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Forum Transrapid - Maglev - Eurorapid
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16
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vor 13 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 6 Monaten
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Karl-Hartmut Blesik, Klaus Lohmann, Bernd Schlüter, Hannes Kern, Bernd Schlueter, rabi, Helmut März, Polbahnfan, babalu

Warum ist der Weg für den Transrapid so teuer und ...

Startbeitrag von Polbahnfan am 28.08.2004 21:33

1.Warum ist der Weg für den Transrapid so teuer ?
2. Kann man Hoffnung haben, das der Weg in der Zukunft dank dem technischen Fortschritt billiger werden kann. Auf welche Art und Weise könnte man evtl die Baukosten reduzieren .
3. Der Transrapid ist zwar sehr leise. Man sollte jedoch meiner Meinug nach weiter an dem Lärmreduzierung weiterarbeiten , damit z.B. 600 möglich wäre. Wie könnte das erreicht werden ?

Antworten:

Polbahnfan schrieb:

Zitat

1.Warum ist der Weg für den Transrapid so teuer ?


Weil er mehr kostet, als unsere Volkswirtschaft hergibt.

Zitat

2. Kann man Hoffnung haben, das der Weg in der Zukunft dank
dem technischen Fortschritt billiger werden kann. Auf welche
Art und Weise könnte man evtl die Baukosten reduzieren .


In dem man nachdenkt und sich nicht auf industriepolitischen Lobbyismus verlässt.

Zitat

3. Der Transrapid ist zwar sehr leise. Man sollte jedoch
meiner Meinug nach weiter an dem Lärmreduzierung
weiterarbeiten , damit z.B. 600 möglich wäre. Wie könnte das
erreicht werden ?


Mit noch mehr Geld, als es jetzt schon nicht mehr finanzierbar wäre.

Und? Provokation gelöst? Oder immer noch auf "Anti-TR-Marketing"-Tour?? Dümmer kann man Negativ-Marketing eigentlich nicht verbreiten, als Sie hier ablassen.

von Klaus Lohmann - am 29.08.2004 00:51
Zitat

Dümmer kann man Negativ-Marketing eigentlich nicht verbreiten, als Sie hier ablassen.


Herr Lohmann, Ihre ausdrucksvollen und fachlich zutiefst fundierten Antworten auf die durchaus ernst zu nehmenden Fragen unseres polnischen Bahnfreundes sprechen mal wieder einmal Bände. Danke!

Zitat

1.Warum ist der Weg für den Transrapid so teuer ?

Weil er mehr kostet, als unsere Volkswirtschaft hergibt.



*027*



von Karl-Hartmut Blesik - am 29.08.2004 11:53
Zitat

1.Warum ist der Weg für den Transrapid so teuer ?


Der Transrapid ist ein noch sehr junges Verkehrssystem. Alle Teile sind bislang quasi Einzelanfertigungen, die industrielle Fertigung des Fahrwegs wurde in China erstmals aufgebaut. Es ist davonauszugehen, dass sich die Fahrwegkosten in der Serienfertigung mittelfristig um 30% senken lassen, langfristig noch mehr. Das ist eigentlich nichts spezielles, sondern eine Eigenart fast aller neuen Produkte. Denke wir nur daran, was die ersten Eisenbahnstrecken gekostet haben. Für damalige Zeiten war das noch viel viel mehr als heute eine TR-Strecke.

Zitat

2. Kann man Hoffnung haben, das der Weg in der Zukunft dank dem technischen Fortschritt billiger werden kann. Auf welche Art und Weise könnte man evtl die Baukosten reduzieren .


Ich denke mal, die Hoffnung ist berechtigt (siehe oben). Weitere Möglichkeiten der Baukostenreduzierung werden ja auch permanent von den Herstellern gesucht. Wie das im einzelnen aussehen könnte... ? Wer kennt da was?

Zitat

3. Der Transrapid ist zwar sehr leise. Man sollte jedoch meiner Meinug nach weiter an dem Lärmreduzierung weiterarbeiten , damit z.B. 600 möglich wäre. Wie könnte das erreicht werden ?


Die weitere Lärmreduzierung sollte sowieso betrieben werden, denn das ist vor allem in dicht besiedelten Gebieten der größte Vorteil des TR. Zu 600 km/h stellt sich mir eher die Frage, ob das überhaupt sinnvoll wäre. Bei den Entfernungen zwischen den Ballungszentren in einem eurpäischen Netz sind 500 km/h ausreichend, Strecken mit größeren Entfernungen wären eher etwas für Regionen, in denen der Lärm dann keine große Rolle mehr spielen dürfte.



von Karl-Hartmut Blesik - am 29.08.2004 12:03
Auf dem Bild :
[home.t-online.de]
erkennen wir deutlich, wie tief das Bauwerk des TR-Weges bereits in den Shanghaier Sumpf eingesunken ist. Wir erinnern uns noch an die Bilder vor einigen Monaten, als die Trasse noch in Höhe der Strommasten im Vordergrund verlief.
Das Tiramisu von Shanghai ist so weich, dass Chinesen dazu übergegangen sind, die Strommasten im Zweimeterabstand statt dem üblichen von hundert Metern zu setzen, damit die Fundamente die schwere Bürde der drei Drähte zu tragen vermögen.
Der Feng-Shui-Drache fordert nun seinen Tribut, in wenigen Monaten, wenn der TR in das Reich des Drachen abgetaucht sein wird.
[www.feng-shui.de]
In den hohen Preis ist bereits die neue Trasse, die diesmal nicht ohne eingehende Feng-Shui-Beratung erfolgen wird, inbegriffen. Hinzu kommt ein stattlicher Betrag, der mit in den Sumpf zu versenken ist, damit der Drache zufriedengestellt wird. Die inzwischen weltweit verbreiteten Feng-Shui-Beraterfirmen wissen, an welchen Stellen die geldlichen Opfergaben darzubringen sind.
Auch der Münchener Flughafen ist auf sumpfigen Gelände gebaut, das von einem nahen Verwandten des Drachen von Shanghai bewohnt wird. Es sollen schon geldliche Forderungen des Drachens eingetroffen sein, damit er dem Münchner Projekt wohlgesinnt gegenübersteht.
Merke: In China gibt es keinen Hausbau ohne Tributzahlung an den Drachen.
Der Münchner Drache ist dermaßen anspruchsvoll in seinen Forderungen, dass dass das gesamte Projekt abgeblasen zu werden droht.
Dieser Drache hier oben wird betreut vom Hause:
[www.feng-shui.de]
Übrigens, auch in Meckelenburg-Vorpommern und im Ruhrgebiet war schon von Drachen die Rede. Sogar Namen und Beträge wurden dabei genannt, beim Abriss der Wuppertaler Schwebebahn soll schon gezahlt worden sein. In diesem Zusammenhang sollen sich die Wuppertaler Stadtwerke besonders hervorgetan haben, die den Drachen von der Wupper betreuen..
[rettetdieschwebebahn.wtal.de]
*017*

von Bernd Schlüter - am 30.08.2004 06:54
Lieber Herr Schlüter,
Ihre Bildersprache liest sich zwar recht nett, aber der Sinn Ihrer Worte ist nicht immer jedem verständlich. Ich denke, vor allem unsere internationalen Forumsteilnehmer haben hier ein Problem.



von Karl-Hartmut Blesik - am 30.08.2004 07:31

Der Drache, der den Transrapid so teuer werden ließ

Meine Meinung zu der Frage, warum der TR nicht in Deutschland gebaut wurde, ist ja die, dass die Politik sich eingemischt hat. Dass die Deutsche Bahn , die endlich Konkurrenz bekommen könnte, beteiligt wurde, ist von Politikern verursacht worden. Wohlwissend, dass jeder Euro, damals noch Mark, den das Projekt kostete, über den Umweg über die Bahn, vom Steuerzahler aufgebracht werden muss. Im Ruhrgebiet haben wir erlebt, wie der Preis fortwährend in die Höhe getrieben wurde, mitsamt überflüssigen Vorleistungen durch die Politik.
Wozu, frage ich, muß für ein Projekt des Staates, für dasdie Bürger geradezustehen haben, bei den Bürgern, auf Kosten der Bürger , noch teure Werbung getrieben werden? Bezahlt aus Reptilienfonds, über die der Bürger keine Kontrolle hat?
Nun ist der Feng Shui-Drache auch ein Reptil, und das brachte mich auf die Idee, dies mit dem Sumpf unserer Politik in der Bundesrepublik in Verbindung zu bringen. Dieser Sumpf ist es, den ich für den fehlenden Erfolg des TR in unserem Land verantwortlich mache.
Das ist natürlich für einen ausländischen Leser kaum nachzuvollziehen, ohne Genaueres zu erläutern!
Natürlich versinkt der TR nicht im Sumpf und diese dichte Strommastenreihe auf dem Bild beruht sicherlich auf einem merkwürdigen Missverständnis...
Was mich aber wundert, ist, dass das Projekt in München dem Bund weitaus weniger wert ist, als das missratene der Ruhrmetropole um Bochum. Auch verstehe ich nicht, dass sich manche Gemeinde im Moos durch das Geräusch eines TR mehr gestört fühlen will, als durch das lautere der S-Bahn. Das liegt sicherlich auch an den Reptilien, die schon den Lindwurm durch Wuppertal arg teuer machten. Dort wurden anscheinend schon Bürgerinitiativen gekauft, was die ganze Geschichte verteuerte. Wahrscheinlich um mehr, als der Bund zu München noch beitragen möchte...
Nein, nein, es liegt nicht an Feng Shui, es liegt an der Politik.

von Bernd Schlüter - am 30.08.2004 11:50

Re: Der Drache, der den Transrapid so teuer werden ließ

Zitat

Nein, nein, es liegt nicht an Feng Shui, es liegt an der Politik.


Stimmt. Der Metrorapid war das beste Beispiel. Clement wollte was für den Wahlkampf - nicht was zum herumfahren für die Bürger. Kaum war die Wahl vorbei, war's der MR auch. Deshalb konnte man da ja ruhigen Gewissens viel Geld hinversprechen.

Und da in München die politischen Verhältnisse ganz anders sind, niemand nie einen TR benötigt um auf 60% bei der Landtagswahl zu kommen, die Gefahr besteht dass dort wirklich gebaut wird und Bayern soieso viel mehr Geld als all die roten Bundesländer hat, hat man in Berlin eben ein wenig weniger in den Süden gegeben.

So einfach ist Politik! Jujahh soag i!



von Karl-Hartmut Blesik - am 30.08.2004 14:04
Zitat


Autor: Polbahnfan
Datum: 28.08.2004 23:33

1.Warum ist der Weg für den Transrapid so teuer ?
2. Kann man Hoffnung haben, das der Weg in der Zukunft dank dem technischen Fortschritt billiger werden kann. Auf welche Art und Weise könnte man evtl die Baukosten reduzieren .
3. Der Transrapid ist zwar sehr leise. Man sollte jedoch meiner Meinug nach weiter an dem Lärmreduzierung weiterarbeiten , damit z.B. 600 möglich wäre. Wie könnte das erreicht werden ?


Lieber Polbahnfan,

Die Frage Nr.1. beruht auf einem durch Transrapidgegner vorsätzlich erzeugten Irrtum!
Beweis: Am 14.01.03 hat die Tageszeitung „DIE WELT“ ein Untersuchungsergebnis veröffentlicht, wonach z. B. für die Neubaustrecke Ffm.-Köln der Transrapid um
ca. 1,6 Mrd. € billiger gewesen wäre als der (wider alle Vernunft!) realisierte ICE3!
Darüber hinaus hat der TR gegenüber dem ICE noch entscheidende Vorteile ohne Mehrkosten:
a) Entgleisungssicherheit (Schutz v. Menschenleben, vgl. Eschede)
b) ca. doppelt so schnell wie der ICE. Dadurch vollwertiger Ersatz von Inlandsflügen möglich (Entfall der gewaltigen Luftverschmutzung durch Flugzeuge!).
c) Landverbrauch (aufgeständert) nur 1/7 gegenüber Rad/Schiene (ICE).
d) Nach TÜV-Test nur halb so laut wie der ICE.
e) Durch seine ca. 15 %-ige Steigfähigkeit entfallen umweltzerstörende Tunnel und Einschnitte in die Landschaft. Das heißt, deutliche Schonung der Landschaft, im Vergleich zum ICE, der das Gelände gnadenlos zerschneidet!

Aus diesen nachweisbaren Angaben können Sie erkennen, wie unaufrichtig die offenbar ideologisch verblendeten TR-Gegner agieren.

Zu Frage Nr.2. : Selbstverständlich ist der Prototyp-Preis für eine total neuartige Technik deutlich höher als der zu erwartende Serienpreis!

Zu Frage Nr.3: Nach den Testfahrten, die ich in Lathen erlebt habe, finde ich, dass man beim TR eigentlich nicht von Lärm sprechen kann. Eine weitere Geräuschminderung
könnte dennoch angestrebt werden.
Die derzeitige Geschwindigkeitvon 450 bis 500 km/h erscheint mir für europäische Entfernungen, selbst als Ersatz für Inlandsflüge, völlig ausreichend.

Es würde mich freuen, wenn ich Ihnen damit etwas helfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut März
]

von Helmut März - am 30.08.2004 19:38
Karl-Hartmut Blesik schrieb:

Zitat

Herr Lohmann, Ihre ausdrucksvollen und fachlich zutiefst
fundierten Antworten auf die durchaus ernst zu nehmenden
Fragen unseres polnischen Bahnfreundes sprechen mal wieder
einmal Bände. Danke!


Gern geschehen! *018*

PS: Warum sollte ich TRäumern anders als sonst antworten, nur weil sie polnische EMail-Adressen haben????

von Klaus Lohmann - am 30.08.2004 20:46

Re: Warum sollte ich TRäumern anders als sonst antworten...

Zitat

PS: Warum sollte ich TRäumern anders als sonst antworten, nur weil sie polnische EMail-Adressen haben????


Völlig richtig.
Freundlichkeit und nette Wortwahl könnten ja versehentlich sympathisch machen. Und das wäre doch uncool.

von babalu - am 30.08.2004 20:51

Re: Warum sollte ich TRäumern anders als sonst antworten...

babalu schrieb:

Zitat

PS: Warum sollte ich TRäumern anders als sonst antworten,
nur weil sie polnische EMail-Adressen haben????

Völlig richtig.
Freundlichkeit und nette Wortwahl könnten ja versehentlich
sympathisch machen. Und das wäre doch uncool.


Wähnen Sie sich hier etwa in 'ner Kuschelgruppe für TRäumer? Muss irgendwie zum TRaum gehören. :cool:

von Klaus Lohmann - am 30.08.2004 20:55
vielen dank für diese anmerkungen

entsprechende untersuchungen und studien ergeben, dass für den einsatz in deutschland sogar eine geschwindigkeit von 400-430 km/h völlig ausreichend ist, da der hauptreisezeitvorteil aus der linearen beschleunigungsfähigkeit resultiert.

bei einer maximalen geschwindigkeit von 400 km/h wäre der transrapid in einem entsprechenden gesamtnetz, das sich an dem derzeitigen ir-netz der bahn orientiert, im schnitt um ~34% (~51 min) schneller je relation (zwischen den 15 größten städten deutschlands), als die aktuell schnellste reisealternative (pkw, db oder flugzeug) - und dies obwohl weitaus mehr haltepunkte angefahren würden, als es die bahn aktuell mit dem ice leisten kann.

würde auf diesem neuen netz der ice3 verkehren, wäre der transrapid im vergleich hierzu immer noch durchschnittlich 28% (~38 min) schneller - bei gleicher investitionssumme, gleichem energieverbrauch, geringeren Wartungs- und damit betriebskosten, höherer sicherheit sowie geringerer belastung für mensch und umwelt.

der transrapid könnte auf solch einem netz auch wirtschaftlich betrieben werden.

von rabi - am 31.08.2004 07:02
Herr Lohmann,
niemand verlangt von Ihnen, sich zu verstellen. Ganz im Gegenteil ist es schon gut, wenn JEDER sehen kann, auf welchem Niewo Sie sich bewegen. Daher habe ich mich ja auch für Ihre eindrucksvolle Selbstoffenbarung bedankt. Ehrlichkeit und Offenheit sind schon o.k.

Allerdings verstehe ich nicht ganz den Sinn Ihres Tuns. Warum posten Sie hier, wenn's Ihnen nicht passt? Sollten Sie im Ernst glauben, dass Sie mit Ihren inhaltslosen Angriffen und vorsätzlichen Fehlinterpretationen in irgeneinder Form Meinung zur Sache bilden könnten, möchte ich Sie auf Ihren Irrtum hinweisen. Nicht, dass es nachher heist, dass hätten wir Ihnen doch sagen können....



von Karl-Hartmut Blesik - am 31.08.2004 07:06
Zustimmung!

von Hannes Kern - am 31.08.2004 09:14

Die Lösung kommt aus China

Drücken wir Commander Wu und den anderen chinesischen Planern den Daumen, damit sie den deutschen Firmen bei den Punkten, die die unbezahlbaren Kosten beim Transrapid verursachen, soweit unter die Arme greifen, dass auch wir ihn uns endlich erlauben können!

Im Moment geht es darum, so weit zu rationalisieren, dass das ganze Projekt überhaupt rentabel werden kann. Die wichtigste Phase überhaupt.
Anscheinend verläuft die Testphase in Pudong doch erfolgreich?

Wir wollen doch nicht an der Tatsache vorbeisehen, dass unabsehbare Kosten in Deutschland auf uns zugeschwebt wären, wenn wir nicht die Hilfe aus China erhalten hätten.
Noch eine gemeinsame Anstrengung, und wir sind durch!
BS

von Bernd Schlueter - am 23.10.2004 06:44
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