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KBS 970 - Forum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 8 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 8 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
Johannes Heigl, Stefan von Lossow, ChristianMUC, doku-des-alltags, claus-juergen schulze, makna

Fragen an die Experten hier im Forum – Betonmasten der ersten Elektrifizierung der 960 zwischen Starnberg und Tutzing (2 Bilder)

Startbeitrag von Johannes Heigl am 04.03.2017 10:12

Einen Servus ins Forum!

(Man hätte auch ein Rätsel draus machen können:xcool:)

Anbei die ersten Eisenbahnbilder meines Lebens und das auf der 960er. Was man so alles in seinem Fundus findet ist schon lustig. Im Herbst 1973 kam ich zur Fernmeldeschule
nach Feldafing und das als W 15 (für die jüngeren unter Euch: normaler Wehrdienst, damals 15 Monate). Das mit der Fernmeldeschule war eher Zufall.
Die Fotos müssen daher im Frühsommer 1974 entstanden sein.

Eine teuere Kameraausrüstung konnte ich mir damals nicht leisten, hatte aber so eine billige Agfa-Knipsbox. Mit dieser sind die Fotos entstanden.
Nach über 40 Jahren stellt sich nun heraus, dass das Ganze doch einen dokumentarischen, historischen Hintergrund hat. Es geht nicht um die abgebildeten Züge mit den 144ern,
sondern um die Betonmasten. Das ist mir damals gar nicht aufgefallen. Auch jetzt nicht, bis mich Georg darauf aufmerksam machte,
dass diese Masten aus der ersten Elektrifizierung der Bahn aus dem Jahre 1923 stammen. Damals wurden zwischen Starnberg und Tutzing
diese Betonmasten gesetzt. Diese waren also zum Zeitpunkt der Fotos bereits über 50 Jahre alt.

Meine Fragen lauten nun an Euch:

Wann wurden diese Betonmasten ersetzt?
Hat noch jemand Bilder von diesem Streckenabschnitt mit diesen Masten?





Zum Fotostandpunkt:

Man konnte damals vom Feldafinger Bahnhof entlang der Gleise bergauf und bergab an der damaligen Siemensschule vorbei zum hinteren Tor
der Fernmeldeschule (im Alpenstil im Tausendjährigen gebaut und heute Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr – was für ein Wort) laufen.
Gibt es diesen Weg heute noch?

Im HiFo haben wir folgende Infos von Thomas Scherrans gefunden:

In Bayern gab es bis 1932 folgende Abschnitte:

1. der 1922/23 errichtete Abschnitt Starnberg—Tutzing (11,6 km) mit 356 Stück Betonmasten, wobei Tutzing auch eine Querseilüberspannung an
Schleuderbetonmasten erhielt, sowie
2. der 1924 der Abschnitt Freising—Langenbach (7,3 km) mit 229 Stück und versuchsweise Anwendung von Betonauslegern.

1934 kamen ein Abschnitt zwischen Donauwörth und Treuchtlingen sowie 1939 noch ein Abschnitt nördlich von Erlangen bei Bubenreuth dazu.

Noch eine Frage an Euch:

Hat jemand Bilder der Betonmasten vom Abschnitt Freising nach Langenbach?
Und wann sind sie da verschwunden?

Gruß und schönes Restwochenende noch

Johannes Heigl

Antworten:

Geniales Zeitdokument!

Ich werde mal sehen, ob ich irgendwo etwas dazu an Infos herauslesen kann.

Gruß, Stefan

von Stefan von Lossow - am 05.03.2017 07:38
Da kann ich Einiges zur Aufklärung beitragen. Ich wurde erst gestern von Makna auf den Thread aufmerksam gemacht, daher die verspätete Antwort.
Am 20.5.1975 besuchte ich den Streckenabschnitt bei Feldafing um die Betonmasten noch einmal zu dokumentieren:



So sah es an der Wiese bei Garratshausen aus



Am 02.03.1976 – also ein knappes Jahr später wurde der Bahnhof Tutzing besucht. Die alten Betonmasten der Querverspannung stehen noch, aber der Umbau auf die neuen Masten hat bereits begonnen.






Am 11.4.1976 waren bei Feldafing die Betonmasten bereits verschwunden, wie man links von der S-Bahn unschwer erkennen kann.



Nur Garratshausen war noch unverändert



Zusammenfassend ergibt sich, dass die Fahrleitung Ende 1975 / Anfang 1976 erneuert wurde.


Zum Schluss noch ein Bild von Moosburg am 30.7.1977



Viele Grüße
Claus

von claus-juergen schulze - am 08.03.2017 10:15

Klasse Bilderbogen!

Danke Dir, Claus-Jürgen.

von Stefan von Lossow - am 08.03.2017 10:19
Super - vielen herzlichen Dank für die Aufklärung und die erstklassigen Motive !!!
Danke natürlich auch an Hannes fürs Aufwerfen der Fragen und seine Motive !!!
"Historische" Betonmasten ... war mir nicht erinnerlich - wieder was dazu gelernt ... :-)
BG Manfred

von makna - am 08.03.2017 10:57

Was für ein Feuerwerk!

Servus Claus!

Besten Dank für dieses Feuerwerk an Bildern. Hätte nicht für möglich gehalten,
was Du da noch an schönen Zeitdokumenten für uns parat hast.

Ob die neuen Betonmasten auch so lange (über-)leben? Über 50 Jahre!

Das Thema Oberleitung sollte im Großraum München viel mehr Beachtung bekommen.
Wir sind da ja geschichtlich schon "verwöhnt".

Ich bin immer noch der Meinung, das hier in Bayern endlich in der Hinsicht ein neuer Schub kommen muss.

Gruß

Johannes Heigl

von Johannes Heigl - am 08.03.2017 11:24
Danke Claus, für die tollen Ergänzungen!
Auch der "doppelte" Mast in Tutzing ist schön zu sehen.

So lässt sich jetzt endlich eingrenzen, wann die Masten ausgetauscht wurden.

Viele Grüße,
Georg

von doku-des-alltags - am 08.03.2017 12:48

Re: Was für ein Feuerwerk!

Zitat
Johannes Heigl
Ob die neuen Betonmasten auch so lange (über-)leben? Über 50 Jahre!

Servus Hannes,

definiere bitte modern. Zwischen Fürth und Siegelsdorf an der Hauptstrecke Nürnberg - Würzburg begann vorgestern (06.03.2017) die Sanierung der Oberleitung. Die aktuell dort noch stehenden Masten stellen dort noch die Originalausstattung dar, sind also mittlerweile um die 60 Jahre alt. Die Betonmasten nördlich Erlangen aus dem Jahre 1939 stehen m.E. immer noch, wobei die ebenfalls das Jahresende nicht mehr erleben werden.

Viele Grüße,
Christian

von ChristianMUC - am 08.03.2017 19:25
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