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KBS 970 - Forum
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vor 1 Woche, 2 Tagen
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km103, km63.8, EP3/5, WFN4, Railworker

Auf dem Abstellgleis

Startbeitrag von km103 am 06.08.2018 08:24

Heute macht die Garmischer Ausgabe des Münchner Merkur auf der Seite 1 mit einem Artikel "Auf den Abstellgleis" auf.
Kernaussage ist, laut Bayerischer Eisenbahngesellschaft, dass ein Halt am Kainzenbad dauerhaft nicht möglich ist.
Es wird damit begründet, dass kein Zeitpuffer vorhanden wäre und keine Möglichkeit für eine kompensierende Fahrtbeschleunigung bestände.
Ich möchte in diesen Zusammenhang darauf hinweisen, dass die Züge, beim passieren des ohne Schranken ausgerüsteten Bahnüberganges Garmisch-Kochelbergstraße, annähernd zum stehen kommen.
Entweder ist noch kein Sachverständiger der Bayerischen Eisenbahngesellschaft jemals mitgefahren oder man will keinen Cent zur Modernisierung des Bahnüberganges Kochelbergstraße in die Hand nehmen und dies nicht zugeben.
Übrigens wurde dort, vor ca. zwei Jahren erst eine Radfahrerin vom Zug "angefahren". Schranken wären kein Luxus.

Antworten:

Das BEG ist schon so ein Verein.....

Hatte mich vor ein paar Wochen bei der BEG beschwert das die Qualität mit ihrer Sparpolitik so leidet, man sagte mir nur das für die Teilnetze keine Reserve Züge eingeplant sind. Und verwies dann, an die Bahn als schuldigen, derweil ist doch das BEG so geizig.

von Railworker - am 06.08.2018 14:03


von km103 - am 06.08.2018 14:15
original Link

von km103 - am 06.08.2018 14:16

Re: Fahrzeit

Zitat
km103
Ich möchte in diesen Zusammenhang darauf hinweisen, dass die Züge, beim passieren des ohne Schranken ausgerüsteten Bahnüberganges Garmisch-Kochelbergstraße, annähernd zum stehen kommen.
Entweder ist noch kein Sachverständiger der Bayerischen Eisenbahngesellschaft jemals mitgefahren oder man will keinen Cent zur Modernisierung des Bahnüberganges Kochelbergstraße in die Hand nehmen und dies nicht zugeben.
Übrigens wurde dort, vor ca. zwei Jahren erst eine Radfahrerin vom Zug "angefahren". Schranken wären kein Luxus.


Dort besteht eine vorübergehende >>> Langsamfahrstelle

von km63.8 - am 07.08.2018 04:42

Re: Fahrzeit

Vielen Dank für die fachkundigen Hinweise zu den Langsamfahrstellen.
Das ist ja noch viel umfangreicher, als der gewöhnliche Fahrgast vermutet.
Daraus ist abzuleiten, wie sachlich falsch die Argumentation der Bayerischen Eisenbahngesellschaft ist.
Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass für Straßenbauprojekte im Wahlkreis 226 Weilheim / Garmisch, an die 1.000 Millionen für Straßenbauprojekte zur Verfügung stehen / gestellt werden, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass „von ganz oben“ eindeutig Prioritäten gesetzt werden.
Anlässlich der letzten Kundgebung im Zusammenhang mir den „zwei Tunneln für Garmisch“, wurde seitens der zuständigen Stellen noch großspurig getönt, die Tunnel wären alle schon im Bau, wenn man bloß genügend Planungskapazitäten hätte. Geld stände mehr als ausreichend zur sofortigen Verfügung.
Es ist schon eine obszöne Verhöhnung der vielen Bahnpendler auf der Werdenfelsbahn, die regelmäßig nicht zu knapp Geld ausgeben für ihre Zeitkarten, dass nicht einmal ein paar „Peanuts“ für ein bisschen Sicherungstechnik, wie Schranken und Signale abfallen.
Ach ja, ich höre schon das Argument: „Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Da sind ja völlig verschiedene Stellen zuständig“. Dem Wahlbürger dürfte das herzlich egal sein.

von km103 - am 07.08.2018 10:14

Re: Fahrzeit

Siehe auch dazu ein Interview mit dem Ex-Mautminister vom letzten Jahr im Merkur über die Tunnel, bei dem die Werdenfelsbahn ganz schnell abgespeist wurde (Zwei Absätze fast ganz unten)
[www.merkur.de]

von WFN4 - am 08.08.2018 09:19

Fahrzeit

Hallo,

zum dem Thema hab ich mir ein paar Gedanken gemacht... :)

Einfahrsignal in Mittenwald
====================
Wenn ich mich richtig erinnere steht das Einfahrsignal in Mittenwald aus Richtung Scharnitz knapp hinter dem Bahnübergang Innsbrucker Straße.

Wenn man das Einfahrsignal Richtung Bahnhof verschieben wollen würde, müsste man meiner Meinung nach 3 Zwangspunkte beachten:
1. Die Isarbrücke, da sie die Sicht auf ein dahinterstehendes Einfahrsignal behindern würde und weil man kein Signal darauf aufstellen könnte
2. Der Gefahrpunktabstand hinter dem Einfahrsignal muss hier mindestens 100 m zur Rangierhalttafel (steht glaub ich am Bahnübergang Mühlenweg) betragen
3. Der Abstand vom Einfahrsignal zum dahinterliegenden Ausfahrvorsignal muss mindestens 300 m betragen

Falls man die drei Punkte beachtet, könnte man meiner Meinung nach das Einfahrsignal maximal bis kurz vor die Isarbrücke stellen. Laut Google Earth wären das knapp 200 m Richtung Bahnhof. Könnte man dadurch 200 m länger 80 km/h anstatt der 50 km/h fahren, würde man sich 200 m / (50 km/h / 3,6) - 200 m / (80 km/h / 3,6) = 5,4 sek Fahrtzeit sparen. Das macht das Kraut nicht fett, meiner Meinung nach...

Wollte man alternativ die aktuelle Einfahrgeschwindigkeit von 50 km/h zu erhöhen, hat man 2 Probleme:
1. Die Weiche aus Richtung Scharnitz nach Gleis 3 und 4 wird aus beiden Richtungen mit maximal 50 km/h befahren. Deshalb vermute ich, dass sie einen Abzweigradius von 300 m hat, der die Maximalgeschwindigkeit auf 50 km/h beschränkt.
2. Würde man in Gleis 2 mit mehr als 60 km/h einfahren wollen, bräuchte man einen längeren Durchrutschweg hinter dem Ausfahrsignal Richtung Garmisch. Das würde wiederum bedeuten, das der Bahnübergang Dammkarstraße durch den Durchrutschweg blockiert werden würde.

Sprich die Einfahrgeschwindigkeit könnte man auch nicht so einfach erhöhen... Dazu müsste der Bahnhof schon komplett umgebaut werden, mit größeren Weichen und Entfernung der Bahnübergänge etc...

Zusammengefasst ist es meiner Meinung nach nicht so einfach Fahrtzeit in Mittenwald rauszuschlagen...

Benötigte Zeit für den Halt am Kainzenbad
=================================
Die Frage ist auch vielleicht, wie viel zusätzliche Zeit würde man den brauchen für den Halt am Kainzenbad? Dazu folgende Rechnung:
1. Bremszeit von 60 km/h auf 0 km/h (mit 0,7 m/s²): ca. 24 sek
2. Haltezeit+Abfertigungszeit: ca. 42 sek (Reine Schätzung)
3. Beschleunigungszeit von 0 km/h auf 60 km/h (mit 0,7 m/s²): ca. 24 sek
--> in Summe ca. 90 sek

Fährt man stattdessen mit 60 km/h durch, würde man für den Bremsweg und den Beschleunigungsweg (insgesamt rund 400 m) eine Fahrtzeit von ca. 24 sek brauchen.

Somit würde man 90 sek - 24 sek = 66 sek zusätzliche Zeit benötigen... Also etwas mehr als eine Minute müsste man schon rausschlagen...


Das alles sind nur ein paar Überlegungen von mir... Man müsste sich die Pläne und die Situation vor Ort genau anschauen, um eine wirklich genaue Aussage treffen zu können... Aber vielleicht konnte ich darstellen, dass so ein Umbau nicht ganz so einfach ist...

Ich hoffe das es trotzdem was wird mit dem zusätzlichen Halt am Kainzenbad!! Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung!!

Für Fragen steh ich natürlich gerne zur Verfügung :)

Viele Grüße,
EP3/5

von EP3/5 - am 08.08.2018 19:01

Re: Fahrzeit

:spos:, am Bahnübergang Garmisch Kochelbergstrasse gehen 2 X 24 Sekunden verloren.

Ein Blick auf den Bahnübergang Garmisch Wildenauer Strasse, direkt neben dem Haltepunkt Kainzenbad, ist interessant.
Zur Hochsaison ist der Parkplatz am Skistadion regelmäßig restlos überfüllt.
Auf der Wildenauer findet starker Parksuchverkehr statt.
Die Vorfahrtstrasse Wildenauer Strasse knickt unmittelbar nach dem Bahnübergang um 90° ab.
Vor diesen Knick halten Ortsunkundige "zur Orientierung" regelmäßig an.
Der nachfolgende Verkehr auf der Vorfahrtstrasse Wildenauer Strasse rechnet nicht damit, muss ebenfalls stoppen und schwups stehen die Fahrzeuge direkt auf dem Bahnübergang - zurück geht´s natürlich auch nicht sofort, da der nachfolgende dicht aufgefahren ist.
Sicher, es gilt die glasklare Regel: Erst auf einen Bahnübergang einfahren, wenn dieser auch sofort sicher wieder verlassen werden kann.
Funktioniert aber hier des öfteren augenscheinlich nicht.
Das es am Übergang bisher nur im Dezember 2016 zu einem schweren Unfall gekommen ist, grenzt an ein Wunder.
Dis ist vor allem den vorausschauenden Lokführern zu verdanken, die, bei Hochbetrieb am Skistadion, jetzt schon freiwillig eine Langsamfahrstelle am Bahnübergang einlegen.
Auch ist der Sichtwinkel vor dem Bahnübergang in Fahrtrichhtung Mittenwald meist gnadenlos zugeparkt und jetzt auch noch zugewachsen.
Was ich damit sagen will: Der Halt Kainzenbad ist, ohne Fahrgastwechsel, jetzt schon zu Teilen zeitlich realisiert.

von km103 - am 09.08.2018 10:16

Re: Danke :-)

Danke für die ausführliche Erklärung ;-)

Zitat
EP3/5
Wenn man das Einfahrsignal Richtung Bahnhof verschieben wollen würde, müsste man meiner Meinung nach 3 Zwangspunkte beachten:
1. Die Isarbrücke, da sie die Sicht auf ein dahinterstehendes Einfahrsignal behindern würde und weil man kein Signal darauf aufstellen könnte
2. Der Gefahrpunktabstand hinter dem Einfahrsignal muss hier mindestens 100 m zur Rangierhalttafel (steht glaub ich am Bahnübergang Mühlenweg) betragen
3. Der Abstand vom Einfahrsignal zum dahinterliegenden Ausfahrvorsignal muss mindestens 300 m betragen


Ich werde mal eine Vorortbesichtigung machen ...

Zu 1: Die Brücke ist aus dem Bauch raus nicht so hoch dass sie die Sicht auf ein hochstehendes Signal verdeckt.
Zu 3: Warum gibt es das einzeln stehende Vorsignal überhaupt? Weg damit. Diese Aufgabe kann das zurückgesetzte Einfahrsignal mit übernehmen.

von km63.8 - am 10.08.2018 17:22

Re: Danke :-)

Hallo,

Zu 1: Wie gut die Sichtbarkeit auf das Einfahrsignal hinter der Brücke wäre kann ich jetzt auch nicht beurteilen... Wie gesagt, das müsste man sicher im Detail anschauen... ;-)

Zu 3: Nach meinem Wissenstand wird auf der Strecke Garmisch bis zur Staatsgrenze bei Scharnitz mit der Bremstafel 400 m gefahren. Das bedeutet, dass der Regelbremsweg und somit der Vorsignalabstand 400 m beträgt. Nach dem Regelwerk der DB kann der Vorsignalabstand maximal auf das 1,5-fache des Regelbremsweges erhöht werden. Das wären hier 1,5 * 400 m = 600 m. Wenn ich jetzt in Google Earth die Entfernung von den Ausfahrsignalen zu dem alleinstehenden Vorsignal messe, sind das ziemlich genau 600 m...

Würde man jetzt das Vorsignal entfernen und durch ein Mehrabschnittssignal ersetzen, müsste man es genau an die Stelle stellen, wo jetzt des Vorsignal steht... Das ist aber keine Alternative, weil man so nicht mehr Richtung Scharnitz rangieren könnte (und weil der nötige Gefahrenpunktabstand nicht eingehalten werden könnte)... Deshalb wird man nicht an einem zusätzlichen Vorsignal vorbei kommen...

Viele Grüße,
EP3/5

von EP3/5 - am 10.08.2018 17:48

Re: jetzt gibt das ein Bild

Zitat
EP3/5
Nach dem Regelwerk der DB kann der Vorsignalabstand maximal auf das 1,5-fache des Regelbremsweges erhöht werden. Das wären hier 1,5 * 400 m = 600 m. Wenn ich jetzt in Google Earth die Entfernung von den Ausfahrsignalen zu dem alleinstehenden Vorsignal messe, sind das ziemlich genau 600 m...


So einzeln stehende Vorsignale gibt es ja noch mehr, in Mittenwald in beiden Richtungen und in Kaltenbrunn talwärts. Eine Erhöhung des Vorsignalabstand auf 700m wäre keine schlechte Idee gewesen. Nur hätte man dann ein Problem mit Klais und den BÜ Altanlagen gehabt .

von km63.8 - am 10.08.2018 18:20
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