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KBS 970 - Forum
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223 061, km103, s-lin, 217 055, BR-0997, EP3/5, km63.8, Laim-Ost, Kilux, E 69.03

Wir gewöhnen uns das Rauchen ab...

Startbeitrag von E 69.03 am 24.07.2017 13:31

So lautete anno 1977 das Motto der damaligen Deutschen Bundesbahn, mit dem werbewirksam der Abschied vom Dampfbetrieb kommuniziert wurde. Dass es nicht dabei blieb ist hinlänglich bekannt und auch gut so.

Die DB-Tochter Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) in Ulm hat sich offensichtlich an dieses Jubiläum erinnert und schickt ihr eigenes "Dampfross" ins Rennen, tagtäglich zwischen der Landeshauptstadt, dem Bodensee und dem Allgäu. Am besten hierfür scheint 218.326 geeignet zu sein, wie auf der Aufnahme aus Immenstadt vom 2. Juli zu sehen.

Schade nur, dass man das mit dem Dampf in Ulm gründlich falsch verstanden hat. Nichts spricht gegen den Einsatz betagter Dieselloks wie der 218, aber andere Betriebshöfe in der Nähe beweisen, dass dies auch mit sauberen Motoren geht. Nur im Ulm scheint man mit der kompetenten Instandhaltung solcher Loks mitunter reichlich überfordert zu sein.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diesel-Diskussion im Straßenverkehr doppelt bedauerlich, wenn ausgerechnet die seit 40 Jahren angeblich so "saubere" DB mit solch gutem Beispiel voran geht...

Antworten:

KfZ Kramertunnel 3.577 m für 133 Mio = rund 37 Mio/km (am Ende wird es wohl das Doppelte werden)
KfZ Tunnel Oberau 2.971 m für 161 Mio = rund 54 Mio/km
KfZ Auerbergtunnel 1.900 m für 100 Mio + X = mindestens 53 Mio/km
Bahnelektrifizierung Weilheim - Schongau 25 km für 0,5 Mio/km = 12,5 Mio
Bahnelektrifizierung Weilheim - Geltendorf 34 km für 0,5 Mio/km = 17 Mio
Fördertopf E-Autos 300.000 Stück X 4.000 Euro bis Juni 2019 = 12 Milliarden
Es möge sich jeder selber seine Meinung bilden was Priorität hat!

von km103 - am 24.07.2017 14:02
Zitat
km103
KfZ Kramertunnel 3.577 m für 133 Mio = rund 37 Mio/km (am Ende wird es wohl das Doppelte werden)
KfZ Tunnel Oberau 2.971 m für 161 Mio = rund 54 Mio/km
KfZ Auerbergtunnel 1.900 m für 100 Mio + X = mindestens 53 Mio/km
Bahnelektrifizierung Weilheim - Schongau 25 km für 0,5 Mio/km = 12,5 Mio
Bahnelektrifizierung Weilheim - Geltendorf 34 km für 0,5 Mio/km = 17 Mio
Fördertopf E-Autos 300.000 Stück X 4.000 Euro bis Juni 2019 = 12 Milliarden
Es möge sich jeder selber seine Meinung bilden was Priorität hat!


Korrektur 1,2 Milliarden, bei den vielen Nullen kann einen schwummrig werden ;-)

von km103 - am 24.07.2017 14:07

Re:

218.326? Ich wusste gar nicht, daß die RAB jetzt zur ÖBB gehört. Mir ist nur 218 326 bzw. 218 326-7 bekannt.
Im übrigen ensteht solch eine Grobstaubentwicklung nur bei sehr zügigen Aufschalten des in der 218 326 verbauten Motortyps (TB11 grau).
Über den Wartungszustand hat dieses Foto rein gar nichts zu sagen.
Man kann den Beitrag eher als polemische Wichtigtuerei ohne Hintergrundwissen des Beitragsschreibers bezeichnen.

von Laim-Ost - am 24.07.2017 16:38

Re: Re:

Abgesehen davon sieht das Bild irgendwie unnatürlich aus

von Kilux - am 24.07.2017 20:30

Re: nicht ganz zu verhindern

Bei laufender Zugheizung passiert das kurzzeitig!!! beim Anfahren. Hat mit Wartung oder Werkstatt nix zu tun.

von km63.8 - am 25.07.2017 11:18

So muss das!

Servus,

es soll ja Leute geben, die keine Fernflüge scheuen, tagelang unter widrigen Umständen Steigungsverhältnisse von abseitigen Dieselstrecken auskundschaften, um so ein feines Dieselerlebnis abzustauben :xcool: :xcool: :xcool:



Info's zu meinem Bild gibts hier: [www.trainpix.org]

von s-lin - am 27.07.2017 09:56
Zitat
km103
Zitat
km103
KfZ Kramertunnel 3.577 m für 133 Mio = rund 37 Mio/km (am Ende wird es wohl das Doppelte werden)
KfZ Tunnel Oberau 2.971 m für 161 Mio = rund 54 Mio/km
KfZ Auerbergtunnel 1.900 m für 100 Mio + X = mindestens 53 Mio/km
Bahnelektrifizierung Weilheim - Schongau 25 km für 0,5 Mio/km = 12,5 Mio
Bahnelektrifizierung Weilheim - Geltendorf 34 km für 0,5 Mio/km = 17 Mio
Fördertopf E-Autos 300.000 Stück X 4.000 Euro bis Juni 2019 = 1,2 Milliarden
Es möge sich jeder selber seine Meinung bilden was Priorität hat!


Für die 150 Millionen Euro, die man heute für die insolvente Air Berlin bzw. die Scheichs mal so eben locker macht, bekäme man einige km neuen Fahrdraht. :angry:
Der Bundestagsabgeordnete aus den Forumswahlkreis bzw. sein Ministerium ist mit dabei.

Air Berlin


von km103 - am 15.08.2017 13:31
Geil, das ist halt noch gute alte Eisenbahn...!:hot:
Frage mich wie sich ein " Eisenbahnfreunde" über so etwas aufregen können...?! Schon mal überlegt was ein einziger Flieger beim Start im MUC raushaut...! Aber man siehts halt nicht so offensichtlich und es ist gleich fein verteilt in höheren Luftschichten.
Außerdem frage ich die Fahrdrahtfetischisten ( genauso wie die Jünger der E-Mobilität) wo denn ihr ach so sauberer eigentlich Strom herkommt....?
Jetzt alle Nebenbahnen und Nebenfernstrecken elektrifizieren ist purer wirtschaftlicher und ökonomischer Schwachsinn, den die unwissenden Kirchturmpolitiker hirnlos Nachplappern!. Da käme man mit HYbridfahrzeugen Akku / Fahrleitung bedeutend schneller weiter. Wurde unter dem Namen ETLO bereits Ende der 80 er vom damaligen BZA München entwickelt, war politisch nur nicht opportun, da man damals nichts in die Eisenbahn abseits der Magistralen investieren wollte...! Außerdem erinnere ich an die Akkutriebwagen die es bis zu jenem Zeitpunkt schon seit den 20 er Jahren gab ! In den letzten 30 Jahren hat die Akkutechnik insgesamt technisch so zugelegt, daß man sich Elektrifizierungen wie Schongau oder die Oberlandstrecken allesamt sparen kann...!

von BR-0997 - am 20.08.2017 18:00

So muss das nicht!

Zitat
s-lin
es soll ja Leute geben, die [...] tagelang unter widrigen Umständen Steigungsverhältnisse von abseitigen Dieselstrecken auskundschaften, um so ein feines Dieselerlebnis abzustauben :xcool: :xcool: :xcool:



Wirklich gelungenes Bild. Wenn ich mir allerdings die vielen Videos der 2TE10 und 3TE10 bei YT ansehe, dann scheinen diese Baureihen doch fast immer so stark zu rauchen, wenn sie nicht gerade im Leerlauf sind?

[www.youtube.com]

[de.wikipedia.org]

Es es ist halt eine ziemlich alte Motorkonstruktion mit Zweitakt-Gegenkolben-Prinzip. Genutzte Kraftstoffqualität und technischer Zustand spielen sicher auch eine Rolle. Die auch oft in Videos gezeigte 2TE116 mit dem aus der hiesigen BR 232 bekannten Viertakter 5D49 scheint da im Durchschnitt schon deutlich weniger Ruß zu produzieren, vom Aufschalten mal abgesehen.


Wie auch immer: Hier in Deutschland herrscht eine ganz andere Situation. Wenn man dem kleinen Bürger vermitteln will, warum der für seinen kleinen alten Diesel-Pkw plötzlich Fahrverbote in Städten akzeptieren soll oder warum er seinen VW-Turbodiesel ohne Not zwangsweise umrüsten lassen muß, obwohl der doch mit der "Mogelsoftware" bisher so sparsam und zufriedenstellend lief, dann muß eben auch die Eisenbahn besonders sauber sein. Sonst wird es schnell unglaubwürdig und das ohnehin angekratzte öffentliche Image der Bahn leidet erneut. Auch wenn das beim Pkw vor allem diskutierte NOx und die Ruß-Emmissionen der Loks erstmal wenig miteinander zu tun haben. Die Öffentlichkeit wendet sich vermehrt gegen die "Stinker" und die Medien befördern das noch verstärkt.

Nur sind saubere Großdieselloks offenbar alles andere als einfach zu realisieren. Nach dem, was man hört, ist z.B. die viermotorige BR 245 zwar sauber, aber dafür nicht sonderlich bahnfest. Gerade für den schweren Güterverkehr scheint das keine Alternative zu sein. Derzeit versucht die DBAG offenbar, solange es geht, die altbewährten Dieselloks weiter einzusetzen, die Bestandsschutz genießen (wie lange noch?) und die strengen aktuellen Vorgaben daher nicht erfüllen müssen.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 23.08.2017 20:49

Eisenbahn muss weiterfahrn!

Servus 223 061,

Zitat
223 061
Wirklich gelungenes Bild.


Danke! Dein Lob freut mich. Da Du einen interessanten Kommentar geschrieben hast, der viele Fragen aufwirft, darf ich Dir wie folgt antworten.

Zitat
223 061
Wenn ich mir allerdings die vielen Videos der 2TE10 und 3TE10 bei YT ansehe, dann scheinen diese Baureihen doch fast immer so stark zu rauchen, wenn sie nicht gerade im Leerlauf sind? Es ist halt eine ziemlich alte Motorkonstruktion mit Zweitakt-Gegenkolben-Prinzip. Genutzte Kraftstoffqualität und technischer Zustand spielen sicher auch eine Rolle.


Sehr viele Loks der Reihen 2TE10M, 3TE10M, 2TE10U, 3TE10U sind schon mit D49-Motoren nachgerüstet, arbeiten also nicht mehr nach dem Zweitakt-Prinzip. Erkennbar ist dies am Baureihenzusatz K für Kolomna sowie an den geänderten Abgasauslässen am Dach. Die Gegenkolbenmaschinen sind nur noch bei wenigen Depots anzutreffen, auch Russland wird umweltfreundlich. Für die Rußbildung, insbesondere bei den Gegenkolbenmotoren, ist wohl der technische Zustand maßgeblich. In Weißrussland, aber auch der Ukraine und Moldawien erwischt man seltener eine Rußwolke. Ich gehe davon aus, dass dies an der Wartung und perfekten Einstellung der Motoren liegt. In Russland ist der Treibstoff/Schmierstoff relativ billig und die Arbeitskraft relativ teuer, in Weißrussland, Ukraine und Moldawien ist das Verhältnis umgekehrt. Bei den RZD gibt es auch Gegenkolbenmaschinen, die nicht „rauchen“, so dass es nicht an der Treibstoffqualität liegen kann (Beobachtungen an demselben Steigungsabschnitt über mehrere Tage).

Zitat
223 061
Wenn man dem kleinen Bürger vermitteln will, warum der für seinen kleinen alten Diesel-Pkw plötzlich Fahrverbote in Städten akzeptieren soll…


Auch wenn die Erkenntnis wehtut, aber die Dieselfahrverbote betreffen vssl. nicht nur alte, sondern alle Diesel-PKW, auch die mit EURO 6 (bis EURO 6b; Verkaufsstart EURO 6d erst Ende 2017). Aus meiner Sicht ist es ein hoffnungsloses Unterfangen, dem Bürger „vermitteln“ zu wollen, warum sein etwa im Mai 2017 gekaufter Neuwagen in Deutschland quasi unbenutzbar wird (z.B. in München ja nach der Feinstaubkarte auch Mittlerer Ring, Fürstenrieder Straße usw.).

[www.welt.de]

Zitat
223 061
Derzeit versucht die DBAG offenbar, solange es geht, die altbewährten Dieselloks weiter einzusetzen, die Bestandsschutz genießen (wie lange noch?)


Wenn man bedenkt, wie wenig das Rechtsinstitut des Bestandsschutzes für Halter von Diesel-PKW in Deutschland noch wert ist (siehe oben), wie will man im Fall der Fälle das Aus für die altbewährten Dieselloks in Deutschland aufschieben/verhindern? Die dann plötzlich wegfallenden Verkehre gehen auf die Straße, denn an den Straßengüterverkehr traut sich ein Politiker nicht ohne weiteres ran. Wie sonst wäre es zu erklären, dass sich die geplanten Dieselfahrverbote nicht auf LKW und Busse beziehen?

Natürlich begrüße ich es sehr, dass die DBAG weiterhin ihre altbewährten Dieselloks einsetzt. Funktionierende und bewährte Wirtschaftsgüter sollten gepflegt und genutzt werden, damit die öffentliche Daseinsvorsorge funktioniert :spos:

Schöne Grüße
Stefan

von s-lin - am 24.08.2017 12:00

Re: Eisenbahn muss weiterfahrn!

Zitat
s-lin
Für die Rußbildung, insbesondere bei den Gegenkolbenmotoren, ist wohl der technische Zustand maßgeblich. In Weißrussland, aber auch der Ukraine und Moldawien erwischt man seltener eine Rußwolke. Ich gehe davon aus, dass dies an der Wartung und perfekten Einstellung der Motoren liegt. In Russland ist der Treibstoff/Schmierstoff relativ billig und die Arbeitskraft relativ teuer, in Weißrussland, Ukraine und Moldawien ist das Verhältnis umgekehrt. Bei den RZD gibt es auch Gegenkolbenmaschinen, die nicht „rauchen“, so dass es nicht an der Treibstoffqualität liegen kann (Beobachtungen an demselben Steigungsabschnitt über mehrere Tage).



Danke für die Infos zum Motorentausch. Daß schon so viele Loks umgerüstet wurden, war mir bisher nicht bewußt. Warum die Gegenkolbenmotoren nun teilweise so stark rauchen, wird von außen schwer zu klären sein. Laut Wikipedia ist ein Nachteil des Motorprinzips, daß Schmieröl über den Auslaßschlitz ausgeschleust wird und daß sich dies u.a. mit höherer Schmierölqualität lösen lässt ...

[de.wikipedia.org]

Wenn es nur eine Frage der Motor-Einstellung wäre, müssten sich dann die jeweils drei unabhängigen Maschinen einer 3TE10 nicht stärker voneinander unterscheiden, als sie es in den meisten Videos tun? Es scheint mir da schon eine systematische Ursache dahinterzustecken:

[www.youtube.com]



Zitat
s-lin
Aus meiner Sicht ist es ein hoffnungsloses Unterfangen, dem Bürger „vermitteln“ zu wollen, warum sein etwa im Mai 2017 gekaufter Neuwagen in Deutschland quasi unbenutzbar wird (z.B. in München ja nach der Feinstaubkarte auch Mittlerer Ring, Fürstenrieder Straße usw.).



Schon klar. Aber es wird halt erst recht nicht glaubwürdiger, wenn dann in Sichtweite der Bürger die Eisenbahn mitten in der Stadt die "0-8-15 Aufschaltung" anwendet:

[www.drehscheibe-online.de]



Zitat
s-lin
Wenn man bedenkt, wie wenig das Rechtsinstitut des Bestandsschutzes für Halter von Diesel-PKW in Deutschland noch wert ist (siehe oben), wie will man im Fall der Fälle das Aus für die altbewährten Dieselloks in Deutschland aufschieben/verhindern?



Gute Frage. Vor allem fürchte ich, daß wirklich irgendwann plötzlich ein neues Gesetz kommt, ohne an die Folgen und an die praktische technische Umsetzbarkeit zu denken. Von jetzt auf gleich alle alten Loks zu ersetzen ist unrealistisch. Und langfristig zu planen war noch nie die Stärke der deutschen Verkehrspolitik. Wenn aber die Nachfrage ungewiß und stark schwankend ist, werden die Hersteller auch nicht vorbeugend neue bahnfeste Lösungen auf eigene Kosten entwickeln. Von der BR 245 zum Beispiel hätte man angesichts des völlig neuen Konzeptes unbedingt Prototypen benötigt, die man unter harten Bedingungen erstmal testet und dann schaut, wie die Serienlösung aussehen muß/kann. Das geht aber m.E. nur in enger und längerfristiger Zusammenarbeit zwischen Hersteller und EVU's. Bei dem ganzen Hü und Hott bzgl. der Streckendiesellok-Ausschreibung der DBAG und uneinheitlicher Vorgehensweise der Geschäftsbereiche muß man sich nicht wundern, wenn heute kaum mehr etwas wirklich Brauchbares am Markt ist in der oberen Leistungsklasse.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 24.08.2017 18:09

Re: So muss das nicht!

Hallo zusammen,

nebenbei möchte ich anmerken, dass es in Forumsgebiet auch einen namhaften Lokomotiven-Hersteller gibt, der Diesellokomotiven herstellt. ;) Der Diesel-Vectron (BR 247.9) spielt in der gleichen Leistungskategorie wie die BR 245 und erfüllt auch wie diese die aktuellen Emissions-Grenzwerte nach EU 97/68 Stage IIIb, mit nur einem MTU-Dieselmotor.

Vier Diesel-Vectronen sind seit Anfang dieses Jahres längerfristig an DB Cargo vermietet, die sie im Großraum Leibzig im Güterverkehr einsetzt. Siehe dazu auch:
Mainlinediesel.net


Viele Grüße,
EP3/5

von EP3/5 - am 25.08.2017 09:11

Re: xTЭ10x

Hallo 223 061,

ergänzend zu Stefans Beobachtungen und Erläuterungen noch meine Beobachtungen zu dem Thema.

Auch mir sind viele Videos mit teils extremen Abgaswolken (unterschiedlichster Färbung) von Loks mit den Gegenkolbenmotoren aufgefallen. Neben dem Fakt, daß es eben genau so zu sehen ist, sind aber andere Faktoren wie zum Beispiel die Vorlieben der Aufnehmenden ein nicht erläutertes Unterthema. Ich habe schon viele Eisenbahnfans getroffen, die solche "Dieseldampfloks" aus irgendwelchen Gründen lieben und suchen. Vielleicht gibt es ja auch deshalb diese große Quote solcher Szenen?

Aus eigener Ansicht kenne ich Loks dieser Bauart aus Weißrußland und Lettland. Und für die Loks dieser Bahnverwaltungen ist solch ein "Dampfattentat" eine absolute Ausnahme bzw. ein Anzeichen eines Fehlers/Schadens. Das beweist dann aber auch, daß es eben nicht bauartbedingt solch starke Abgastrübungen geben muß. Es wird hauptsächlich eine Frage der Einstellung und Instandhaltung sein.
Es gilt ja nun mal, daß schwarze Wolken auf zu wenig Luft bzw. zu viel Kraftstoff im eingespritzten Gemisch deuten, blaue/graue Wolken verbranntes Öl anzeigen und weiße Wolken auf Kühlwasser"verbrennung" hinweisen. Alle drei Varianten, teilweise auch gemischt, sind auf vielen Videos zu sehen. Schon die unterschiedlichen Färbungen zeigen an, daß es eben Motoren außerhalb des Normzustands sind, die diesen Ausstoß erzeugen. Dazu mag noch kommen, daß die in den klimatisch exponierteren Gegenden Rußlands eingesetzten Maschinen vielleicht auch absichtlich anders eingestellt sind, um bestimmte Eigenschaften zu haben. Allgemein gilt gegenüber den mitteleuropäischen Gepflogenheiten im Einsatzgebiet der Gegenkolben-xTЭ10x eine wesentlich größere Fehlertoleranz, auch in technischen Dingen. Robustheit steht ganz oben, technische Feinheiten spielen da eine untergeodnete Rolle. Das dürfte auch absolut nachvollziehbar sein, wenn wir uns vorstellen, im absoluten "Off" der sibirischen Sümpfe oder in der Tundra bei -40° C ggf. liegenzubleiben und im Falle eines Güterzuges damit ohne Heizung zu sein. Da verschieben sich Prioritäten deutlich!

Und dann sollten wir noch etwas für uns klar ziehen.
Abgase von (relativ) wenigen Großmotoren (und grobe Ausstöße von Ruß, unverbranntem Kraftstoff usw.) und die aktuellen Ballungsraum-Dieseldieselhysterien in Deutschland sind völlig verschiedene Themen. Die haben ganz wenig miteinander zu tun. Das geht ja schon damit los, das umgangssprachlich bei solchen Rußfahnen wie in manchen Videos immer das Wort Feinstaub fällt. Lächerlich - und für den Sprecher entlarvend als völlig ahnungslos. Feinstaub ist ja nun gerade nicht sichtbar! Und deshalb viel schwerer zu erkennen. Die Stickoxide und weitere Abgasthemen haben nur deshalb gerade Konjunktur, weil es den Verkehrsinfarkt gibt - und dafür keine Lösungen griffbereit bzw. gewollt sind. Die Vermischung dieser Themen schafft nur noch mehr Verwirrung, als schon jetzt vorhanden.

Zum Schluß noch zwei Links zu Loks mit sauberer verbrennenden Motoren - erst in Rußland, danach ein ausführlicher Blick nach Lettland mit allen dort laufenden Konstruktionen. In Lettland rauchen weder M62 noch TЭ10, gewisse Zeiten nach Kaltstarts oder auch gewisse Temperatur-, Feuchtigkeits- oder Lichtbedingungen (Gegenlicht steigert sichtbare Abgase enorm) ausgeschlossen. Eines darf man natürlich auch nie unterschlagen: Vollast macht viel Abgas, viel Last erfordert viel Energie - Magistraldieselloks setzen fossile Energie in Bewegung um.

[www.youtube.com]

[www.youtube.com]



Freundliche Grüße
217 055

von 217 055 - am 25.08.2017 16:41

Vermischung der verschiedenen Abgas-Thematiken

Zitat
217 055
Und dann sollten wir noch etwas für uns klar ziehen.
Abgase von (relativ) wenigen Großmotoren und grobe Ausstöße von Ruß, unverbranntem Kraftstoff usw. und die aktuellen Ballungsraum-Dieseldieselhysterien in Deutschland sind völlig verschiedene Themen. Die haben ganz wenig miteinander zu tun. Das geht ja schon damit los, das umgangssprachlich bei solchen Rußfahnen wie in manchen Videos immer das Wort Feinstaub fällt. Lächerlich - und für den Sprecher entlarvend als völlig ahnungslos. Feinstaub ist ja nun gerade nicht sichtbar! Und deshalb viel schwerer zu erkennen. Die Stickoxide und weitere Abgasthemen haben nur deshalb gerade Konjunktur, weil es den Verkehrsinfarkt gibt - und dafür keine Lösungen griffbereit bzw. gewollt sind. Die Vermischung dieser Themen schafft nur noch mehr Verwirrung, als schon jetzt vorhanden.



Ja, das ist genau das Problem. Ich hatte das ja oben schon kurz angedeutet:


Zitat
223 061
Auch wenn das beim Pkw vor allem diskutierte NOx [Anm: ... und Feinstaub] und die Ruß-Emmissionen der Loks erstmal wenig miteinander zu tun haben. Die Öffentlichkeit wendet sich vermehrt gegen die "Stinker" und die Medien befördern das noch verstärkt.



Der Mehrheit der Bevölkerung (und auch der Politiker) wird dieser Unterschied kaum zu vermitteln sein. Deshalb die Vermutung, daß auch der Druck auf die Bahn bezüglich Abgasemission hierzulande noch deutlich steigen wird im Rahmen des derzeitigen, nicht zuletzt durch den "VW-Skandal" ausgelösten Aktionismus und der Hysterie in der öffentlichen Diskussion, die sich immer mehr aufschaukelt. Und wirklich tragfähige Lösungen sind eben im Bereich der Streckendieselloks der oberen Leistungklasse noch nicht in Sicht, meiner Meinung nach.

Gruß
223 061

von 223 061 - am 25.08.2017 17:25

Vectron DE

Zitat
EP3/5
... nebenbei möchte ich anmerken, dass es in Forumsgebiet auch einen namhaften Lokomotiven-Hersteller gibt, der Diesellokomotiven herstellt. ;) Der Diesel-Vectron (BR 247.9) spielt in der gleichen Leistungskategorie wie die BR 245 und erfüllt auch wie diese die aktuellen Emissions-Grenzwerte nach EU 97/68 Stage IIIb, mit nur einem MTU-Dieselmotor.

Vier Diesel-Vectronen sind seit Anfang dieses Jahres längerfristig an DB Cargo vermietet, die sie im Großraum Leibzig im Güterverkehr einsetzt. Siehe dazu auch:
Mainlinediesel.net



Stimmt. Die Stückzahl schien mir fast zu gering, um sie erwähnen zu müssen. Bisher konnte m.W. leider erst eine Vectron DE vom Hersteller verkauft werden. Das verwundert etwas, wenn man sich ansieht, wie gut sich die Vectron als E-Lok verkauft. Am Hersteller und am elektrischen Teil, Fahrwerk etc. der Lok kann es also nicht liegen, daß die Nachfrage bisher so gering ist. Zumal auch die ER20 sich früher gut verkaufte. Blieben also der aktuelle Dieselmotor und dessen Abgasreinigungstechnik als möglicher Grund?

Man muß abwarten, ob nach dem Mieteinsatz durch DB Cargo der Wunsch bei der DBAG aufkommt, solche Loks in größerer Stückzahl zu beschaffen. Derzeit schaut es noch nicht danach aus ...

Gruß
223 061


PS:
Fairerweise muß man noch erwähnen, daß auch von der Traxx DE-ME noch nicht sonderlich viel verkauft wurde. Bisher m.W. nur die 27 Abrufe der DBAG aus dem Rahmenvertrag und die 15 Stück für Paribus.


von 223 061 - am 25.08.2017 17:41

Re: Vermischung der verschiedenen Abgas-Thematiken

Hallo,

Zitat
223 061
Auch wenn das beim Pkw vor allem diskutierte NOx [Anm: ... und Feinstaub] und die Ruß-Emmissionen der Loks erstmal wenig miteinander zu tun haben. Die Öffentlichkeit wendet sich vermehrt gegen die "Stinker" und die Medien befördern das noch verstärkt.


So? Tun sie das? Erstens ist nun mal jeder selbst dafür verantwortlich, was an Themen oder Wissen und Hysterie bei ihm im Kopf ankommt. Zwar ist es vielleicht verbreitet trotzdem so, wie Du skizzierst, aber zwangsläufig ist das nicht.
Zweitens ist es bekanntermaßen bei einer Mehrheit der Leute so, daß sie als Anwohner, Fußgänger usw. auf den Stau und die Autos und die Luft schimpfen, sobald aber der eigene Platz im Auto ist, ändern sich die Sichtweise und die Themensetzung nicht gerade weniger Mitbürger sehr deutlich. Da möchte man dann nicht als "Stinker" bezeichnet werden! Es sind immer die Anderen - deshalb sind ja erforderliche Änderungen so schwer umzusetzen.


Zitat
223 061
Der Mehrheit der Bevölkerung (und auch der Politiker) wird dieser Unterschied kaum zu vermitteln sein. Deshalb die Vermutung, daß auch der Druck auf die Bahn bezüglich Abgasemission hierzulande noch deutlich steigen wird im Rahmen des derzeitigen, nicht zuletzt durch den "VW-Skandal" ausgelösten Aktionismus und der Hysterie in der öffentlichen Diskussion, die sich immer mehr aufschaukelt. Und wirklich tragfähige Lösungen sind eben im Bereich der Streckendieselloks der oberen Leistungklasse noch nicht in Sicht, meiner Meinung nach.


Siehe vorher: Es ist nun mal jeder selbst dafür verantwortlich, was an Themen oder Wissen und Hysterie bei ihm im Kopf ankommt.
Die Spekulation über das, was man "Anderen" als einem selbst abverlangt, möchte ich nicht führen. Ich fürchte aber Ergebnisse, die rücksichtslos aus Hysterien resultieren ... . Für die Einschätzung der technischen Details und realistischen Möglichkeiten fehlt mir dann aber spezifisches Wissen, um solche Themen sinnvoll diskutieren zu können.


Freundliche Grüße
217 055

von 217 055 - am 25.08.2017 18:08

Stadler EuroDual Lokomotiven für HVLE

Zitat
217 055
Es ist nun mal jeder selbst dafür verantwortlich, was an Themen oder Wissen und Hysterie bei ihm im Kopf ankommt.


Hoffen wir also, daß zumindest die Entscheidungsträger das Augenmaß behalten (oder wieder erlangen).



Zitat
217 055
Ich fürchte aber Ergebnisse, die rücksichtslos aus Hysterien resultieren ... . Für die Einschätzung der technischen Details und realistischen Möglichkeiten fehlt mir dann aber spezifisches Wissen, um solche Themen sinnvoll diskutieren zu können.


Das geht mir ähnlich. Man hört zwar viele Gerüchte, aber an belastbare Informationen dazu kommt man als Außenstehender kaum heran. Sehr interessant werden zumindest die 10 neuen sechsachsigen Hybrid-Maschinen der HVLE, die bei Stadler bestellt wurden:

[wwwstadlerrailcom-live-01e96f7.s3-eu-central-1.amazonaws.com]

Hier soll als vollwertiger Dieselantrieb der CAT C175-16 zum Einsatz kommen, welcher - so wie auch der MTU 16V 4000 R84 in der Vectron DE - die "Stage IIIB" Abgasnorm erfüllt und angeblich sogar bis zu 3 MW in der Lok leisten soll (das muß man m.E. noch vorsichtig bewerten). Zu denken geben die angekündigten Tankgrößen. 3500 Liter will man für Diesel vorhalten, sicher auch in der Erwartung, daß die Hybrid-Lok den größeren Streckenanteil elektrisch zurücklegt. Allein 400 Liter soll jedoch der Harnstoff ("AdBlue")-Tank umfassen. Das deutet schon auf den Aufwand hin, der notwendig ist, um so eine große Lok auch bezüglich NOx-Ausstoß sauber zu bekommen.

Auf dem Papier liesst sich das jedenfalls alles ganz toll, was der Hersteller hier verspricht. Mal schauen, was man dann später aus der Praxis hört ...

Gruß
223 061

von 223 061 - am 26.08.2017 13:13

Re: Stadler EuroDual Lokomotiven - Sichtungslink aus München-Laim (mL)

Zitat
223 061
Sehr interessant werden zumindest die 10 neuen sechsachsigen Hybrid-Maschinen der HVLE, die bei Stadler bestellt wurden:

[wwwstadlerrailcom-live-01e96f7.s3-eu-central-1.amazonaws.com]

Hier soll als vollwertiger Dieselantrieb der CAT C175-16 zum Einsatz kommen, welcher - so wie auch der MTU 16V 4000 R84 in der Vectron DE - die "Stage IIIB" Abgasnorm erfüllt und angeblich sogar bis zu 3 MW in der Lok leisten soll (das muß man m.E. noch vorsichtig bewerten). Zu denken geben die angekündigten Tankgrößen. 3500 Liter will man für Diesel vorhalten, sicher auch in der Erwartung, daß die Hybrid-Lok den größeren Streckenanteil elektrisch zurücklegt. Allein 400 Liter soll jedoch der Harnstoff ("AdBlue")-Tank umfassen. Das deutet schon auf den Aufwand hin, der notwendig ist, um so eine große Lok auch bezüglich NOx-Ausstoß sauber zu bekommen.

Auf dem Papier liesst sich das jedenfalls alles ganz toll, was der Hersteller hier verspricht. Mal schauen, was man dann später aus der Praxis hört ...





Hier noch eine erste Sichtung der neuen abgasarmen Wunderlok:

[www.drehscheibe-online.de]

Ich bin ja wirklich mal gespannt. Laut aktueller Infos sollen die 10 bestellten HVLE-Maschinen 5200 kW im reinen Elektrobetrieb und 2800 kW im reinen Dieselbetrieb leisten. Die auf den Bildern sichtbaren Lüftungsgitter im hinteren Teil der Lok deuten auch bereits darauf hin, daß da nicht nur ein Hilfsdiesel verbaut ist. Sollten sich die Loks wirklich bewähren, wäre sowas m.E. auch für DB Cargo in gewisser Stückzahl interessant. Allein am Preis wird es aber wohl bereits scheitern ...

Gruß
223 061

von 223 061 - am 04.09.2017 19:25
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