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Plauderforum
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vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
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ingrid_57, Dagmar D., Agnes69, Humburger, Sternchen*, sueesse, Monkele, Chilie

Habe zur zeit keine Kraft und Nerven für M

Startbeitrag von ingrid_57 am 14.04.2010 16:07

hallo

ich bin wieder mal gestern ausgerastet. die gründe sind immer wieder die gleichen. ich will das nicht mehr!

ich stehe im zwiespalt. einerseits liebe ich mein kind, andererseits, möchte ich auf gar keinen fall mehr, dass wir zusammenwohnen.

ich habe kein verständnis mehr dafür, dass er krank ist und deswegen rein GAR nichts mehr im haus, außer unordnung macht.

er nimmt meine sachen weg, geht zu freunden und kommt erst mitternacht heim. ich kann natürlich nicht einschalfen, was schädlich für mein beruf ist.

wenn ich ihn anrufe, weil er z.b. wieder etwas von mir wegnahm, was ich brauche, dann sagen seine freunde und er ist auch der meinung, ich würde stalken.

ich war so zerbrcohen gestern abend, dass ich heute nicht arbeiten gehen konnte.

es ist so aussichtslos! termine haben wir beim ki.arzt erst 11. mai, bei psychiaterin erst 15. juni bekommen.

Ju-Amt will nicht helfen, bis keine diagnose gestellt wird. arb.amt will auch erst eine diagnose.

und ich will ihn nicht mehr hier haben. schon gar nicht mehr, seit er 18 ist. er will aber nicht weg. er kann sich nicht ändern, aber er meint, ich wäre die einzige person, die ihn versteht.

wäre ich wegen meiner ktankheit nicht so gehandicapt, würde ich heimlich ausziehen und mich um gar nichts mehr kümmern.

ich will und kann nicht mehr. die aussicht, dass er nach waiblingen kommt, steht in sehr weiter ferne, denn trotzdem ich beim psychiater der arzthelferin

gesagt habe, es sei dringend, konnte sie mir keine möglichkeit geben, vorher einen termin zu bekommen.

ich würde ihm am liebsten gar nicht mehr helfen und ihn wirklich in die psychiatrie abschieben, entgegen der gutgemeinten ratschläge.

ich kann nicht mehr. entweder geht er, oder ich.

was würdet ihr tun?
und was sagt ihr zu dem gespräch, den wir in der klinik hatten?

wenn ihr euch nicht für meine probleme interessiert, dann sagt mir bitte wenigstens. dass ihr gar nichts sagt, das schmerzt mich stärker als kritik oder abweisung.

danke für euer verständnis.
entschuldigt mich bitte, dass ich eure hilfe suche, ich fühle mich mit den ganzen problemen alleine gelassen. das zieht mich stark herunter.

LG,
Ingrid

Antworten:

Liebe Ingrid,

fühl Dich erst mal ganz ganz lieb umarmt und getröstet.

Es ist schon blöd, wenn man mit allen Sorgen so alleine dasteht. Wirklich raten kann ich Dir wahrscheinlich nicht, da ich denke, dass Eure Probleme so komplex sind und ich davon auch nur einen Bruchteil kenne.

Hast Du denn jemanden, der sich mal eine Woche bei Euch einquartieren könnte, der auf M "aufpasst", so dass Du Dir eine Auszeit nehmen kannst?

Hmmm, was könnte ich Dir sonst noch raten? Eine klare schriftliche Vereinbarung mit M. was er zu tun und zu lassen hat, wenn er künftig bei Dir wohnen will? Was er dazu beitragen muss? Mit den Konsequenzen bei Nichteinhaltung?

Es kann ja nicht angehen, dass Du dann nicht schlafen kannst und evtl. dadurch dann noch Deinen Job verlierst. Dann hat sein Lotterleben ja auch ein Ende.

Kann er das denn nachvollziehen? Mir kam er auf der Händelfarm eigentlich sehr vernünftig vor.

Gibt es denn nicht die Möglichkeit, dass er einen Betreuer bekommt und evtl. in betreutes Wohnen geht?

Du schreibst "er kann sich nicht ändern". Bist Du Dir sicher, dass er es nicht kann? Manchmal heißt können ja auch wollen. Und es ist ja schon bequem, wenn man alles gemacht bekommt. Sicher weiß ich, dass unsere "Jungs" sich mit vielem schwerer tun als andere, aber mittlerweile habe ich zumindest bei unserem das Gefühl, dass er könnte, wenn er müsste. Und das ist ja schon ein Fortschritt.

Tja liebe Ingrid, ich weiß nicht, ob Dir irgendwas von meinem Geschreibsel hilft. Konkreteres zwecks JA oder so kann ich ich Dir keine Infos geben, da ich damit Gott sei Dank keine Erfahrungen habe.

Weißt Du, mich macht das immer sehr betroffen, wenn Du oder jemand anderer mit den großen Problemen schreibt. Oft bin ich dann ratlos und weiß nicht was ich schreiben soll, manchmal ist aber auch bei mir Land unter und ich komme nicht so recht dazu. Das heißt aber nicht, dass es mir egal ist. Ich würde Dir wirklich sehr gerne einen Weg aufzeigen, weiß aber leider auch nicht wie es klappen könnte.

Kannst du nicht nochmal Kontakt mit Martin oder Fr. Neuhaus aufnehmen?

Liebe Ingrid, ich drück Dich nochmal und hoffe, dass es Dir heute schon wieder ein kleines bißchen besser geht.

Alles Liebe

Moni



von Monkele - am 14.04.2010 17:28
Liebe Ingrid,

von mir auch eine ganz liebe, feste Umarmung!

Ich lese immer, was Du schreibst, und es interessiert mich auch sehr - bestimmt!

Manchmal kann ich aber - ehrlich gesagt - nicht ganz folgen, wie z.B. bei Deiner Schilderung von Eurem letzten Gesprächen mit den Damen "Nr. 1 und Nr. 2". Irgendwann kapiere ich gar nicht mehr, wer nun genau was gesagt hat und wieso.
Dann klinkt sich mein ADS-Hirn aus, und ich überfliege den Text nur noch, in der Hoffnung, wenigstens das Wesentlichste mitzukriegen.

Oft schreibe ich dann auch nichts dazu, weil ich wirklich keinen Rat weiß.
Mir fehlt ja auch die passende Erfahrung.
Meine Kinder sind alle noch nicht in diesem problematischen Alter, obwohl bei den beiden Großen die Pubertät unverkennbar voll eingesetzt hat.

Sie spinnen auch von Zeit zu Zeit mal ganz ordentlich, aber ich bin sehr dankbar, dass sich das alles noch in (meist) erträglichen Grenzen hält.
Irgendwie nähre ich in mir auch immer noch die Hoffnung, dass es bei ihnen nie GANZ so schlimm wird (Ich habe ja dadurch, dass ich die Bande nicht alleine erziehen muss, sondern den Vater der Kinder an meiner Seite habe, schon mal deutliche leichtere Vorbedingungen - auch dafür bin ich sehr dankbar!)
Und wenn es doch einmal ganz schlimm wird, dann möchte ich mir im Moment darüber noch nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen und alles erst mal auf mich zukommen lassen.

Aber zurück zu Dir und Deinem M.:
Ich weiß wirklich nicht, was ich Dir raten soll.

Grundsätzlich bin ich absolut der Meinung, dass Du es Dir auf keinen Fall gefallen lassen darfst, wenn er Regeln verletzt und Deine Grenzen überschreitet: Dein Eigentum ohne Erlaubnis nimmt, vor seinen Freunden abfällig über Dich redet, im Haushalt nur Arbeit verursacht, aber keine erledigt usw.
Damit lässt Du es zu, dass er Deine Selbstachtung untergräbt, Dich verletzt und schwächt.

Aber leider weiß ich nicht, welche Konsequenzen Du setzen kannst, um die Regeln durchzusetzen und Deine persönlichen Grenzen zu verteidigen.
Bei so großen Kindern ist das sehr schwer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fernseh- oder Computerverbot oder Hausarrest sich noch durchziehen lassen. - Zumal Du ja auch nicht ständig zu Hause bist, und nicht kontrollieren kannst.

Die Idee mit der schriftlichen Vereinbarung von Moni finde ich gut.
Ich frage mich nur, ob er sich auch daran halten wird.
So, wie ich M. einschätze, fürchte ich, dass es ihm vielleicht nicht an gutem Willen, aber ganz arg an Selbstdisziplin fehlt. Ich glaube, das ist bei ihm ein ganz, ganz schwacher Punkt. Darin scheint er mir noch ganz auffällig unreif zu sein.

Die ganz harte Konsequenz wäre, M. vor die Tür zu setzen, und das war (und ist) ja zum Beispiel bei unserer lieben Vero und ihrem T. - so schmerzhaft es für sie auch leider ist - bestimmt das einzig Richtige.

Bei Euch mag die Lage aber vielleicht ein bisschen anders aussehen:
Durch M.s Zusatzprobleme mit der Epilepsie und den Steinen, die ihm anscheinend von den verschiedenen Institutionen vor die Füße geworfen worden sind, die ihm eigentlich helfen hätten sollen, ins Erwachsenenleben zu finden, ist er möglicherweise trotz seiner 18 Jahre doch noch so sehr auf Deine Hilfe angewiesen, dass Du diesen Schritt nicht machen kannst.

- Ähm - was ich jetzt nicht weiß: Wenn ich mich nicht irre, ist bei M. doch durch die Epilepsie und das ADS ein gewisser Behinderungsgrad offiziell festgestellt - oder bringe ich da was durcheinander?
Ist er damit eigentlich voll mündig?
Sorry - in solchen Sachen hab ich irgendwie keine Ahnung, und was die Verhältnisse in Deutschland betrifft schon zweimal nicht...

Wie auch immer: M.s derzeitiges Verhalten ist zweifellos extrem egoistisch und absolut nicht akzeptabel.
Ich weiß nicht, ob ihm wirklich voll bewusst ist, wieviel Kraft es Dich kostet, neben den ganz normalen - und für eine ADSlerin ohnehin mehr als ausreichenden - Belastungen durch Beruf und Haushalt noch mit solchem Einsatz für ihn zu kämpfen, und dass das absolut nicht selbstverständlich ist!
Außerdem bist Du ja selbst nicht gesund - mit ADS und immer einem Fuß in der Depression!

Ich finde, Du trägst ohnehin weit mehr Belastungen, als Dir guttun.
Wenn er dann auch noch im Alltag keine Rücksicht auf Dich nimmt und Dich zusätzlich ausnützt und nervt, sägt er doch an dem Ast, auf dem er selbst sitzt!
Wenn Du zusammenbrichst - wer soll ihm dann noch helfen?

Wenn er schon nicht aus Liebe zu Dir sein Verhalten ändert (die bestimmt vorhanden und größer ist, als Du denkst, aber leider unter seinem Egoismus und seiner Unreife tief verschüttet), dann sollte er es doch wenigstens deshalb tun, damit seine einzige Stütze nicht zusammenbricht!

Ich weiß nicht, ob ihm das nicht ganz klar ist, oder ob es nur an dem oben erwähnten Mangel an Selbstdisziplin liegt, die Erkenntnisse in praktische Konsequenzen umzusetzen. Das ist für mich die Frage...

Liebe Ingrid, Du siehst - ich mache mir schon so einige Gedanken über Deine Situation, aber leider bin ich auch nicht schlauer als Du.
Ich hoffe, jemand anderer hier ist es...

Ich wünsche Dir und bete für Dich, dass Du den richtigen Weg für Dich und Deinen großen Lausebengel findest und dass Deine schwere Last bald leichter wird!

Ein dickes, "echt-österreichisches" ;-) Bussi von

Agnes

von Agnes69 - am 14.04.2010 19:10
liebe Moni,

vielen, vielen dank für deine tröstende worte. doch, doch, du hilfst mir sehr!
das mit den vertrag machen wir. wir haben schon einige, die aber auch nur ein paar wochen befolgt werden.

nur, welche konsequenzen soll das haben, wenn er sich nicht daran hält? wie kann ich ihm herauswerfen, wenn er nicht gehen will? mit der polizei?

im großen und ganzen verstehen wir uns auch. aber ich bin mit allem drum und dran extrem überfordert. ich kann einfach nicht mehr.

Neuhaus und Martin haben getan, was sie konnten. Martin hat angeboten, er könnte in seine klinik, Neuhaus hat angeboten, er soll zu ihr in die praxis kommen, wenn er in waiblingen ist und wir sollten so schnell wie möglich das MPH wieder einsetzen.

aber die termine sind ja erst mitte mai und mitte juni. und wenn es mir schlecht geht und ich durchdrehe dann brauche ich immer sofortige hilfe.

ich selber bin bei eine institution, lebensgestaltung seit 2007. ich selber beantragte betreutes wohnen, und habe von der arbeiter wohlfahrt, die das finanziert, bis heute noch keine antwort, außer vor 2 jahren, wo sie 300 ¤ / mtl von mir wollten.

dann behaupteten sie, es fehlen noch unterlagen, die ich einsenden soll. und nun warte ich schon über einen jahr auf eine antwort. wie du siehst, hat sich seit einigen jahren alles um uns verschworen.

nächste woche nehme ich M dorthin. ich weiß einfach nicht mehr weiter.
das albert schweizer kinderdorf hilft auch nur, wenn das JA ihn dorthin schickt.

ich kann aber nicht mehr warten. gibt es denn gar keine möglichkeit, uns zu trennen? müssen wir uns erst töten, bevor etwas geschieht? ich kann einfach nicht mehr so weitermachen.

ich habe leider niemand, der bei mir wohnen möchte. meine mutter wohnt nebenan. ich könnte dorthin, aber dort habe ich noch weniger ruhe. dort lebt eine schwägerin, die sehr oft zu meiner mutter kommt, um zu streiten.

und meine mutter sieht sich tgl. alle sendungen an, wo sich die leute wie die zigeuner streiten. die steht scheinbar auf sowas. mich bringen streiterein um den verstand. selbst wenn ich meine medis-dosis erhöhe, ertrage ich streitereien nicht mehr.

meine energie reicht zur zeit nur zum arbeiten gehen. zuhause brauche ich absolute ruhe. das, was ich für M in den letzten monaten getan habe, überfordert mich .

danke, liebe Moni für dein rat und deine anteilnahme an meinen problem.
danke

liebe grüße,
Ingrid



von ingrid_57 - am 14.04.2010 19:36
liebe Agnes,

ich habe die soeben geschrieben und der text ist weg! ich weiß einfach nicht mehr, was hier abgeht !

ich schreibe den text morgen auf der arbeit nochmal. ich bin jetzt ko und muß noch verträge mir M schreiben.

auf jeden fall vielne, lieben dank für deine hilfe und für das echt österrreichisches bussi

liebe grüße,
ingrid

von ingrid_57 - am 14.04.2010 19:53
Ohje, liebe Ingrid!

Sowas ist echt ärgerlich, wenn der mühsam formulierte Text "gefressen" wird!

Ist mir auch schon ein paarmal passiert, und seither schreibe ich längere Texte (wenn ich dran denke) zuerst im Editor und kopiere sie erst am Schluss hierher.

Mach Dir bloß keinen Stress mit der Antwort - keine Sorge - ich werd's schon erwarten!

Schlaf gut!

Agnes

von Agnes69 - am 14.04.2010 20:28
Hallo

drücke dich erst einmal ganz fest und versuche dir Mut zu machen.

Meiner ist auch 18, allerdings hatte ich das "Glück" dass er friewillig ausgezogen ist und die ARGE es genehmigt hat. Er mußte um was zu essen auf den Teller zu bekommen seinen Hintern in ARGE bewegen und sich dort ordentlich benehmen und seinen Antrag zu stellen. Mama ist ja nicht mehr da, da er weg wollte in die Landeshauptstadt. 2 geschlagene Monate hat er gebraucht um zu begreifen, er will was und nicht die anderen. Jetzt leistet er brav seine Sozialstunden kümmer sich um seine schulden und um eine Wohnung. Er hat noch einige Verfahren die da auf ihn warten, doch er hat begriffen, nur er allein muß sich hilfe suchen. Ich persönlich mußte lernen ihn ziehen zu lassen, dass fiel mir gerade jetzt in meiner Lage besonders schwer.

Was ich sagen will oder es vorsichtig versuchen will. lass ihn mal laufen, und kümmere dich nicht so um ihn. Da hat er morgens keine sauberen sachen usw.

Deine Energie verwende für dich und deinen Job. Wenn er nicht in die Psychiatrie will, er ist 18 und kann jederzeit gehen. Das weiß ich von meiner Tochter und die ist erst 16 und schmeißt derzeit ihr BVJ. Aber auch sie muß das alleine Regeln, sicher bin ich dabei und werde sie auch unterstützen, aber klären warum, wieso und weshalb dass muß sie selber mit der Bildungseinrichtung und dem Arbeitsamt.

Sohnemann bereut inzwischen viele seiner Missetaten und fängt an darüber nachzudenken, wie es für ihn enden kann, wenn er nicht seine Stunden leistet und seine Schwarzfahrten nicht endlich über Ratenzahlung regelt, nämlich geradewegs in den Knast. Nein ich bin nicht glücklich darüber und das wünsche ich niemanden hier, aber manchmal würde es sicher helfen, wenn er einfährt, nämlich kein Alkohol mehr.käme seiner Gesundheit zu Gute. Schlimm wenn man das als Mutter sagen muß. Aber da willer nicht rein und Klinik mit evtl. nochmaligen Entzug will er auch nicht. Tja da muß er zeigen was er kann und fängt endlich damit an.

Nein nerven tust du mich nicht, manchmal oder auch öfters frage ich mich warum meine beiden Kinder, was hast du falsch gemacht. Inzwischen habe ich mehr Abstand zu den Problemen aufgebaut, was wohl leider auch mit meiner Erkrankung zu tun hat und das merken beide. Und Töcti weiß, sobald sie den Bogen überspannt geht sie ins Heim, kostet mich nur einen Anruf. Mag für manchen hier hart klingen aber ich muß selber wieder auf die Beine kommen und mit Brustkrebs ist das nicht so einfah. Diese Krankheit lehrt mich Abstand zu nehmen und mich nicht mehr so aufzureiben.

Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute für Euch beide. Mein Sohn und ich haben trotz allem ein sehr gutes Verhältnis und er macht sich große Sorgen um mich. Ich weiß nicht, wie es wäre, wenn er hier wäre auf Dauer......

Ganz liebe Grüße und sein nochmals fet umarmt
sueesse


von sueesse - am 14.04.2010 22:48
Hallo Ingrid,

sende dir ein dickes Kraftpaket.

Vor ein paar Tagen hast du dich noch so über den 18. Geb. gefreut.....

Das ist wirklich schwierig. Formal sind sie volljährig, dürfen nun alles entscheiden und unterschreiben. Und durch ihr ADS sind sie reifeentwicklungsverzögert und befinden sich reifemäßig mitten in der Pubertät. Das ist eine brisante Mischung.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten:
Man bemuttert sie, bis sie die nötige Reife haben und bügelt alles für sie aus. Der Nachteil: Sie können sich an diesen Zustand gewöhnen und dann nichts mehr ändern wollen, selbst wenn sie ausreichend reif sind.
Vorteile gibt es keine, denn wirklich vor Dummheiten können wir sie nicht schützen.

Oder, man wirft sie ins kalte Wasser des Lebens, so dass sie blitzreifen.
Der Nachteil: Sie könnten durch die Hölle gehen und wir Eltern natürlich mit. Der Vorteil: Sie lernen es und werden lebenstüchtig.

Es ist eine harte Entscheidung, die leider keiner außer dir treffen kann. Wir können dich nur darin unterstützen, deinen weg zu gehen.

Falls du dich für die 2. Möglichkeit entscheidest, musst du zum JA gehen und dort eine Sofortunterbringung beantragen, das geht von einem Tag auf den anderen. Dem muss das JA nachkommen, allerdings übernehmen sie dann auch das Regime und man hat keinen Einfluss mehr auf künftige Hilfen.

Ich habe mich bei solchen Entscheidungen immer von der Frage leiten lassen, was lernt mein Kind? Und da ich wollte, dass er lebentauglich wird, habe ich mich entschieden ihn nicht zu bemuttern, wenn er auf seine Selbstständigkeit pocht. Für uns war das eine gute Entscheidung, wenn es auch in so mancher Situation nicht leicht war sich wirklich zurückzuhalten. All das hat sich jedoch mehr als gelohnt, er ist heute wesentlich selbstständiger als mancher Gleichaltriger, wägt seine Entscheidungen ab, hat eine tolle Freundin und ist auf seinem Arbeitsplatz sehr geschätzt.

Ich drücke dir die Daumen :-)

Liebe Grüße
Dagmar


von Dagmar D. - am 15.04.2010 14:18
Liebe Ingrid!

Fühle Dich mal ganz fest in den Arm genommen.
Es tut mir unwahrscheinlich leid, was da im Moment bei Euch abläuft und wie Du leidest. Vor allem wenn man Dich persönlich kennt.

Einen direkten Rat habe ich auch nicht. Ich kann dir lediglich meine eigenen Erfahrungen weitergeben.

Auch ich musste meine Erfahrungen stets selber machen. Manchmal tat es wirklich weh, aber ich habe dadurch deutlich schneller gelernt, was Sache war. Allerdings hatte zu dieser Zeit niemand eine Ahnung von ADS o.ä.
Es hat mir zu keiner Zeit auch nur irgendwie geschadet, im Gegenteil. Ich wurde schneller erwachsen, als manch andere. Das hat mir später unwahrscheinlich viel geholfen.

Mein Junior und ich sind sehr oft aneinander geraten. Häufig habe ich falsch reagiert, aber wenn sich zwei AD-ler die Hörner abstoßen, dann kracht es eben auch hin und wieder. Hilfe bekamen wir von keiner Seite. Im Gegenteil, uns wurden noch dicke Knüppel zwischen die Beine geworfen. Sowohl von Ämtern als auch in der Familie. Ich bin zwar nicht ganz glücklich, wie das Leben meines Sohnes derzeit läuft, aber es hätte wesentlich schlimmer kommen können. Er hat Wohnung, Arbeit - wenn auch schlecht bezahlt und (meistens ;-)) genug zu essen.

Dazu trug bestimmt auch bei, daß ich ihn ebenso ins kalte Wasser gestoßen habe. Er musste seine Erfahrungen auch alle selber machen. Sind wir doch mal ehrlich, wer hört denn schon immer auf seine "Alten". Da ist jede Generation gleich, wenn auch nicht in gleichem Maße.

Glaub mir, es tat oft fürchterlich weh wenn ich sah, wie er gegen eine Wand rennt und sich fast den Schädel dabei einschlägt - natürlich bildlich gesprochen. Es ist reine Folter wenn man zusieht, wie sein Kind, das man liebt, in ein offenes Messer rennt und keinerlei Gefahren sieht. Alles Reden hat nichts gebracht, nur die eigene, oft blutige Nase.

Am Schlimmsten fand ich den Vertrauensverlust. Wir konnten keine Geldbörse liegen lassen, ohne daß er sich bediente. Kein Gespräch irgendwelcher Art führen, ohne daß es umgehend an andere weitergetragen wurde. Keinen Tag die Wohnung verlassen, ohne daß sich sofort jemand unbekanntes eingenistet hat. Es war grausam.

Natürlich tat es ihm leid, wenn ich wegen ihm wieder mal weinend zusammen gebrochen bin. Heute weiß ich, daß all seine Reaktionen "normal" waren. Er konnte nicht anders - und ich ja auch nicht.

Dennoch, unser Verhältnis hat sich erst gebessert, als er auszog. Die Distanz hat Nähe geschaffen. Erst vor ein paar Tagen haben wir uns mit ihm getroffen. Ich will aber ehrlich sein. Es ist schön, wenn er kommt, aber es ist auch gut, wenn er wieder geht. Den ganzen Tag würde ich ihn, trotz Medis meinerseits, nicht mehr ertragen.

Ich weiß, daß das alles bei weitem nicht an Dein Leid herankommt. Aber vielleicht solltest Du wirklich mal Deinen Selbsterhaltungstrieb einschalten und auch mal auf DICH achten. Du hast es Dir doch echt verdient, so wie Du immer kämpfst. Versuche, ihm nicht mehr alles abzunehmen. Das ist hart für Dich, richtig hart. Mehr als für M. Aber ich glaube, daß ihm das am ehesten helfen wird.

Ich wünsche Dir von Herzen ganz, ganz viel Kraft.

von Chilie - am 15.04.2010 15:29
liebe Agnes,

danke für deine tipps. sie haben mir auch geholfen. in jedem beitrag finde ich immer tipps und trost.
z.b. das mit dem "...auf dem ast, auf dem er sitzt..."

ich habe ihm das dann auch gesagt. der vertrag ist auch fertig und unterschrieben.
2 wochen zur probe. läzft es nicht, nehme ich ihm das neue handy weg.

er hat auch eingesehen, dass er um 21 uhr mo-do zu hause sein muß. klingt megablöd für einen 18-jährigen, aber meine whg ist erstens zu klein, die eingangstüre ist ca 1.20 m v. meinem bett entfernt.

@Agnes
@alle

liebe Agnes und alle anderen, ich wollte nicht den eindruck erwecken dass ihr mein bericht nicht gelesen habt oder dass ihr keine anteilnahme habt.

ich weiß, dass ihr mitliest. ich habe mir auch gedacht, der bericht ist zu lang, aber kurz konnte ich mich nicht fassen, weil auf grund meines ads kann ich kein auszug aus einer geschichte verfassen.

entweder ich schreibe nur 2 sätze, oder ich muß alles schreiben. tut mir leid, ich kann nicht anders.

ich habe mich etwas doof verhalten, weil ich erwartungen gestellt habe, die mir nicht zustehen. ich habe nur gehofft, so ein , zwei sätze zu hören, wie "ihr habt es geschafft, es hätte schlimmer kommen können," so in etwa.

bitte seid mir nicht böse, ich bin momentan sowieso auf der selbstmitleidstour

ich habe mich etwas beruhigt, M hat versprochen sich an die abmachungen zu halten. die angst und der druck ist aber einfach zu groß, wie lange das gutgeht.

liebe grüße,
eure Ingrid

von ingrid_57 - am 15.04.2010 19:24
Liebe Ingrid!

Ich bin Dir überhaupt nicht böse, und ich bin mir sicher, das ist keiner hier!
Komm, lass Dich knuddeln, Mädel!

Ich kenne das auch, dass es ganz auf mein eigenes momentanes Befinden ankommt, wie ich das Verhalten anderer mir gegenüber einstufe.
Wenn mich jemand ansieht, und ich fühle mich gerade fit und nett hergerichtet, dann empfinde ich den Blick als freundlich, wohlwollend, vielleicht sogar bewundernd.
Wenn ich aber zum Beispiel gerade nur mal schnell "halbtot aus dem Haus gefallen" bin, um vielleicht eins meiner Kinder irgendwo abzuholen, dann scheint mir derselbe Blick bestimmt verächtlich, und ich möchte mich davor am liebsten verkriechen und möglichst schnell wieder nach Hause.

Genauso ist es hier im Forum. Wenn ich gut drauf bin, dann empfinde ich jede Anwort als freundlich und liebevoll, und wenn es nur eine ist, dann macht es auch nicht viel aus.
Wenn ich mich aber mies fühle und trostbedürftig bin, dann entdecke ich zwischen den Zeilen plötzlich Kritik und Genervtheit, und das Echo kann mir auch leicht zu wenig sein.
Vielleicht warte ich auf die Antwort von jemand Bestimmten, und wenn gerade der nicht schreibt, kommt mir womöglich der Verdacht, der schneidet mich jetzt.
Also denk Dir nix - das geht wahrscheinlich jedem so.

Ich hätte mich ja wirklich zu ein paar Sätzen aufraffen können.
Es muss ja nicht immer was weiß ich, wie geistreich sein - nicht wahr?
Aber wenn mir nichts Sinnvolles einfällt (oder nichts was MIR sinnvoll ERSCHEINT), dann verlasse ich mich leider gern darauf, dass schon jemand anders antworten wird...

Aber Dein kleiner Hilfeschrei hier hat ja auch etwas gebracht: Schau, jetzt haben doch recht viele ziemlich eingehend geantwortet, gell?

Ich finde auch, es ist kein Problem, dass Du von dem Gespräch so ausführlich berichtet hast. Ich tue mich ja auch schwer, zusammenzufassen und zu kürzen. Und wozu hätten wir hier ein ADS-Forum, wenn man nicht ADSler-typisch schreiben darf?
- Solange Du umgekehrt auch Verständnis hast, dass die eine oder andere von uns dem nicht ganz konzentriert folgen kann und es nur überfliegt...?

Wie auch immer - es freut mich, dass bei meinem Posting auch was Brauchbares für Dich dabei war. Super auch, dass nach mir noch einige ausführlich geschrieben haben, die die Phase, in der Du jetzt steckst, schon mehr oder weniger hinter sich gebracht haben!
Ihr Rat ist zwar hart, und es ist bestimmt schmerzlich, wenn Du ihn mit aller Konsequenz durchziehen musst, aber ihre Argumente finde ich überzeugend, und Erfahrung zählt!

Fein, dass M. Einsicht zeigt! Ich hoffe, das hält an, sonst komm ich und zieh dem Lackel die Ohren lang!

Und jetzt versuch für heute Deine Sorgen dem lieben Gott hinzulegen. Der kümmert sich die Nacht über bestimmt darum.
Und Du schlaf gut - träum was Schönes!

Pfiatdi!
Agnes




von Agnes69 - am 15.04.2010 20:32
hallo meine lieben

vielen, vielen dank euch allen, dass ihr mir trost spendet, mut macht und mich an euren erfahrungen teilhaben laßt.

@Suesse

ist schon verhext, das alles. passiert nur uns das? ich denke immer, die anderen eltern mit ihren kindern, die kein ads haben, die haben "normale" beziehungen zueinander.

das auf- und ab der emotionen das macht mich mürbe. mal ist er ein engel, mal ein teufel mit dämonischer fratze. dr jekyll und mister hyde.

ich kann aber nicht dulden, dass er zuhause nur herumsitzt. ich ertrage das nicht. deswgen habe ich mir vorgenommen, ich helfe ihm noch bis er in das nächste bildungswerk nach weiblingen geht, und dann nicht mehr.

ich will ihn ja gehen lassen, ich hätte es wirklich am liebsten, wenn er nicht zuhause wohnen würde. aber er weint dann immer, wenn ich das sage und bittet mich inständig darum, er brauche meine hilfe noch.

kein psychologe konnte mit ihm bisher so reden und ihn zum reden bringen wie ich. und diese aussage, erklärte ich im vorhin nochmals.

mit mir, meine regeln akzeptieren, mo-do früh heimkommen.
in einer WG oder notunterkunft, mit gleichaltrigen zusammen, dafür aber noch strengere regeln als zuhause und vielleicht niemand, der dich versteht.

er meint es diesmal ernst, er will sich an den vertrag halten. ich habe aber trotzdem angst und vertraue ihm noch nicht.

@Dagmar

das mit der "Sofortunterbringung " , das wußte ich nicht. JA sagte mir, sie können vorläufig absolut nichts für uns tun. du kannst dir vorstellen, wie das bei mir ankommt.

so wie, wenn die meinen würden "lass die sich gegenseitig zerfleischen, hauptsache wir sparen geld. sie ist doch selbst schuld, warum sucht sie sich nicht einen mann? dann wäre M nicht krank"

ja, so was sagen mir leider immer noch zu viele. das härteste ist, auch in der familie. ich bin deswgen so verbittert, weil ich mir den mund franselig rede und es bringt einfach nichts. im gegenteil, je mehr ich erkläre und sage, dass uns solche aussagen weh tun, um so mehr distanzieren sie sich von uns

und bilden cliquen und tuscheln darüber, dass M von oma und mir zur krankheit erzogen wurde, dass wir ihm nicht erlauben dürften, dass er bei oma im wo-zi auf den boden ißt, dass ich ihm doch endlich sagen soll, er möge sich waschen und seine haare in ordnung halten.

das härteste war, dass sie meinten, er habe kein recht auf urlaub, er müßte erst mal kräftig dafür bestraft werden, dass er in bitburg die ausbildung nicht machen konnte, weil das bbw mit ihm überfordert war.

@Chilie

ja, ich möchte ihn alleine lassen. vieles muß er auch alleine tun, aber er tut es nicht. ab heute, schon. mal sehen, wie lange noch.

ich mache jetzt ordentlich druck und wie gesagt, er bittet mich ihn noch zu unterstützen, das tue ich mit der bedingung, er hält sich an den vertrag. wenn nicht, handy weg und das macht ihm angst.

er muß auch seine termine selber machen, formulare ausfüllen, anrufen, u.s.w.
wie gesagt, das ist jetzt das letzte mal, dass ich ihm helfe.

ab waiblingen, muß er dann alleine zurecht kommen. wovor ich schrecklich angst habe ist, dass er dort auch versagt und dann meikommt und sein pennerdasein leben möchte.

dann schmeiß ich ihn aber raus, das habe ich ihm gesagt. auch wenn es weh tun wird, ich tue es.

@Alle

vielen lieben dank nochmal für die vielen umarmungen, für die anteilnahme, für den trost, die tipps, für eure geschichten, die mir auch weiterhelfen.

bussi an alle






von ingrid_57 - am 15.04.2010 20:39
Guten Morgen liebe Ingrid!

Sorry,hatte nicht die Zeit,um was zu schreiben und mußte auch erst nachdenken.

Inrid,was wäre,wenn er eine eigene kl.Wohnung MIT gerichtlichem Betreuer bekäme???
Vorteil:
-Du wärst erstmal mit den ganzen Sorgen raus,da der die übernimmt.
-Du bist trotzdem für ihn da,aber nicht mehr in vollem Umfang,da er ja selbstständig werden soll und so eigene Verantwortung für das trägt,was er macht.
-Er mußt sich um die Wohnungsangelegenheiten selbst kümmern.
-Der Betreuer teilt das Geld ein(glaub mir,daß klappt gut)

Nachteil:
???kenne keinen,außer das ich dem Betreuer alles aushändigen mußte,aber ist ok,ist ja sein Job.

Warum schreibe ich das jetzt???
Für unseren M.kam ein betreutes Wohnen nicht in Frage,er wollte selbstständig werden,hatte das in der Klinik schon so irgendwie gedreht,daß die das bestätigten,damit er hier raus kommt.
Den Betreuer hat er dort gleich mit beantragt und bekommen.

Dann hat er sich um Hilfe bemüht,und er hat einen Berater vom Sozial-Psychatrischen-Dienst,mit dem kann er über alles reden.

Danach suchte er ne eigene kl.Wohnung und bekam sie auch,jetzt kümmerte er sich um Ersteinrichtungsgeld,mußte sich dafür aber arbeitslos melden,damit die die Wohnung bezahlen.
Selbst Telefon+Internet hatte er binnen 3Wochen,hat uns nix gesagt.

Früher war er immer der,der NUR das Beste wollte,jetzt ist er bis auf technische Geräte überhaupt nicht anspruchsvoll,wenn ich das mit unserer Tochter vergleiche.

Ingrid,abnarbeln ist schwer und wir Eltern können es noch schwerer,glaub mir,ich hatte voll zu kämpfen damit,aber ich/wir kommen seitdem viel besser mit ihm klar und wir müssen nicht immer wissen,was er macht,er ist volljährig und ein eigenständiger Mensch,der ausprobiert und dadurch erwachsen wird.

Es dauert alles seine Zeit,aber er kriegt das selbst hin,hat mit dem wenigen Geld IMMER was zu essen,ansonsten weiß er,wo wir wohnen und man glaubt es nicht,er konnte davon noch sparen und meinte glatt zu uns,wenn IHR Geld braucht,fragt mich,wie süß!!

Das ist bei unserer Tochter anders,da schreibe ich später was zu,da muß Schnulli sich jetzt von abnarbeln.
Muß jetzt los.Bis später.

Liebe Grüße von Sternchen*




von Sternchen* - am 16.04.2010 07:07

Dagmar D.
Oder, man wirft sie ins kalte Wasser des Lebens, so dass sie blitzreifen.
Der Nachteil: Sie könnten durch die Hölle gehen und wir Eltern natürlich mit. Der Vorteil: Sie lernen es und werden lebenstüchtig.

Hier fehlt noch ein Nachteil. Sie könnten auch endgültig untergehen. Und dass würde für die Eltern bedeuten, nie mehr aus der Hölle herauszukommen.

FG Humburger

von Humburger - am 16.04.2010 07:31
Hallo Humburger,

wenn sich ein Mensch vornimmt, untergehen zu wollen, dann kann ihn niemand retten, dann kann man das nur etwas herauszögern.

Da wir unsere Kinder alle über viele Jahre gut erzogen haben und unsere Kinder all dies verinnerlicht haben, steckt alles Positive und viel Willen in ihnen. Das einzige ist, sie kommen in der jetzigen Situation nicht dran, können nicht darauf zugreifen.

Deshalb werden unsere Kids auch nicht endgültig untergehen, wenn man sie in die Selbstständigkeit entlässt. Sie holen sich evtl. die ein oder andere blutige Nase, aber sie entwickeln sich langfristig gesehen prächtig. Denn es kommt die Zeit im Laufe des Verselbständigungsprozesses in der sie wieder auf alles zugreifen können, das man ihnen in der Vergangenheit mitgegeben hat.

Man muss nur darauf vertrauen, dass man ihnen in ihrer Kindheit viel Positives mitgegeben hat.

von Dagmar D. - am 16.04.2010 13:57

Dagmar D.
wenn sich ein Mensch vornimmt, untergehen zu wollen, dann kann ihn niemand retten, dann kann man das nur etwas herauszögern.

Das hört sich für mich so an, als ob alle, die im Leben scheitern, die aus eigenem Antrieb, aus eigenem Wollen tun.


Dagmar D.
Da wir unsere Kinder alle über viele Jahre gut erzogen haben ... werden unsere Kids auch nicht endgültig untergehen ... sie entwickeln sich langfristig gesehen prächtig.

Das würde , wenn Kinder im Leben scheitern, folglich bedeuten, dass die Eltern versagt haben, denn sie haben dann eben nicht gut erzogen?

Offen gesagt, ich finde diese Sichtweise ziemlich grausam, denn sie lastet den Eltern eine unglaubliche Verantwortung auf. Es ist aber alltägliche Realität, dass Kinder nicht zu dem werden, was ihre Eltern in sie hineingesteckt haben.

Manchmal ist das traurig, wenn Eltern alles gegeben haben und es ist nichts herausgekommen. Deswegen haben aber die Eltern nicht unbedingt versagt.

Manchmal kann man aber auch den Kindern gratulieren, dass sie sich nicht entsprechend ihrer Erziehung entwickelt haben.

Sicher kann man versuchen, seinen Kindern ein gutes Fundament für das Leben zu geben. Man kann ihnne sozusagen Steine und Handwerkszeug für den Bau ihres Lebenshauses in die Hand geben. Aber Bauen müssen sie selber.

Viele Grüße

Humburger

von Humburger - am 16.04.2010 20:11
Hallo Humburger,

ist das Ganze ein Missverständnis oder möchtest du mich missverstehen?


Dagmar D.
Man kann ihnne sozusagen Steine und Handwerkszeug für den Bau ihres Lebenshauses in die Hand geben. Aber Bauen müssen sie selber.


Denn genau mit diesem Satz fasst du zusammen was ich geschrieben habe.

Die Steine und das Handwerkszeug sind das, was wir unseren Kids durch die Erziehung mitgeben.

Aber genau die Entscheidung, ob und was sie bauen wollen, müssen sie selbst treffen. Und wenn sie sich entscheiden nicht zu bauen oder auch etwas völlig anderes als wir im Kopf hatten, dann ist das deren Entscheidung, nicht unsere.


Noch eine Anmerkung: Nicht alle Sätze deren Beziehung man umdreht, erhalten ihre Gültigkeit. Das mag für weite Teile der Mathematik gelten, dass Umkehrrelationen gültig sind, doch auch da gibt es Gebiete, in denen das nicht gilt. Für das reale Leben gilt eine solche Umkehrung fast nie.

Zitat:
Dagmar D. "wenn sich ein Mensch vornimmt, untergehen zu wollen, dann kann ihn niemand retten, dann kann man das nur etwas herauszögern."

Humburger "Das hört sich für mich so an, als ob alle, die im Leben scheitern, die aus eigenem Antrieb, aus eigenem Wollen tun."

Das ist eine solche Umkehrung, einer Aussage zu einem Sachverhalt, die nicht richtig ist. Wie gesagt, wenn das in der Mathematik schon nicht immer richtig ist, dann im Leben sowieso nicht.


von Dagmar D. - am 17.04.2010 10:37
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