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Informationen zum Thema:
Forum:
Samothraki
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rainer P., kokkinos vrachos

Neues von der Insel

Startbeitrag von Rainer P. am 22.06.2014 13:59

Liebe Samothraki-Freunde,

der Sommer ist ja nun schon fortgeschritten. Vielleicht war der Eine oder Andere schon auf der Insel.
Was tut sich? Was gibt es Neues zu berichten?

Herzliche Grüße

Rainer P.

Antworten:

News vom August 2014

Ein paar Eindrücke von meinem Aufenthalt auf Samothraki im August 2014; ganz subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

*Seit vielen Jahren war ich mal wieder im August da. Es war in der Zeit in Therma und Umgebung schon sehr voll. Was prima ist für den Verdienst einiger Einheimischer z.B. in Tavernen und in der Zimmervermietung, hat mich dann, als es Richtung 15. August ging, doch schon etwas genervt: die Wasserfälle um Therma waren sehr überfüllt, so dass es eigentlich nicht mehr schön war. Am Phonias-Parkplatz standen manchmal die Autos über 500 Meter auf beiden Seiten der Straße, der 1. und 2. Pool waren dementsprechend sehr frequentiert. Immer schön ist es unten in der Waldtaverne an der Phoniasmündung. Dahin habe ich mich manchmal verzogen, wenn mir Therma zu viel war.
Tipp: nach Möglichkeit von einem Aufenthalt im August -vor allem um Therma- absehen. Juni, Juli und September sind eh schöner, und die Einheimischen entspannter.

*Die Einheimischen haben sich wieder sehr Sorgen gemacht ob der vielen Wildzelter. In Therma sollen es in diesem Sommer 800 Leute gewesen sein. Abends war es dann auch voll im Kafeneio in Therma und auf dem Platz vor dem Thermalbad. Ganz nette Stimmung, aber halt sehr voll.
Sorgen machen sich die Einheimischen wegen der immensen Brandgefahr (es werden Lagerfeuerchen gemacht, geraucht) und wegen der Verschmutzung durch weggeworfenen Müll, menschliche und tierische (Hunde) Exkremente, Essensreste (Ratten). Auch die Verschmutzung der Flüsse ist ein Thema.
Fazit: die Leute werden geduldet. Sie bringen nicht viel Geld ein, Drogen sind oft im Spiel, aber in der Regel sind das sehr freundliche junge Leute, oft aus Saloniki und Athen, und mehrere Monate (weil arbeitslos) da.

*Die Griechenlandkrise hat nun auch mehr auf die Verhältnisse auf Samothraki durchgeschlagen. Mancher denkt an Auswanderung. Im Herbst 2013 lag der Heizölpreis auf Samothraki angeblich bei 1,39 €, im Frühjahr dann bei 1,89 € pro Liter. Das kann sich kaum einer mehr leisten. Bis auf drei Familien haben in Kamariotissa alle wieder ihre alten Holzöfen aktiviert. Ein Samothraker meinte: "In der Hinsicht sind wir 50 Jahre zurückgeworfen."

*Gewundert habe ich mich über die archäologischen Aktivitäten in diesem Sommer.
In Paleapoli gab es ein aufwendinges Sanierungsprogramm, das für einige Monate veranschlagt war, um die wiederaufgerichteten Säulen des Hieron zu erhalten. Alles war eingerüstet und verpackt.
Eine eher betrübende Entdeckung machte ich auf meinem alljährlichen Besuch der Gegend um das alte Christos-Kloster: es war komplett eingezäunt. Beim Nähertreten wurde man von einer freundlichen Archo-Studentin empfangen, die einen alles erklärte. Tatsächlich waren um das eigentliche Kirchengebäude die Mauern bis auf ca. 150 cm Höhe von ausländischen Hilfskräften wiederaufgerichtet, alles ausgegraben und versucht zu rekonstruieren. Der Chef, ein junger Archäologe, antwortete auf die Frage, was man denn Schönes gefunden hätte, sehr zurückhaltend: das würde am Ende alles dokumentiert und veröffentlicht werden.
Julia, die Studentin, indess, verteilte an die in dieser Zeit immer wieder auftauchenden Besucher Fragebögen: wie soll weiter mit der nun in Rekontruktion befindlichen Anlage umgegangen werden? Man dachte an eine Überdachung der Kirche, damit sie geschützt ist und die Errichtung einer Art Mini-Park, damit das Ganze als Ausflugsziel dienen kann. Ich wünschte mir einen Erhalt als Stätte der Ruhe und Kontemplation.
Vor zehn, fünfzehn Jahren war die Anlage noch sehr wenig bekannt und besucht und lag in verwunschener Einsamkeit. Sie hatte bis zuletzt eine besondere, ruhige und doch intensive Stimmung. Damit scheint es nun leider vorbei zu sein.

*Am künstlichen Strand von Therma (Hafen versandet weiter) hat eine zweite Strandbar mit Liegestühlen und Sonnenschirmen aufgemacht. Während die Saoki-Bar die Leute zumeist mit elektronisch generierten Klägen beschallte, überwog - wie auch um die kleine Pommes-Kantie am Hafeneingang - die Reggea-Musik. Ich kann am Strand auf beides gerne verzichten, doch wer`s mag... .

*Insgesamt sind wir nach den sieben fetten Jahren um 2000 nun mitten in den sieben mageren Jahren angekommen. Das ist auf der Insel inzwischen immer deutlicher zu bemerken.
Hoffnung bieten vielleicht die zunehmend zahlreichen Gäste aus Rumänien und Bulgarien, manchmal auch Russland, die die Naturwunder der Insel schätzen, wandern, aber auch auf die härtere Tour dem "Canyoning" fröhnen.
Ich empfinde das Canyoning als wenig sensibel und wertschätzend gegenüber der Landschaft.

Mal sehen, was uns in diesem Jahr erwartet. - Leider liegen die hessischen Ferien wieder im August.

Herzliche Grüße aus Darmstadt
und frohe Pfingsten!
Rainer P.

von Rainer P. - am 24.05.2015 09:42
jassou Rainer, danke für deinen interessanten Bericht. Schön mal wieder was über einer meiner Lieblingsinseln zu lesen. Informationen sind ja über Samothrki immer sehr rar. Ich habe auch einen kleinen Artikel über meinen Aufenthalt im Mai 2012 geschrieben: [www.in-greece.de]

schöne Grüße nach Darmstadt, kv

von kokkinos vrachos - am 28.05.2015 15:44
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