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KBS 970 - Forum
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726 003, km63.8, luchs, KBS962, 218 240

PM zu Schongau - Krankenhaus-Halt kostet 20 Millionen Euro

Startbeitrag von km63.8 am 28.10.2017 16:09

Auf der Pfaffenwinkelbahn Weilheim-Schongau ist einiges in Bewegung, 2019 soll die Fahrt schneller gehen. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat auch die Prüfung für den gewünschten Halt am Schongauer Krankenhaus erledigt. Ergebnis: Er ist möglich, kostet aber inklusive aller notwendigen Maßnahmen 20 Millionen Euro.

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Antworten:

Warum wird die "alte" Weiche am Krankenhaus nicht aktiviert? Man könnte ein Bahnsteiggleis am Krankenhaus bauen (und dazu den Parkplatz erweitern) - damit könnten die Neigungsverhältnisse eingehalten werden. Die Einbindung könnte man analog Landsberg machen: Ständig bleibt die Fahrstraße zum Krankenhaus eingestellt und nur wenn die AL kommt, muss das Stellwerk besetzt sein und der Fahrweg wird entsprechend eingestellt...

von 726 003 - am 28.10.2017 18:01
Zitat
726 003
Warum wird die "alte" Weiche am Krankenhaus nicht aktiviert? Man könnte ein Bahnsteiggleis am Krankenhaus bauen (und dazu den Parkplatz erweitern) - damit könnten die Neigungsverhältnisse eingehalten werden. Die Einbindung könnte man analog Landsberg machen: Ständig bleibt die Fahrstraße zum Krankenhaus eingestellt und nur wenn die AL kommt, muss das Stellwerk besetzt sein und der Fahrweg wird entsprechend eingestellt...


Wäre sicher die günstigste Lösung. Die alte Trasse nach Altenstadt ist unbebaut, da gäbe es kaum Probleme.

von km63.8 - am 28.10.2017 18:18
Zitat
726 003
Warum wird die "alte" Weiche am Krankenhaus nicht aktiviert? Man könnte ein Bahnsteiggleis am Krankenhaus bauen (und dazu den Parkplatz erweitern) - damit könnten die Neigungsverhältnisse eingehalten werden. Die Einbindung könnte man analog Landsberg machen: Ständig bleibt die Fahrstraße zum Krankenhaus eingestellt und nur wenn die AL kommt, muss das Stellwerk besetzt sein und der Fahrweg wird entsprechend eingestellt...


Die "alte" Weiche war eine Handweiche, das Gleis nach Altenstadt eine Anschlusstelle. Altenstadt wurde als Sperrfahrt befahren, bei einer Bedienung von Altenstadt war die gesamte Strecke Schongau - Landsberg gesperrt. Dieser Zustand wäre für eine Verlängerung der Pfaffenwinkelbahn zum Krankenhaus nicht praktikabel.
Ein Zustand wie in Landsberg würde die Neueinrichtung eines Bahnhofs mit entsprechender Signaltechnik und signalabhängiger ferngestellter Weiche erfordern, was ein ziemlicher Auwand wäre. Das einfachste wäre tatsächlich, das Einfahrsignal aus Richtung Landsberg zum Krankenhaus zu verlegen und damit nur den Bahnhof Schongau bis zum Krankenhaus zu verlängern, eine Weiche wäre dann nicht nötig. Technisch wäre das wohl möglich, rechtlich wird aber eine Änderungen der alten Signaltechnik nicht mehr durchzusetzen sein. Deswegen dann die hohen "Nebenkosten" für ein neues Stellwerk, falls die Pfaffenwinkelbahn zum Krankenhaus verlängert wird.

Viele Grüße,
Andreas

von KBS962 - am 28.10.2017 19:30
Zitat
KBS962
Ein Zustand wie in Landsberg würde die Neueinrichtung eines Bahnhofs mit entsprechender Signaltechnik und signalabhängiger ferngestellter Weiche erfordern, was ein ziemlicher Auwand wäre. Das einfachste wäre tatsächlich, das Einfahrsignal aus Richtung Landsberg zum Krankenhaus zu verlegen und damit nur den Bahnhof Schongau bis zum Krankenhaus zu verlängern, eine Weiche wäre dann nicht nötig.
Andreas


Keinen neuen Bahnhof errichten! Das Esig vor die (alte) Weiche versetzen und beides elektrisch anschließen - fertig. Das (neue) Krankenhausgleis ist dann praktisch Bahnhofsgleis (Bft). Betrieblich muss man sich sowieso Gedanken machen: Wie soll die Fahrt Bf. Schongau - Krankenhaus stattfinden? Als Zugfahrt? Dann braucht es sowieso Signale...

von 726 003 - am 29.10.2017 11:34
Zitat
726 003
Keinen neuen Bahnhof errichten! Das Esig vor die (alte) Weiche versetzen und beides elektrisch anschließen - fertig.

Genau das ist leider nicht so einfach. An der alten Stellwerkstechnik in Schongau darf nichts mehr verändert werden. Somit können auch keine Signale versetzt werden, geschweige denn neue (elektrische?) Weichen in die vorhandene (mechanische) Stellwerkstechnik integriert werden.

Grüße, Andreas

von KBS962 - am 30.10.2017 11:43
Zitat
KBS962
An der alten Stellwerkstechnik in Schongau darf nichts mehr verändert werden. Somit können auch keine Signale versetzt werden, geschweige denn neue (elektrische?) Weichen in die vorhandene (mechanische) Stellwerkstechnik integriert werden.
Grüße, Andreas


Ich bin zwar nicht mehr auf dem neuesten Stand, aber:
Ist der Ww in Schongau nicht mehr besetzt? in den "Besetzungszeiten" der DB taucht er nicht mehr auf. Dann hätte man ja in den letzten Jahren an der Stellwerkstechnik in Schongau etwas verändert...
Die Fahrten Landsberg - Schongau erfolgten auch als Sperrfahrten (da ja unterwegs auch rangiert wurde).
Wie sollen denn die Fahrten vom Bahnhof nach Krankenhaus (und zurück) durchgeführt werden?

von 726 003 - am 30.10.2017 16:31
Zitat
726 003
Ist der Ww in Schongau nicht mehr besetzt?



Der Ww MSOG wird temporär nach Erforderlichkeit besetzt.
Z.B. für die AL.

Gruß
Thomas

P.S.: Das Umbauverbot seitens EBA ist korrekt.

von 218 240 - am 30.10.2017 16:49
Hmm, ich habe es bisher nur so erlebt, dass auf HP1 ausgefahren und trotzdem unterwegs rangiert wurde. Das wäre für mich erst einmal keine Sperrfahrt.

Luchs.

von luchs - am 30.10.2017 17:13
Zitat
218 240
Das Umbauverbot seitens EBA ist korrekt.


Mag sein, aber das besteht - so glaube ich jedenfalls - schon lange...
Die Älteren werden sich ja noch erinnern, dass die Einfahrweiche in Schongau mal im BÜ der Bundesstraße lag. Schon damals (2001) sollte eine Verlegung der Weiche nicht möglich sein, da das Asig S wegen Bestandsschutz der Gruppenausfahrt bleiben sollte. Wie wir heute sehen, wurde es trotzdem gemacht.

von 726 003 - am 30.10.2017 17:37
Zitat
luchs
Hmm, ich habe es bisher nur so erlebt, dass auf HP1 ausgefahren und trotzdem unterwegs rangiert wurde. Das wäre für mich erst einmal keine Sperrfahrt.
Luchs.


Lese mal dazu 408.2481, dann wird es verständlich...

von 726 003 - am 30.10.2017 17:39
Da ich kein Mitarbeiter einer Bahngesellschaft bin, habe ich da offiziell keinen Zugang.

Luchs.

von luchs - am 30.10.2017 19:11
Entschuldige bitte, da habe ich wohl zuviel vorausgesetzt...

Grundsatz: Sperrfahrten sind Zugfahrten. Wenn Signale bedient werden können, sind sie zu bedienen.

Auszug aus 408.2481:

1 Als Sperrfahrten durchzuführende Zugfahrten

(1) Folgende Zugfahrten müssen als Sperrfahrt durchgeführt werden:

1. Zugfahrten, die Rückwärtsbewegungen durchführen müssen,
2. Kleinwagenfahrten (Sperrfahrt Kl),
3. Schneeräumfahrten.

2 Ausdehnung der Sperrfahrten

(3) Für Sperrfahrten, die auf Abzweigstellen verkehren oder Anschlussstellen
bedienen, können im Streckenbuch oder in einer Betra ergänzende Regeln
gegeben sein.

Welche Regeln jetzt genau für die Strecke Schongau - Landsberg aufgestellt wurden, weiß ich leider auch nicht. Vielleicht können Streckenkundige weiterhelfen.

von 726 003 - am 30.10.2017 19:26
Danke! Interessant, dass sogar Schneeräumfahrten als Sperrfahrt gelten.

Ich bin davon ausgegangen dass es Sperrfahrt heisst, weil das Streckengleis für diese Fahrt Signalunabhängig gesperrt wird - da ja z.B. bei einer Rückfahrt keine Rückblockung erfolgen kann. Ok, das gibt es hier nicht und ich bin halt doch blutiger Laie :-)

Luchs.

von luchs - am 30.10.2017 20:34

Re: Fahrdienstvorschrift

Zitat
luchs
Da ich kein Mitarbeiter einer Bahngesellschaft bin, habe ich da offiziell keinen Zugang.


Die Ril 408 oder neu wieder Fahrdienstvorschrift ist zur Zeit frei zugänglich. Man kann Google nach "Fahrdienstvorschrift download" oder ähnlichen Begriffen bemühen. Da gibt es auch offizielle DB Netz Links. Allerdings ist das Werk für Nichteisenbahner schwer verdaulich.

von km63.8 - am 31.10.2017 07:19
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