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Forum Transrapid - Maglev - Eurorapid
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17
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Hannes Kern, Joh. Klühspies, Karl-Hartmut Blesik, Helmut März, Erich Sczepanski, presse, ²moritz, Michael Eisele, marcus12, Markus B, Aragorn, Horst Fischer

Magnetbahn aus China

Startbeitrag von Aragorn am 10.11.2003 11:58

Warum lassen wir uns den Transrapid denn nicht von den Chinesen bauen?
Dann wäre die Strecke in einem viertel der Zeit fertig und würde nur die Hälfte kosten.
Commander Wu würde das bestimmt besser machen als die Millionenverschlingenden Planungsgesellschaften bei denen am Ende eh nix rauskommt.

Wenn wenigstens die Chinesen aus der Technik etwas machen wär` das besser als wenn der Zug zu Grabe getragen wird.

Antworten:

Stimme dem vollkommen zu!

von Hannes Kern - am 10.11.2003 12:33
Nun, sicherlich würde die das billiger hin bekommen, aber etwas Planung ist dann doch gut. Denn hätte man die Trasse so gut vermessen und berechnet. Wie bei uns die MR Trasse im Revier dann hätte man sofort gesehen, das man die Pfeiler für die Fundamente etwas Tiefer in den Boden einbringen muss. Den die Setzungen in Shanghi haben ja beim System erhebliche Störungen hervorgerufen.

Nun hat man diese aber im Griff.

Aber mal abwarten vielleicht expotieren wir ja wirlich mal in einigen Jahren den TR;-)

von marcus12 - am 10.11.2003 12:33

Unterschied VR China und Deutschland

Aragorn schrieb:

Zitat

Warum lassen wir uns den Transrapid denn nicht von den
Chinesen bauen?
Dann wäre die Strecke in einem viertel der Zeit fertig und
würde nur die Hälfte kosten.
Commander Wu würde das bestimmt besser machen als die
Millionenverschlingenden Planungsgesellschaften bei denen am
Ende eh nix rauskommt.



Schon mal was davon gehört, daß es in Deutschland gewisse Gesetze und Vorschriften für Bauprojekte gibt, inklusive eines Rechtswegs, der es Betroffenen erlaubt, behördliche Entscheidungen ggf. vor Gericht überprüfen zu lassen?

Daß sich Großprojekte in einer Diktatur "ewas" schneller umsetzen lassen, als in Rechtsstaaten sollte doch auch euch bekannt sein!



MfG Markus B

von Markus B - am 10.11.2003 16:31
Zitat

Warum lassen wir uns den Transrapid denn nicht von den Chinesen bauen?


Es gilt als sicher, dass sich die chinesische Wirtschaft auf Basis ihres Shanghai-Know-hows auf den Bau der Trasse in Bayern bewerben wird.


Zitat

Wenn wenigstens die Chinesen aus der Technik etwas machen wär` das besser als wenn der Zug zu Grabe getragen wird.


Da stimme ich Ihnen prinzipiell zu. Und das dürfte ohnehin geschehen, denn die meisten grundsätzlichen System-Patente der Magnetschwebetechnologie sind inzwischen ausgelaufen und daher frei nutzbar.
Unter Patentschutz stehen nach meinem Kenntnisstand u.a. noch einige Komponenten der Regelungs-/ Steuerungstechnik - doch es ist auch bekannt, dass China dem Schutz 'fremder' Patente keine hohe Priorität beimisst.

Zitat

Dann wäre die Strecke in einem viertel der Zeit fertig und würde nur die Hälfte kosten.

Wenn man das Planungsrecht umginge, dann wäre das wohl so. Und wenn China den dt. Fahrweg unter Einsatz "chinesicher Gastarbeiter" bauen würde, dann wären die Trassenerstellungskosten wohl tatsächlich um etwa ein Drittel geringer. Aber dieser Fall wird aus protektionistischen bzw. arbeitsplatzsichernden Gründen mittelfristig wohl ohnehin nicht eintreten. Langfristig dagegen ist vieles vorstellbar.

Gruß,
Joh. Klühspies

.

von Joh. Klühspies - am 10.11.2003 17:59

Re: Welcher Rechtsstaat

Welcher Rechtsstaat? Das Bundesverkehrsministerium hält sich ja auch nicht an rechtsstaatlichen Maßstäbe, wie die Behandlung aller gleich, denn sonst wäre der Mittelstand ja auch nicht systematisch bei allen entscheidenden Projekten ausgeschlossen.

von Hannes Kern - am 10.11.2003 18:20
Joh. Klühspies schrieb:

Zitat

Und wenn China den dt. Fahrweg unter Einsatz "chinesicher
Gastarbeiter" bauen würde, dann wären die
Trassenerstellungskosten wohl tatsächlich um etwa ein Drittel
geringer. Aber dieser Fall wird aus protektionistischen bzw.
arbeitsplatzsichernden Gründen mittelfristig wohl ohnehin
nicht eintreten. Langfristig dagegen ist vieles vorstellbar.

Gruß,
Joh. Klühspies
.

Ob das die TR-Gegner wohl auch unter "TR soll sich dem Wettbewerb stellen" verstehen würden ?

von Michael Eisele - am 10.11.2003 18:38

Re: Welcher Rechtsstaat

Na, Herr Kern, wir brauchen ja garnicht so allgemein zu werden. Heute hat unser lieber Opa Stolpe mal wieder was vom Bundesverkehrswegeplan erzählt. Der ist eigentlich ein Gesetz, dass es seit einem Jahr zu verabschieden gilt. Die Finanzierung von Verkehrsinfrastruktur erfolgt also derzeit ohne gesetzliche Basis.

von Karl-Hartmut Blesik - am 10.11.2003 18:41
Michael Eisele schrieb:

Zitat

Ob das die TR-Gegner wohl auch unter "TR soll sich dem
Wettbewerb stellen" verstehen würden ?


Sie sollten eigentlich wissen, dass die Gegner der TR/MR das fadenscheinige Argument von tausenden Arbeitsplätzen noch nie geglaubt haben.

Wenn Sie mal ein paar ältere Postings von mir im SVZ-Forum nachlesen, werden Sie sehen, was ich dazu geschrieben habe.

In dem Punkt ist keiner blauäugiger als die Fans des TR - immer noch!
;-)



von Horst Fischer - am 10.11.2003 19:19

Re: Welcher Rechtsstaat

Interessant, Herr Blesik!

von Hannes Kern - am 10.11.2003 19:25
Herr Fischer, die Freifrau hat dies doch nicht etwa 1914 zu Papier gebracht? (Zitat im gesellschaftlichen Kontext)

von Hannes Kern - am 10.11.2003 19:29

Re: Welcher Rechtsstaat

Zitat

Die Finanzierung von Verkehrsinfrastruktur erfolgt also derzeit ohne gesetzliche Basis.


Bin kein Jurist: Was ist denn die mögliche Konsequenz aus dieser fehlenden gesetzlichen Grundlage?

Mfg, moritz

von ²moritz - am 10.11.2003 23:19

Re: Welcher Rechtsstaat

Es gibt keine Planungssicherheit, d. h. z. B können keine Finanzierungsvereinbarungen über neue Projekte geschlossen werden (der TR ist nicht im BVWP!). Letztendlich bedeutet dies, dass zur Zeit kein neues Projekt aus dem BVWP gestartet werden kann, die laufenden sind noch aus dem alten, der übrigens jetzt plötzlich für 2 Jahre auch Teil des neuen ist.

Was für Konsequenzen es hat, wenn eine Regierung ihre eigenen Gesetze mißachtet, ist ein Fall für Staatsrechtler, den Rest quittiert die Wirtschaft mit ihrer Dauerschwäche. Aber, wo kein Kläger, da kein Richter, mangels Geld ist die Situation allseits willkommen.

von Karl-Hartmut Blesik - am 11.11.2003 10:24

Was Sie heute noch mit (?) versehen, kann schon bald die letzte und einzige Möglichkeit sein, die Beerdigung des TR in Deutschland abzuwenden und wenigstens einen TR "made in China" im Erfinderland Deutschland zum praktischen Einsatz zu bringen.
Das würde aber bedeuten, dass es künftig, schon aus Preisgründen, ein Exportgeschäft mit TR "made in Germany", auf einem möglicherweise über viele Generationen wachsenden Weltmarkt nicht geben wird. China wird dann den TR-Weltmarkt beherrschen und unsere nachfolgenden Generationen könnten dann vielleicht zu Recht mit peinlichen Fragen die heutigen TR-Gegner in Erklärungsnot bringen. Niemand kann diese Möglichkeit absolut ausschließen! Ob daran schon mal einer gedacht hat?

Gruß H.März

mit Sicherheit ausschließen.
solchen Fragen stellen müssen.

von Helmut März - am 11.11.2003 20:40

Chinesische Angebote

Chinesische Politiker (z.B. "Commander Wu") sollen inzwischen dem Bayerischen Staatsministerium (und der BMG) tatsächlich den Vorschlag gemacht haben, die bayerische Strecke unter Nutzung chinesischer Erfahrungen zu bauen, auf Basis "weiterentwickelter" chinesischer Fahrwegpatente.

Ein Bau der Strecke mit Hilfe der chinesischen Ingenieure (und vielleicht sogar mit chines. Arbeitskräften und chines. Fertigteilen) könnte unter finanziellen Aspekten erheblich günstiger sein, als eine rein dt. Variante. Manche Quellen sprechen hier von Kostenreduzierungen von einem Drittel bis zu 50%.

Grundsätzlich deutlich wird hierbei, dass es sich für Entwicklerländer häufig bitter rächt, die Innovation moderner Technologien zu verschleppen.

Jetzt besteht die traurige Wahl:
- Mit den Chinesen? Dann entstehen weniger Arbeitsplätze in BRD - aber billigerer Trassenbau.
- Ohne China? Mehr dt. Arbeitsplätze, aber relativ höhere Baukosten.


Gruß,
Joh. Klühspies

.

von Joh. Klühspies - am 16.12.2003 09:41

Re: die Chinesen sind schneller ...

die Herstellung der Fahrtrasse (oder sollte man besser Flugtrasse sagen?) alleine ist nicht ausschlaggebend für die Schnelligkeit bei der Errichtung einer neuen Trasse;

China ist - siehe Diskussion zum Thema "Rechtsstaat" mit anderen Regeln angetreten;
was in Deutschland ein jahrelanger Planungsprozess ist - mit für und wider schon vor dem Einstieg in den Planungsprozess - wird in China immer noch autokratisch hierarchisch entschieden;
die Umsetzung bis zum Baubeginn geht dann auch viel schneller - keine langwierigen Umweltverträglichkeitsverfahren, keine über Jahrzehnte dauernden Enteignungen von Grund und Boden, keine wütenden Anwohnerproteste (o heiliger St. Florian, verschon mein Haus, zünd's and're an) - in China gehört Grund und Boden dem Staat, man kann ein Haus kaufen (wie bei uns ein Erbbaurecht), aber der Staat kann in kürzester Frist eine andere Bodennutzung forcieren - und dann kommt eine kurzfristige Umzugsaufforderung, bevor die Bagger anrücken (siehe Bejing - Abbruch der alten Hutongs, 3-Schluchten-Staudamm - Überschwemmung ganzer Städte im Staubereich, oder auch Shanghai (Abbruch der alten Stadtviertel und Neuerrichtung von modernsten Wohnblocks).
Unter diesen Voraussetzungen lässt sich eine neue Trasse sehr schnell durch eine Stadt "schlagen", Geschwindigkeit ist dann keine Hexerei mehr.
NAchdem die chinesischen Universitäten überwiegend (hochqualifizierte) Techniker und Ingenieure "produzieren" und zwar 'zigtausende jedes Jahr, lassen sich technische Großprojekte da sehr schnell umsetzen.

von Erich Sczepanski - am 20.12.2003 19:55
Genau, und für Berlin-Wien-Venezia/Budapescht wirds dann durch technisches Know-how billiger und schneller. Ob wir wohl noch was ohne chinesische Wanderarbeiter zustande kriegen?

von presse - am 21.04.2004 19:21
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