Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
KBS 970 - Forum
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 5 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 5 Monaten, 1 Woche
Beteiligte Autoren:
726 003, Martin Pfeifer, km63.8, 217 055, 218 240

Neue Brücken braucht das Land - Localaugenschein in Ried

Startbeitrag von km63.8 am 13.09.2017 14:01

Heute mal kurz vorbei geschaut, das meiste ist geschafft, nur durch fahren kann noch niemand. Der Überbau ist interessant, das Gleis liegt in Gummi. 2003 wurde die kurzfristige Erneuerung der Brücke empfohlen, immerhin bereits 2014 hat DB Netz das dann auch so gesehen und das Verfahren dazu in Gang gesetzt.

Zum Planfestellungsbeschluss: >>> klick hier für Pdf

Antworten:

Re: Neue Brücke

Servus,

hab Dank für das Vorbeischauen und die dokumentarischen Mitbringsel.
Da hat man jetzt also eine Brücke in einer Form gebaut, die es bisher nach meinen Erfahrungen nur mit dem Baustoff Stahl gab. Nur bei Stahlbrücken kannte ich bisher die Variante, daß tragende Bauteile oberhalb der Schienenbefestigung liegen konnten (wie ja auch bei den meisten Behelfsbrücken). Daß so etwas nun auch mit Beton gemacht wurde, überrascht mich (oder sehe ich das falsch und es ist ganz anders?).
Gibt es möglicherweise auch andere Gründe, zwischen den Schienen einen Betonkörper zu bauen, der, wenn es an absoluter Aufmerksamkeit mangelt, einen Gefahrenpunkt für Schneepflugfahrten darstellt?


Grüße
217 055

von 217 055 - am 13.09.2017 15:56
Zitat
km63.8
2003 wurde die kurzfristige Erneuerung der Brücke empfohlen, immerhin bereits 2014 hat DB Netz das dann auch so gesehen und das Verfahren dazu in Gang gesetzt.


Die "Entscheiderkonferenz Brücken" vom September 2004 mit dem "Fachbeauftragten Brücken" (ja, das gab es damals noch in München!) empfahl die Erneuerung der Brücken bis 2009. Damals war das auch schon Karwendelnetz...

von 726 003 - am 14.09.2017 14:44
Zitat
726 003
Die "Entscheiderkonferenz Brücken" vom September 2004 mit dem "Fachbeauftragten Brücken" (ja, das gab es damals noch in München!) empfahl die Erneuerung der Brücken bis 2009. Damals war das auch schon Karwendelnetz...


Ja, und wie wir wissen ist das nicht zeitgerecht passiert mit der Folge dass am 1.5.2010 die Streckenklasse von Bichl bis Kochel herunter gesetzt wurde. Wird die jetzt eigentlich wieder heraufgesetzt?

von km63.8 - am 14.09.2017 17:25
Zitat
km63.8
Ja, und wie wir wissen ist das nicht zeitgerecht passiert mit der Folge dass am 1.5.2010 die Streckenklasse von Bichl bis Kochel herunter gesetzt wurde. Wird die jetzt eigentlich wieder heraufgesetzt?


Vielleicht? Wenn das RN Karwendel jemanden besitzt, der die Streckenklasse runtersetzen kann, kann er die sicher auch wieder heraufsetzen...

Aber die Streckenklasse hat ja auch viele Besonderheiten und Ausnahmen, die hier: [de.wikipedia.org]
nur unzureichend dargestellt sind. Die Insider wissen da vielleicht mehr? Denn wenn man nur mal das Beispiel "Taurus" [de.wikipedia.org] und die Strecke Mittenwalld - Garmisch - Griesen (Streckenklasse "CE") ansieht, weiß man, dass da einige Ausnahmen möglich sind...

von 726 003 - am 15.09.2017 08:57

Re: Neue Brücke

Zitat
217 055
Servus,

hab Dank für das Vorbeischauen und die dokumentarischen Mitbringsel.
Da hat man jetzt also eine Brücke in einer Form gebaut, die es bisher nach meinen Erfahrungen nur mit dem Baustoff Stahl gab. Nur bei Stahlbrücken kannte ich bisher die Variante, daß tragende Bauteile oberhalb der Schienenbefestigung liegen konnten (wie ja auch bei den meisten Behelfsbrücken). Daß so etwas nun auch mit Beton gemacht wurde, überrascht mich (oder sehe ich das falsch und es ist ganz anders?).
Gibt es möglicherweise auch andere Gründe, zwischen den Schienen einen Betonkörper zu bauen, der, wenn es an absoluter Aufmerksamkeit mangelt, einen Gefahrenpunkt für Schneepflugfahrten darstellt?


Grüße
217 055


Servus,

Betonbrücken wurden bisher meistens mit durchlaufenden Schotterbett gebaut. Das erfordert mehr Bauhöhe für die tragende Betonplatte. Nicht nur die Höhe des Schotterbettes kommt dazu, sondern auch durch die zusätzliche Masse (eben des Schotters), welche die Brücke zu tragen hat wird die Platte dicker. Hier hat man eine Art feste Fahrbahn realisiert. Deshalb liegen die Gleise in Gummi eingefasst (Vermeidung der Übertragung von Schwingungen in das Bauwerk).

Für Schneepflugfahrten sehe ich kein wirkliches Problem. Der jetzt aufgefüllte Bereich zwischen den Gleisen entspricht in etwa einem Bahnübergang. Auf dem Schneepflug sitzt nicht Hinz und Kunz zum ersten Mal, sondern erfahrene Leute. Und es gibt jedes Jahr rechtzeitig vor dem Winter eine Probefahrt um sich mit den neuralgischen Punkten vertraut zu machen. Und übrigens, fehler passieren der Schneepflug-Mannschaft hin und wieder auch auf ihnen eigentlich in- und auswendig bekannten Strecken.

von Martin Pfeifer - am 16.09.2017 13:07

Re: Neue Brücke

Grüße zurück,

Zitat
Martin Pfeifer
Servus,

Betonbrücken wurden bisher meistens mit durchlaufenden Schotterbett gebaut. Das erfordert mehr Bauhöhe für die tragende Betonplatte. Nicht nur die Höhe des Schotterbettes kommt dazu, sondern auch durch die zusätzliche Masse (eben des Schotters), welche die Brücke zu tragen hat wird die Platte dicker. Hier hat man eine Art feste Fahrbahn realisiert. Deshalb liegen die Gleise in Gummi eingefasst (Vermeidung der Übertragung von Schwingungen in das Bauwerk).


Ja, Zustimmung zu Deinen Ausführungen. Aber genau deshalb fiel mir das auf, sowohl die geringe Bauhöhe als auch der Baukörper mit der eingelassenen Fahrbahn - und deshalb habe ich meine Verwunderung ausgedrückt. Kennst Du noch andere Brücken solcher Art aus Beton?

Zitat
Martin Pfeifer

Für Schneepflugfahrten sehe ich kein wirkliches Problem. Der jetzt aufgefüllte Bereich zwischen den Gleisen entspricht in etwa einem Bahnübergang. Auf dem Schneepflug sitzt nicht Hinz und Kunz zum ersten Mal, sondern erfahrene Leute. Und es gibt jedes Jahr rechtzeitig vor dem Winter eine Probefahrt um sich mit den neuralgischen Punkten vertraut zu machen. Und übrigens, Fehler passieren der Schneepflug-Mannschaft hin und wieder auch auf ihnen eigentlich in- und auswendig bekannten Strecken.


Nun, auch das ist so weit alles richtig. Aber genau aus Gründen der Aussage aus Deinem letzten Satz wundere ich mich, daß man solche Stellen schafft, ohne daß es einen unvermeidbaren Grund dafür gibt. Oder es gibt diesen und ich habe den nicht erkannt?
Außerdem ist Beton gegen den Anprall einer metallenen Schneepflugschaar vermutlich weniger robust als ein meist rampenförmiger Stahlkörper.


Freundliche Grüße
217 055

von 217 055 - am 16.09.2017 19:03

Re: Neue Brücke

Servus,

Zitat
217 055
Grüße zurück,

Zitat
Martin Pfeifer
Servus,

Betonbrücken wurden bisher meistens mit durchlaufenden Schotterbett gebaut. Das erfordert mehr Bauhöhe für die tragende Betonplatte. Nicht nur die Höhe des Schotterbettes kommt dazu, sondern auch durch die zusätzliche Masse (eben des Schotters), welche die Brücke zu tragen hat wird die Platte dicker. Hier hat man eine Art feste Fahrbahn realisiert. Deshalb liegen die Gleise in Gummi eingefasst (Vermeidung der Übertragung von Schwingungen in das Bauwerk).


Ja, Zustimmung zu Deinen Ausführungen. Aber genau deshalb fiel mir das auf, sowohl die geringe Bauhöhe als auch der Baukörper mit der eingelassenen Fahrbahn - und deshalb habe ich meine Verwunderung ausgedrückt. Kennst Du noch andere Brücken solcher Art aus Beton?


Nein, ist mir woanders bisher nicht aufgefallen.

Zitat
217 055
Zitat
Martin Pfeifer

Für Schneepflugfahrten sehe ich kein wirkliches Problem. Der jetzt aufgefüllte Bereich zwischen den Gleisen entspricht in etwa einem Bahnübergang. Auf dem Schneepflug sitzt nicht Hinz und Kunz zum ersten Mal, sondern erfahrene Leute. Und es gibt jedes Jahr rechtzeitig vor dem Winter eine Probefahrt um sich mit den neuralgischen Punkten vertraut zu machen. Und übrigens, Fehler passieren der Schneepflug-Mannschaft hin und wieder auch auf ihnen eigentlich in- und auswendig bekannten Strecken.


Nun, auch das ist so weit alles richtig. Aber genau aus Gründen der Aussage aus Deinem letzten Satz wundere ich mich, daß man solche Stellen schafft, ohne daß es einen unvermeidbaren Grund dafür gibt. Oder es gibt diesen und ich habe den nicht erkannt?
Außerdem ist Beton gegen den Anprall einer metallenen Schneepflugschaar vermutlich weniger robust als ein meist rampenförmiger Stahlkörper.


Freundliche Grüße
217 055


Soweit ich die örtliche Situation anhand der Bilder richtig einschätze, musste bei relativ geringer Hochlage der Bahn auf einem Damm eine bestimmte Durchfahrtshöhe erreicht werden. Da muß praktisch eine Kuhle erstellt werden, um drunter durchzukommen. So eine Konstellation ist wegen des Abflusses der Niederschläge (Regen) immer problematisch. Mit dieser Baumethode spart man auszugrabende Masse, um die Durchfahrtshöhe zu erreichen.

von Martin Pfeifer - am 16.09.2017 22:20

PAK für Eisenbahnbrücken....

Servus Unbestechlicher,

früher gab es mal einen PAK (=ProjektAnforderungsKatalog) für Eisenbahnbrücken (SÜ oder EÜ).
Bei einer EÜ stand da die Streckenklasse drin... ;)

Schönen Sonntag wünscht
Thomas

von 218 240 - am 17.09.2017 08:14

Re: PAK für Eisenbahnbrücken....

Zitat
218 240
früher gab es mal einen PAK (=ProjektAnforderungsKatalog) für Eisenbahnbrücken (SÜ oder EÜ).
Bei einer EÜ stand da die Streckenklasse drin... ;)
Thomas


Hallo Thomas,

Der Satz "Die DS 820 gilt im Bereich der DB Netz AG in Gleisen und Weichen, die mit Radsatzlasten bis 22,5 t befahren werden." regelt eigentlich für Neubauten, dass diese Bedingungen eingehalten werden - unabhängig von Haupt- oder Nebenbahn.

Danach dürften auch die neuen Brücken auf der Kochelseebahn diese Bedingungen erfüllen...

von 726 003 - am 17.09.2017 12:01
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.