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Informationen zum Thema:
Forum:
Samothraki
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rainer P., kokkinos vrachos

Neues von der Insel?

Startbeitrag von Rainer P. am 24.06.2016 16:10

Hallo liebe Inselreisende,

in Vorfreude auf unseren diesjährigen Besuch würde ich mich sehr über ein paar Lebenszeichen anderer "Ehemaliger" und aktuell Reisender freuen?
Die Vorsaison ist ja schon länger im Gange und die Hauptsaison beginnt:
Gibt es Neuigkeiten von der Insel zu berichten?

Wir werden zu dritt von Mitte Juli bis Anfang August da sein. Unsere Tochter ist jetzt 14, bald 15. Ist sonst jemand um die Zeit mit einem Mädel in dem Alter da? Dann: bitte meldet Euch.

So. Dass die Website schließt ist ja nicht wahr!?

Herzliche Grüße
(auch an alle, die diese Jahr nicht kommen können)

Rainer P.

Antworten:

Liebe Samothraki-Freunde,

nach etwas mehr als zwei Wochen auf der Insel schreibe ich für Euch hier ein paar Eindrücke - wiederum ganz subjektiv.
Vielleicht mag jemand ergänzen oder seine Eindrücke mitteilen.

* Im Zentrum von Alexandroupolis stehen - wohl aufgrund der anhaltenden Krise - noch mehr Geschäfte und auffallend viele Wohnungen leer. Auf der Hafenpromenade schien mir abends viel weniger Betrieb zu sein als in der Vergangenheit.
* Im Hafen von Alex/poli wartet die "Saonissos", eine neue gebrauchte Fähre, auf ihren Einsatz. Laut Captain der Saos II ist sie für den täglichen Verkehr nach Samothraki vorgesehen, die Saos II soll dann die früher schon mal angebotene Rundfahrt von Lavrio mit Halt in Samothraki und Limnos wiederaufnehmen. Wann das los geht, steht aber in den Sternen, weil es Probleme mit dem Umbau der Saonissos gibt.
* Samothraki ist nun - wie auch Thassos - zum Urlaubsort der Urlauber aus den nördlich gelegenen Balkanländern geworden. Ich schätze, dass ca. 50% der Gäste Rumänen, je 20 % Bulgaren und Griechen waren. Die restlichen 10 % teilen sich alle anderen. (Die weiterhin zahlreichen Wildcamper um Therma sind weiterhin überwiegend griechische Jugendliche, aber auch viele aus anderen Ländern.
* Für Ende Juli waren im Vergleich zu den letzten Jahren schon mehr Touristen auf der Insel. Dies war auch an den unteren Wasserfällen von Therma bis zum Phonias deutlich zu spüren. Bis Mittag konnte man dort in einer gewissen Ruhe der Natur verbringen, während sich die Becken ab 14 Uhr mehr und mehr zu überfüllten Badeanstalten wandelten. Erst gegen 18:00 Uhr wurde es dann ruhiger.
Auffallend war, dass die unteren Becken des Gria Vathra, wie des Phonias vergleichsweise viel Algenbesatz aufwiesen.
* Das hat wohl auch mit dem außergewöhnlichen Wassermangel in diesem Jahr zu tun. Es hatte 3 1/2 Monate nicht geregnet. Es gab im Winter unten keinen Schnee und der Berg war nur ein paar Tage eingezuckert. Deshalb war die fließende Wassermenge in den Bächen geringer als gewöhnlich. In Kami und Paleapoli wurde angeblich zeitweise das Wasser abgestellt, um zu sparen. Dafür gab es kaum Mücken.
* In Therma steht weiterhin das Kaviros-Hotel zum Verkauf.
* Die Gemeinde hat offensichtlich kein Geld, um die Straßen zu pflegen. Es gibt auf den Straßen zunehmend Schlaglöcher und die Straße zum Kipos und die von Paleapoli nach Chora leiden zunehmend unter Unterspülungen und Abbrüchen. Dabei hat die Verkehrslast in der Saison sehr zugenommen, da Rumänen und Bulgaren mit oft sehr groß dimensionierten Autos kommen. Diese brauchen neben den Straßen auch Parkplätze, die bisher nicht vorhanden waren oder sind. Die eingerichteten Parkplätze in Chora, am Phonias und an der Ausgrabungsstätte in Paleapoli sind schnell voll.
* Der Geldmangel wird von Einheimischen beklagt. Die Steuerlast ist extrem gestiegen. Es müsste mehr investiert werden als investiert werden kann.
* Wegen der wirtschaftlichen Lage und mangels Zukunftsperspektiven haben mehre Familien die Insel gen Stuttgart verlassen.
* Weniger Geldmangel gab es offensichtlich in Bezug auf die archäologischen Stätten: zum Christos-Kloster hinter Therma wurde die Schotterstraße verbessert. Das Kloster wurde - so finde ich nun doch - recht gut restauriert und konserviert; die Anlage wurde ansehnlich gestaltet, mit einem Stahlpfostenzaun umgeben und mit Sitzmöglichkeiten und einem erläuterndem Schild davor versehen und liegt nun wie offen da, ist aber verschlossen. Wer einen Besichtigungswunsch hat. muss eine Telefonnummer wählen.
* Denselben Stahlpfostenzaun findet man um die renovierte und konservierte Gattelusi-Kastell in Chora. Die gesamte Anlage samt Vorplatz wurde hergerichtet und steht nun zur Besichtigung bereit. Auch in der Ausgrabungsstätte in Paleapoli wurde viel gemacht, unter anderem der Vorplatz des Museums ganz neu gestaltet.
* Es gibt Bestrebungen, die gesamte Insel zum Biosphärenreservat, zur UNO-Schutzzone oder ähnlichem zu machen, um die einzigartige Natur, aber auch die kulturelle Besonderheit der Insel zu schützen. Was dies genau bedeuten würde, war nicht zu erfahren, die Bevölkerung soll dazu befragt werden.

Soweit nun in Vorfreude auf weitere Berichte...

Herzliche Grüße
Rainer P.

von Rainer P. - am 12.08.2016 16:29
jassou Rainer, danke für deinen ausführlichen und informativen Bericht. Immer schön was über Samothraki zu lesen.

Die Fährinfo ist sehr interessant. Die Verbindung von LAVRIO - AGIOS EFSTRATIOS - MYRINA/Limnos- KAVALA - MYRINA/Limnos - AGIOS EFSTRATIOS - LAVRIO gibt es ja bereits, mit der EXPRESS PEGASUS von Hellenic Seaways. Lassen wir uns überraschen, bin aber sehr skeptisch.

Wegen der wirtschaftlichen Lage und mangels Zukunftsperspektiven haben mehre Familien die Insel gen Stuttgart verlassen. = das ist natürlich nicht schön. Zu dem Austeritätsprogramm kommt wahrscheinlich auch die Randlage von Samothraki hinzu.

Immerhin gab es weniger Mücken. :)

vg aus Hamburg, kv

von kokkinos vrachos - am 13.08.2016 16:54
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