (zerschnitten von der Bahn*lach*) mit Andechs, Herrsching und dem Pilsensee im Hintergrund:



Bild 5
Die BRB 86 517 fährt gerade in Raisting ein. Man verzeihe mir den Baumschaden:



Bild 6
Auch der Haltepunkt ist von Bäumen verdeckt:



Bild 7
Das Naturschauspiel der Rottmündung. Genuss mal ohne Eisenbahn:



Bild 8
In Schlangenlinien durch Diessen:



Bild 9
Gesamtansicht Diessen:



Bild 10
Bahnhof und Hafen von Diessen:



Bild 11
Kurzer Halteabstand von Diessen und St. Alban mit Gymnasium:



Bild 12
St. Alban etwas näher:



Bild 13
Wo ist sie, die Brauerei in Bierdorf? Kann sie nirgends entdecken:



Bild 14
Wer kann sie entdecken die BRB 86 524, die Riederau gerade verlassen hat?



Bild 15
Bei diesem Bild kann man klar erkennen, warum man so selten Fotos mit Zügen und den Ammersee gezeigt bekommt.
Und man erkennt schwer warum die Ortschaft dort Seeholz heißt. Keine Aussicht der Fahrgäste zum See. Aber da schaut ja heutzutage
sowieso kaum jemand mehr aus dem Fenster. Alles blickt auf diese komischen Wischer, wie heissen die doch gleich wieder?



Bild 16 und 17
Dafür gibt es keine Haltestelle beim Dampfersteg Holzhausen, aber „Dampfer“:





Bild 18
Dafür hat Utting noch einen richtigen Bahnhof mit Formsignalen. Aber bei diesem überwältigendem Übersichtspanorama hat man keinen Blick dafür:



Bild 19
Aber vielleicht bei näherem Hinsehen:



Bild 20
Bei Schondorf verlässt die Bahn in einer großen Kurve den Ammersee und strebt Geltendorf entgegen:



Bild 21:
Vorher kommt man allerdings noch bei St. Ottilien vorbei:




So, das war’s für heute. Wer Lust hat kann beim nächsten Mal mit an der Endmoräne entlang von Türkenfeld über Bruck nach Mammendorf fliegen.

Gruß
Johannes Heigl

Antworten:

Streckendokumentation aus der Luft - super, dass Du das für alle zeigst !!! Natürlich sind solche Aufnahmen bei "Kaiserwetter" von sich aus top !

Das ist für jeden, der einerseits Streckengeschichte, andererseits Fotostandortsuche betreibt, ein gefundenes Fressen !!!

Danke Dir dafür - auch für die ausführlichen Erläuterungen im Vorspann !

BG Manfred

von makna - am 14.02.2017 22:11
Servus Hannes,

merci für den tollen Ammerseeflug! Von oben ergeben sich ja doch ganz andere Eindrücke ;-)

Viele Grüße,
Georg

von doku-des-alltags - am 15.02.2017 06:25
Hallo Hannes,

danke für die schönen Fotos.

Ich habe sogar mein Haus auf einem Foto entdeckt. :xcool:

Darf ich einige Anmerkungen zu ein paar Fotos machen?

Ich gehe mal davon aus, Ja...;)

"Klugsch....modus an"

Raisting wird nicht von der Bahn zerschnitten sondern verbindet sozusagen die Ortsteile Sölb (östlich) und Raisting (westlich).

Auf Bild 7 sieht man den Seeeinlauf der "AltenAmmer", des eigentlichen Flußverlaufes vor der Begradigung.
Es stimmt aber, dass das meiste Wasser von der Rott kommt.

In Bierdorf gibt es leider keine Brauerei.
Da musst Du schon zurück nach Dießen... (Craftbräu...)
In Bierdorf könntest Du eher Most bekommen,
da es früher Pirndorf" hieß und es immer noch einige Obstbäume gibt.;)

Das Seeholz ist keine Ortschaft sondern die Bezeichnung des "Waldnaturschutzgebietes".
Auf diesen Bild erkennt man im Hintergrund auch noch den Wörthsee.

Ach, und die Ortschaft vor St.Ottilien (letztes Bild) heißt Pflaumdorf.
Ein Schelm, der böses dabei denkt.

"Klugsch...Modus aus"

Nichts für ungut. Ich wollte nur meine Heimat besser erklären.

Gruß Thomas

von Hiwi - am 15.02.2017 08:11
Servus!

Auch vom "fernen" Niederbayern (das mit dem Flugzeug natürlich schnell erreichbar ist) ein herzliches Dankeschön für die herrlichen "Übersichtsbilder" und das ausführliche Vorwort. Interessant, was alles so geregelt ist und wie dann die Bilder zu Stande gekommen sind. Freu mich schon auf die Fortsetzung der luftigen Serie!

Schönen Gruß
Gabriel

von JimKnopff - am 15.02.2017 11:30

Antworten

Hallo Manfred, Georg, Thomas und Gabriel.

Danke für Eure Kommentare.
Ja, vielleicht sind ja für Historiker, Streckenkundler und Modellbahner Anregungen dabei.

Natürlich wird Raisting nicht zerschnitten,Thomas.
Und das mit der Rottmündung ist schon interessant. Warum hat man die Ammer so begradigt?
Damit zuerst dann der rechte Zipfel des Sees verlandet oder was war der Grund?
Seeholz ist eines der wenigen, größeren Naturschutzgebiete, die wir im Großraum München noch haben. Stimmt, es ist kein „Ort“.
Soso, Diessen hat jetzt auch seine „Craftbier-Brauerei“. Hier in Unterschleißheim gibt es inzwischen auch eine Berühmte.
Wie schmeckt denn das Bier da so?
St. Ottilien ist natürlich hier bekannter als Pflaumdorf. In der Bilddatei steht ja auch Pflaumdorf;)!
Nördlich von Nördlingen gibt es das auch, liegt dann aber schon in Württemberg.

Wir kommen schon noch nach Niederbayern, auch meiner Heimat, Gabriel. Keine Bange.
Aber dann in einem anderen Forum;).

Gruß

Hannes

von Johannes Heigl - am 16.02.2017 22:26

Re: Antworten

Hallo Hannes,

bei Raisting wollte ich sagen, dass die Bahn zwischen die Ortsteile gebaut wurde.

Die "Sünde " mit der Flussbegradigung wurde ja nicht nur an der Ammer gemacht.
Angeblich um Überflutungen zu verhindern.
Heute weiß man es ja besser.

Der Craftbräu ist in einer ehemaligen Spenglerei.
Der Spengler hies, Dipl, das ist kein Scherz.
Das Bier ist dunkler, stark und süffig.

Pflaumdorf hat halt so einen zweideutigen Namen,
da muss man halt darauf hinweisen.

Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung Deines Aus"flugs"Berichtes.

GrußThomas

von Hiwi - am 17.02.2017 17:09

Das ist ja einfach nur genial!

Danke für dieses Hammer-Comeback, Hannes.

Gruß, Stefan

von Stefan von Lossow - am 18.02.2017 15:21
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