Betroffene für TV-Doku gesucht

Startbeitrag von StoryHousePro am 22.02.2017 13:42

Liebe Forenmitglieder,

für eine TV-Doku-Reihe möchten wir, Story House Productions Berlin, junge Menschen auf einer Heldenreise ins eigene Ich begleiten. Junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren mit ganz unterschiedlichen psychischen Problemen – PTBS, Mobbing, Essstörungen, SVV, Borderline, Depressionen, DIS, Sucht u.a.

Wir suchen Betroffene, die bereit sind über ihre Erkrankung zu sprechen und ihre Geschichte mit dem Publikum zu teilen. Betroffene, die sich bestenfalls bereits in einer therapeutischen Behandlung befinden.

Über einen Zeitraum von drei Monaten filmst du deinen Alltag als Art Video-Tagebuch und kommst einmal die Woche mit anderen Betroffenen zu einer Gruppensitzung zusammen.

Wenn du Interesse daran hast, deine Krisen und Kämpfe, Höhen und Tiefen zu teilen und andere Menschen, die auch an einer Störung leiden, zu ermutigen diesen Kampf an zu gehen, dann melde dich bitte bei mir.

Viele Grüße
Anna

Antworten:

Hallo Anna,

wenn sich jemand melden soll, benötigt man mehr Infos.

In welchem Fernsehsender soll das ausgestrahlt werden?

In welchem Format?

Wird das ganze therapeutisch oder ärztlich begleitet?

Wer übernimmt die Moderation zu den einzelnen Themen?

Inwieweit ist der/die Betroffene in den Produktionsprozess (Auswahl der gesendeten Sequenzen, Schnitt, Kommentierung) eingebunden?

Gibt es die Möglichkeit des Widerspruchs für zusammengeschnittene Sendungen, die dem Betroffenen nicht behagen, z.B. weil andere Schwerpunkte gesetzt werden, als die der Betroffene beabsichtigt?

Für wie viele Wiederholungen oder für welchen Veröffentlichungszeitraum gibt der Betroffene sein Einverständnis?

Ebenso ist es notwendig, dass ihr euch als Produktionsfirma hier ausführlich vorstellt, z.B. mit Referenzen und bereits veröffentlichen Sendungen.

von Dagmar D. - am 22.02.2017 14:41
Hallo Dagmar,

danke für deine Rückmeldung.

Der Sendeplatz der Dokumentation steht noch nicht genau fest, da wir hier noch in Verhandlungen stehen. Es wird sich aber voraussichtlich um einen privaten Rundfunkanbieter handeln.

Die Protagonisten befinden sich, wie bereits beschrieben, bestenfalls bereits in einer individuellen Therapie in der Mitte oder am Ende ihres "Heilungsprozesses". (Uns ist sehr wohl bewusst, dass man in dem Sinne nicht von einer Heilung sprechen kann). Dies ist sehr wichtig, da wir alles andere nicht verantworten könnten. Die Gruppensitzungen werden von einer ausgebildeten Psychotherapeutin begleitet, die sich bereits vor Beginn der Gruppensitzungen mit den Teilnehmern einzeln treffen wird, um sie kennenzulernen.

Eine Moderation wird es in dem Sinne nicht geben, da über 70% des Materials von den Protagonisten selber stammt (die Video-Tagebücher). Der Rest entsteht während der Gruppensitzungen.

Der Betroffene ist in so fern in den Produktionsprozess eingebunden, dass er das Material selber dreht, sprich ganz frei ist.

Da wir erst noch auf der Suche nach Protagonisten sind, kann ich deine weiteren Fragen zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht beantworten.

Ich hoffe dass diese Antwort ein bisschen mehr Klarheit schaffen.

Liebe Grüße
Anna

von StoryHousePro - am 22.02.2017 15:20
Hier noch einige Informationen zu Story House Productions:

Story House Productions produziert seit 1999 qualitativ hochwertige Fernsehformate für den deutschen und amerikanischen Markt.
Vom Clip für den News- und Magazin-Beitrag bis hin zu High-End-Dokumentationen, sowie kompletten Magazin-Sendungen - Wissensmagazine bilden dabei den Schwerpunkt.

Referenzen sind u.a. Terra X, ZDF Zeit, ProSieben Gallileo, Discovery Channel, National Geographic Channel, Spiegel TV, BBC

von StoryHousePro - am 22.02.2017 15:35
Hallo Anna,

danke für deine Erwiderung.

Das Spannende sind immer die Fragen, die nicht beantwortet werden.

Man kann also folgendes festhalten:

Die Sendung wird im Privatfernsehen laufen, ist also vergleichbar mit anderen Doku-Soaps wie z.B. Frauentausch. Das heißt, es steht das Fernsehtaugliche, also das Spektakuläre im Vordergrund. Intension ist es *nicht*, über die verschiedenen Erkrankungen aufzuklären. Fazit: Der junge Erwachsene wird aufgefordert zum Seelenstreptease zur Unterhaltung anderer.

Es gibt keine psychotherapeutische Begleitung für die TeilnehmerInnen, d.h. es gibt auch niemanden der die TeilnehmerInnen schützt, der ihnen mal über die Schulter schaut und ihnen auch mal sagt, dass künftige Arbeitgeber und KollegInnen ebenfalls Zugang zur Sendung haben.

Die jungen Leute liefern stundenlanges Material in Form von Videotagebüchern, das natürlich geschnitten werden muss. Du schreibst, sie seien in die Produktion eingebunden, da sie das Material selbst erstellen.
Das Spannende ist aber die Auswahl der Sequenzen und der Zusammenschnitt. (Satieresendungen leben davon, dass sie Sätze von Politikern in überspitzten Zusammenhängen zeigen.)
Und genau auf diesen spannenden Produktionsprozess, der dem Ganzen erst einen Sinn und einen Rahmen gibt, darauf haben die jungen Leute keinen Einfluss. Und sie können die Sendungen auch nicht vorab ansehen und noch mal auf sich wirken lassen, um dann zu sagen, ob sie das veröffentlicht haben wollen oder nicht.

Ebenso hast du den Zugriffszeitraum eurer Produktionsfirma auf das Material nicht eingeschränkt. Das bedeutet in der Praxis, dass das Material immer wieder verkauft werden kann, dass es ein Weiterverwertungsrecht gibt, dass die Sendungen immer wieder wiederholt werden können. Es gibt auch keine Einschränkung hinsichtlich der Verwertungsmedien, d.h. das Material kann unendlich im Fernsehen und im Internet auf allen möglichen Wegen verbreitet werden. Die Veröffentlichung des Materials wird die jungen Leute ein Leben lang begleiten.

Deine Antwort macht es sehr deutlich, dass es überhaupt nicht darum geht, Aufklärung zu leisten und dass ihr den jungen Leuten auch überhaupt keinen Schutz zugesteht. Es geht nur um maximale Ausbeutung des Materials, das die jungen Leute euch zur Verfügung stellen sollen. Sie selbst haben überhaupt keine Rechte mehr an dem Material. Das heißt die jungen Leute verkaufen heute ihre Seele und haben keine Möglichkeit mehr, das später in irgendeiner Weise einzufangen.

Ich denke, dass es wichtig ist, dass junge Leute das im Vorfeld wissen um darauf aufbauend ihre Entscheidung zu treffen. Die Entscheidung daran teilzunehmen oder nicht, bleibt aber jedem Jugendlichen vorbehalten.

von Dagmar D. - am 24.02.2017 13:51
StoryHousePro schrieb:
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>
> Referenzen sind u.a. Terra X, ZDF Zeit, ProSieben
> Gallileo, Discovery Channel, National Geographic
> Channel, Spiegel TV, BBC

Das klingt relativ seriös.

Dennoch teile ich die Vorbehalte von Dagmar: auch Freunde/Verwandten/Bekannten können die Sendung einsehen, was zur Stigmatisierung der Betroffenen führen kann. Die Folgen für die Betroffenen können verheerend sein (Abbruch von Freundschaften, von Kontakt zu Familienmitgliedern, Vorwürfe/Vorurteile durch diese und weitere Personen können zu schweren Depression führen).

Und ein zukünftiger Arbeitgeber könnte die Einstellung des Betroffenen ablehnen, nachdem er von der Erkrankung erfahren hat.

Ich würde so was persönlich nur mitmachen, wenn ich von der Produktion die schriftliche Bestätigung erhalten würde, dass weder mein Gesicht, noch meine Stimme und mein Name in der Sendung erkannt werden.

von Himbeer26 - am 21.06.2017 07:25
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