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Forum 3. Liga Nord Handball
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Hüruper, Bob Andrews

HSV BW Insel Usedom steht vor der Insolvenz

Startbeitrag von Hüruper am 01.03.2006 13:13

Handball-Verein steht vor der Insolvenz
Alle Mannschaft des HSV Blau-Weiß sollen im Wettkampfbetrieb bleiben

News von Mittwoch, 1.3.2006, 08:23 Uhr

Zahlungsunfähigkeit droht den Insel-Handballern. Der Verein setzt jedoch alles daran, die Teams im Wettspielbetrieb zu halten.

Der viele Jahre erfolgreiche und als Vorzeigeverein gehandelte HSV Blau-Weiß Insel Usedom steht offenbar unmittelbar vor der Zahlungsunfähigkeit.
Nach einer Versammlung der Gesellschafter der Bundesliga- GmbH am Montagabend gab sich zwar gestern früh Vereinschef Hans Jürgen Merkle noch zugeknöpft und verwies zunächst lediglich auf eine für heute Mittag in der Geschäftsstelle des HSV angesetzte Pressekonferenz. Vermutlich wird aber dann „die Katze aus dem Sack“ gelassen. Für gestern Abend war zuvor noch ein Treffen mit den Sponsoren der Blau-Weißen vereinbart; sicher, um sie über die beabsichtigten Schritte zu unterrichten, vielleicht aber auch, um in letzter Sekunde noch einen rettenden Strohhalm in Form zusätzlicher Spendengelder ergreifen zu können. So recht daran glauben mag freilich kein Verantwortlicher mehr.
Dass der Verein seit Längerem in argen Finanznöten steckt, war bereits im Sommer offenkundig geworden, als unter anderem wegen zahlreicher offener Zahlungsforderungen – unter anderem früherer Regionalligaspieler – und fehlender Verwendungsnachweise der damalige Manager Peter Höhne gehen musste (OZ berichtete). Später übernahm bekanntlich
die Gemeinde für den Verein eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 60 000 Euro – nur für den schlimmsten Fall der Fälle, wie es damals hieß. Und der GmbH stellte sich die Sparkasse Vorpommern mit einem Kredit zur Seite.
Nach Informationen unserer Zeitung ist ferner nicht auszuschließen, dass mit dem Verein nun auch die GmbH der Bundesliga-Mannschaft wegen drohender Zahlungsunfähigkeit handeln muss. GmbH-Chef Franz-Josef Brickwedde wollte dazu gestern auf Nachfrage zwar noch nichts sagen, ließ jedoch durchblicken, dass er optimistisch sei, mit dem Team um Gala, Thormann & Co. die Saison ordentlich zu Ende spielen zu können. Das gilt vereinsintern auch als abgemachtes Ziel für sämtliche Mannschaften, bis hin zum jüngsten Nachwuchs. Immerhin zählt Blau-Weiß zur Zeit offiziell 294 Mitglieder. Merkle hatte bereits vor Wochen als wesentlichen Aspekt eines damals noch als „möglich“ bezeichneten juristischen Schrittes gekennzeichnet, dass möglichst alle Teams im Wettkampfbetrieb bleiben sollen. Die Bundesligamannschaft ist bekanntlich abgeschlagen Tabellenletzter, hatte jedoch bei den vergangenen zwei Spielen (25:25 zu Hause gegen Dessau und 27:29 in Aurich) bewiesen, dass ihre Moral intakt ist.
(von Steffen Adler, OZ 01.03.2006)


Usedomer Handballer vor finanziellem Aus

Ahlbeck (OZ) Existenzielle finanzielle Sorgen plagen den Handball-Zweitligisten Blau-Weiß Insel Usedom. Offenbar müssen sowohl der 294 Mitglieder zählende Handball-Sportverein als auch die Spielbetriebs-Gesellschaft, die die Geschicke der Zweitliga-Mannschaft lenkt, Insolvenz anmelden. Näheres soll heute auf einer Pressekonferenz des Vereins mitgeteilt werden. Klar scheint, dass unter anderem offene Zahlungsforderungen aus der Vergangenheit, ausgebliebene Sponsorengelder und geringere Einnahmen wegen rückläufiger Zuschauerzahlen bei den Heimspielen zu dem drohenden finanziellen Aus geführt haben.
Nach OZ-Informationen bemühen sich die Vereins- und GmbH-Verantwortlichen intensiv darum, dass alle Mannschaften ihren Spielbetrieb fortsetzen können. Vor allem die Nachwuchsteams gelten als sehr erfolgreich. So führt die A-Jugend die Tabelle der Gruppe Süd in der Regionalliga Nordost an. Dagegen steht die Männer-Sieben in der Nordstaffel der 2. Bundesliga als abgeschlagenes Schlusslicht vor dem Abstieg. Am Samstag erwarten die Usedomer in der Ahlbecker Pommernhalle TuS Spenge.
(von Steffen Adler, OZ 01.03.2006)

(Quelle: http://bw-handball.de/?id=537&s=news )

Gruß
Michael

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HSV BW Insel Usedom hat Insolvenz angemeldet

Presseerklärung HSV Blau Weiß Insel Usedom e.V.

News von Mittwoch, 1.3.2006, 14:59 Uhr

Bedingt durch den Insolvenzantrag der Marketing HSV Blau Weiß Insel Usedom GmbH & Co. KG sah sich auch der HSV Blau Weiß Insel Usedom e.V. am heutigen Tag gezwungen, einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Stralsund zu stellen. Die Marketing HSV Blau Weiß Insel Usedom GmbH & Co. KG hatte gegenüber dem Verein die Verpflichtung übernommen, die Lohnkosten für einen nicht mehr eingesetzten Spieler, der noch einen Arbeitsvertrag mit dem Verein hatte, bis zu dessen Vertragsende am 30.06.2006 zu übernehmen. Durch den Insolvenzantrag steht zu befürchten, dass diese Kostenübernahmeerklärung nicht mehr werthaltig ist, was unweigerlich zur Zahlungsunfähigkeit des Vereines führt.

Zu diesem Risiko hat sich neben den bereits bekannten Problemen in den letzten Tagen ein weiteres eingestellt. Der Verein sieht sich nicht in der Lage, der kürzlich eingegangenen Aufforderung des Landessportbundes, die im Jahr 2005 bis zum Ausscheiden von Peter Höhne geflossenen Fördermittel für die Stelle eines Vereinssportlehres abzurechnen, nachzukommen. Voraussetzung für die Gewährung dieser Mittel waren zum einen mindestens 500 Mitglieder im Verein und zum anderen, dass der Stelleninhaber tatsächlich auch als Übungsleiter im Nachwuchsbereich tätig ist.

Herr Höhne hat bis heute, trotz zahlreicher Aufforderungen seit Januar 2005, die von ihm geführte Mitgliederliste nicht herausgegeben. Entsprechend der durch Herrn Höhne beim Kreissportbund gemeldeten Vereinsmitglieder hätte der Verein im Jahr 2003 432 Mitglieder gehabt, im Jahr 2004 569 Mitglieder und im Jahr 2005 579 Mitglieder. Diese Zahlen stimmen nicht mit den geflossenen Mitgliederbeiträgen überein. Im Jahr 2003 hätten nach diesen Meldungen ca. 35.000 Euro Mitgliedsbeiträge eingenommen werden müssen, tatsächlich waren es aber nur 12.455 Euro. Im Jahr 2004 hätten nach dem angeblichen Mitgliederzuwachs ca 50.000 Euro an Beiträgen dem Verein zufliessen müssen, tatsächlich waren es noch weniger als im Jahr zuvor, nämlich nur 8.842 Euro. Im Jahr 2005 hätte der Verein 55.000 Euro an Beiträgen einnehmen müssen, tatsächlich sind 13.565 Euro eingegangen. Der Vorstand, namentlich Lars Petersen, hat in mühevoller Kleinarbeit eine neue Mitgliederliste erstellt. Danach hat der Verein aktuell 296 Mitglieder. Wegen dieser Zahlungen muss der Vorstand davon ausgehen, dass die in den Fördermittelanträgen genannten Mitgliedszahlen nie existiert haben, der Umkehrschluss würde bedeuten, dass dem Verein seit 2003 ca. 100.000 Euro an Mitgliedseinnahmen entgangen wären.

Ausserdem hat der Vorstand feststellen müssen, dass entgegen der Antragstellung und der Verwendungsnachweise Herr Höhne seit spätestens Mitte 2003 nicht mehr aktiv an der Betreuung im Nachwuchsbereich teilgenommen hat. Der Verein hat deshalb mit einer Rückforderung der im Jahr 2005 geflossenen Mittel in Höhe von 5.333 Euro zu rechnen, ggf. auch einer Rückforderung der in den Jahren 2003 und 2004 geflossenen Mittel von insgesamt mehr als 22.000 Euro.

Diese Beträge waren im Sanierungsplan nicht vorgesehen, weil diese Fakten schlicht nicht bekannt waren und würden auch eigenständig einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zur Folge haben.

Des weiteren hat auch ein früherer Spieler im Jahr 2006 Klage auf die Zahlung weiterer 13.000 Euro eingereicht. Es liegt aber kein schriftlicher Arbeitsvertrag vor, der Spieler beruft sich in der Klageschrift auf Zusagen die ihm Herr Höhne mündlich gemacht haben soll. Herr Höhne hat dem Vorstand auf Nachfrage schriftlich bestätigt, es gäbe keine derartigen Zusagen über die gezahlten Beträge hinaus. Nach dem kürzlich stattgefundenen Gütetermin vor dem Arbeitsgericht muss der Verein auch hier mit einem nicht abschätzbaren Risiko rechnen.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass nach Aufarbeitung der gesamten, vorgefundenen Unterlagen der Verein bereits in der Aufstiegssaison 2003/2004 mit ca. 45.000 Euro unterfinanziert war. Diese Löcher wurden dann mit Geldern, die eigentlich für die Saison 2004/2005 gedacht waren, gestopft. Teilweise wurden Rechnungen aus dem Jahr 2003 erst im Frühjahr 2005 beglichen. Die Bundesligasaison 2004/2005 hat bis heute nochmals zu einem Verlust von ca. 88.000 Euro geführt. Dieser Betrag kann sich noch weiter erhöhen, falls dem Verein für die Jahre 2003 und 2004 die steuerliche Gemeinnützigkeit nicht zuerkannt wird.

Hans-Jürgen Merkle
1. Vorsitzender

Lars Petersen
2. Vorsitzender

(Quelle: http://bw-handball.de/?id=540&s=news )

Presseerklärung Marketing HSV Blau Weiß Insel Usedom GmbH & Co. KG

News von Mittwoch, 1.3.2006, 14:58 Uhr

Die Marketing HSV Blau Weiß Insel Usedom GmbH & Co. KG hat am 27.02.2006 beim Amtsgericht Stralsund wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsführer, Franz-Josef Brickwedde hatte in einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 15.02.2006 die Gesellschafter unterrichtet, dass er bis zum Saisonende eine Unterdeckung zwischen 40 – 60 TEUR erwartet. Diese setzt sich jeweils zur Hälfte zusammen aus Mindereinnahmen bei den geplanten Zuschauereinnahmen und ausstehenden Einnahmen von Sponsoren.

Die Betonung liegt hier klar auf drohender Zahlungsunfähigkeit. Die Marketing HSV Blau Weiß Insel Usedom GmbH & Co. KG ist bis zum Montag ihren Zahlungsverpflichtungen nachgekommen. Sie geht davon aus, dass bis zur Entscheidung über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Stralsund der Spielbetrieb der 1. Männermannschaft in der 2. Handballbundesliga durch den vom Amtsgericht einzusetzenden vorläufigen Verwalter weitergeführt wird.

Die Marketing HSV Blau Weiß Insel Usedom GmbH & Co. KG hat bei ihren Planungen für die laufende Saison, die noch gemeinsam mit dem früheren Manager Peter Höhne für den Lizenzantrag im Frühjahr 2005 erstellt wurden, auf eine durch Herrn Höhne bereitgestellte Sponsorenliste aufgesetzt. Leider hat sich herausgestellt, dass es mit einer ganzen Reihe von Sponsoren keine schriftlichen Vereinbarungen gab und es bis heute leider nicht gelungen ist, mit allen Sponsoren entsprechende Vereinbarungen zu schliessen. Einige haben schlichtweg bestritten, dass es überhaupt Zusagen an den Verein gegeben habe. Obwohl Herr Höhne noch in Funktion als 1. Vorsitzender tätig war, gab es leider keine Unterstützung bei der Aufstellung der Budgets. Es wurden auch keine Unterlagen zur Verfügung gestellt, die verlässliche Aufschlüsse hätten geben können über die Einnahmen in den Vorjahren.

Franz Brickwedde
Geschäftsführer

(Quelle: http://bw-handball.de/?id=539&s=news )

Gruß
Michael

von Hüruper - am 01.03.2006 14:50
Für alle, die sich Hoffnungen gemacht haben, dies könnte die Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga eventuell verringern (weil Usedom unter Umständen wegen Lizenzentzugs in die Oberliga muss), ein Zitat von www.svz.de:

Zitat

Wie weiter? Dazu Männerligawart Uwe Stemberg (Osnabrück): "Die letzten Drei steigen sportlich definitiv ab. Wenn sie (Usedom – d. A.) clever sind, reichen sie erst gar keine Lizenz für die neue Saison ein." Dann könnten die Insulaner in Liga drei einen Neuanfang unternehmen. Bei Lizenzverweigerung geht es dagegen runter in die Klasse der 2. Mannschaft. Dies wäre die MV-Oberliga (4. Liga).



von Bob Andrews - am 03.03.2006 10:29
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