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Forum 3. Liga Nord Handball
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Oberliga SH, Hüruper, HaedoBasti

DHK I verschwindet von der Bühne!

Startbeitrag von Oberliga SH am 07.05.2009 22:04


DHK I verschwindet von der Bühne
Handball. Der Vereins−Vorstand des DHK Flensborg wird für die Regionalliga−Handballer keine neue Spielberechtigung beantragen.

FLENSBURG. Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Der DHK Flensborg gibt seine Regionalliga−Mannschaft auf. Wie die DHK−Vorsitzende Rita Möller gestern bestätigte, verzichtet der SdU−Vertreter darauf das Team für eine weitere Spielzeit zu melden. "Die Grenze war erreicht und wir mussten handeln", sagte die Vorstands−Vorsitzende. Einstimmig sei der Vorstands−Beschluss im fünfköpfigen Gremium gefasst worden.

Nach 13 Jahren Zugehörigkeit zur dritthöchsten Spielklasse ist das Kapitel "Spitzen−Handball beim DHK" abrupt beendet.

"Aus ökonomischen Gesichtspunkten haben wir bereits zu Jahresbeginn beschlossen, die Meldung zur Regionalliga von diversen Faktoren abhängig zu machen. Trotz mehrerer Gespräche mit den Gesellschaftern konnten Bedenken nicht ausgeräumt und entsprechendes Zahlenmaterial nicht vorgelegt werden, so dass der Vorstand es für unverantwortlich gehalten hat, die Genehmigung für eine weitere Saison zu unterzeichnen", vertiefte Möller die Beweggründe für die äußerst drastische Maßnahme.

Am Mittwoch−Abend seien Trainer und Mannschaft von ihr und dem stellvertretenden Vorsitzenden Lars Thordsen entsprechend in Kenntnis gesetzt worden.

Joachim Ostendorf, Geschäftsführer der für den Regionalliga−Spielbetrieb zuständigen GmbH und Co. KG, zeigte sich irritiert. "Ich habe keinerlei Verständnis für diese Entscheidung. Was jetzt folgt, hat einzig der DHK−Vorstand zu verantworten."

Der "Ziehvater" der ersten Männermannschaft wollte noch gestern am Nachmittag umgehend juristische Hilfestellung suchen um die Gesamtsituation aus sportrechtlicher Perspektive auf den Prüfstand zu stellen. "Es ist ein schwebendes Verfahren, deshalb werde ich keinen weiteren Kommentar abgeben. Nur soviel − der Vorstand ist deutlich über das Ziel hinausgeschossen und muss mit möglichen Konsequenzen rechnen."

Der Stammverein Dansk Håndbold Klub, der Inhaber der Spiel−Lizenz für die erste Männermannschaft, ist zugleich einer von insgesamt drei Gesellschaftern innerhalb der GmbH und stellt dabei ein festgesetztes Haftungsvermögen.

"Für den Hauptverein kann man daher auf alle Fälle Entwarnung geben, da das finanzielle Risiko begrenzt und überschaubar ist", stellte Möller fest. "Wir stehen aber klar in der Verantwortung unseren Mitgliedern gegenüber und sehen uns verpflichtet auch Vorgänge aus dem Liga−Bereich offenzulegen, was uns nicht möglich war."

Und genau hier scheint der Auslöser für den schwerwiegenden Bruch zwischen Klub und GmbH zu liegen. Dazu Rita Möller: "Es hat sich langsam entwickelt. Dieser Schritt ist uns nicht leicht gefallen, war aber unabdingbar. Für die Spieler tut es uns unendlich leid."

Gleiches betont auch Ostendorf: "Spieler und Trainer haben mein größtes Mitgefühl. Aber ich habe den Scherbenhaufen nicht verursacht."

Während Trainer Waldemar Paciorek nach einer schlaflosen Nacht gestern noch nicht wirklich der Sinn nach einem Kommentar stand, brachte Peter Stotz die Stimmung der Mannschaft auf den Punkt: "Alle waren schockiert. Schade, dass uns der Verein nicht länger haben will. Was jetzt mit jedem einzelnen von uns passiert, müssen wir abwarten. Zu diesem späten Zeitpunkt sind die Türen bei anderen Vereinen natürlich schon zu", so der Kapitän.

Laut Stotz ist für kommenden Montag ein Treffen angesetzt, bei dem die Mannschaft von GmbH−Chef Ostendorf letzte Aufschlüsse erwartet.

An ein gutes "Ende mit Schrecken" bis zum Ablauf der Meldefrist am 15. Mai glaubt indes niemand mehr wirklich im Lager des ranghöchsten Handball−Vertreters der dänischen Volksgruppe. "Wir haben diesen Entschluss gefasst und zu dem stehen wir auch", betont Rita Möller.

Mit dem Startverzicht in der Regionalliga wird zwangsläufig aus der Reserve−Mannschaft, die vor kurzem den Sprung in die Landesliga schaffte, die "neue Erste" des DHK werden.

Volker Metzger

Quelle: Flensborg Avis

Antworten:

Wer nimmt denn den "freien" Platz von Flensborg ein?! Steigt etwa eine Mannschaft weniger ab oder vielleicht eine mehr auf...!?

von HaedoBasti - am 07.05.2009 23:35
Hat sich schon wieder erledigt! Die DHK-Vorsitzende ist zurückgetreten und die Mannschaft wurde für kommende Saison gemeldet!

http://www.dhk-flensborg.de/fileadmin/documents/Presseerkaerung_08Mai09.pdf

von Oberliga SH - am 08.05.2009 20:39

Flensborg Avis: Ein unglaublicher Sinneswandel

Ein unglaublicher Sinneswandel

Handball. DHK Flensborg hat nun doch seine Regionalliga−Mannschaft für die nächste Spielzeit angemeldet.

FLENSBURG. Dem DHK Flensborg scheint in der schwersten Krise seiner Vereinsgeschichte zumindest aus rein sportlicher Sicht eine Kehrtwende zum Positiven gelungen zu sein. Nach einem überraschenden Sinneswandel im Eiltempo um 180 Grad machte der DHK−Vereinsvorstand einen Rückzieher und meldete die Regionalliga−Handballer kurz vor Ultimo nun doch beim Nord−Ostdeutschen Handball−Verband (NOHV) für die kommende Spielzeit an.

Während sich die Sportler samt Trainerstab nach der jüngsten Entscheidung enorm erleichtert zeigten, bleiben im Hintergrund viele Fragen ungeklärt. Eine Aufarbeitung der Ursachen sowie Haupt−Auslöser für eine Krise, die von bitteren "Nebengeräuschen" begleitet wurde, ist lediglich angekündigt.

Keine Aufklärung

"Wir werden zum jetzigen Zeitpunkt keine nähere Erklärung zu diesem Thema abgeben", ließ der Stellvertretende und Übergangs−Vorsitzende Lars Thordsen gestern auf Anfrage unserer Redaktion die Kernfrage unbeantwortet, warum es binnen weniger als 48 Stunden zu diesem Sinneswandel gekommen ist.

Immerhin hatte der Klub−Vorstand der GmbH und Co. KG, in der die Liga−Mannschaft ausgegliedert ist, und dessem Geschäftsführer Joachim Ostendorf die Existenz−Grundlage aufgrund "nicht ausreichend gewährter Einblicke in die finanziellen Situation" zunächst entzogen.

Thordsen kündigte an, sich nun gemeinsam mit den Vereinsmitglieder auf einer Außerordentlichen Jahreshauptversammlung mit diesem Thema ausgiebig befassen zu wollen.

In erster Priorität gehe es darum einen Nachfolger für die zurückgetretene DHK−Chefin Rita Möller zu finden. Angestrebt ist ein Termin im Juni.

Erste Entscheidung

Erst am vergangenen Mittwoch−Abend hatten die zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Vorsitzende Rita Möller und Thordsen die Mannschaft und Trainer von dem einstimmigen Vorstandsbeschluss unterrichtet, auf das Startrecht in der 3. Liga verzichten zu wollen (wir berichteten).

Daraufhin überschlugen sich die Ereignisse. Dem verkündeten Verzicht folgte nur einen Tag später der Rücktritt von Möller, die als Begründung gegenüber Flensborg Avis von "Bedrohungen gegen ihre Person" berichtete. Und auch der "Rest−Vorstand" schien noch bis zum Freitag−Nachmittag nicht von seiner eingeschlagenen Linie abrücken zu wollen.

Ostendorf, der rechtliche Konsequenzen angekündigt hatte, sollte es bei der Haltung des DHK−Vorstandes bleiben, erreichte ein "Umdenken" und erhielt noch am selben Tag die Zustimmung von Thordsen und den verbliebenen Vorstands−Vertretern. Für einen Kommentar war der "Ziehvater" der Liga−Mannschaft gestern nicht zu erreichen.

Erreichbar waren hingegen Trainer Waldemar Paciorek und Kapitän Peter Stotz. Unisono zeigte sich beide "froh und erleichtert", dass der DHK nun doch zur neuen Saison an den Start gehen wird. "Es hat uns ja ganz schön umgehauen. Das waren zwei graue Tage in meinem Leben, die sehr weh getan haben und die ich nicht vergessen werde", erklärte Paciorek, der nie die Hoffnung aufgegeben hatte, dass "es doch irgendwie weiter gehen würde."

Stotz berichtete aus der Stimmung im Team, das trotz der turbulenten Ereignisse keine Konsequenzen angekündigt hat: "Wir waren alle ziemlich planlos und sind natürlich froh, dass es weiter gehen wird. Der Zusammenhalt wird jetzt noch größer sein. Alle wollen an Bord bleiben. Jetzt hoffen wir noch auf ein oder zwei Verstärkungen und freuen uns auf die neue Saison."

Kurve bekommen

Mit der Meldung der Mannschaft haben die Gesamt−Verantwortlichen des DHK aus rein sportlicher Sicht gerade noch "die Kurve" bekommen, ob es in den anderen "existenzfraglichen" Bereichen auch klappen wird, zeigen die nächsten Wochen.

Zumindest öffentlich will zum jetzigen Zeitpunkt niemand von einem Image−Verlust sprechen. Unbeantwortet ließ Thordsen zudem die Frage, ob der auslaufende Vertrag zwischen dem Stammverein und der GmbH verlängert wird.

Volker Metzger

(Quelle: Flensborg Avis)

Gruß
Michael

von Hüruper - am 11.05.2009 12:01
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